21 Gramm

21 Grams (2003), US
Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.02.2004

7.5 Kritiker
56 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6 Community
8678 Bewertungen
115 Kommentare
21 Gramm - Bild 6103797
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von Alejandro González Iñárritu, mit Benicio del Toro und Eddie Marsan

Laut eines Experiments aus dem Jahr 1907 verliert der Mensch bei seinem Tod 21 Gramm an Gewicht – angeblich das Gewicht der Seele. Alejandro Iñárritus Film erzählt seine Geschichte mit drei ineinander verwobenen Handlungssträngen: Da gibt es Cristina (Naomi Watts) die gerade ihren Mann und ihre beiden Töchter bei einem Autounfall verloren hat. Jack Jordan (Benicio del Toro) ist ein Ex-Sträfling und der Unfallverursacher. Und Paul Rivers (Sean Penn) bekommt auf Grund einer Herzkrankheit das Herz des verstorbenen Mannes von Cristina gespendet. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die drei Episoden auf dramatische Art und Weise immer weiter miteinander verflochten.

21 Gramm ist nach seinem hochgelobten Debüt Amores Perros der zweite Film innerhalb Iñárritus Todes-Trilogie. Wieder widmet sich der Regisseur Themen wie Schuld, Verzweiflung, Tod und Gewalt und deckt dabei die tiefsten der menschlichen Abgründe auf. Durch die nonlineanere Erzählweise und Rückblicke in die Vergangenheit der Charaktere entwickelt das Drama eine außergewöhnliche Dynamik. Alejandro González Iñárritu, der 2006 mit Babel seinen bisher erfolgreichsten Film ablieferte, erschafft eine trostlose Welt, in welcher die innerlich zerissenen Akteure eine Traurigkeit erleben, von der es keine Erlösung gibt.

Neben des kunstvollen Aufbaus von 21 Gramm lobte die Kritik vor allem die schauspielerischen Leistungen der drei Hauptdarsteller. So wurden Naomi Watts und Benicio del Toro jeweils mit einer Oscarnominierung bedacht, Sean Penn konnte trotz sehr guter Kritiken nicht nominiert werden, da er schon für seine Darstellung in Clint Eastwoods Mystic River nominiert war (für welche er dann sogar den Oscar gewann). Auch finanziell war der erste US-amerikanische Film des mexikanischen Regisseurs ein beachtlicher Erfolg, er spielte mehr als das dreifache seines Budgets ein. (BL)

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Cast & Crew


Kritiken (6) — Film: 21 Gramm

Dietmar Kesten: Filmmag.de

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7.5Sehenswert

[...] Der Film ist eine Entdeckung über das Erste, das Endgültige, das Bleibende, über Gefühle, über die Schatten, die der Spiegel wirft. Jeder Blick gewährt uns einen Einblick ins verbotene Terrain der eigenen aufgeladenen Schuld: ein Tasten und ein Gleiten bis in die Tiefen der Psyche. [...]

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kltrg

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7.0Sehenswert

Die drei Geschichten laufen nebeneinander ab, sind nicht in chronologischer Reihenfolge und der Zuschauer braucht eine Weile, bis er sich zurechtfindet und die Zusammenhänge versteht. Keine skurile Charaktere, sondern Menschen, wie sie im echten Leben vorkommen. Lange Momente der Stille. Harte Schnitte zwischen den Szenen und den verschiedenen Schauplätzen. Ein Erzählstil, der durchaus etwas von Tarantino hat.

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Flibbo: wieistderfilm.de

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8.5Ausgezeichnet

Nach “Amores Perros” und vor “Babel” liefert Alejandro González Iñárritu ein originell erzähltes, schön bebildertes und stark gespieltes Drama, bei dem sich die aus vielen Einzelteilen bestehende Geschichte erst im Laufe der Zeit, nach und nach, zusammenfügt. Die interessante Story um Schuld, Liebe und Schicksalsbewältigung wird so zerrüttet präsentiert wie es die drei Hauptfiguren, brillant verköpert vom Trio Sean Penn, Naomi Watts und Benicio del Toro, sind. Technik und Inhalt greifen perfekt ineinander. Still, aber doch sehr intensiv, ohne zu übertreiben.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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7.0Sehenswert

21 Grams gibt letztlich nur vor, dem Zufall zu folgen, in Wahrheit bewegen ihn blasse metaphysische Ideen, werden Figuren und ihr Schicksal bloß exekutiert. Alles kommt darin so, wie es kommen muss, weil Iñárritu die Kausalität des Geschehens nur graduell aufhebt, auf den Suspense eines überraschenden Endes dann doch nicht verzichten kann.

