Lisbon Story

Lisbon Story (1994), PT/DE
Laufzeit 105 Minuten, FSK 6, Drama, Thriller, Kinostart 18.05.1995

- Kritiker
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von Wim Wenders, mit Rüdiger Vogler und Patrick Bauchau

Per Postkarte erhält Toningenieur Phillip Winter eine Einladung von Regisseur Friedrich Monroe nach Lissabon, um vor Ort an dessen neuem Filmprojekt mitzuwirken. Als er jedoch dort eintrifft, fehlt von Monroe jede Spur. Winter beschließt, auf eigene Faust loszuziehen und O-Töne für Monroes Film einzufangen. Ausgestattet mit einem Aufnahmegerät begibt er sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Straßen Lissabons in deren Verlauf er die Liebe findet und dem Charme der Stadt erliegt…

HandlungPhilipp Winter (Rüdiger Vogler) erhält eine Postkarte seines Freundes Friedrich (Patrick Bauchau) , der mittlerweile in Lissabon lebt. Kurzentschlossen steigt er in seinen Wagen und fährt quer durch Europa. Nach einigen Pannen kommt er in der verträumten Stadt am Meer an – doch von seinem Freund Friedrich, der eigentlich gerade einen Film in Lissabon drehen sollte, ist weit und breit keine Spur.

So quartiert er sich in Friedrichs Haus, dessen Türe im wahrsten Sinne des Wortes immer offen steht, ein und freundet sich mit den Nachbarschaftskindern ebenso an wie mit der Band Madredeus, die gerade den Soundtrack zu Friedrichs neuem Film produzieren. Besonders die hübsche Sängerin Teresa tut es ihm an. Um die Zeit bis zu Friedrichs Rückkehr zu füllen, nimmt der Toningenieur nun täglich die Geräusche Lissabons auf. Drei Wochen vergehen…

Eines Tages folgt er einem Jungen namens Ricardo (Ricardo Colares), den er schon am ersten Tag gesehen hatte. Dieser lässt ihm in einer Mülltonne eine Kamera zurück. Winter ist verzweifelt: Irgendwo muss der Filmemacher doch aufzutreiben sein! Zufälligerweise findet er ihn schließlich und folgt ihm. Friedrich, der das Zeitgefühl verloren zu haben scheint, berichtet ihm daraufhin von seinem neuesten Projekt: Er ist auf der Suche nach dem „jungfräulichen“ Bild, das nicht durch das geschulte Auge des Kameramanns verfälscht worden ist. So packt er sich Tag für Tag eine Kamera auf den Rücken und läuft damit durch die Straßen.

Doch Winter kann seinen Freund zur Vernunft bringen. Es sei das Herz, mit dem der Filmemacher Bilder sieht und einfängt, und die schließlich den Zuschauer bewegen. Gemeinsam bringen sie den Film über die Stadt Lissabon zuende.

Weiterführende Informationen
Hintergrundinformationen zum Film in Wissenswertes

Weitere Informationen im Internet
Homepage der Gruppe Madredeus
Zusammenfassung der Handlung
Rezension und Filmanalyse (engl.)

Quelle
Informationseite zum Film auf wim-wenders.com
Weitere Seite mit Daten zum Film


Cast & Crew


Kommentare (4) — Film: Lisbon Story

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felk

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

weniger ein Spielfilm als ein wunderbares Zeitdokument, dem es gelungen ist, noch das "alte" Lissabon, das heute schon großteils verschwunden ist - in Bild und vor allem Ton - einzufangen: Waschfrauen, Scherenschleifer gibt es in dieser Stadt, die krampfhaft den Anschluss an die Moderne sucht und darüber teilweise ihre Identität verliert, schon jetzt nicht mehr (und wenn es nach dem Gemeinderat geht, soll bald auch das Rumpeln des "eléctrico" der Vergangenheit angehören).

wovon der Film im Grunde handelt, erzählt uns DER Regisseur Portugals, Manoel de Oliveira, in min. 70/71:

