Fluchtpunkt San Francisco

Vanishing Point (1971), US
Laufzeit 98 Minuten, FSK 18, Actionfilm, Kinostart 14.05.1971

6.1 Kritiker
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7.4 Community
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31 Kommentare
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von Richard C. Sarafian, mit Barry Newman und Cleavon Little

Ex-Rennfahrer Kowalski hält sich mit der Überführung von Autos geradeso über Wasser. Doch seine alte Leidenschaft hat ihn nie ganz losgelassen und eines Tages will er es nochmal wissen und schlägt in eine halsbrecherische Wette ein: Innerhalb von 15 Stunden muss er einen frisierten Dodge Challenger von Denver nach San Francisco fahren. Vollgepumpt mit Amphetaminen setzt Kowalski seinen Fuß auf_s Gaspedal und beginnt den wahnsinnigen Wettlauf gegen die Zeit – und gegen alle Verkehrsregeln. Während die Cops eine Straßensperre nach der anderen aufbauen, stilisiert ihn der blinde Radio-D.J. Super Soul live zum letzten amerikanischen Helden. Eine ganze Nation fiebert mit dem Highway-Outlaw und nichts scheint ihn mehr aufhalten zu können.

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Kommentare (31) — Film: Fluchtpunkt San Francisco

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SoulReaver

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Bewertung9.0Herausragend

„Die letzte wundervolle freie Seele auf diesem armseligen Planeten.“

Protest gegen die amerikanische Gesellschaft und den Staat selbst gibt es zu genüge. Auch in filmischer Hinsicht wird hier kein Blatt vor den Mund genommen und es kommt oft dazu, dass nicht nur kritisiert wird sondern tatkräftig attackiert. Richard C. Sarafian inszeniert mit 'Fluchtpunkt San Francisco' von 1971 einen einmaligen Schrei nach Freiheit, der heute nicht umsonst absoluten Kultstatus in der Filmgeschichte genießen darf.

Ex-Rennfahrer Kowalski hält sich mit der Überführung von Autos geradeso über Wasser. Doch seine alte Leidenschaft hat ihn nie ganz losgelassen und eines Tages will er es nochmal wissen und schlägt in eine halsbrecherische Wette ein: Innerhalb von 15 Stunden muss er einen frisierten Dodge Challenger von Denver nach San Francisco fahren. Vollgepumpt mit Amphetaminen setzt Kowalski den Fuß aufs Gaspedal und beginnt den wahnsinnigen Wettlauf gegen die Zeit - und gegen alle Regeln. Während die Polizei ihn durch Straßensperren stoppen will, stilisiert ihn der blinde Radio D.J, Super Soul live zum letzten amerikanischen Helden.

Wenn der Dogde Challenger unaufhaltsam über den Bildschirm donnert, dann entstehen dabei einige der rasantesten Einstellungen überhaupt. Ganz zu schweigen von den fantastischen Landschaftsaufnahmen der schier unendlichen Weiten Amerikas. Kameramann John A. Alonzo schafft es diese Freiheit einzufangen und in gleichermaßen hitzigen wie träumerischen Bildern zu verpacken. Eine Bilderflut der Extraklasse. Dazu der zeitgenössische Soundtrack der mit Liedern wie 'Mississippi Queen' von Mountain und 'Over me' von Segarini & Bishop toll ausgewählt worden ist und die wilde Raserei perfekt unterstreicht. Das gibt 'Fluchtpunkt San Francisco' eine der stärksten Atmosphären überhaupt.

Mit Barry Newman als Kowalski kriegen wir es mit einem der coolsten Charaktere der Filmgeschichte zu tun. Zielstrebig, unaufhaltsam und wortkarg brettert er über die endlosen Straßen und kann sich alle Sympathien der Zuschauer sichern. Kowalski ist natürlich Dreh und Angelpunkt der Geschichte und gegen ihn kommt keiner an. Der nächste nennenswerte Darsteller wäre da Cleavon Little der als blinder Radio D.J. den einsamen Raser zum amerikanischen Helden krönt ohne ihn auch nur einmal zu sehen. Beide unterscheiden sich völlig, während Little richtig aufdrehen kann, bleibt Newman immer ruhig und tut was er eben tun muss - fahren.

