London River

London River (2009), FR/GB/DZ
Laufzeit 87 Minuten, Drama

7.0 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
22 Bewertungen
8 Kommentare
London River - Bild 1959738
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von Rachid Bouchareb, mit Brenda Blethyn und Sotigui Kouyaté

Der hagere, schwarze Muslim Ousmane lebt in Frankreich. Die praktizierende Christin Elisabeth Sommers wohnt auf der englischen Kanalinsel Guernsey. Beide führen ein ganz normales Leben, bis sie am Morgen des 7. Juli 2005 mit ganz Großbritannien von einer schockierenden Nachrichten erreicht werden: Kurz vor neun Uhr und dann noch einmal genau eine Stunde später, explodieren in London insgesamt vier Bomben. Im dichten Berufsverkehr aktivieren vier Attentäter in öffentlichen Verkehrsmitteln ihre in Rucksäcken mitgeführten Sprengsätze – binnen weniger Minuten kommen dabei in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppeldeckerbus 56 Menschen zu Tode, mehr als 700 werden verletzt. In einem später aufgefundenen Bekennervideo erklärt einer der islamistischen Terroristen, seine Gruppe befände sich mit der britischen Gesellschaft im Krieg. Als Ousmane und Elisabeth ihre in London lebenden Kinder nicht erreichen können, beschließen beide unabhängig voneinander, sich auf die Suche nach ihnen zu begeben. In der britischen Hauptstadt kreuzen sich ihre Wege. Sie wissen das Wichtigste noch nicht: und zwar, dass ihre Kinder zusammengelebt haben.


Cast & Crew


Kritiken (5) — Film: London River

Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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7.5Sehenswert

"London River" löst den Rassismus seiner Protagonistin in den Wirren einer veränderten Welt auf: Eine vorurteilsgeladene Mutter aus England und ein französischer Vater mit afrikanischen Wurzeln begeben sich mit gemeinsamer Abneigung auf die Suche nach ihren Kindern, die im Anschluss an das Londoner Bus­attentat vom 7. Juli 2005 mit 50 Toten verschwunden sind. "London River" vereint dabei die Ebene des Politischen mit der individuellen Erfahrung der Entfremdung in den Familien. Mutter wie Vater erfahren erst per Zufall, dass ihre Kinder ein Paar waren.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.0Ausgezeichnet

Nach einigen Enttäuschungen im diesjährigen Wettbewerb ist dieser Film eine Überraschung und dürfte neben Sturm und The Messenger zum Favoritenkreis gehören. Und wie die beiden gemeinsam ihrer Wege gehen, die kleine, rundliche Lady und der baumlange, klapperdürre Afrikaner mit dem Gehstock – das ist ein Bild, das man so schnell nicht vergisst.

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J. Mandelbaum: Le Monde J. Mandelbaum: Le Monde

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4.5Uninteressant

London River von Rachid Bouchareb, innerhalb von 22 Tage mit beschränktem Budget gedreht, ist ein bescheidener Film (tatsächlich ein von Arte produzierter Fernsehfilm), dem eine brennende Aktualität anhaftet: die blutigen Anschläge, die London im Juli 2005 in Trauer versetzten. [...] Das Drehbuch hebt sich schließlich vom ganzen Rest ab. Zu viel offenkundige Pädagogik (Solidarität und Würde am Beispiel der muslimischen Gemeinschaft, rassistische Vorurteile der Protagonistin), zu viel Vorhersehbarkeit und romantische Einfachheit (werden sie trotz allem Freunde werden?) ruinieren hier den Teil des Geheimnisses, welches man zurecht erwartet.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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6.0Ganz gut

Diese Einfachheit von "London River" ist im Prinzip angenehm, ebenso wie die Nüchternheit, mit der Bouchareb auf emotionale Zudringlichkeiten weitgehend verzichtet. Darum ist "London River" ein angenehmer Film, der noch angenehmer und vielleicht sogar wirklich interessant wäre, stellte sich nicht recht bald heraus, dass das Einfache vom Schematischen hier kaum unterscheidbar ist. Insofern: Ein Film, den man gerne mehr mögen würde, als er es einem aufgrund seiner Beschränkungen erlaubt.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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9.0Herausragend

Rachid Bouchareb, Regisseur u.a. von „Little Senegal“ erzählt seine Geschichte ganz einfach, ganz linear, ohne jede Regiemätzchen. Er bleibt dicht an seinen Hauptfiguren, lässt sie den Film tragen. Und erzielt so eine Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Ein klarer Favorit für den Goldenen Bären.

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Kommentare (3) — Film: London River

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danmoviepilot

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein durchaus bewegender Film. Brenda Blethyn ist eine absolut brilliante Schauspielerin.

Was mich gestört hat, war allein die Tatsache, dass die Story durch eine Häufung von Zufällen irgendwann mittendrin an Glaubwürdigkeit verlor und etwas zu konstruiert wirkte. Man lief sich dann doch ein Mal zu oft zufällig im Supermarkt über den Weg. Auch am Filmende wird nicht klar, weshalb man durch die halbe Stadt reisen muss und in einem undefinierbaren Keller erfahren muss, was mit den eigenen Kindern geschehen ist.

Dennoch ein sehr sehenswerter und sympatischer Film.

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davidpm

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein zwar vorhersehbarer Film, der sich - wie so viele der diesjährigen Berlinale-Wettbewerbsbeiträge - den großen Themen annimmt, hier Terrorismus, Religion und latente Fremdenfeindlichkeit. Dass eine Annäherung der beiden Hauptfiguren auf ihrer Suche nach den verlorenen Kindern im gerade von Terroranschlägen heimgesuchten London folgen wird, weiß man also von Vornherein. Dass der Film trotzdem ganz gut ist, liegt daran, dass er ruhig erzählt wird, nicht platitüdenhaft daherkommt und so haarscharf am Sozialkitsch vorbeischrammt. Emotional berührt hat er mich dennoch nicht.

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lagrandville

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Bewertung9.0Herausragend

Bisher neben Gigante stärkster Wettbewerbsfilm, meiner Meinung nach.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Harmonie und Ruhe die durchgängig im Film zu spüren sind, obwohl er gegen Ende sehr spannend wird.
Die Hauptdarsteller sind einfach unvergesslich.

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