La dolce vita - Das süße Leben

La dolce vita (1960), IT/FR
Laufzeit 174 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 22.06.1960

8.3 Kritiker
14 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4 Community
587 Bewertungen
8 Kommentare
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von Federico Fellini, mit Marcello Mastroianni und Anita Ekberg

Fellinis seinerzeit von manchen als “skandalös” und “pikant” empfundener Film nimmt mit seiner dreistündigen Episodenfolge in der Figur des Klatschreporters Marcello, seiner Begegnungen und Beziehungen, das sinnentleerte Leben und Treiben der römischen High-Society Ende der fünfziger Jahre aufs Korn. Fellinis erklärte Absicht: Das Böse “bis zur Empfindung des Ekels” bloßzulegen. Tatsächlich spürt der Film mit religiöser Sensibilität der Faszination des Bösen nach und beschwört es mit hoher, wiewohl nicht immer gleichwertiger Stilkunst. Zu den zeitlos gültigen Momenten von “La Dolce Vita” gehört unter anderem die Schilderung der von zwei Kindern vorgetäuschten Marienerscheinung und des jahrmarktartigen Wunderrummels – ein Beleg für Fellinis zugleich hellsichtig-kritischen wie liebevoll-mitleidigen Blick.

Handlung

Immer auf der Suche nach Sensationen

In der Eröffnungssequenz fliegt eine Christusstatue mit ausgebreiteten Armen an einem Hubschrauber über Rom.

Über sieben Tage und sieben Nächte folgt die Handlung dem Klatschreporter Marcello Rubini (Marcello Mastroianni) durch die Ewige Stadt. Obwohl der Journalist auf seinem Gebiet sehr erfolgreich ist, hängt er der Hoffnung nach, irgendwann ein seriöser Schriftsteller zu werden. Doch bis dahin sucht Marcello für ein Skandalblatt in den römischen Bars und Nachtclubs der Via Veneto nach neuen Sensationsgeschichte. Der smarte Frauenheld ist selbst ein Teil der römischen Schickeria. Von seinem Beruf gelangweilt, sucht er Trost in Frauenbekanntschaften. Am ersten Abend lernt er die junge Erbin Maddalena (Anouk Aimée) kennen, um mit ihr kurz darauf ins Bett zu steigen.

Marcello und die Frauen

Als Marcello in der Morgendämmerung nach Hause kommt, findet er seine Freundin Emma (Yvonne Furneaux) vor, die versucht hat sich aus Eifersucht das Leben zu nehmen. Hilflos liefert er sie ins Krankenhaus ein, muss…

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Kommentare (8) — Film: La dolce vita - Das süße Leben

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Filmkenner77

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Bewertung7.5Sehenswert

"La Dolce Vita - Das süße Leben" ist zweifellos einer der prägendsten Filme des italienischen und europäischen Kinos, da er nicht nur als Zeitdokument des pulsierenden Nachkriegs-Roms fungiert, sondern auch die Auswüchse der aufkommenden Medienlandschaft unter dem Brennglas seziert. Der Film spiegelt eine Gesellschaft wider, in der Konsum, Sex, Dekadenz und die damit verbundene Oberflächlichkeit längst zu einer Art Ersatzreligion auserkoren worden sind. Für die damaligen Verhältnisse war das Drama um einen Reporter, der sich ins Nachtleben von Rom stürzt und einige dekadente und amouröse Abenteuer erlebt, skandalös. Sex, Begierde und Macht sind die Antriebsfedern des Handelns. Dies wird recht freizügig in Wort und Bild ausgedrückt, ohne dass Fellini hierfür effekthascherische "nackte Tatachen" präsentieren muss. Dies alles verknüpft Fellini geschickt mit philosophischen Fragestellungen nach dem Sinn des Lebens und verleiht "La Dolce Vita" damit die nötige Tiefe. Die Figur des "Paparazzo" wurde wie schon der "Zampano" aus Fellinis Meisterwerk "La Strada" zum geflügelten Wort und galt fortan als Synonym für den ebenso rast- wie rücksichtslosen Boulevard-Fotographen, der seine Seele für ein gutes Bild ohne zu zögern an den Teufel verkaufen würde. Die Schauspielleistungen sind nicht nur gut, sondern durch die Bank überragend. Mastroianni spielt den Reporter, der sich eigentlich zu höherem berufen fühlt, als nachdenklichen Womanizer vortrefflich. Alain Cuny als sein bester Freund dürfte den meisten als Frollo aus "Der Glöckner von Notre-Dame" ein Begriff sein. In einer Nebenrolle ist Lex Barker als alkoholkranker und betrogener Ehemann in einer für ihn ungewöhnlichen Rolle zu sehen. Der noch vollkommen unbekannte Adriano Celentano hat als Straßenmusiker ebenfalls einen Kurzauftritt. Das Zentrum, um das sich in "La Dolce Vita" jedoch alles dreht, repräsentieren die Frauen, die von göttlicher Schönheit und oftmals Hure, Heilige, Geliebte und Ehefrau in einer Person sind. Und nach circa 45 Minuten kommt sie dann, die Szene, die den Film legendär machte und auf den alle sehnlichst warten: Anita Ekberg badet im Trevi-Brunnen. Die Göttliche, die schaumgeborene Venus, die jedes Männerherz höher schlagen lässt und die auch Mastroianni für kurze Zeit aller Sinne beraubt. Daneben bieten Anouk Aimée als verruchte Geliebte, und Yvonne Furneaux als anhängliche Frau an der Seite von Mastroianni , die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt, ihren zerstörerischen Narzissmus aber erst noch überwinden muss, Glanzleistungen. "La Dolce Vita" erhielt die "Goldene Palme" beim Filmfestival in Cannes (1960) und 1962 den Oscar für die besten Kostüme. Zweifellos besitzt der Film mit einer Lauflänge von knapp unter drei Stunden einige kleinere Längen, die aber durch schauspielerische Klasse und Atmosphäre aufgefangen werden können.

