Eine reine Formalität

Una Pura formalità (1994),
Laufzeit 108 Minuten, Thriller, Kriminalfilm

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- Kritiker
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Skala 0 bis 10
8.1 Community
15 Bewertungen
2 Kommentare
Eine reine Formalität  - Originalposter
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mit Gérard Depardieu und Roman Polanski

Ein Mord ist geschehen. Ein Mann wird verwirrt, außer Atem und ohne Ausweis festgenommen. Er behauptet ein berühmter Romancier zu sein. Ein Kommissar versucht im Verhör die Wahrheit zu erfahren. Was ist wirklich geschehen? Und ist der Verdächtige vor ihm wirklich der Mann, für den er sich ausgibt? Kammerspiel mit Gérad Depardieu und Regiestar Roman Polanski als Kommissar.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Eine reine Formalität

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BigDi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der unaufhörliche Regen dringt immer mehr durch das Dach, tropft auf den Boden, auf die Tische, stetig, unaufhaltsam. Ein Mann (Gerard Depardieu mit fast allen denkbaren schauspielerischen Facetten) sitzt auf einer Polizeistation in einer gottverlassenen Gegend, behauptet, er sei Onoff, ein großer Schriftsteller im literarischen Exil, aber auf dem Weg der Wiederkehr. Ihm gegenüber ein Kommissar (scharfzüngig und verbissen: Roman Polanski), behauptet, Onoffs größter Fan zu sein und alles über ihn zu wissen. Behauptet, eine letze reine Formalität hinter sich bringen zu wollen - doch die Fragen nehmen kein Ende, ebensowenig wie der Regen: Frage auf Frage, Tropfen auf Tropfen. Doch während man das Wasser wieder wegwischen kann, bleiben die Worte nicht ohne Spuren und reißen Fassaden auf, bis sich die Wahrheit mit einer Träne im Augenwinkel entblößt. Und am auf allen Ebenen (erzähl- und bedeutungstechnisch sowie emotional) grandiosen Ende weiß man vieles, was nicht zu früh verraten werden sollte, aber soviel soll es schon sein: Man schreibt nicht, weil man etwas zu sagen hat, man schreibt, weil man ohne das Schreiben nicht kann. Und: Es regnet wirklich nicht umsonst die ganze Zeit.
Inszenatorisch ist der Film übrigens - trotz der räumlich einschränkten Kammerspiel-Szenerie - durchweg gelungen und brilliert mit stilsicheren und stimmungsunterstützenden Einstellungen sowie einem netten Genrescore vom Meister (Morricone, wer sonst).
Und da er so sträflich unbekannt ist: GEHEIMTIPP! Ansehen, überrascht sein, glücklich sein, weiterempfehlen. Das ist wirklich so viel mehr, als man es auf den ersten Blick vermuten könnte, und das in mehr als nur einem Aspekt.

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

fabel

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Meine Liste führt auch nun ein Eigenleben. Ein Vormerkerfilm.:)
Wunderbar geschrieben, mein Guter.;)


Chris12zero

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@ BigDi: Na auf alle Fälle packen wir das !! ;) ^^


dbeutner

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Bewertung10.0Herausragend

Um klar zu machen, wie sehr der Film (völlig zu Unrecht) in der Filmgeschichte untergegangen ist, muss man sich nur diese MP-Seite ansehen. Mehr als der deutsche und der italienische Originaltitel und das Entstehungsjahr sind nicht vermerkt, *kein* anderer User hat diesen Film bisher bewertet, ein deutscher Wikipedia-Eintrag existiert nicht.

Also hole ich hier zwei drei Sachen erstmal nach:

Regie: Giuseppe Tornatore
Drehbuch: Giuseppe Tornatore (und Pascal Quignard)
Mit: Gérard Depardieu, Roman Polanski
Musik: Ennio Morricone

Achja, Handlungsbeschreibung fehlt hier auch, ich will es knapp halten: Mann (Depardieu) wird von Polizei im Regen aufgegriffen und auf die Wache gebracht, kann sich nicht ausweisen und behauptet, einer der größten Schriftsteller der Gegenwart zu sein, sich ansonsten aber nicht zu erinnern, was zuvor passiert ist; eine Leiche gibt es auch noch... Der Kommissar (Polanski) ist einer der größten Verehrer des Schriftstellers, aber daher umso skeptischer, dass der vor ihm sitzende Mann jener sein soll.

Das soll erstmal reichen. Natürlich ist alles anders als es zunächst scheint, darüber soll aber kein Wort verloren werden.

Wir sehen ein Kammerspiel zwischen Polanski und Depardieu, das seinesgleichen sucht. In Ansätzen(!) ist das ganze noch zu vergleichen mit "Das Verhör", aber doch noch viel besser. Dass Depardieu zumindest sehr gut sein kann, weiß man ja, auch wenn er viele Durchschnittsfilme abgeliefert hat. Aber dass Polanski als Schauspieler mindestens auf der Höhe ist, auf der er als Regisseur agiert, das wird hier zu deutlich klar, und es schmerzt fast, ihn so wenig vor der Kamera zu sehen.

Der Film spielt zu 90% auf dem Polizeirevier, dessen Atmosphäre so dicht umgesetzt ist, dass es eine Freude ist. Neben Polanski gibt es noch wenige weitere Anwesende auf dem Revier, jede Rolle ist mit Pefektion umgesetzt.

Einer der größten Filme, die ich je gesehen habe. DVDs gibt es bisher nur in italienisch/englisch mit englischen Untertiteln (und französisch mit englischen Untertiteln). Sehr sehr selten wird der Film im deutschen Fernsehen synchronisiert ausgestrahlt (gute Synchro!). Ich setze den Film mal auf die Liste der Filme, für die ich deutsche Untertitel herstellen werde, aber das wird eine Qual, weil es eben ein reiner Dialogfilm ist.

Achja, das Ende / die Auflösung: Wirklich nett, vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber doch gekonnt.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

dbeutner

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Zur Vermeidung von Spoilern per persönlicher Nachricht geklärt...


Szaddit

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Danke für den Beitrag, kann mich Deinen Ausführungen nur anschließen. Ich bin auch immer wieder überrascht und auch darüber verärgert, wie wenig Beachtung der Film bisher gefunden hat und daß es keine deutsche DVD-Version davon gibt.


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