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Nachtblende
L'Important c'est d'aime (1975), DE/FR/IT Laufzeit 113 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 21.02.1975
7.3
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von Andrzej Zulawski, mit Romy Schneider und Fabio Testi
Romy Schneider verkörpert die erfolglose Schauspielerin Nadine, die gezwungen ist, aus Not sogar pornografische Rollen anzunehmen. Nach einem Inferno von Demütigungen und Gewalt endet der Film mit einem labilen Happy-End: Nadine findet Geborgenheit bei dem Foto-Reporter Servais.
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Nachtblende
- Genre
- Melodram, Romanze, Drama
- Handlung
- Affäre, Aufführung, Bildjournalist, Fotograf, Liebe, Liebhaber, Pornoproduzent, Schauspieler, Theater, Theaterstück, Verlieben
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Kommentare (10) — Film: Nachtblende
mattxl Wed, 22 May 2013 08:09:13 -0000
Kommentar löschenJa, Romy Schneider ist wirklich sensationell. Ja, Klaus Kinski ist wie immer Klaus Kinski (anders als es das DVD-Cover nahelegt, hat er allerdings eine relativ bescheidene, für die Story unwesentliche Nebenrolle - die füllt er aber, wie immer, bestens aus) . Ja, die Liebesgeschichte von Nadine und Servais ist fein schattiert und berührt. ABER: Ist der Erzählzug mit der senilen Porno-Mafia, der der junge Photograph zu Diensten stehen muss, nicht ein bisschen SEHR albern????
Schwer zu kauen habe ich auch an dem Frauen- und Männer-Bild des Regisseurs: Da manifestiert sich ein Nihilismus, den ich in seiner Exaltiertheit ziemlich aufgesetzt und kreischig finde. Das wirkt manchal so, als hätte Pasolini sich an einem Remake von "Ein Käfig voller Narren" versucht. Unausgegoren, zerfasert. Aber vielleicht ist es nicht zuletzt dieses Unausgegorene, was den zweifelsohne vorhandenen Charme von "Nachtblende" ausmacht.
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8martin Wed, 01 May 2013 16:01:32 -0000
Kommentar löschenDer Film ist inzwischen Kult. Einerseits wird man von einer Fülle von Ideen überschüttet, die sich bis in kleinen Nebenhandlungen verästeln, andererseits ist die Kernaussage von zeitloser Größe (s. Originaltitel!). Dabei spielt die Sexualität mit nackter Haut keine unwichtige Rolle. Immer noch erstaunlich offenherzig. Das absolute Topargument ist aber die schauspielerische Höchstleistung, zu der Regisseur Zulawski die vier Hauptakteure gebracht hat.
Es ist Romy Schneiders (Nadine) ausdrucksstärkster Film. Sie bringt ihre Situation zwischen zwei Männern überzeugend rüber und ist dabei unglücklich glücklich. Jacques (Dutronc), ihr Ehemann, spielt den Komiker und Luftikus mit suizidaler Depression. (Was für ein Spagat!).
Kinski spielt sich wie immer selber. Hier aber grandios von dekadent bis gewalttätig. Fabio Testi ist Romys Counterpart. Sie gehören eigentlich zusammen, treffen sich aber erst am Ende ‘Ich liebe dich‘: der erfolglose Fotograf und die erfolglose Schauspielerin. Da hatte dann auch noch die Mafia ein finanzielles Wörtchen mitgeredet. Wir erleben menschliche Tragödien, die einen aufwühlen. Auch berufliche Tragödien, die niederschmetternd sind und die Tragödie der Kunst ist eine Offenbarung zwischen Gefühl und Kommerz.
Von den schauspielerischen Highlights sind die eingebaute Theaterinszenierung von Richard III. und die vorausgehende Probe für den filmischen Olymp. Dabei gibt es zwischendurch immer wieder unerwartete Reaktionen und Küsse voller Verachtung.
Der Film ist so intensiv, dass man keine Minute verpassen möchte. Wahnsinn!