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8martin

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Fellinis Klassiker von 1960 ist Kult. Typisch für ihn ist die lockere Aneinanderreihung von sehr verschiedenartigen Szenen, die nur durch Marcello Mastroianni verbunden werden. Das heißt Fellini zeigt uns eine thematische Weite, die nicht durch einige wenige Handlungsstränge eingeengt wird. Ausgehend von der Welt der Schönen und Reichen landet die Handlung am Ende auch wieder dort in einer destruktiven chaotischen Party, denn nur die Reichen führen ein ’süßes Leben’. Dazwischen gibt es ironische Schilderungen von Starrummel, Intellektuellen-Talk, lästige Paparazzi und religiöse oder existentielle Diskussionen neben hysterischer Wundergläubigkeit. Ein Höhepunkt ist die selbstlose Hass-liebe von Marcello, dem ’Party Boy’ und Reporter der Klatschpresse und Emma (ganz toll Yvonne Fourneaux). Aber der absolute Gipfel ist das unvergessliche Bild der Ekberg im Trevi Brunnen nach einer Reise durch die Nacht. Von den vielen Prominenten in für sie untypischen Rollen sei nur Lex-Shatterhand-Barker als volltrunkener Playboy erwähnt. Alle Figuren agieren auf festgelegten Bahnen, selbstverliebt und egozentrisch. Nur ab und zu tauchen echte Gefühle auf, um sogleich wieder zu verschwinden. Das Zeitlose an diesem s/w Klassiker ist die unglaubliche Vielfalt der Themen, die wie in einem drehbaren Kaleidoskop präsentiert werden, ihre kontrastreiche Abfolge und die überragende Darstellungsweise durch Kamera und Schauspieler.

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Fighter33

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Fellinis Gesellschaftsstudie hatte seinerzeit fast einen Eklat heraufbeschworen.Kirche und Staat sahen sich gezwungen in dem Streit über Moral oder Unmoral des manchmal langatmigen Film einzugreifen und Position zu beziehen.Was in heutigen Zeiten kaum zu einer Diskussion führen würde- wer fände es heute denn noch anstössig wenn eine gutaussehende und reizvoll gekleidete junge Frau in einer lauen Sommernacht in einen Brunnen steigen würde...war damals schon sehr provokant. Fellini erzählt in der Art des Stillen Beobachters die Geschichte des Klatschreporters Rubini.Seine Artikel füllen allenfalls die Spalten einer Klatsch-Boulevard-Zeitung und sind am nächsten Tag schon Schall und Rauch-und ebenso verläuft das Leben Rubinis und der Menschen der Vergnügungssüchtigen Upperclass. Ständig auf der Suche nach Sensationen schweift Rubini durch Rom und lernt dabei so manche beeindruckende Frau jedoch nur oberflächlich kennen.Da erscheint ihm Steiner, ein erfolgreicher Autor, zwischen all den Menschen die der glitzernden Fassade des Süssen Lebens verfallen sind wie ein Heilsbringer. Der jedoch ist von neurotischen Zukunftsängsten geplagt und bringt seine beiden Kinder und sich selber um. Wie ein Strohalm scheint Rubinis Rettungsanker- vielleicht doch noch ein ernsthafter Journalist zu werden weg.Und kaum ist Steiner verschwunden führt Rubini das glamour Leben fort. Die Ahnungen die Ihm und auch den Beobachter schon vorher beschlichen werden in den Schlußszenen sichtbar.Rubini betrunken zwischen anderen berauschten Menschen,(es wurde Nadjas Scheidung gefeiert), zwingt eine junge Frau auf alle viere um anschließend auf Ihren Rücken durch feiernde Gesellschaft zu reiten. Andere schauen mit leichenhaftem Grinsen dem Treiben zu, nur der unweigerlich anbrechende neue Tag beendet die herbeigezwungene Party.
Am Strand liegt ein toter Fisch, fast alle eilen dorthin...zum Schluss sehen wir Rubini im Sand knien..die Worte eines Mädchen entfernt von Ihm verhallen im Wind.Er kann sie nicht verstehen...so wie er das Leben nicht versteht und der Beobachter merkt nun deutlich wie verloren er scheint.
Für mich ist dieser Streifen nach wie vor großes Kino, wenn auch manchmal sehr langatmig und etwas angestaubt, so zeigt er das gesellschaftliche Problem ungeschminkt und schonungslos.

