La dolce vita - Das süße Leben

La dolce vita (1960), FR/IT Laufzeit 174 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 22.06.1960

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8.0
Kritiker
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7.4
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16 Kommentare
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von Federico Fellini, mit Marcello Mastroianni und Anita Ekberg

La Dolce Vita oder auch Das süße Leben gilt nach wie vor als eines der hervorragenden Meisterwerke Federico Fellinis. Nebenbei prägte der Film den Begriff des Paparazzo.

Fellinis seinerzeit von manchen als ‘skandalös’ und ‘pikant’ empfundener Film nimmt mit seiner dreistündigen Episodenfolge in der Figur des Klatschreporters Marcello (Marcello Mastroianni), seiner Begegnungen (u.a. mit der von Anita Ekberg gespielten Badenixe Sylvia) und Beziehungen, das sinnentleerte Leben und Treiben der römischen High-Society Ende der fünfziger Jahre aufs Korn. Durch die Figur des Reporters Steiner (Alain Cuny) beginnt Marcello nach geraumer Zeit am Sinn seiner Existenz zu zweifeln. Fellinis erklärte Absicht: Das Böse ‘bis zur Empfindung des Ekels’ bloßzulegen. Tatsächlich spürt Das süße Leben mit religiöser Sensibilität der Faszination des Bösen nach.

Hintergrund & Infos zu La Dolce Vita
Zu den zeitlos gültigen Momenten von La Dolce Vita gehört unter anderem die Schilderung der von zwei Kindern vorgetäuschten Marienerscheinung und des jahrmarktartigen Wunderrummels – ein Beleg für Fellinis zugleich hellsichtig-kritischen wie liebevoll-mitleidigen Blick.

Fellini ist einer der wenigen Filmeschaffenden, die gleich mehrfach Oscar-Nominierungen für nicht-englischsprachige Produktionen ohne Hollywood-Beteiligung erhielten. Obwohl er nie eine der begehrten Trophäen als Bester Regisseur gewann, war er insgesamt 12 Mal für einen Academy Award nominiert. Auch La dolce vita gehörte 1962 in 4 Kategorien zu den Kandidaten für einen Oscar. Der Film gewann einen der begehrten Goldjungen für das Beste Kostümdesign und kam außerdem für die Beste Regie, das Beste Drehbuch und das Beste Szenenbild in Frage.

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Kommentare (16) — Film: La dolce vita - Das süße Leben


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DerDude_

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Bewertung9.0Herausragend

3 Stunden zelebriertes Leben. Ohne wirkliche Handlung, aber gerade deswegen so echt und völlig zügellos. Wunderschön und doch grausam.
Marcello Mastroianni als cooler Reporter auf einer irrwitzigen Odyssee durch das süße Rom, voller Wahrheiten, Schönheiten, voller Falschheit und Lügen. Die Kameras sind überall und die Fotografen dürsten wie Blutegel nach einer Story. Weit müssen sie in dieser Welt nicht suchen denn hier ist aller voller Glanz und Glamour.
Fellini erweckt pulsierendes Leben mit Bildern voller endloser Schönheit (Anita Ekberg im Brunnen) aber auch Bilder der Entlarvung, dieser Scheinwelt. Und es gibt auch Bilder des Hasses und der Verachtung.
Am Ende nicht mehr und nicht weniger als ein großartiges Porträt des glänzenden Roms.
So süß wie das Leben selbst. La dolce vita !

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nerdkiller

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Bewertung9.0Herausragend

Das Leben, wie es sein sollte: Hier der nächste Schnappschuss, dort der nächste Abstecher in einen römischen Nachtclub und natürlich noch ein obligatorisches Bad im Brunnen mit obligatorischem Busenwunder.
Ja, das Leben, das die High-Society von Rom führt, ist sehr verlockend. Immer heißt es, dabei zu sein, sich dem nächtlichen Treiben anzuschließen, und jede Nacht eine neue Odyssee durch die italienische Hauptstadt zu erleben. Schlicht das süße Leben, Probleme gibt es hier nicht wirklich - zumindest nicht auf den ersten Blick. Doch wissen die Beteiligten bei all der Neugier, all der Feierlaune, ja bei diesem - man kann es nicht anders sagen - Leben für den Moment überhaupt noch, wer sie sind, was und wer ihnen wichtig ist?
Fellini antwortet in seinem Klassiker mit einem deutlichen "Nein".