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Niotq Tue, 03 Apr 2012 18:39:28 -0000
Kommentar löschenAndrzej Żuławskis Filme sind - formulieren wir es höflich - immer eines: schwierig. Der Pole hat in dieser Community insbesondere durch den grotesken Monsterhorror-Ehedramageniestreich "Possession" einiges an Lorbeeren geerntet, der den Zuseher durch hysterisches Overacting, unbegreifbaren Wahnsinn und verschiedenste intellektuelle Einflüsse oft genug an den Rand der Überforderung treibt. "Diabeł" war völlig von der Realität losgelöste Kommunismuskritik, verpackt in einen Plot vor dem Hintergrund der preußischen Invasion im 18. Jahrhundert. Nicht einmal die polnische Zensur begriff den Film und winkte ihn prompt durch. Das SciFi-Opus "Na srebrnym globie" ist sowieso einer der mühsamsten Filme die ich kenne, und das erotische Beziehungsdrama "Mes nuits sont plus belles que vos jours" wäre noch eines der konventionelleren Exemplare, wären nur diese völlig irren, sinnbefreiten Dialoge nicht. Nun gab es allerdings neben "Possession" noch einen weiteren Film, in dem das Genie deutlich über den Wirrkopf triumphiert, und das ist "L'important c'est d'aimer" von 1975, für den ich sehr gerne etwas Werbung betreiben möchte.
Nadine Chevalier ist eine erfolglose Schauspielerin, die sich mit billigem Erotikschund über Wasser hält. Doch eines Tages kommt der Fotograf Servais Mont des Weges, der sich in sie verliebt und ihr über den Ehemann einer Liebschaft eine Rolle in einem Shakespeare-Stück finanziert. Das Geld dafür nimmt er vom Mafioso Mazelli, für den er als Gegenleistung bei Pornoaufnahmen hinter der Kamera steht, was ihn zutiefst anwidert. Ein zusätzliches Problem: Nadine ist verheiratet, mit dem manisch-depressiven, impotenten Jacques, den sie von ganzem Herzen liebt. Erschwerend kommt noch dazu, dass das Stück unter keinem sehr guten Stern steht...
Ein Plot, der genug Potenzial für gründlich ausgelotete menschliche Abgründe bereithält, und Żuławski enttäuscht in diesem Punkt nicht. "L'important c'est d'aimer", das ich sehr gern als Hardcore-Melodram bezeichne, kommt in Sachen Verstörungsgrad und Befremdung im positivsten Sinne schon beinahe an "Possession" heran, erreicht das allerdings mit völlig anderen Mitteln. Während Letzteres vor allen Dingen durch Isabelle Adjanis Tour de force sein Publikum fesseln kann (was nicht bedeutet, dass die fantastische Romy Schneider, hier schon in ihrer französischen Kunstphase, nicht auch alle Register ihres Könnens zöge und Nadines Wahnsinn glaubhaft vermittelt), ist es hier dieses mit unheimlicher Konsequenz ausgeschlachtete menschliche Leid, das sich durch den kompletten Film zieht. Voyeurismus - ich gebe es offen zu, nichts andere ist es - war selten schöner, unterstützt auch noch durch sehr wuchtige Filmmusik.
Die Welt dieses Filmes ist in höchstem Maße finster, hoffnungslos und von unglücklichen, unerfüllten Existenzen durchsetzt, die Träume haben und nie an deren Erfüllung herankommen, und nahe daran sind, an diesem Umstand zu zerbrechen - ob das nun Servais, Nadine oder ihr Kollege Karl-Heinz Zimmer ist (Klaus Kinski spielt mehr oder minder sich selbst), ein sich unverstanden fühlender, obsessiv zu Wege gehender Narziss von einem Schauspieler, der sich in den Nachtblende-Kosmos hervorragend einfügt. Es ist ein Film über Kunst und diejenigen, die bei dem Versuch scheitern, eine bedeutende Rolle auf dieser großen Bühne zu spielen. Es ist ein Film sehr nahe am Meisterwerk, allein schon dank der großartigen Eröffnungsszene. Wenn die Nahaufnahme von Nadines Gesicht kommt, als sie Servais anbettelt, mit dem Fotografieren aufzuhören, weiß man, ja, das ist ein wirklich übergroßer Kinomoment.
Bei all dem darf man eines nicht vergessen: Żuławski interessierte sich nie sonderlich dafür, wie Menschen im "wirklichen Leben" reden und sich verhalten. Seine Filme waren immer schon völlig abgekoppelt von der Wirklichkeit, "L'important c'est d'aimer" ist allerdings - ebenso wie "Possession" - wahrscheinlich noch eines seiner menschlich nachvollziehbarsten Werke mit einem relativ geschlossenen Eindruck, wahrscheinlich sind es deswegen diese beiden Filme, die mich unter den Filmen aus seiner Feder, die ich kenne, mit Abstand am meisten begeistern.