Der Schrei nach Freiheit. Der Wunsch nach Unabhängigkeit. Alle Sorgen vergessen und der größten aller Sehnsüchte folgen. Wir alle sehnen uns danach. Einfach nur das tun was wir wirklich wollen. Jeden Atemzug genießen und die Welt um uns herum nicht mehr zum eigenen Problem machen. Auf alle Regeln, Gesetze und Vorschriften pfeifen. Sein eigener Chef sein. Niemand der uns ausbremst und uns sagt was wir zu tun haben. Niemand der uns in Schubladen stopft und uns noch Richtig und Falsch vorgibt. Einfach nur frei sein. Richard C. Sarafian wünscht sich eine derartige Freiheit und das merkt man dem Film in jeder Sekunde an. Doch er stellt die Freiheit nicht als Raum da oder gar als Person. Die uneingeschränkte Freiheit bündelt sich im unaufhaltsamen Dogde Challenger.

Mit Kowalski bekommen wir es mit einem Charakter zu tun, der gegen alle Gesetze verstößt, aber trotzdem schnell als klare Sympathiefigur aufgenommen wird. Kowalski hat keinen Vornamen und keine Familie. Er ist einfach ein gescheiterter seiner verratenen Generation. Im Vietnamkrieg musste er sich einem Krieg stellen, den man nicht gewinnen kann. Verloren kam er zurück und versuchte sein Glück bei der Polizei. Hier aber gab es keinen Platz für Kowalski, obwohl er das richtige getan hat. Als Rennwagenfahrer hatte er seinen Idealberuf gefunden, doch auch diesen verlor er weil er gegen das Gesetz verstoßen hat. So kam er zu den Überführungsfahrten, bei denen er Autos von A nach B fährt. Als er jedoch ein Auto bis nach San Francisco fahren soll, kommt der alte Rennfahrer wieder in ihm durch. Kowalski geht mit seinem Drogenhändler eine Wette ein und will in 15 Stunden von Denver nach S.F. fahren. Quasi unmöglich ohne den Fuß mal vom Gaspedal zu nehmen. Das weiß Kowalski und tritt gewaltig drauf. Doch das ist nicht der einzige Grund wieso Kowalski quer durch die USA rast. Er flüchtet vor sich selbst und vor seiner Vergangenheit. Die Vergangenheit die in den Sand gesetzt wurde und durch falsche Versprechen und unerfüllte Träume zertrümmert wurde. Auf seiner Fahrt trifft er so manchen Kautz auf der Straße, der ihm immer wieder an vergangene Tage erinnert und ihm auf seiner Reise weiterhilft. Er braucht keinen Schlaf, kein Essen und kein Trinken. Mit Speed hält er sich wach, das Adrenalin feuert ihm durch den Körper und ab und an vielleicht die nötige Zigarette. Mehr nicht. Auch die Polizei kann ihn nicht stoppen und wird immer wieder überrumpelt. Doch eben jene Freiheit hat immer ihren Preis und den wird auch Kowalski zahlen müssen...

'Fluchtpunkt San Francisco' erzählt an erster Stelle eine völlig simple Geschichte. Ein Mann fährt von A nach B um seine Wette zu gewinnen und das Auto zu überliefern. Klingt leicht? Ist es auch. Das ist allerdings auch nur der Grundpfeiler der Geschichte. Vielmehr geht es Sarafian darum, zu zeigen was er von der damaligen Regierung und der Einstellung der Menschen gehalten hat. Nämlich gar nichts. So sieht man in Kowalski auch einen absoluten Rebellen und (Anti-)Helden der sich dem System in den Weg stellt und so im raschen Tempo eine Fanmasse aufbaut, die ihm auf seiner Fahrt anfeuern. Eine Person mit der wir uns identifizieren können, die wie wir endlich ungebunden sein will, egal wie viele "Verbrechen" er auch begeht. Kowalski ist einfach jemand, der seinem alten Ich entkommen will. Mit allem abschließen. Ein Mann, der den amerikanischen Traum auf seine Weise interpretiert, leben will und den Rest mit dem Staub der Straßen bedeckt. Kowalskis Geschichte wird zwar aus der Gegenwart erzählt, durch einige kurze Rückblenden erfährt man jedoch was er für eine Zeit durchlebt hat. Der Film kann natürlich auch schnell mit falschen Augen aufgenommen. Kowalski nimmt Drogen, rast wie ein Irrer und beachtet keine einzige Regel. Dabei verherrlicht Sarafian den Charakter und seine Taten zu keinem Zeitpunkt. Er stellt ihn einfach als Gefangenen seiner Zeit da, der sich nur durch diese Sachen endlich freikämpfen kann. Das erreicht dann nicht selten eine fast poetische Ebene und prasselt nur so auf den Zuschauer ein.

