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Lebewohl, meine Konkubine
Ba wang bie ji (1993), CN/HK/TW Laufzeit 171 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 02.12.1993
7.2
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von Kaige Chen, mit Li Gong und Leslie Cheung
Dieser Film, der etwa von 1920 bis 1970 spielt, handelt von zwei Schauspielern der Pekinger Oper, und der Frau, die zwischen die beiden tritt. Bereits als Kind ist Deiyi in der Opernwelt aufgewachsen, als seine Mutter ihn dort in die Schule geschickt hat. Später wird der homosexuelle Xialou, der ebenfalls Schauspieler geworden ist, sein bester Freund. Als der sich jedoch dazu entscheidet, Juxian zu heiraten, ist damit die Freundschaft der beiden beendet.
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Cast & Crew
Drehbuch
Filmdetails Lebewohl, meine Konkubine
- Genre
- Coming Out, Liebesfilm, Melodram, Drama, Romanze
- Ort
- Peking
- Handlung
- Beste Freunde, Frau zwischen zwei Männern, Freundschaft, Gesellschaft, Homosexualität, Klassiker, Oper, Opernsänger, Sänger
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Kommentare (4) — Film: Lebewohl, meine Konkubine
David "Noodles" Aaronson Tue, 11 Sep 2012 04:30:35 -0000
Kommentar löschenChinesisches Prachtwerk welches sich um Leben und Lieben zweier Männer (Douzi und Shitou), die in der Pekingoper zu großen Ruhm aufsteigen, dreht.
Verarbeitung der eigenen Biographie, Huldigung an die Künste, Geschichtsstunde, Abrechnung mit falscher Autorität, Toleranzwerbung für die Schwulenagenda, Liebes- Sehnsuchts- und Versöhnungsfilm. Chen Kaige will mit seinem Werk alles erreichen und hat am Ende den Erfolg (wie auch die Goldene Palme) auf seiner Seite. Dabei geht er notwendigerweise ohne Kompromisse vor. "Lebewohl, meine Konkubine" ist gerade zu Beginn (während der Ausbildung) und am Ende bedrückend hart, davor und dazwischen allerdings auch traumhaft exotisch.
Um einen Überblick zu geben: bei Bertoluccis nicht minder genialen "letzten Kaiser" merkt man, wie ich finde, jederzeit dass ein Europäer auf dem Regiestuhl sitzt, jemand der großartige, sich selbst erklärende Bilder anbietet, ohne das viele Fragen offen bleiben. Bei Kaige ist das Gegenteil der Fall, nicht wenige Szenen bleiben gänzlich unverständlich und entfachen so den angesprochenen 'exotischen Sog'. Die Gesten und Leidenschaften Douzis scheinen die Bühne nie zu verlassen - und ich rede hier über die Pekingoper (welche ich selbst nicht kenne)! Wenige Augenblicke sind es in denen er seinen Gefühlen einen freien Lauf gibt, übrigens herausragend gespielt von Leslie Cheung. Douzi ist ansonsten immer dass was man ihm beigebracht hat zu sein: ein Mann der eine Frau imitiert, ein fremdes Leben. Er wird alles daransetzten seinen alten Status aufrechtzuerhalten, von der Verleumdung bis zur Selbstanklage... Ihm bleibt wohl nichts anderes übrig und so gehört es zur Stärke des Films (ach was eigentlich aller großer Filme) dass er das negative Bild welches seine Figuren teilweise abwerfen nicht gegen sie selbst richtet, sondern Raum lässt für etwas was der Zuschauer selbst finden muss.
So erscheint ein dermaßen vorherbestimmtes, eingezwängtes Leben schwer ('moralisch') verurteilbar, aber leider immer bekämpfbar zu sein - gleich dem Film ein trauriger aber eben auch beeindruckender Zustand.
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KRIZZLEY-BEE Tue, 26 Jun 2012 01:51:31 -0000
Kommentar löschenBohne verliebt sich in Stein, Stein will aber lieber mit Chrysantheme Nudeln essen gehen.
Nicht alles ist Yin oder Yang, nicht alles ist entweder hart wie stein oder sanft wie Chrysantheme, manchmal ist man dazwischen, man ist ein Bönchen und kann mit Liebestönchen den Stein nicht verzaubern wie die Chrysantheme.
Leslie Cheung, homosexueller gebrochenen Herzens, der nicht akzeptieren will, dass der heterosexuelle zhang fengyi nicht sein König und Geliebter aus der immer gleich bleibenden Oper ist, sondern ein Schauspieler aus der sich ständig ändernden Realität.