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SpiceWeasel Wed, 04 Apr 2012 14:14:04 -0000
Antwort löschenToller Kommentar, fantastischer Film und vorallem einer von Kinskis besten Filmen! (IMO)
Niotq Wed, 04 Apr 2012 15:37:20 -0000
Antwort löschenHerzlichen Dank euch beiden. :)
Markbln Tue, 03 Apr 2012 11:02:22 -0000
Kommentar löschenKein wirklich großer Film, aber die Szene wo Romy Schneider den Fotografen während des Drehs anfleht keine Bilder zu machen, hat sich in mein Hirn gebrannt. Wie hier Realität und Film verschmelzen reißt mir das Herz raus.
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aberaber Sun, 25 Mar 2012 16:44:29 -0000
Kommentar löschenDeprimierendes Melodram.
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Hyoscyamus Torero Thu, 19 May 2011 14:43:04 -0000
Kommentar löschen"Ich bin ein Homosexueller aus gutem Hause!" Kinski - brilliant!!!
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iLOVEjenniferANISTON Tue, 13 Apr 2010 21:25:22 -0000
Kommentar löschen"Nachtblende" (Originaltitel "L'important c'est d'aimer") ist ein Melodram des polnischen Skandal-Regisseurs Andrzej Zulawski. Keine leichte Kost, ein ganz besonderes Melodram. Schwerfällig und missmutig, düster und depressiv. Ein Film den man entweder hasst oder liebt.
Ich liebe dich... Am Anfang des Films bringt Nadine die Worte nicht über die Lippen. Sie scheinen nichts zu bedeuten, klingen wie eine Lüge. Gefangen in einer blutleeren Beziehung, unfähig sich oder andere zu lieben, zerbricht Nadine daran das es in ihrem Leben keine Liebe gibt. Jeder Versuch ihrem Mann nahe zu kommen führte nur zu noch mehr Leere. Erst als sie den Fotografen Servais kennen lernt, wird etwas in ihr wach.
Haben die Worte "Ich liebe dich" vielleicht doch eine Bedeutung?
Brutal, nackt, obsessiv und intensiv. Ein Filmgenuss der komplizierteren Art. Wie gesagt ist "Nachtblende" keine leichte Kost. Der Film ist ein wahrer Schauspieler-Film, denn er lebt von den grandiosen Darbietungen von Romy Schneider, Klaus Kinski und den anderen Darstellern.
Ganz grosses Kino, prädikat: besonders wertvoll!
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xtheunknown Mon, 07 Sep 2009 16:53:12 -0000
Kommentar löschender film macht einen kaputt. romy schneider spielt als würde sie sich vor der kamera selber zerstören. überhaupt lebt der film von seinen grossartigen schauspielern. die geschichte über 2 menschen die nicht lieben können wird sehr depressiv erzählt. danach ist man entweder eingeschlafen oder hat kopfweh.
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annaberlin Mon, 31 Aug 2009 08:29:24 -0000
Kommentar löschenOh my god. Eine filmische Katastrophe trotz Romy Schneider und Klaus Kinski. Dieser Film ist zum Haareraufen beschissen, macht verrückt und veranlasst einen, den Fernseher zertrümmern zu wollen. Horror!
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Niotq Sat, 03 Apr 2010 11:15:12 -0000
Antwort löschenEr scheint dich ja wirklich enorm aufgeregt zu haben. Möchtest du erklären, warum?
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annaberlin Tue, 19 Oct 2010 09:11:52 -0000
Antwort löschenBeschissenes Drehbuch, schlechte Inszenierung, Langeweile bis zum Durchdrehen, die Kamera verweilt in seelisch gequälten Gesichtern und suhlt sich in einem Leiden, das unverständlich bleibt. Der Filmemacher hat sämtliche Talente der hochkarätigen Darsteller einfach in die Luft gejagt mit einem selbstverliebten Haufen Grütze.
Malone70 Tue, 27 Dec 2011 01:21:33 -0000
Antwort löschenwas ist denn verständlicher als zu leiden?
Herr Marcus Wed, 11 Apr 2007 15:41:39 -0000
Kommentar löschenJacques Dutronc, Frau Schneider und Herr Kinski in einem Film!! Die Dreharbeiten waren bestimmt unvergeßlich - anders als dieser Film
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