Fazit: 'Fluchtpunkt San Franscisco' ist hochspannend, poetisch und ungemein gesellschaftskritisch. Mit rauschartigen Bilder, einem fantastischen Soundtrack, Sarafians punktgenauer Inszenierung und dem extrem coolen Barry Newman in der Hauptrolle kann den Film niemand bremsen und man erlebt als Zuschauer knapp 100 Minuten Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau mit dem nötigen Tiefgang. 'Fluchtpunkt San Franscisco' ist einer der Filme, den man immer wieder schauen kann, ohne das er dabei auch nur ansatzweise etwas von seiner Klasse verliert.

„Nur wenn du Gewalt mit Gewalt bekämpfst wirst du überleben.“

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aberaber

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Bewertung5.5Geht so

Ein Film, dem die Jahre nicht gut getan haben. Relativ spannungsloses Roadmovie.

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cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

Eine Story ist im Grunde genommen gar nicht so recht vorhanden, aber scheißegal!
Funk & Soul lassen die Füßchen anfangs unentwegt mitwippen - aufgelegt vom Radio-D.J., der sinnigerweise "Super-Soul" heißt.
Tja, und Barry Newman alias Kowalski, bringt die Cops mit seiner halsbrecherischen Raserei regelrecht zur Verzweiflung.

Der Freiheitsgedanke und das Aufbegehren gegen die Staatsmacht, geben dem Film den Ersatz für die doch extrem dürftig angelegte Story und die ziemlich oberflächlichen Charakterzeichnungen.
Und dann wäre da eben noch, wie schon bereits erwähnt, der stets charmat dreinblickende Barry Newman, der später mit der Fernsehserie "Petrocelli" weitere Bekanntheit erlangte.

Nur schade, dass dieser Wegbereiter für unzählige folgende Roadmovies, dann ab dem Mittelteil wegbricht, als habe sich der schneeweiße Dodge Challenger durch den Wüstentrip einen Kolbenfresser eingefangen.

Wie so oft holt ein Film tief Luft, um dann ein fulminantes Finale hinzulegen, das aber in diesem Fall leider ausblieb.
Zudem hatte ich mir ein anderes Ende gewünscht, dieses will jedenfalls nicht so recht passen.

Dennoch sollte man "Fluchtpunkt San Francisco", mit diesem herrlichen 70er-Spirit, mal gesehen haben!

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Spielberg_Fan

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit „Vanishing Point“ bekam das Drive-In Kino und vor allem der Roadmovie einen weiteren kultigen Vertreter neben „Easy Rider“. Der Streifen startet von Beginn an gleich richtig durch. Eine Einführung in die Geschichte gibt es nicht. Dies geschieht durch Rückblenden während des laufenden Films. So bleibt also genug Zeit für wilde Autoverfolgungsjagden, einem extrem groovigen Soundtrack und einigen fast schon kultverdächtigen Szenen ( nackte Hippie Braut auf dem Motorrad). Was natürlich bei einem Film dieser Ära nicht fehlen darf, ist ein Ende, dass so richtig rein kracht. Und all das bekommt man auch geboten.

Somit ist „Vanishing Point“ ein rasantes Sehvergnügen, dass den Titel Kultfilm auf jeden Fall verdient hat.

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Challenger

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wie soll man so einen Film neutral bewerten? Natürlich ist da ein Mann ohne Vornamen, der geschlagene 90 Minuten mit seinem Fahrzeug von rechts nach links über den Bildschirm rast. Doch von allen Roadmovies dieser Erde bringt mir dieser das Feeling vergangener Jahre am besten zurück.

