I am Love

Io sono l'amore (2009), IT
Laufzeit 119 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 28.10.2010

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6.4 Kritiker
12 Bewertungen
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von Luca Guadagnino und Luca Guadagnino, mit Tilda Swinton und Flavio Parenti

I am Love ist ein Film über die Leidenschaft – über verschiedene Leidenschaften, in deren Mittelpunkt die russischstämmige Emma (Tilda Swinton) steht. Da die Leidenschaft zu ihrem Mann schon erkaltet ist, bleibt ihr nur noch ihre Kochleidenschaft. Als Ihr Sohn ein Restaurant eröffnet und Emma den Koch Antonio kennen und lieben lernt, bekommt ihr von Luxus und Langeweile gedämpftes Leben neuen Antrieb. I am Love kommt nach etlichen erfolgreichen Festival-Auftritten nun endlich auch in die deutschen Kinos.

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Cast & Crew


Kritiken (10) — Film: I am Love

Elisabeth Maurer

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8.0Ausgezeichnet

...Die Vorbereitungen des großen Familienfests zu Beginn des Films und die Familienzusammenkunft selbst fängt die Kamera in ständigen fließenden Bewegungen ein. Sie fliegt durch die Räume, verfolgt Personen und Dinge, zoomt auf Gesichter, ist mal sehr nah, dann wieder erstaunlich entfernt. Die Mechanismen des reichen Hauses und die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern wird so abgebildet und verglichen mit den präzisen Bewegungen der Maschinen in der Textilfirma, der die Familie ihren Wohlstand verdankt. Doch ein kleiner Blick in eine Abstellkammer bringt auch ein Element des Verborgenen in dieses vordergründig perfekte Uhrwerk. Vor allem jedoch wird die Kamera in ihren Operationen immer tollkühner. Eine Sequenz zeigt kurze Einstellungen mit schnellen Zooms auf einzelne Gesichter, auf scheinbar wahllose Gegenstände und auf Fotos. Hier deutet sich der Kern dessen an, was grundsätzliches Anliegen von I Am Love ist. Was geschieht, wird weniger intellektuell als vielmehr sinnlich wahrgenommen....

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Christian Alt: NEGATIV

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[...] Dennoch bleibt nach I Am Love ein schaler Nachgeschmack. Denn auch wenn der Film den langweiligen Beginn wieder wettmachen kann und diesen sogar noch clever in eine symbolischen Rahmen packt, bleibt der Eindruck, dass er eine alte Geschichte nicht neu erzählen konnte. Zu abgedroschen sind die Klischees der unglücklichen Großbürgerdame, zu konventionell ist die künstlerische Übertragung dieser über große Strecken. So interessant Gaudagninos Zeitmaschine stellenweise ist, vollständig überzeugen kann sie nicht.

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Jessica Düster: Kölner Stadtanzeiger Jessica Düster: Kölner Stadtanzeiger

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5.5Geht so

Luca Guadagninos sich langsam entfaltendes Melodram um Liebe und Identitätssuche innerhalb eines patriarchalen Mikrokosmos verläuft dramaturgisch vorhersehbar und verharrt auf irritierende Weise im Dekorativen und im kunstgewerblichen Detail – auch bei seinen schwülen Erotik-Szenen.

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Claudia Nitsche: Radio Köln Claudia Nitsche: Radio Köln

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7.0Sehenswert

"I Am Love" ist schwülstig, stilvoll und besitzt eine gewisse Strenge in der Linienführung. Ein Widerspruch, vielleicht. Man könnte sagen, dass dieser Film verstanden werden will. Es gehört eine gewisse Sensibilität dazu, das Geschehen richtig einzuordnen. Wer nach dem großen Schlussakkord meint, es handle sich um einen Groschenroman, sollte überdenken, ob er das Ende richtig deutet.

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M. Kastl: Filmszene.de M. Kastl: Filmszene.de

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3.5Schwach

Natürlich kann man fasziniert sein von der überbordenden Bildersprache und Musik von "I am love", doch dafür zwei Stunden lang mit klischeehaftem Melodrama, grausamen Dialogen und leblosen Figuren gefoltert zu werden, ist schon ein wirklich sehr hoher Preis. Wie formulierte ein gewisser Engländer doch einmal treffend: Viel Lärm um nichts.

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Susanne Gupta: fluter Susanne Gupta: fluter

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8.0Ausgezeichnet

Aufregend, kühn und unorthodox – so spielt Tilda Swinton auch in "I am Love" von Luca Guardagnino.

