Morgentau
Teza (2008), ET Laufzeit 140 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 05.05.2011
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6 Bewertungen
5 Kommentare
Keine
von Haile Gerima, mit Aaron Arefe und Takelech Beyene
Voller Hoffnung kehrt Anberber (Aaron Arefe) in Morgentau in seine alte Heimat Äthiopien zurück, um dort ein neues Leben zu beginnen, nachdem er einige Jahre in Deutschland studiert hat. Ein ganzes Dorf zählt auf ihn, erwartet sich Fortschritt von dem in der Fremde ausgebildeten Heimkehrer. Doch schon am ersten Abend wird Anberber mit den politischen Unruhen im Land konfrontiert, die seinen Neuanfang in Frage stellen.
Er sucht das verlorene Land seiner Kindheit in Erinnerungen, in der Natur, in der Landschaft, in dem See, in dem er schwimmen lernte und auf den Feldern, in denen er als kleiner Junge umherstreifte. Bilder aus einem früheren Leben werden lebendig. Der Sog der Sehnsucht wird immer mächtiger, umso schmerzhafter ist die Erkenntnis, dass das Land, in das er glaubte zurückzukehren, nicht mehr
existiert. Seine Mutter beschließt, ihm zu helfen – eine Zeremonie soll dem zwischen Tatkraft und Melancholie Verlorenen einen Weg in die Zukunft weisen, ihn von der übermächtigen Vergangenheit befreien. Doch dafür muss er sich ihr erst einmal stellen – Anberber beginnt eine magische Reise ins Herz der verlorenen Zeit, auf der Suche nach einem Ort, an den er gehört.
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Cast & Crew
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Haile Gerima
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Aaron Arefe
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Anberber
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Takelech Beyene
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Teje Tesfahun
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Nebiyu Baye
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Abiye Tedla
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Wuhib Bayu
Regie
Schauspieler
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Araba E. Johnston Arthur
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Cassandra
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Veronika Avraham
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Haile Gerima
- Genre
- Drama
- Zeit
- 1970er Jahre
- Ort
- Berliner Mauer, West-Berlin, Äthiopien
- Handlung
- Bürgerkrieg, Exil, Freundschaft, Gewalt, Lebensgefahr, Mutter-Sohn-Beziehung, Rückkehr, Sozialarbeit, Totalitäres Regime
- Stimmung
- Berührend
- Mitmachen
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Kritiken (5) — Film: Morgentau
Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de
Kommentar löschenFraglos hilft es für das Verständnis von „Morgentau“, über die politische Entwicklung Äthiopiens informiert zu sein, die der Film oft nur andeutet. Zumal die Unterschiede zwischen den marxistischen Gruppen, die sich in immer neuen Bürgerkriegen bekämpften, nicht leicht zu durchschauen sind.[...] Morgentau ist ein hochaktueller Film, der trotz allem fast nie – außer in den schon erwähnten Szenen im Köln der 70er Jahre – didaktisch wird. Meist bedient sich Gerima einer poetischen Bildsprache, deutet mehr an, als das er ausspricht und schafft es so, in den Kopf seiner Hauptfigur zu blicken, die erst am Ende des Films ihre Hoffnungslosigkeit überwindet. Ein herausragender Film.
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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst
Kommentar löschenMorgentau ist Geschichtsaufarbeitung, Geschichtsabarbeitung – ein Film, der von der ersten bis zur letzten Szene das ganze Gewicht der äthiopischen Historie mit sich herumschleppt. In diesem erdrückenden Setting wirken die Figuren schematisch, modellhaft: Sie stehen für eine politische Haltung, einen moralischen Konflikt, aber über ihre Funktionen hinaus entwickeln sie kein Eigenleben, keinen Raum, um sich zu bewegen. Besonders der in Deutschland spielende Teil wird in eine didaktische Logik gezwängt, die jeder Szene den letzten Rest von Spontaneität austreibt.
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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse
Kommentar löschenIn packenden, impressionistisch montierten Szenenfolgen werden die Erlebnisse des entfremdeten Heimkehrers und verlorenen Sohns Anberber mit seiner in Rückblenden aufblitzenden Lebensgeschichte verzahnt. [...] Die Szenen und Schauspielerführung in Deutschland sind nicht immer überzeugend, fügen sich aber einigermaßen in Gerimas unverwechselbaren, drängenden wie didaktischen Mosaikstil.
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Walter Gasperi: ray Walter Gasperi: ray
Kommentar löschenGrosse Kraft und Intensität haben da einzelne Szenen, nicht zu übersehen ist aber auch, dass angesichts der Handlungsfülle und der grossen Zeitspanne vieles bruchstückhaft bleibt und nur oberflächlich abgehakt wird. Mehr wie ein grosser Entwurf als ein fertig ausformulierter Film wirkt so Teza.
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Geri Krebs: Neue Zürcher Zeitung Geri Krebs: Neue Zürcher Zeitung
Kommentar löschenIm Zentrum dieser deutsch-französisch-äthiopischen Koproduktion steht der junge Medizinstudent Anberber, der in den Post-68er-Jahren in Köln in der linken Szene lebt. [...] Temporeich erzählt, und in unzähligen Zeitsprüngen, Rückblenden, sowie häufigem Wechsel zwischen Phantasie und Realität, Europa und Afrika, fordert „Teza“ dem Zuschauer Einiges ab, doch wer sich einlässt auf diese Höllenfahrt, erlebt ein afrikanisches Drama, das am Ende sogar etwas Hoffnung aufscheinen lässt und das man in dieser Art noch kaum je im Kino gesehen hat.
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