Der Abschied der Konkubine, ist ein Abschied von der Traumwelt, es ist ein Verlust ersehnter, nur in der Phantasie existierender Liebe und ein Gewinn lebenslanger Freundschaft.
Wie bei jedem Tauschgeschäft zwischen Traum und Wirklichkeit, überwiegt der Verlust den Gewinn und hinterlässt den bitteren Nachgeschmack, der die Geschichte nicht vergessen lässt.
Guter chinesischer Film, auch wenn Wong Jing nicht Regie geführt hat.
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Markbln Tue, 17 Apr 2012 14:51:52 -0000
Kommentar löschenMich wundert gerade, dass hier so wenig Kommentare zu diesem zentralen Werk stehen.
"Lebewohl, meine Konkubine" ist ein megasinnlicher und ein bedeutender Film nicht nur für Erschaffer Chen Kaige, sondern den gesamten chinesischen Film, bestückt mit dem who is who des Asia-Kinos. Besonders Superstar Leslie Cheung ist überragend.
Obwohl auch ich überhaupt keinen Bezug zur Pekingoper habe, werde ich sofort in das Milieu hineingesogen und von der prickelnden, geladenen Atmosphäre gefangen genommen. Die Geschichte porträtiert nicht nur Leben und Liebe der beiden Hauptfiguren von Kindesbeinen, den gnadenlosne Drill der Ausbilder, die Sehnsüchte und Wünsche und erste Begehrlichkeiten. Damit verbunden ist auch die Geschichte der Pekingoper und des Riesenreichs China selbst. Der Film beginnt in den 1920er jahren und endet nach der Kulturrevolution.
Über 50 Jahre spannt das erstklassig gespielte Stück seinen Bogen, das eine Huldigung an die wahre Kunst ist, ohne je "künstlich" zu sein. Wunderschön gestaltet, ist "Lebewohl meine Konkubine" sowohl für alle Epos- und Kostümfans wie für Freunde ausgereifter, spannender Dramaturgie ein Pflichtprogramm. Chen Kaige hat mit dem Film angeblich seinen eigene Abrechnung und Versöhnung mit der chinesischen Geschichte inszeniert.
Zitat: "Während der Kulturrevolution hatte er seinen Vater Chen Huaiai denunziert, der ebenfalls als Filmregisseur arbeitete. Zwischen 1969 und 1976 war er in eine Kautschukplantage und später in die Armee verbannt. 1978 konnte er in die Beijinger Filmschule eintreten und neben Zhang Yimou zum Hauptvertreter der "Fünften" Regie-Generation werden. Seine international erfolgreiche Arbeit schützte ihn nicht vor der Zensur im eigenen Land. Lebewohl, meine Konkubine konnte Kaige nur realisieren, weil er Gelder in Taiwan und Hongkong auftrieb und in Taiwan drehte. Dort wurde der Film dann allerdings genauso verboten wie in der Volksrepublik, weil er das Thema der Homosexualität anschlägt. Und das ist in beiden chinesischen Staaten mit strengstem Tabu belegt."
Kaige scheint sein ganzes Herzblut in diesen gewaltigen Film gelegt zu haben, für den er mit Preisen nur so überhauft wurde. Die Biografien zweier Menschen, die sich lieben, hassen, trennen und verzehren, ist im positiven Sinne des Wortes, "dick aufgetragen" aber voller Seele. Prädikat: wertvoll.
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8martin Tue, 11 May 2010 08:46:20 -0000
Kommentar löschenChen Kaige, einer der profiliertesten chinesischen Regisseure hat der Peking Oper ein Denkmal gesetzt. Er lässt diese fernöstliche Institution über fünfzig Jahre der Geschichte des Reiches der Mitte durchleiden. Dabei kommt es immer wieder zu Anpassungsschwierigkeiten mit den jeweiligen Machthabern: erst die Nationalisten, dann japanische Besatzer und schließlich Maos Kommunisten. In diesem grandios bebilderten, ziemlich episch breit angelegten Historiendrama stehen zwei Schauspieler des titelgebenden Theaterstückes, die sich eigentlich sehr mögen im Mittelpunkt. Zwischen ihnen die zauberhafte Gong Li. Die Umstände zwingen die Freunde zu Verrat und Demütigung, verführt vom Opportunismus, die eigene Haut zu retten. So geraten völlig unpolitische Volksgenossen in die ideologischen Mühlen der kommunistischen Machthaber. Man kann den Film aber auch als ein Lehrstück über die Zeitlosigkeit des Theaters sehen. Die politischen Ereignisse ändern sich, die Kunst bleibt.
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