Das Jetset Leben der Römer mag ja Spaß machen, doch Fellini entlarvt seinen Klatschreporter Marcello mehr und mehr als lebens- und liebensunfähigen Tölpel, der nur durch Neugier und Lust angetrieben wird, was sein Job sogar von ihm verlangt. Wirklich ernste Gespräche, von Angesicht zu Angesicht, kann er mit seinen Mitmenschen nicht mehr führen. Er weiß nicht mehr, wen er in dieser Millionenstadt überhaupt noch braucht, oder wer ihn braucht. Er weiß nur noch, dass es jede Nacht wieder auf die Jagd geht. Doch was ihm das genau bringen soll, weiß er auch nicht. Erst durch absolute Schicksalschläge kommt ein Umdenken, und Marcello begreift allmählich, wie banal und wie überflüssig das ist, was er jeden Tag macht.

Ich persönlich finde es erstaunlich, wie zeitlos "La Dolce Vita" ist, denn auch wenn das heutige Nachtleben anders aussieht, bleibt Fellinis Botschaft die selbe, nämlich, dass man in der Welt der Reichen und Schönen nur für den Moment lebt. Liebe, Freundschaft und Ernsthaftigkeit haben dort keinen Platz, es ist und bleibt eine Welt der Banalitäten, der durch die Neugier der Paparazzi viel mehr Bedeutung zugesprochen wird, als ihr eigentlich zusteht. Ein Meisterwerk, das in Zeiten von Twitter, Facebook und so weiter vielleicht noch viel brisanter ist, als zu seinem Erscheinungsdatum.

Definitiv das Leben, wie es nicht funktionieren kann.

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franticfury

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Ja, ihr habt Recht, der Neorealismus war eigentlich schon vorbei Anfang der 60er, trotzdem fällt eine genaue Einordnung dieser Filme schwer, weswegen ich sie ganz gerne darin ansiedele. Andererseits ist Fellini ja selbst schon ein eigenes Genre.
Und bei Antonioni bin ich mir wie gesagt sicher: Den wirst du lieben! Ich weiß nicht warum, aber mein Gefühl sagt mir, dass dir sein Stil richtig gut gefallen wird. Einer meiner absoluten Lieblinge, also auf jeden Fall in meiner Regie-Top 10 :)


nerdkiller

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Ja, Fellini hat wirklich seinen eigenen Kosmos kreiert. Satyricon ist übrigens auch zu empfehlen.

Und mal schauen, Antonioni kommt auch noch dran. ;)


sebastianxxx

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Bewertung9.0Herausragend

... ein wohl eher bitter-süsses Leben ... absolut genial finde ich die Szenen mit der "Marienerscheinung" - grossartig in Szene gesetzt - das macht Fellini so schnell niemand nach ...

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Jantanplan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gleich in der ersten Einstellung schwebt Jesus in Segner-Pose über Rom, aber er hängt an einem mit Klatsch-Reportern gefüllten Hubschrauber. Mit dabei der Ur-Vater und Namensgeber all dessen, was böse und schlecht ist am modernen Gesellschafts-Journalismus, jener Paparazzo.
Das Konfliktfeld in dem man sich die kommenden knapp drei Stunden aufhält wäre damit schon abgesteckt, denn Marcello, so was wie der Held von "La dolce Vita", sitzt auch im Hubschrauber und wird im folgenden die ein oder andere sowohl religiös, als auch gesellschaftlich geprägte Eskapade durchleben.
Visuell (nach wie vor) eindrucksvoll erzählt "La dolce Vita" in episodischer Struktur jenseits des offensichtlichen und gesellschaftskritischen auch noch Fellinis sehr persönliche Geschichte über einen Mann, der am Ende sein Gewissen (Steiner) und seine Unschuld (das Mädchen am Strand) verloren hat. Das ist nicht immer ganz einfach zu schauen, heiteres wechselt sich ab mit tragischem und das einzige Bindeglied zwischen den einzelnen Episoden ist Marcello. Gelegentlich wird es auch philosophisch, so bei der Gesellschaft im Hause Steiners, einer Szene, die sich mir bisher nur rudimentär erschlossen hat. Insofern ist "La dolce Vita" zumindest für mich kein klassisches Lieblingsfilm-Material, aber zweifellos großes europäisches Kino, wie man es heute leider zumeist vergeblich sucht.
1960 erhielt der Film denn auch unter dem Vorsitz Georges Simeons die goldene Palme in Cannes.
Marcello und Paparazzo fanden übrigens 1986 im Fernsehen ihre deutschen Wiedergänger in Baby Schimmerlos und Herbie Fried aus Helmut Dietls "Kir Royal" (auch sehr sehenswert, zugänglicher, unterhaltsamer und fast noch besser)