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The MovieBrothers

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Bewertung7.0Sehenswert

Die letzte freie Seele auf diesem armseligen Planeten.

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Nico Gecko

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Bewertung7.0Sehenswert

Klassischer Roadmovie, cooler Sound, reichlich Action und das Blubbern des V8's ;)
Einfach Kult

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RaZer

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Bewertung6.5Ganz gut

Zusammen mit "Bullitt" und "Gone in 60 Seconds" sicher ein Vorreiter des modernen Actionfilms und besonders der gelungen Verfolgungsjagd. Nur leider will der Film so gar keine Handlung aufweisen. Kopflos fängt der Film irgendwo an, Ex-Rennfahrer Kowalski will aus irgendeinem Grund wesentlich früher am Checkpoint sein als er muss und rast allen davon. Ist ja nicht schlecht inszeniert und es macht ja auch Spaß zuzuschauen, wie der herrliche Dodge Charger alle abhängt. Aber wo ist der Punkt? Was soll das alles? Es gibt keinerlei Ziel und das Ende halte ich für wenig gelungen. Und der Radiomoderator ging mir aber mal richtig auf den Sack.
Vielleicht ist es wirklich nicht mehr als eine Hommage an die Freiheit und das Rebellentum, aber so einen Tick mehr Handlung hätte dem Ansinnen gut gestanden. Egal, trotzdem ein sehenswerter Klassiker.

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DER_KOMTUR

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Bewertung9.0Herausragend

Grandioser Film! Jeder sollte sich seinen Teil über Kowalski's Beweggründe denken - Eine klare Aussage trifft der Film nicht.

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doctorgonzo

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Sehr schön auf die Grundsubstanz heruntergebrochen ^^


Le Samourai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Symbolträchtiger und oft zitierter Kampf für Freiheit und Selbstverwirklichung und gegen repressive Obrigkeiten, gepackt in eine einzige Verfolgungsjagd mit Hippiehochburg San Francisco als Ziel. Der Dodge Challenger ist ebenso großartig wie sein Fahrer Barry Newman und VANISHING POINT im "Car Movie Genre" mindestens so bedeutsam und wichtig wie BULLITT und TWO-LANE BLACKTOP.

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doctorgonzo

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Bewertung10.0Herausragend

Alle Freiheit der Welt in 1,93m Breite, 4,86m Länge und 1,29m Höhe gepackt. Dazu um die 400PS und mehr Hubraum als mancher neuer ökologisch korrekte Stadtflitzer Kofferraum aufweisen kann.
Der Dodge Challenger des Jahres 1970!
Für viele der Hauptdarsteller dieses Films, so auch für mich, aber eben nicht der Einzige!
Ein Film über einen Trip in die Freiheit, teils im Sinne der Hippiebewegung jener Zeit, und somit liegt der Brückenschlag zum Roadmovie schlechthin, "Easy Rider", nahe.
Aber ist das Ganze wirklich nur eine Parabel auf die Freiheit und den in den USA bis zum Erbrechen stilisierten Kampf gegen die vermeintlich böse Obrigkeit? Brennt der Typ einfach nur seine Reifen auf den Asphalt, um ein Statement zu geben?
Oder ist sein plötzliches, für die Verfolger unerklärliches Verschwinden, eine Parabel auf "Alice im Wunderland" wie es schon "White Rabbit" von `Jefferson Airplane´ war?
Benzedrin und Benzin treiben Kowalski und sein weißes Gefährt an, während er sich beinahe ätherisch und übermenschlich dem Ende seiner Reise nähert.
Die Figuren auf die er trifft, könnten auch einer Geschichte von Hunter S. Thompson entsprungen sein, sind aber mehr durch ihre Umgebung seltsam als durch die eigene Persönlichkeit.
Barry Newman als Protagonist ist ein gelungener Antiheld, eine glorreiche, ehrenvolle Vergangenheit und eine abgebrannte, kriminelle Gegenwart. Vielleicht angewidert vom sogenannten Establishment, aber genauso auch genervt vom Hippietum seiner Zeit.
Das toughe Gebaren, die sparsame Mimik und die noch sparsameren Aussagen waren und sind Markenzeichen typischer Actionhelden, aber wie Fonda und Hopper verkörpert Newman hier keine Actionfigur, sondern ist ebenso einfacher wie komplexer Charakter, dessen Interpretation einerseits bergeweise Charaktereigenschaften offenbart, aber auch die Möglichkeit offenläßt, ihn ganz simpel als leere Hülle zu sehen, der ohne tiefe Motivation Richtung Westküste jagt.