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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8.5Ausgezeichnet

Auf den ersten Blick könnte man meinen, „I am Love“ von Luca Guadagnino habe es auf die Kultivierung eines ebenso perfekten wie luxuriösen Retro-Chics abgesehen. Der Vorspann ist in altmodisch geschwungenen Titeln im Stil der 1950er-Jahre gehalten, das opulente Setting lässt an die Filme von Luchino Visconti denken. [...]
Wie die Inszenierung die Gesellschaft der Recchis in Bilder einfängt, in gedämpftem Licht und seltsam erstarrt, ist der Malerei so nah wie dem Filmbild. Oberflächen und Texturen geraten ins Visier, Möbel, Geschirr und Stoffe, doch sie bleiben unnahbar und distanziert. Der Film widmet sich ausgiebig den Interieurs, der Kleidung und den Accessoires. Das Etikett „Ausstattungsfilm“ wäre dennoch fehl am Platz. Vielmehr lässt Regisseur Guadagnino Figuren, Kostüme, Ausstattung, Musik und Erzählung gleichberechtigt nebeneinander stehen, bis sich alles zu einem symphonischen Ganzen zusammenfügt. Er zeigt damit auch, wie sehr die bourgeoise Dynastie mit der Welt ihrer Objekte verbunden ist. Dinge werden zu Protagonisten – und Menschen verdinglicht; ein Unterschied ist kaum mehr auszumachen.

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Harald Steinwender : BR Harald Steinwender : BR

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9.0Herausragend

Luca Guadagninos hervorragend ausgestattetes Melodram ist vor allem ein sensuelles Erlebnis. Mit Kameramann Yorick Le Saux, der zuletzt Olivier Assayas' ausuferndes Terroristen-Biopic "Carlos – Der Schakal" fotografierte, richtete der Regisseur höchst artifizielle Bildtableaux von berückender Schönheit ein. [...]
In der Hauptrolle brilliert die unvergleichliche Tilda Swinton, die auch als Koproduzentin fungierte. Anfangs spielt Swinton noch zurückgenommen, ganz im Einklang mit der emotional vergletscherten Gesellschaft um sie. Doch wenn sich Emmas verdrängte Leidenschaft Bahn bricht, lässt auch Swinton ihre Figur die ganze Bandbreite der Affekte durchleben. Es ist die überzeugende Leistung der Schauspielerin, die "I Am Love" sein emotionales Zentrum gibt. Für ein breites Publikum mag das ausgezeichnete, hervorragend gefilmte Melodram allerdings keine leichte Kost sein. Wer sich aber darauf einlässt, wird mit einem unvergesslichen Kinoerlebnis belohnt.

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D.Bickermann: Schnitt D.Bickermann: Schnitt

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7.0Sehenswert

Durch I Am Love liebt und leidet man sich hindurch wie durch Wagners »Parsifal«: Man wird zugleich gediegen gelangweilt und rabiat überwältigt, und man bleibt verschwitzt und verstört zurück. Die frühen Wellen des Films mögen flach geblieben sein, doch die Brecher am Ende sind von gewaltiger Kraft.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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2.0Ärgerlich

Schade, Luca Guadagnino hat nichts zu erzählen, Tilda Swinton keine schauspielerische Herausforderung. Am Anfang denkt man nach langen Fressorgien, dies wird ein uninteressanter Film übers Essen, dann kommt plötzlich eine leider aber recht unerotisch inszenierte Liebesgeschichte dazu, eine vielversprechende lesbische Seitengeschichte kommt leider gar nicht zur Entfaltung. Fazit: Langeweile pur trotz hochkarätiger Besetzung.

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Kommentare (6) — Film: I am Love

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VisitorQ

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Bewertung7.0Sehenswert

Meine Liebe für Tilda Swinton wird von Film zu viel größer. Eine fantastische Schauspielerin, die in so vielen guten Filmen mitspielt und ihren Rollen immer das gewisse Extra verleiht. Film fand ich prima, Anfangs habe ich mich gefragt worauf das alles hinausläuft doch recht schnell hat mich I am love dann gepackt. Sehr, sehr schön.

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Tobias

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Bewertung3.0Schwach

Alles nur Pose. Nichts zu erzählen. Regelrecht ärgerlich.

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Nevenka

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Bewertung4.5Uninteressant

Indulgent. Weder die einzelnen Charaktere, noch die Familie, noch eine einzige der Beziehungskonstellationen werden tief genug betrachtet, um dem Anspruch eines Gesellschaftsportraits gerecht zu werden. Die Beziehungen sind zwar huebsch geschachtelt und kommentieren sich gegenseitig, aufgrund der Oberflaechlichkeit bleibt mir jedoch der Eindruck des zu sehr Geplanten. Die Geschichte laeuft nicht von selbst, sondern wirkt staendig angeschubst.