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Hagen Hagen

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Bewertung6.5Ganz gut

Da kann ich nur wenig mit anfangen. Ok, böse Dekadenz, böse Presse, böse Allesmögliche, alles klar. Hab ich verstanden. Aber wo führt das hin? Und warum muss das so lange gehen?

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based_god

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Bewertung7.0Sehenswert

Tolles Sippen-Porträt...

Felinis "La dolce vita" hat eigentlich nur ein Problem. Es ist um ein paar Szenen zu lang. Teilweise war der Film somit etwas anstrengend, was eine Meisterwerk-Bewertung leider unmöglich macht.
Die Idee ist nämlich gut. Man begleitet Marcello durch die High-Society, der er unbedingt angehören will. Erst gegen Ende, und somit um einiges später als der Zuschauer, realisiert er, dass diese Welt "mehr Schein als Sein" ist. Gleichzeitig übt der Film leise Kritik an Medien und Kirche. Erstere scheint heute überholt zu sein, da die Zustände bereits um einiges schlimmer sind.
Musik und Besetzung sind, wie bei man bei Fellini-Filmen davon ausgehen kann, grossartig.

Ein Klassiker mit einigen Längen...

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missxyz

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Schöner Kommentar! :) Hab ich ähnlich empfunden. Wollte mir den immer noch ein zweites Mal angucken (eben, weil er so oft als "Meisterwerk" betitelt wird) - ist halt einfach sehr langatmig. Schade drum...


Mr. Pink

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Bewertung7.5Sehenswert

La dolce vita. Das süße Leben. Ja, das Leben ist süß. Das Leben, wie es sein sollte.

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Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

„Manchmal bedrückt mich die Nacht, diese Dunkelheit, dieses Schweigen. Dieser Frieden macht mir Angst. Diesen Frieden fürchte ich mehr als alles andere. Ich habe das Gefühl, als wäre er ein Trugbild, hinter dem sich die Hölle versteckt. Ich frage mich, was die Zukunft meinen Kindern bringen wird. Die Welt wird wunderbar sein, sagen sie. Aber wie kann sie wunderbar sein, wenn jemand nur auf einen Knopf zu drücken braucht, um sie in ein Chaos zu verwandeln? Man sollte fern aller Leidenschaft, jenseits aller Gefühle leben, in jener Harmonie, wie sie nur ein vollendetes Kunstwerk besitzt. In einer solchen verzauberten Ordnung. Man müsste so sehr lieben können, um außerhalb der Zeit zu leben, losgelöst ... losgelöst.“

Neben Fellinis Dokumentation des Roms der Nachkriegszeit und seiner offensichtlichen Bloßstellung der Paparazzi, stellt "La dolce vita" vor allem den kritischen Zustand einer rast- und ruhelosen Gesellschaftsschicht dar, die sich besonders in seiner Hauptfigur wiederspiegelt und über die Unfähigkeit zu verweilen und zu genießen lehrt. Der Journalist Marcello Rubini ist ein unglücklicher, ständig mit sich unzufriedener Mensch, der überall nach seinem Glück im Leben sucht, obwohl es bereits genau vor seiner Nase liegt. Voller Benommenheit stürzt er sich in das Nachtleben Roms zur Befriedigung seiner primitivsten Triebe. Natürlich deutet Fellini sexuelle wie andere obszöne Taten nur an, streut aber durch inszenatorische Feinheiten ungeheuer starke Reize aus (Höhepunkt: Brunnen-Szene mit Göttin! Anika Ekberg), die einen in ungeheure Schwingungen versetzen und den Zuschauer auf einer Welle der Ekstase gleiten lässt. Zwar schleicht sich auch bei knapp drei Stunden, bepackt mit allerhand philosophischen Ansätzen, Partys und anderen Exzessen, die ein oder andere Länge ein, welche jedoch weitestgehend unbeachtet bleiben, während man in einem Strudel voll Sehnsucht und Zerrissenheit versinkt.