Vielleicht ist dieser Film eine Grenzziehung der Hippiegeneration, eine halb ernüchternde Bilanz, dass trotz positiver Energie nicht alle Sorgen einfach verschwinden. Oder ein erneutes Aufeinandertreffen der Generationen und Weltsichten, ganz ohne eine eindeutige Verteilung der Sympathien, denn auch im Soundtrack deutet sich dies an: ein Gleichgewicht aus dem damals modernen Hard Rock (Mountain), dem von Teilen der Flower Power Bewegung als reaktionär angesehenen Country (Jerry Reed) und seichterem Pop (die ersten Gehversuche von Kim Carnes).
Kowalski treibt schwerelos zwischen all diesen Extremen, auch wenn er als Ex Cop und Kriegsveteran sicher nicht gerade ein Vorzeigehippie wäre. Trotzdem passt eine Aussage aus "Fear&Loathing in Las Vegas" meiner Meinung nach sehr gut auf ihn.
"San Francisco in the middle sixties was a very special time and place to be a part of. [...] And that, I think, was the handle - that sense of inevitable victory over the forces of Old and Evil. Not in any mean or military sense; we didn’t need that. Our energy would simply prevail. There was no point in fighting - on our side or theirs. We had all the momentum; we were riding the crest of a high and beautiful wave. So now, less than five years later, you can go up on a steep hill in Las Vegas and look West, and with the right kind of eyes you can almost see the high-water mark - that place where the wave finally broke and rolled back."

Soviel Philosophie und Küchenpsychologie, dabei wollte ich doch nur sehen, wie Barry Newman den Cops davon fährt.
Aber nein, selbst zum Schluß, gibt es für ihn ein zwischen der Straßensperre hindurchgleißendes Licht, vielleicht das Licht am Ende des Tunnels. Wohl deshalb kann er sich ein entspanntes Lächeln leisten.

Beantwortet Euch die Fragen, die ich anfangs aufgeworfen habe selbst und schaut Euch "Vanishing Point" an.

Man muss diesem Film nicht unbedingt mit zeitgeschichtlicher Pseudophilosophie oder variantenreichen Denkansätzen kommen, aber man kann, wenn man denn will.
Wenn man nicht will, hat man immer noch ein cooles Roadmovie, das von der Markanz eines Barry Newman und einer nackten Gilda Texter profitiert.

Und wenn das nicht reicht, dann sollte man dieses Werk und seine stilistischen Genrebrüder mal gesehen haben um folgendes zu erkennen:
Der Genuss von Filmen wie "Bullitt", "Dirty Mary, Crazy Larry" (mit Peter Fonda), "California Kid" oder eben "Vanishing Point" zeigt uns, vollkommen losgelöst von Inhalt oder Interpretation, wie cool und stilvoll Verfolgungsjagden aufgemacht und inszeniert sein können und wie erbärmlich aktuelle Car Chase Filme wie die "Fast and the Furious" auch abseits ihrer doofen Darsteller sind. Selbst "Gone in 60 seconds", das merklich besser ist als dieser dümmliche (mittlerweile) Fünfteiler, ist deutlich zu überladen, um mit der schlichten Schönheit dieser Verfolgungsjagden mithalten zu können.

Zeitsprünge, Optik, Schnitt, Ton und Cast, all das hat hier seine Momente. Nicht umsonst hat Tarantino eben diesen Film zum Anlass einer markanten Verbeugung in "Death Proof" genommen.

Abschließend noch zwei Empfehlungen:
Erstens:Wenn möglich schaut Euch den UK Edit an, diese zusätzliche Szene ist eine sehr gelungene Allegorie auf das eigentliche Ende.
Zweitens: Vermeidet das unnötige und unglaublich uninspirierte Remake von 1997 mit Viggo Mortensen.