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Evie: www.inderzange.de

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8.0Ausgezeichnet

Der Film war wirklich sehr beeindruckend, allein durch die fabelhaften Schauspieler aber auch durch die bedrückende Story. Aber das große Manko was der Film hat ist die erzählweise, ich finde dadurch macht sich der Film die ganze aufgebaute Atmosphäre wieder zu nichte, sehr schade denn ich denke hätte man den Film "normal" erzählt wäre er noch viel besser gewesen. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr bewegender und guter Film, mehr leider nicht.

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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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9.0Herausragend

Inàrritu gibt Schuld, Sühne, Rache und dem Leiden der Welt Namen und Gesichter von bizarrer Schönheit. Er folgt seinen Figuren in ihre Abgründe, er zeigt sie in fahlen Farben und in Bildern, die schwanken wie die aus der Bahn Geratenen selbst.

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Kommentare (109) — Film: 21 Gramm

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ZaZa

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Bewertung5.0Geht so

21 Gramm. Ich sah gefühlte 6 stunden Herzschmerz und Trauer, sah Leid und Gesellschaftliches Missglück, sah Depression und Zweifel, sah Drogen und Alkohol, sah Liebe und Familie, sah Wut und Demut. Doch nichts was Ich sah, war Interessant.

Ein Film der aufgrund eines Sean Penns in jede Sammlung gehört, doch der Film an sich, eher in die Recycling-Box. Also im Ersten Abschnitt, kam mir der ein oder andere Gähner, ok wir haben 5:04 mittlerweile ist ganz Natürlich. Doch gegen Ende des Film wurde alles etwas spannender und Bewegender, da wurden auch meine Gähner reduziert und für den Nächsten Adam Sandler Film gespart;).

Ein Film mit einer Bandbreite an Handlungen, aber um so weniger Anziehungskraft.
Ich erklär mal was ich meine, wie ich es einem Kameraden in der Schule beibringen würde: ,,Digga, der Film war eigentlich gut so, aber der Film hat mich einfach nicht mitgerrissen so weisst du. Einfach keine Ahnung soviel auf einmal bam bam und dann wieder da bam bam und wieder da bam bam und irgendwie waren grad mal 20minuten vorbei so diggar...!!"

Hmm. Für meine Intelektuellen Freunde die das verstanden haben, verstehen bestimmt auch was ich damit meine. Hmm. Und falls nicht.. Who Cares?!

***AN ALLE DIE IHN NICHT GESEHEN HABEN***
Sieht ihn euch nur an, wenn ihr Kuschelkino braucht und eure Beziehung langsam den Bach runter geht. HAHA spass bei seite.

Mich hat der Film nicht mitgerissen und von 3.0 auf 5.0 Punkte dank der Klasse Hauptdarstellerin und Klasse Ex-Knacki. Und des Wirklich Schönen Endes.

Peace N Out!

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dustyOn3

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vorgemerkt

Wenn ich jetzt zugebe, dass ich "21 Gramm" noch immer nicht gesehen habe, sind bestimmt bereits einige Briefbomben zu mir unterwegs.