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patcharisma

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Bewertung7.5Sehenswert

Tilda Swinton hat wahrscheinlich als eine der einzigen Schauspierlerinnen unserer Zeit eine Filmographie vorzuweisen, bei der es keine Durchhänger und schon gar keine Makel gibt. Alles scheint sich von Mal zu Mal weiter als roter und konsequenter Faden durchzuziehen (nicht mal ihre Rolle als herumwirbelnde Hexe im unterdurchschnittlichen Fantasy-Quark "Narnia" stört wirklich). Ihr Faible für die italienische Kultur und Geschichte hat sich mit dem jungen Regisseur Luca Guadagnino schon vor einer Ewigkeit zu einer Kollaboration aufgedrängt - 10 lange Jahre liess man sich für das Filmkunst-Drama "Io sono l'amore" Zeit. Dem von Rosselini und Visconti beeinflussten Mann geht es anscheinend auch um die Wiederbelebung von deren einzigartigen Merkmalen (des grossen Neo-Realismus-Kino): Die ruhig fliessenden Bilder (der Grandezza, der Opulenz und natürlich mit den Close-Ups und den eingefrorenen Stills) werden nur an ganz raren Stellen durch Schnellschnitte oder ähnlich gegleisten Hoch-Aesthetik-Irritationen zum Weckruf der Interruption des Zuschauers mal aufgefahren, sonst herrscht der Slow-Flow - und der ermüdet hier merkwürdigerweise (fast) keine Minute. Die Geschichte um die streng-patriarchalische und grossbürgerliche Industriellen-Familie "Recchi" und ihrer aus der daraus resultierenden Konsequenz fremdgehenden russisch-stämmigen Grande Signora Emma (Swinton) ist dabei beinahe unwichtig. Es geht hier um die Versinnbildlichung der Bilder und der Ausstattung - das Haus, die Sprache, die Stadt Milano oder der meditterane Umschwung, der Musik (von Minimal-Gott John Adams - wundervoll!) und anderen gestreuten Elegant-Details (je kleiner die sind, anscheinend um so bedeutungsvoller). Der Style des Essens ist essenziell, Gerichte werden fürs Auge gekocht und natürlich nicht für den Magen. Szenen, als Tilda einen Bissen ihres vom Lover zubereiteten Dish (einige mit Holunderblüten variierte Shrimps) im Munde zergehen lässt (mit Untermalung der Musik), kann man sie als Zuschauer förmlich schmecken. Wird ein Ausflug aufs Land gemacht, dann riecht man wieder direkt der Duft von den von der Sonne gewärmten Pinienbäume (mit den zirpenden Grillen). Der wenige (aber ausführliche) Sex dort wird natürlich mit den Details der Landschaft vermischt, den Insekten und Blüten. Tilda wirkt auch dann erhaben, wie im ganzen aristokratischen Grundton des Films: Sie ist immer perfekt angezogen (bis auf die paar Momente, in der sie perfekt ausgezogen ist) und redet ihre wenigen Sätze auf italienisch oder russisch, wie wenn es ihre Muttersprache(n) wäre. Und es gibt ein Wiedersehen mit 70's-Queen Marisa Berenson...

Und nach ca. dreissig Minuten des ungewöhnlichen (Non-)Dramas merkt der Zuschauer dann sowieso: Egal wohin die geheimnisvolle Story auch gehen mag, egal ob sie überhaupt noch einen dramatischen Schwenker bietet (der erst in der letzten Viertelstunde noch kommt), ist das einfach gelungene und so richtig schön abgehobene Filmkunst (mit einer ganz eigenen Note), die mal ausnahmsweise die typisch gewagte Balance (auch zum Schwelgen und Versinken) schafft: Der Flow und die damit verbundene Radikalität des "Non-Happens" vermischt mit paar Psychothriller-ähnlichen Kleinst-Elementen (ein Brief taucht auf, ein Buch wird versteckt, eine mysteriöse CD eingelegt - alles verrät vielleicht ein Geheimnis) machen die zwei Stunden in ungewöhnlicher Weise zum tragenden Filmerlebnis. (PS: Das bitte natürlich nur im Original-italienisch/russisch/englischem Ton schauen!)

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Niotq

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Bewertung7.0Sehenswert

Diese Kleider! Dieses Essen! Diese Ausstattung! Und diese Tilda Swinton erst!