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Le Samourai

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Wow. Super Text, klasse Fear&Loathing-Referenz, Film soeben gesehen und ich kann alles unterschreiben! :)


doctorgonzo

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Das freut mich!


SamRamJam

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Bewertung9.0Herausragend

Wenn herkömmliche Spielfilme als äquivalent von Romanen zu betrachten sind dann wäre ''Fluchtpunkt San Francisco'' so etwas wie ein Bilderband. In sehr eindrucksvollen Bildern wird die minimalistische Geschichte erzählt. Es ist zwar nicht unbedingt der wortkargste Film aller Zeiten aber trotzdem werden Dialoge nur geführt um das bisschen wiederzugeben das man zum Verständnis der Geschichte beöntigt.
Dabei wird man allerdings auf einen recht irren Trip durch die Wüste mitgenommen. Ob nun ein Emerit der Schlangen sammelt um sie bei einem Jesus- Freak gegen Kaffee einzutauschen, ein paar verbrecherischen Tunten denen der Sprit ausgegangen zu sein scheint, eine Frau die nackig auf dem Motorrad Kreise auf dem Hof zieht oder einen verrückten Radio- Moderator dessen Fenster ironischerweise auf ein Stop- Schild zeigt.
Das ewige Argument dass die Story mehr als Dünn ist stört mich nicht. Es gibt eine Menge Autofahrten, der Feind, die Polizei, ist einfach nur böse ohne einen dramatisierenden Effekt aber wozu auch? Irgendjemand muss schließlich der Böse im Film sein.
Durch seine tollen Aufnahmen, Stunts und weiteres erinnert der Film an Mad Max oder Bullitt. Ein Heruasragendes Filmerlebnis, besonders, wie Eingangs erwähnt, in Bezug auf die Musik und die Bildkomposition.

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the traveler

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Genau. Ein Film braucht eben nicht viel "Story" zu erzählen, wenn er so viel Gefühl und Zeitgeist durch seine Bilder vermittelt, wie "Vanishing Point".


SamRamJam

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Da hast du Recht. Ich will auch durch die Wüste rasen.... nur leider gibt es keine Route 66 in Deutschland und A 7 macht nur bedingt Laune ;)


cannibal83

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Bewertung5.0Geht so

Dieses ganze "Dodge Challenger fährt Wüstensonne entgegen" - Ding ist natürlich sehr stylish, letztlich finde ich eine Verfolgungsjagd über komplette Spielfilmlänge jedoch eher ermüdend als unterhaltend.

Zudem geht der Hippie/Freiheits - Ton den der Film immer mal wieder anschlägt, gründlich in die Hose. Oder was hat es mit Freiheit zu tun mit 200 Sachen über die Strassen zu brettern und anderer Menschenleben zu gefährden?

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doctorgonzo

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Harrrr, 200 fahren und Menschenleben gefährden, soviel zu tun und so wenig Zeit...


alanger

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spaßverderber ;)


filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Ruf nach Freiheit kennt viele Bilder und Symbole. Der altehrwürdige Dodge Challenger, Baujahr 1970, gehört für mich dazu. Er ist der wahre Hauptdarsteller im zweiten großen Roadmovie nach "Easy Rider". Ein vielleicht weiteres filmisches Relikt aus der 68er-Bewegung. "Fluchtpunkt San Francisco" mögen manche für eine langweilige und überlange Verfolgungsjagd ohne große narrative Höhepunkte halten. Für andere ist es ein genussvoller Ausbruch aus der menschlichen Reglementierung mit guter Musik, traumhaften Panoramen der westamerikanischen Landschaft, wunderbaren Stippvisiten und nicht zuletzt der gänsehautstiftenden Geräuschkulisse eines Achtzylinders. Genauso wie die Motivation von Kowalski absolut fadenscheinig für diese riskante Reise erscheinen mag, so verhält es sich mit der Rezeption dieses irrational anmutenden Films. Entweder man wendet sich genervt ab oder man lässt sich mitnehmen in eines der puristischen Roadmovies, das jemals gedreht wurde. Ich zähle mich eindeutig zur letzteren Sorte.