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plattfuss69

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Bewertung5.0Geht so

Leider zieht sich der Film eeeewig dahin, und man weiss gar nicht, wo das alles drauf hinaus laufen soll. Sicher, die Thematik ist fast zeitlos, und dieser sehr zurückhaltende Dreh lässt den Film so erscheinen, als sei nur ganz zufällig eine Kamera dabei, was wirklich bemerkenswert ist, aber letztendlich habe ich mich nach circa zwei Stunden gelangweilt und dachte, jetzt könnten die auch mal zu Potte kommen.

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Sonse

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Bewertung6.5Ganz gut

La Dolce Vita? Pah, vielmehr "La Noiosa Vita"...
Fellini. Ehrfurcht. Großer Regisseur. Lieblingsfilm eines (angeblich) jeden Connoisseur. Habe ihn mir nun auch endlich mal angesehen und werde das bedauerlicherweise wohl so schnell nicht wieder tun. Klar, die Bilder sind toll, die Ekberg im Brunnen, das kannte ich auch vorher schon. Die Schauspieler sind ebenfalls sehenswert, allen voran natürlich Mastroianni. Dennoch: Der episodenhafte Blick auf die Dekadenz, Prominenz und das Jet set-Partyvolk jener Zeit, hat mich, wie auch die selbstverliebten Charaktere, vor allem gelangweilt, und das fast drei Stunden lang. Das Wort "Paparazzo" für aufdringliche Pressefotografen geprägt zu haben, ist für mich ebenfalls eher eine zwiespältige Leistung. Da schaue ich lieber noch hundert Mal "La Strada".

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pellekraut007

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Exakt! Genau so ging es mir jedesmal. Dagegen ist hundertmal La Strada noch nicht genug, Gelsomina!


JimiHendrix

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Bewertung7.0Sehenswert

Was für eine Odysse durch Rom...

Kunstvoll und sehr anstrengend zu gucken, aber man wird mit opernhaften Bildern verzückt.

Fellini kommt einfach nicht ohne Mastroianni aus und das ist auch gut so. Er trägt durch seine charakterliche Rolle den Film fast wieder alleine. Ich sage fast, weil da gibt es ja noch die schöne Schwedin Anita Ekberg, mit ihrer puren und prallen Weiblichkeit und ihrer tollen blonden Haarpracht!

Die fachettenreichen Schauplätze in und um Rom ziehen einen in einen magischen Bann.

Die Beste Szene war, als Anita Ekberg sich bei dem kleinen Tänzchen richtig gehen ließ.

Und natürlich die Brunnen-Szene, das is wirlkich großes Kino, wie man es heute so nirgendwo mehr zu sehen bekommt, leider.

Für mich als musikalischer Verehrer von Adriano Celentano, habe ich mich riesig gefreut, als er im Film einen kleinen Song zum Besten geben durfte.

Aber leider war der hauptnachteil des Films wieder einmal seine Länge, die mir es einfach sehr schwer machte, den Film konzentriert zu verfolgen.

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namow

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Bewertung7.0Sehenswert

ein trauriges Grüppchen, da sieht man mal wieder das Geld, Status und Bekanntheitsgrad nicht glücklich machen.
Nett anzusehen, eine Dauerparty mit ein paar Zwischenfällen, leider etwas zu lang, 30-60 Minuten weniger hätten es auch getan.

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alanger

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

anita ekberg ist in den brunnen gefallen und nico zum ersten mal auf der großen leinwand, wenn das nix ist.

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