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Oceanic6

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Grausam... Inarritus Schlechtester.


dustyOn3

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Na gut. Wir werden sehen. ;-)


ZedsDeadBaby

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"21 Gramm" verstrickt verschiedene Geschichten verschiedener Individuen miteinander, und zeigt uns was für Außenstehende nicht sichtbar wäre.
Menschen die scheinbar nichts miteinander verbindet sind plötzlich voneinander abhängig, kennen sich, suchen einander heim...eine ungehemmte Darstellung von Schuld, Tod, Trauer und Vergeltung.
Sehenswert

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MOVIE...FAN

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Bewertung9.0Herausragend

Ein düsteres, stilles, leidenschaftliches, intensives und tieftrauriges Drama mit Top-Stars. Dieser Film fährt ein und bleibt im Kopf. Die nicht chronische Erzählweise fordert völlige Konzentration und macht den Film nicht langweilig. Es geht um Verlust, Gewinn, Trauer und Schuld und um die Verarbeitung all dieser Aspekte. Man kann mit den Akteuren mitfiebern und sich die Situationen sehr gut vorstellen. Obwohl er 2h dauert, ist er nicht langatmig, und das ist ein gutes Zeichen. Der Film nimmt sich die Zeit, die er braucht. Als Zuschauer selbst braucht man auch eine gewisse Zeit um in den Film hinein zu kommen. Alle drei Hauptdarsteller sind von den Leistungen her etwa auf gleichem Niveau. Naomi Watts hat für mich jedoch am überzeugendsten gespielt.

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aopen

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr guter Film der unter die Haut geht. Im Film muss man von der ersten Minute aufpassen, weil der Film nicht von Anfang an beginnt. Tolle Story, super Schauspieler, Sean Penn kann wirklich gute Filme machen, wie für die Rolle gemacht. Biutiful vom gleichnamigen Regisseur fand ich einen Tick besser. Alle beiden Filme empfehlenswert.

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Apokalyptischer Reiter

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Bewertung9.0Herausragend

Es gibt Themen über die sprechen wir nicht gerne.
Es gibt Momente an denen wir zerbrechen.
Es gibt einen Glauben,tief im Herzen,ein jeder denkt er hat ihn gefunden.
Es gibt den unausweichlichen Zerfall,unser Herz wird ständig gequält.
Es gibt die Leere Mensch,seine Hülle, sein Fleisch,sein Blut,kalt und starr ohne zu wissen warum er lebt.
Es gibt den Tod der als letzter einen Weg bereitet,aus Verlust entsteht neues Leben.
Er ist es der das Gleichgewicht hält........

21 Gramm ist schwermütig und besitzt eine kühle Präzision.
Er schürft tief in den Ängsten, wühlt tief in den Eingeweiden herum,zeigt den Mensch als zerbrechliches Wesen.
Ein Geflecht aus Bildern das sich langsam zu einem Ganzen bildet.
Worte die schmerzen,Geschichten ohne Erbarmen,Menschen am Abgrund.

Doch in all dieser Schaurigkeit,in dieser Realität,keimt ein Funken der dem Leben huldigt.
Der zum Nachdenken anregt,zum Hinterfragen an sich selbst und seinen Mitmenschen.

Wer in diesem Film nicht nur das schlechte sieht(und sich danach schlecht fühlt), wird sicher gut unterhalten.
Bei aller Schwere, ein wichtiger Film da er die Grenzen aufzeigt.
Eben das sich nicht nur alles um den einzelnen dreht.
Das es mehr gibt als die eigene ach so tolle Persöhnlichkeit.
Das wir lernen können, das wir Traditionen sprengen können,das wir unser ganzes Leben verändern können.

Ich habe höchsten Respekt vor den Menschen die wirklich durch die Hölle gegangen sind und immer egal wie schwer es war niemals aufgegeben haben.

Davon können sich einige ne Scheibe abschneiden, damit sie merken wie klein und bedeutungslos ihre ach so großen Probleme eigentlich sind.

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ZaZa

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Auf welchem Zustand hastn du das Geschrieben Meister? :)
Deine Kritik(Kommentar) ist Ausgezeichnet Formuliert. Aber das Rettet den Film, meiner Meinung nach, auch nicht;)


Don_Tony

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

21 Gramm das Gewicht dass man verliert wenn man stirbt.

Geniale Schauspieler, gut inszeniertes Drama bei dem man sehr gut aufpassen muss dass man nichts wichtiges übersieht.

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J!GS4W

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Bewertung9.0Herausragend

Wieviel wiegt das Leben?