"...AFINAL ACREDITAMOS NA MEMÓRIA. [...] (letztendlich glauben wir an unser Erinnerungsvermögen).
A QUEM DEVEMOS PERGUNTAR? (wen sollen wir fragen?)
ESTE MUNDO, NESTA SUPOSIÇÃO É UMA ILUSÃO. (diese Welt, unter dieser Annahme, ist eine Illusion).
A ÚNICA COISA VERDADEIRA É A MEMÓRIA. (das einzige Wahre ist die Erinnerung).
MAS A MEMÓRIA É UMA REACÇÃO(?). (aber die Erinnerung ist eine Reaktion(?).
NO FUNDO, A MEMÓRIA, QUER DIZER: NO CINEMA... NO CINEMA, A CÂMARA PODE FIXAR O MOMENTO (im Grunde, die Erinnerung, das heißt: im Kino... im Kino kann die Kamera den Augenblick festhalten).
MAS ESSE MOMENTO JÁ PASSOU. (aber jener Augenblick ist schon vergangen)
NO FUNDO, O QUE TRAZ É O FANTASMA DESTE MOMENTO. (was sie zeigt, ist im Grunde ein Phantom dieses Augenblicks).
E JÁ NÃO TEMOS A CERTEZA SE ESTE MOMENTO EXISTIU FORA DA PELÍCULA. (und wir können nicht mehr sicher sein, ob dieser Augenblick außerhalb des Filmstreifens existiert hat).
OU A PELÍCULA É UMA GARANTIA DA EXISTÊNCIA DESSE MOMENTO? (oder ist der Filmstreifen eine Garantie für die Existenz dieses Augenblicks?)"

in min. 84 sagt Friedrich:
"images... are no longer what they used to be. they can't be trusted any more. we all know that. YOU know that...! when we grew up, images were telling stories and showing things. now they are only into selling: stories and things. they have changed under our very eyes. they don't even know how to show anything any more."

Es ist dies also auch ein Plädoyer für die gute, alte Film- und Tontechnik, die schon damals der immer weiter um sich greifenden "Vidiotie" das Feld räumen musste.

hauptsächlich an Plätzen im engeren Umkreis um die Burg São Jorge gedreht, sollte dieser Film nicht nur jenen etwas geben, die die Weiße Stadt besser kennen, als der durchschnittliche Tourist, allein weil das Setting instinktsicher gewählt wurde, um diese message zu überbringen.

Das Haus in dem der Protagonist wohnt steht im Pátio Dom Fradique (siehe google maps), gedreht wurde auch um die Kirche São Estevão, am Rossio, Cais do Sodré, Estrela, aber auch in den Stadterweiterungsgebieten (nur ins Bairro Alto hat es ihn nicht verschlagen)...

wer also sagt, der Film sei langweilig, hat wohl weder seine Botschaft, noch die portugisische "saudade" verstanden (und können sich ruhig blockbustern amerikanischer Machart zuwenden). die Musik von Madredeus hilft nämlich zu diesem Verständnis auch nur scheinbar - im Gegenteil: um ihre Musik ("Alfama", "Tejo" usw.) verstehen zu können, muss man zuerst das portugiesische Lebensgefühl verinnerlicht haben.

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Pygar

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Bewertung3.0Schwach

Unbestreitbar besteht die Möglichkeit, auf scheinbar lügende und bereits bekannte Bilder zu verzichten. Sich einer Stadt nur hörend zu nähern, und sich diese ausschließlich akustisch zu erschließen. Doch die gute Idee stirbt hier bereits in der Wahl der ausgesuchten Hörfetzen: Tauben, Straßenbahnen und pathetischer Gesang, vermiesen jede Hoffnung auf eine beeindruckende Tonoffenbarung (zumindest jenseits der zu oft missbrauchten Allerweltsklänge). So etwas wie Handlung stand der Klangsuche wohl im Weg, und wurde deshalb wegelassen. Selbst die verkaufte Suche nach dem wahren Film samt vielseitiger Geräuschkulisse verkommt zum plan- wie höhepunktlosen Stadtrundgang, der sich dabei mehr als nur einmal, in seiner eigenen Belanglosigkeit verliert.

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Joe Gillis

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Bonne chance! (Und bloß nicht unterkriegen lassen. Wenn es ganz schlimm kommt, ein Wim-Püppchen mit Nadeln traktieren.)


Pygar

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:D


comehome

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Bewertung0.5Schmerzhaft

ein grauenhaft schlechter, weil todes-langweiliger Film, einzig die wunderbare Musik Madredeus' verdient hier den Punkt.

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annaberlin

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Bewertung5.5Geht so

Der Film zeigt schöne Bilder aus Lissabon und man hört die wundervolle Musik der Gruppe Madredeus. Allerdings versagt die Story auf ganzer Linie und langweilt irgendwann ziemlich. Für Lissabon-Fans und solche, die es werden wollen, dennoch sehenswert.

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