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BAD ONI0N

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Bewertung7.5Sehenswert

Vanishing Point zeigt die irre Jagd nach dem freiheitsliebenden Kowalski. Dessen Motivation bleibt lange auf der Strecke. Schlussendlich wird jedoch klar, dass es gar keiner größeren Beweggründe bedarf wenn man sich einmal im Leben wirklich frei fühlt. Und das trifft auf Kowalski definitiv zu. Ein Muss sowohl für Fans trashig inszenierter Autoverfolgungsjagden als auch für Liebhaber sozial- und gesellschaftskritischer Roadmovies. Ein Film ganz im Sinne der Blumenkinder, aber auch der Rocker! ;-)

Unvergessen bleiben vor allen Dingen der funky Super Soul, Gilda Texter als 'Nackte Motorradfahrerin' und das knallige Ende. Start your Engines...

8 von 10 makellosen Motorrad Mö(p)s..

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Ekki

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Vanishing Point - einer von diesen Filmen...

OK, für's Protokoll: es gibt Flashbacks aus Kowalskis Vergangenheit, die vielleicht andeuten, warum der Mann jetzt ein lebensmüder Speedfreak ist. Alles sehr vage.
Im Unterschied hierzu die durchaus konkrete Systemkritik - der willkürliche Sheriff, ein gnadenloser Polizeiapparat. Beängstigend. Vielleicht auch nur 70er-Jahre Paranoia. Vielleicht ein Abgesang auf die große Weite, die Freiheit - was weiß ich.

Vermutlich gibt es viel zu deuten, vielleicht liegt der Schlüssel (sofern vorhanden) auch nur im Titel selbst.

Vielleicht lohnt es sich auch einfach, in einem 1970er Challenger zu sterben... ;-)

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Rocky22

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Bewertung7.5Sehenswert

Hat alles was ein Cooler Roadmovie braucht, im stille der guten alten 70ger.
Am besten ist für mich die Musik im Film, die wie ein Leitfaden durch den Film führt, verstärkt durch den Radio D.J. der echten Super Soul unter Beweis stellt. Und auch dafür sorgt das der Unterhaltungswert nicht absinkt.

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okami6

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Bewertung7.5Sehenswert

"The ultimate Car Chase Movie!" ziert das Orginal-Cover. Diese Tagline ist allerdings etwas unpassend, will sie doch den Eindruck eines reinen Actionfilms machen. Der Film selbst widmet sich jedoch anderen Werten wie z.B. den Drang nach Freiheit gegen eine repressive Staatsmacht und der Sehnsucht nach dem freien Willen. Der erlösende Zielort San Francisco dürfte da kein Zufall sein. "Vanishing Point" ist einer meiner Favoriten unter den Roadmovies und besitzt diese Nostalgie, welche man in heutigen Vertretern dieses Genres nicht mehr findet.
Möchte man ein ähnlich altes Flair mit Action als Kernpunkt, dem sei "Gone in 60 Seconds" empfohlen. Natürlich das Orginal von 1974, von dem sich Tarantino übrigens auch inspirieren ließ.

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alanger

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

die ganze hippisache war eigentlich vorbei als dieses roadmovie nochmal den freiheitspeacetraum aubrodelte.
schön, mit reichlich klischees (die klapperschlangennummer), toller musik, einem geilen auto und mit dem ruch der revolution, der tarantino so völlig fehlt.
lief seltsamerweise auch im osten, dort unter den namen: 'grenzpunkt null' und war damit näher an 'vanishing point' als der bundesdeutschetitel.
toller soundtrack übrigens:
http://www.amazon.de/Vanishing-Point-Original-Soundtrack/dp/B0002NRRWE

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JimiHendrix

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein eindeutiger Klassiker, den Tarantino in "Death Droof" huldigt.

Der Film besteht eigentlich nur aus einer einzigen Verfolgungsjagt, aber die Atmosphäre stimmt einfach und man wird an "Easy Rider" erinnert.

Für mich war das Highlight des Films die blonde Göttin, die nackt und unbeschwert auf dem Bike reitet.

Und das Ende hat es auch in sich, weil es sehr überaschend kam, das gibt Pepp.

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