Diese Frage scheint paradox zu klingen, wird aber am Ende des Filmes nachvollziehbar geklärt. "21 Gramm" ist Alejandro González Iñárritus ruhiges Schicksalsdrama über Verlust, Tod, Leben, Schuld und Reue. Das Drehbuch ist grandios geschrieben und schafft den Spagat zwischen Zeitsprüngen und Spannung so gekonnt, dass man als Zuschauer stets die Frage hat wie es weitergeht, ohne dabei aber den Faden zu verlieren. Sean Penn, Naomi Watts und Benicio Del Toro sind so fantastisch eingespielt, dass man ihnen mit Leichtigekeit den Todkranken, die Witwe und den Ex-Knacki abnimmt. Der Film bedrückt aufgrund seiner intensiven Geschichte, wirkt dabei aber nicht stoisch, da die Atmosphäre zwar ruhig ist, aber dennoch mit einer gewissen melancholischen Leichtigkeit aufwartet. "21 Gramm" ist packend, authentisch und bewegend und ist ein weiterer Beweis für Iñárritus Feingefühl.

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SoulReaver

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Bewertung10.0Herausragend

„Das ist also das Wartezimmer des Todes.“

Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu schlug mit seinem Debütfilm 'Amore Perros' ein wie eine Bombe. Von allen Seiten umjubelt und gefeiert folgte 2003 sein zweiter Film. Mit '21 Gramm' nimmt uns Iñárritu mit auf eine unglaubliche Reise, tief in das Innerste von uns allen und geht ohne Probleme in die Filmgeschichte ein.

Der Collegeprofessor Paul hat einen schweren Herzfehler und braucht ein neues Herz. Seine Frau Mary erfährt, dass sie unfruchtbar ist. Der Ex-Häftling Jack hat sich der Religion zugewandt, mit der er seine Drogen- und Alkoholsucht bekämpft. Christina, früher ein Partygirl mit Drogenproblemen, ist zur respektablen Mittelschichtsmutter gereift. Ein verheerender Verkehrsunfall macht alle miteinander bekannt und bringt so manche Veränderung mit sich.

'21 Gramm' erzählt seine Geschichte nicht nach herkömmlichen Erzählstrukturen. Er springt durch die Zeit, Gegenwart und Vergangenheit, alles vermischt und muss vom aufmerksamen Zuschauer immer mehr zusammengesetzt werden. Rodrigo Pinto's körnige, leicht unscharfe und absolut trostlose Bilder unterstütz von der Handkamera lassen den Film extrem nah und authentisch wirken. Man ist immer mittendrin und ein Schlag in die Magengrube folgt dem nächsten. Dazu der unglaublich intensive, fast minimalistische Score, der jede Szene mit einer unglaublichen Schwere unterlegt die sich von Minute zu Minute immer mehr ausbreitet.

Mit Sean Penn, Naomi Watts und Benicio del Toro hat Iñárritu einen Cast der absoluten Extraklasse zusammengestellt. Sean Penn spielt Paul, einen Professor der dringend auf ein Spenderherz wartet und dabei verschiedenste Stadien seiner Gefühlswelt durchleben muss. Sean Penn bringt wie gewohnt eine grandiose Leistung und begeistert durch sein feines und dramatisches Schauspiel. Mit Watts und del Toro hat Penn es aber zwei ebenbürtigen Darstellern zu tun und Penn sticht keinesfalls besonders aus dem Cast hervor. Naomi Watts als Christina, die sich von der Drogensüchtigen ins geordnete Leben eingefügt hat, gerät durch einen schrecklichen Unfall total aus dem Tritt und wird zu einem schmerzerfüllten Wrack. Watts bringt wahrscheinlich die stärkste Leistung des Films, ging bei der Oscar Verleihung leider leer aus. Ihre Gefühlsausbrüche und Zerrissenheit bringt sie mit unglaublicher Kraft auf den Bildschirm und verschlägt nicht nur einmal dem Zuschauer die Sprache. Benicio del Toro als Ex-Knacki Jack, der immer wieder Probleme mit der Polizei hatte und den Weg zu Gott gefunden hat, aber einen unverzeihlichen Fehler begeht. del Toro, ebenfalls Oscar Nominiert, leistet auch wieder großes und rundet den Cast endgültig zu einem der besten überhaupt ab.