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Markbln

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kein Wort zu Nico? :(


Punsha

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Ach, irgendwie sind doch alle Fellini-Frauen unheimlich erhaben und begehrenswert. Und alle rund um Mastroianni - Der Kerl hats auch unheimlich drauf gehabt...


RoosterCogburn

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Fellini's Gesellschaftsdrama ist eine tragisch-wütende Lifestylekritik mit perfekter Besetzung und edler Optik. Er verhöhnt in "La dolce vita" Menschen, die zu echten Gefühlen und Beziehungen nicht mehr fähig sind und hält damit einer dekadenten Spaßgesellschaft den Spiegel vor. Wie frivol einige der Sequenzen damals wirkten und welchen Skandal der Film auslöste, können wir heute kaum noch nachvollziehen. Stilistisch ein herausragender Film.
Aber er gehört nicht zu meinen Lieblingen von Fellini, zumindest von denen die ich kenne, und ich kenne eine Menge Filme mit einem höheren Unterhaltungswert. Jedoch faziniert mich der Film und seine Bedeutung respektiere ich. Und die außergewöhnliche Darstellung der römischen Schickeria hat etwas für sich.

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Filmkenner77

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Bewertung7.5Sehenswert

"La Dolce Vita - Das süße Leben" ist zweifellos einer der prägendsten Filme des italienischen und europäischen Kinos, da er nicht nur als Zeitdokument des pulsierenden Nachkriegs-Roms fungiert, sondern auch die Auswüchse der aufkommenden Medienlandschaft unter dem Brennglas seziert. Der Film spiegelt eine Gesellschaft wider, in der Konsum, Sex, Dekadenz und die damit verbundene Oberflächlichkeit längst zu einer Art Ersatzreligion auserkoren worden sind. Für die damaligen Verhältnisse war das Drama um einen Reporter, der sich ins Nachtleben von Rom stürzt und einige dekadente und amouröse Abenteuer erlebt, skandalös. Sex, Begierde und Macht sind die Antriebsfedern des Handelns. Dies wird recht freizügig in Wort und Bild ausgedrückt, ohne dass Fellini hierfür effekthascherische "nackte Tatachen" präsentieren muss. Dies alles verknüpft Fellini geschickt mit philosophischen Fragestellungen nach dem Sinn des Lebens und verleiht "La Dolce Vita" damit die nötige Tiefe. Die Figur des "Paparazzo" wurde wie schon der "Zampano" aus Fellinis Meisterwerk "La Strada" zum geflügelten Wort und galt fortan als Synonym für den ebenso rast- wie rücksichtslosen Boulevard-Fotographen, der seine Seele für ein gutes Bild ohne zu zögern an den Teufel verkaufen würde. Die Schauspielleistungen sind nicht nur gut, sondern durch die Bank überragend. Mastroianni spielt den Reporter, der sich eigentlich zu höherem berufen fühlt, als nachdenklichen Womanizer vortrefflich. Alain Cuny als sein bester Freund dürfte den meisten als Frollo aus "Der Glöckner von Notre-Dame" ein Begriff sein. In einer Nebenrolle ist Lex Barker als alkoholkranker und betrogener Ehemann in einer für ihn ungewöhnlichen Rolle zu sehen. Der noch vollkommen unbekannte Adriano Celentano hat als Straßenmusiker ebenfalls einen Kurzauftritt. Das Zentrum, um das sich in "La Dolce Vita" jedoch alles dreht, repräsentieren die Frauen, die von göttlicher Schönheit und oftmals Hure, Heilige, Geliebte und Ehefrau in einer Person sind. Und nach circa 45 Minuten kommt sie dann, die Szene, die den Film legendär machte und auf den alle sehnlichst warten: Anita Ekberg badet im Trevi-Brunnen. Die Göttliche, die schaumgeborene Venus, die jedes Männerherz höher schlagen lässt und die auch Mastroianni für kurze Zeit aller Sinne beraubt. Daneben bieten Anouk Aimée als verruchte Geliebte, und Yvonne Furneaux als anhängliche Frau an der Seite von Mastroianni , die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt, ihren zerstörerischen Narzissmus aber erst noch überwinden muss, Glanzleistungen. "La Dolce Vita" erhielt die "Goldene Palme" beim Filmfestival in Cannes (1960) und 1962 den Oscar für die besten Kostüme. Zweifellos besitzt der Film mit einer Lauflänge von knapp unter drei Stunden einige kleinere Längen, die aber durch schauspielerische Klasse und Atmosphäre aufgefangen werden können.