Es ist tatsächlich nicht schwierig, "Io sono l'amore" - ein Projekt, das die Oscarpreisträgerin anscheinend viele Jahre im Herzen trug - etwas abzugewinnen. Sorgsam durchkomponierte Bilderpracht und ein gewisses inszenatorisches Geschick ist es, was Regisseur Guadagnino auf der Habenseite verbuchen kann, und was den Film sicherlich zu einem Gutteil sehenswert macht.

Anders mag es manch einer mit der inhaltlichen Komponente halten. Eine dreiste Behauptung: Die Geschichte - die gebürtige Russin Emma, die in eine reiche Mailänder Modedynastie eingeheiratet hat, verliebt sich in den Koch Antonio, einen Freund ihres Sohnes, was tragische, aber relativ überschaubare Konsequenzen mit sich führt - ist oberflächlich betrachtet nicht viel komplexer als die der notorischen ZDF-Sonntagabendfilme, und als die Szene in Antonios Gemüsegarten, in der erstmals wie aus heiterem Himmel offenbar wird, was Antonio und Emma füreinander empfinden, über den Bildschirm flimmerte, fühlte ich mich auf eine eher unangenehme Weise an die Küss-sie-oder-ich-fress-dich-Szene aus Rambo II (sic!) erinnert.

Macht das "I am Love" zu einem Style-over-Substance-Blender? Nein, weil der Film wirklich etwas zu erzählen hat, über die Welt der Großbürger, über die patriarchalische Hierarchie verstaubter Industriellenfamilien. "I am Love" mag eine Liebesgeschichte sein, nicht minder ist der Film allerdings ein Sittenbild von Italiens Oberschicht - und eben diesen erstarrten Sitten versucht die Hauptfigur zu entrinnen. Dazu sei aber gesagt, dass sie diese Sehnsucht nach einem erfüllteren Leben erst entwickelt, als sie ihren Geliebten kennenlernt und ihr dadurch erst klar wird, was ihr über all die Jahre eigentlich gefehlt hat. Hier ergibt auch die erste halbe bis Dreiviertelstunde einen Sinn, die der Film braucht, um einigermaßen auf Touren zu kommen: Dieser apathisch-lethargische Trott nach dem Motto "Nach der Dinnerparty ist vor der Dinnerparty", in dem sich Emmas Leben dahinschleppt, wäre wohl im wirklichen Leben auch nicht viel spannender. Vor allem Tilda Swintons Darstellung, für die sie zwei Fremdsprachen lernte, die sie vor diesem Film noch nicht beherrschte, ist hier wirklich erstklassig und versteht es, den Film mit Leben zu erfüllen und den Zuseher bei Interesse zu halten.

"Du existierst nicht." PÄNG! So lapidar wird Emma von ihrem Ehemann Tancredi am Ende aus dem goldenen Käfig geworfen, dem sie selbst zu entrinnen suchte, über dessen Existenz sie sich bis vor kurzem aber wahrscheinlich noch nicht einmal im Klaren war. Die heile Welt der Familie Recchi ist völlig dahin, Emma befindet sich im emotionalen Ausnahmezustand, der Film endet mit einem furiosen und vieldiskutierten, weil auf verschiedene Arten deutbaren Finale. Und wenn man zurückdenkt: War da nicht doch noch ein wenig mehr als in einem durchschnittlichen TV-Melodram, was die Handlung anbelangt? Was war da mit Emmas Sohn Edoardo los? Bloße Empörung oder doch ein wenig Eifersucht? Die lesbische Romanze, in der sich Emmas Tochter befindet, ist zwar nur Beiwerk, aber immerhin ein sympathischer Farbtupfer in Emmas anfangs grauer Upper-Class-Welt.

"I am Love" ist kein Meisterwerk, aber ein ganz besonderer, unverwechselbarer und ausgenommen sympathischer Film, der mich nach Andrzej Żuławskis "Nachtblende"/"L’important c’est d’aimer" und Todd Haynes' "Dem Himmel so fern"/"Far From Heaven" zum mittlerweile dritten Mal (wir sind ja noch jung!) eins gelehrt hat: Der Begriff "Melodram" ist kein Schimpfwort. Die Bewertung wird nach wiederholter Begutachtung eventuell noch nach oben korrigiert.

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spanky

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Bewertung6.5Ganz gut

Allein die Opening-Credits sind ein Traum für Typografen und Nostalgiker. Und ich teile Swintons Liebe für Italienisches: Interior, Kleidung, Schuhe, (ligurische!) Küche und Lifestyle. In eine solche Romanze kann ich mich also sofort reindenken. Aber ich brauche dafür mehr Tempo und Kurzweil.

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