Mit dem zweiten Teil seiner Todes-Trilogie inszeniert Alejandro González Iñárritu einen durch und durch depressiven Einblick in drei verschiedene Menschenwelten die sich nach und nach in ihrem Leben begegnen und das Leben der anderen katastrophal verändern. Der Tod spielt für Iñárritu eine riesige, alles überschattende Rolle. Was bedeutet der Tod und wann beginnt er? Wann sterben wir, wann ist dieser Moment greifbar nah, wie entgehen wir ihm und was sind die Folgen davon in Anbetracht auf unser Familiäres Umfeld? Der Tod spielt die größte Rolle im Leben, denn nichts liegt so nah beieinander wie Leben und Tod. Der Anfang und das Ende. Dazu schleicht sich Liebe ein. Unerfüllt, unglücklich, unausweichlich. Erst langsam und unaufdringlich, doch irgendwann unaufhaltsam und machtergreifend. Doch was bedeutet Liebe nach all diesen unerträglichen Schicksalsschlägen? Ist es die verzweifelte Suche nach Trost, Schutz, Ablenkung und Nähe? Die Hoffnung auf Verdrängung und Bewältigung? Wahrscheinlich von allem etwas. Aber was bringt Liebe wenn der Hass immer größer ist und alles überwiegt? Wenn man seine Wunden durch Rache heilen will und dabei selbst in Schuld treibt. Wie schuldig ist der Schuldige wenn niemand von seiner Schuld weiß, nur er selbst. Und welchen Gewissensbissen muss dieser Mensch standhalten? All die Gefühle, die Schuld, der Schmerz, der Hass, die Liebe und die Rache. Die ganzen moralischen Fragen, die eigenen blockierten Fluchtwege und die unabänderbare Situation in die wir immer ohne Vorwarnung gestoßen werden. Alles macht '21 Gramm' aus. Wenn geschundene Seelen sich zusammentun wächst daraus kein standhafter Zusammenhalt, das eigene Chaos breitet sich nur immer weiter aus, Stück für Stück bis zum schonungslosen Gefühlsurknall. Das inszeniert Iñárritu in derart depressiver Art und Weise die noch lange schmerzen wird. Also, wer sich auf '21 Gramm' einlassen kann erlebt einen Film der dem Zuschauer auf kurze Sicht einiges an Kraft und Mut nimmt, aber wer über den Tellerrand blicken kann wird einen Film erleben der nicht nur nimmt sondern auch extrem viel gibt.

Fazit: Alejandro González Iñárritu's '21 Gramm' zählt zu den bedrückendsten depressivsten, schonungslosesten und gleichzeitig menschlichsten und einfühlsamsten Filmen überhaupt. Die unglaublich starken Schauspieler, die einbrennenden Bilder und Iñárritu's sensible Inszenierung machen '21 Gramm' zu dem was er ist: ein kraftvolles, tragisches und aufwühlendes Meisterwerk.

„Was hab ich in diesem Club der lebenden Toten verloren?“

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Kreaexo

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Alles Gute zum Geburtstag!
Mein Geburtstagsgeschenk an dich: 10.0 Punkte für diesen Film.
Aber auch nur aufgrund des hervorragenden Endes, welches einiges rausgeholt hat.


SoulReaver

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Danke :)
Die einzig wahre Bewertung :D


Tachitalili

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Bewertung5.5Geht so

Depri- Film, dessen Aussage ich nicht finden konnte.
Lahme Story.
Naomi Watts spielt mal überzeugend.
Machart ist ok.
Fazit: muß nicht unbedingt sein.