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8martin

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Fellinis Klassiker von 1960 ist Kult. Typisch für ihn ist die lockere Aneinanderreihung von sehr verschiedenartigen Szenen, die nur durch Marcello Mastroianni verbunden werden. Das heißt Fellini zeigt uns eine thematische Weite, die nicht durch einige wenige Handlungsstränge eingeengt wird. Ausgehend von der Welt der Schönen und Reichen landet die Handlung am Ende auch wieder dort in einer destruktiven chaotischen Party, denn nur die Reichen führen ein ’süßes Leben’. Dazwischen gibt es ironische Schilderungen von Starrummel, Intellektuellen-Talk, lästige Paparazzi und religiöse oder existentielle Diskussionen neben hysterischer Wundergläubigkeit. Ein Höhepunkt ist die selbstlose Hass-liebe von Marcello, dem ’Party Boy’ und Reporter der Klatschpresse und Emma (ganz toll Yvonne Fourneaux). Aber der absolute Gipfel ist das unvergessliche Bild der Ekberg im Trevi Brunnen nach einer Reise durch die Nacht. Von den vielen Prominenten in für sie untypischen Rollen sei nur Lex-Shatterhand-Barker als volltrunkener Playboy erwähnt. Alle Figuren agieren auf festgelegten Bahnen, selbstverliebt und egozentrisch. Nur ab und zu tauchen echte Gefühle auf, um sogleich wieder zu verschwinden. Das Zeitlose an diesem s/w Klassiker ist die unglaubliche Vielfalt der Themen, die wie in einem drehbaren Kaleidoskop präsentiert werden, ihre kontrastreiche Abfolge und die überragende Darstellungsweise durch Kamera und Schauspieler.

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Fighter33

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Fellinis Gesellschaftsstudie hatte seinerzeit fast einen Eklat heraufbeschworen.Kirche und Staat sahen sich gezwungen in dem Streit über Moral oder Unmoral des manchmal langatmigen Film einzugreifen und Position zu beziehen.Was in heutigen Zeiten kaum zu einer Diskussion führen würde- wer fände es heute denn noch anstössig wenn eine gutaussehende und reizvoll gekleidete junge Frau in einer lauen Sommernacht in einen Brunnen steigen würde...war damals schon sehr provokant. Fellini erzählt in der Art des Stillen Beobachters die Geschichte des Klatschreporters Rubini.Seine Artikel füllen allenfalls die Spalten einer Klatsch-Boulevard-Zeitung und sind am nächsten Tag schon Schall und Rauch-und ebenso verläuft das Leben Rubinis und der Menschen der Vergnügungssüchtigen Upperclass. Ständig auf der Suche nach Sensationen schweift Rubini durch Rom und lernt dabei so manche beeindruckende Frau jedoch nur oberflächlich kennen.Da erscheint ihm Steiner, ein erfolgreicher Autor, zwischen all den Menschen die der glitzernden Fassade des Süssen Lebens verfallen sind wie ein Heilsbringer. Der jedoch ist von neurotischen Zukunftsängsten geplagt und bringt seine beiden Kinder und sich selber um. Wie ein Strohalm scheint Rubinis Rettungsanker- vielleicht doch noch ein ernsthafter Journalist zu werden weg.Und kaum ist Steiner verschwunden führt Rubini das glamour Leben fort. Die Ahnungen die Ihm und auch den Beobachter schon vorher beschlichen werden in den Schlußszenen sichtbar.Rubini betrunken zwischen anderen berauschten Menschen,(es wurde Nadjas Scheidung gefeiert), zwingt eine junge Frau auf alle viere um anschließend auf Ihren Rücken durch feiernde Gesellschaft zu reiten. Andere schauen mit leichenhaftem Grinsen dem Treiben zu, nur der unweigerlich anbrechende neue Tag beendet die herbeigezwungene Party.
Am Strand liegt ein toter Fisch, fast alle eilen dorthin...zum Schluss sehen wir Rubini im Sand knien..die Worte eines Mädchen entfernt von Ihm verhallen im Wind.Er kann sie nicht verstehen...so wie er das Leben nicht versteht und der Beobachter merkt nun deutlich wie verloren er scheint.
Für mich ist dieser Streifen nach wie vor großes Kino, wenn auch manchmal sehr langatmig und etwas angestaubt, so zeigt er das gesellschaftliche Problem ungeschminkt und schonungslos.