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kinogaengerin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Um ehrlich zu sein, hatte ich im Vorfeld etwas anderes erwartet: "Es heißt, wir alle verlieren 21 Gramm, genau in dem Moment, in dem der Tod eintritt. Doch wie viel sind 21 Gramm? Das Gewicht von fünf 5 Cent Münzen. Das Gewicht eines Kolibris. Eines Schokoriegels..." Unerwartet fand ich mich nun in einem Strudel aus Dramatik, Melancholie und einem völlig verwirrenden Anfang wieder. Es geht um drei Personen, die alle ein gemeinsames Schicksal verbindet. Doch der Film beginnt damit, in nicht chronologischer Reihenfolge zwischen den drei Erzählsträngen hin und her zu springen. Mit der Zeit geht dieses Konzept jedoch mehr als auf und man sitzt als Zuschauer gespannt vor der Mattscheibe, um endlich zu erfahren, wie sich das Leben aller drei Personen (toller Cast!) grundlegend ändert. Als Fazit bleibt mir persönlich nur zu sagen: Wenn ich einmal eine kleine Tochter haben sollte, dann werde ich ihr auf alle Fälle blaue Schnürsenkel kaufen, wenn sie die haben möchte...

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based_god

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huch, gleich der nächste schöne comment zu einem meiner lieblingsfilme ^^


kinogaengerin

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Und danke nochmals! :)


marcowski

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Bewertung7.0Sehenswert

filmisches Puzzlespiel voller Melancholie

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paeko

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film der sich nicht nur wegen der nicht linear erzählten Geschichte vom Durchschnitt Hollywoods deutlich abhebt.

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hoffman587

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Bewertung9.5Herausragend

21 Grams

Wie viel wiegt die Seele? Wie viel die Liebe? Wie viel ein einzelnes Leben, mag es auch so bitter sein. Was verliert der Mensch, wenn er stirbt? Nur ein Leben oder vielleicht doch mehr? Was ist der Preis den wir zahlen? Was?....."21 Gramm"?
Das ist die Frage...denn erstmal ist "21 Gramm" ein Film von Alejandro Gonzalez Inarritu aus dem Jahre 2003.

Die Story exzellent gehandhabt, in drei Handlungsträngen aufgeteilt, interessant und komplex miteinander verwoben, selbstverständlich zudem auch mehr als interessant bis zum Schluss: Der Kollegeprofessor Paul Rivers hat einen neuen Herz bekommen, er möchte herausfinden wer der Spender war und trifft auf Christina, die in einer tiefen Trauer festsitzt, da ihr Ehemann und ihre beiden Töchter bei einem Unfall starben, der Täter begann Fahrerflucht.

Der Cast wurde natürlich hervorragend ausgewählt, auf einem hohen Niveau, eben echtes Top-Niveau, so und nicht anders, einmal mit einem wie immer brillanten Sean Penn als Paul Rivers, der Herzkranke, der Mann, der nach dem Menschen hinter seinen Leben sucht, dann noch eine nicht weniger grandios aufspielende Naomi Watts als Christina Peck, die verzweifelte Ehefrau, die in ihrer tiefen Festung der Trauer so gesagt gefangen ist, die den Tod kaum überwinden kann und zum Schluss gäbe es da noch den famosen Benicio Del Toro, der sich als religiöser Ex-Häftling Jack Jordan in Hochform zeigt, als der Mann, der das Leben von allen veränderte, als der Fahrer des Wagens, die Religion als Halt gegen den Alkohol und die Drogen.

Weiterhin kann ich auch die Regie des Herrn Regisseurs nur als genial loben, intensiv erzählt, packend und kraftvoll, von ein unglaublichen Eindringlichkeit, die ich kaum beschreiben kann, Inarritu verpackt oder besser gesagt fügt die Handlungstränge mehr als spannend bzw. komplex zusammen, Zeitsprünge und so weiter und so weiter sehr intelligent gemacht, dazu aber auch noch tragisch und deprimierend, aber irgendwie sehr sensibel.
Und die Kamera stark geführt, fast schon dokumentarisch und dabei selbstverständlich intensiv, atemberaubend, ich kann dieses bedrückende Gefühl nicht beschreiben, ich will nicht sagen schonunglos, oder besser gesagt man fühlt mit jeder Minute den Schmerz den Trauer und die Liebe der Protagonisten und die Bilder transferieren das nahezu perfekt, anders kann ich es nicht beschreiben.