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plattfuss69

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Bewertung5.0Geht so

Leider zieht sich der Film eeeewig dahin, und man weiss gar nicht, wo das alles drauf hinaus laufen soll. Sicher, die Thematik ist fast zeitlos, und dieser sehr zurückhaltende Dreh lässt den Film so erscheinen, als sei nur ganz zufällig eine Kamera dabei, was wirklich bemerkenswert ist, aber letztendlich habe ich mich nach circa zwei Stunden gelangweilt und dachte, jetzt könnten die auch mal zu Potte kommen.

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Sonse

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Bewertung6.5Ganz gut

La Dolce Vita? Pah, vielmehr "La Noiosa Vita"...
Fellini. Ehrfurcht. Großer Regisseur. Lieblingsfilm eines (angeblich) jeden Connoisseur. Habe ihn mir nun auch endlich mal angesehen und werde das bedauerlicherweise wohl so schnell nicht wieder tun. Klar, die Bilder sind toll, die Ekberg im Brunnen, das kannte ich auch vorher schon. Die Schauspieler sind ebenfalls sehenswert, allen voran natürlich Mastroianni. Dennoch: Der episodenhafte Blick auf die Dekadenz, Prominenz und das Jet set-Partyvolk jener Zeit, hat mich, wie auch die selbstverliebten Charaktere, vor allem gelangweilt, und das fast drei Stunden lang. Das Wort "Paparazzo" für aufdringliche Pressefotografen geprägt zu haben, ist für mich ebenfalls eher eine zwiespältige Leistung. Da schaue ich lieber noch hundert Mal "La Strada".

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pellekraut007

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Exakt! Genau so ging es mir jedesmal. Dagegen ist hundertmal La Strada noch nicht genug, Gelsomina!


JimiHendrix

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Bewertung7.0Sehenswert

Was für eine Odysse durch Rom...

Kunstvoll und sehr anstrengend zu gucken, aber man wird mit opernhaften Bildern verzückt.

Fellini kommt einfach nicht ohne Mastroianni aus und das ist auch gut so. Er trägt durch seine charakterliche Rolle den Film fast wieder alleine. Ich sage fast, weil da gibt es ja noch die schöne Schwedin Anita Ekberg, mit ihrer puren und prallen Weiblichkeit und ihrer tollen blonden Haarpracht!

Die fachettenreichen Schauplätze in und um Rom ziehen einen in einen magischen Bann.

Die Beste Szene war, als Anita Ekberg sich bei dem kleinen Tänzchen richtig gehen ließ.

Und natürlich die Brunnen-Szene, das is wirlkich großes Kino, wie man es heute so nirgendwo mehr zu sehen bekommt, leider.

Für mich als musikalischer Verehrer von Adriano Celentano, habe ich mich riesig gefreut, als er im Film einen kleinen Song zum Besten geben durfte.

Aber leider war der hauptnachteil des Films wieder einmal seine Länge, die mir es einfach sehr schwer machte, den Film konzentriert zu verfolgen.

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namow

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Bewertung7.0Sehenswert

ein trauriges Grüppchen, da sieht man mal wieder das Geld, Status und Bekanntheitsgrad nicht glücklich machen.
Nett anzusehen, eine Dauerparty mit ein paar Zwischenfällen, leider etwas zu lang, 30-60 Minuten weniger hätten es auch getan.

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