Dazu noch ein tolles Drehbuch, mit tiefgründigen, hintergründigen, interessanten und meiner Meinung nach auch großartig ausgearbeiteten Charakteren, tragisch ihre Leben, traurig ihre Geschichten, einfach packend, deprimierend, wie die Toten das Leben anderer Menschen beeinflussen können, jeder für sich, muss damit umgehen, mit dem Tod, denn der kennt keine Wiederkehr...

Was kann ich nun also schlussendlich sagen außer, dass ich "21 Gramm" für ein filmisches Erlebnis der Extraklasse halte, ich würde sagen für mich ein Meisterwerk... das Gewicht der Seele...

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John Milton

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Wunderbares Kommentar zu einem wunderbaren Film. Wunderbar.


hoffman587

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Danke:)


Jack_Torrance

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Bewertung9.5Herausragend

21 Grams ist vieles: traurig, deprimiernd, intensiv, brilliant... Vor allem aber ist 21 Grams eines: unglaublich menschlich.
Das merkt man vor allem an der unglaublich präzisen Beobachtung der Charaktere: ein gläubiger Ex-Häftling, eine vom Verlust ihrer Familie gezeichnete Frau, ein vereinsamter, durch die Herzspende des Ehemannes der vorher genannten Frau geretteter Mann, der aber trotzdem kein Glück findet.
Gemäß diesem XY-Motiv fängt Inarritu die Lebensläufe der einzelnen Charaktere ein. Er riskiert Zeitsprünge, Einschübe und Parallelismen und vereint sie zu einem einzigartigen Kaleidoskop über Glauben, Tod und Liebe. Das gibt dem Film eine unglaubliche Sensibilität und Schönheit.

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Imagination

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Gleiche Wertung und du drückst genau das aus, was ich gestern ebenfalls empfunden habe.


Jack_Torrance

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@ JohnnyKee:
Gracias :D
@Imagination:
Cool, das verblüfft und freut mich zugleich ;-)


agynessa

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Bewertung7.5Sehenswert

Zuerst etwas verwirrend, doch die großartige schauspielerische Leistung der Darsteller und die nach und nach folgenden Erklärungen machen diesen Film zu einem echten Geheimtipp, was anspruchsvolle Dramen betrifft.

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Punsha

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Um zu Beginn mal etwas Persönliches von mir zu geben: "21 Gramm" war damals der Film, bei dem ich Naomi Watts' Charme verfiel, mich auf Sean Penn aufmerksam machte und Benicio del Toro zu einem meiner Lieblingsschauspieler wurde.
Ich möchte nicht die anderen klasse gespielten Nebenrollen auslassen, aber es ist ebendieses Trio, welches "21 Gramm" neben der konfusen Erzählweise irgendwie einzigartig macht. Besonders im ersten Teil des Films bleiben uns die einzelnen Erzählstränge ein Rätsel und wir erkennen keinen Zusammenhang. Absolut unwichtig. Denn in jedem einzelnen Puzzleteil steckt so viel Gefühl und Leidenschaft, dass wohl die Meisten von der Geschichte betroffen sind, auch wenn sie sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht verstehen. Wenn Inarritu schon geschickt voraus greift und uns in der Story noch unerklärte Handlungen und Zusammenhänge zeigt, weckt das schlagartig unser Interesse, Spannung bleibt immer erhalten. Der Zuschauer will wissen: Wie wird es dazu kommen? Was wird geschehen?
Um es kurz zu halten: "21 Gramm" hat eigentlich alles. Ein großartiges Schauspielensemble verkörpert ausgesprochen viel Gefühl in einem philosophischen Drama mit ein wenig Thrill, Spannung und Anspruch, denn mitdenken ist auch gefragt.
Wem also das alles zusagt und die psychischen Abgründe einiger Menschen, die ein tragischer Unfall verbindet, erforschen möchte, dem ist dieser Film absolut zu empfehlen. Für mich zweifelsohne Inarritus Bester.

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Punsha

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Schade, schade! Dann eben auf ein nächstes Mal. ;)


Mighty House

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Dienstag ;)


Jomo

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Bewertung5.0Geht so

Warum kann ein Film nicht eine Geschichte vom Anfang zum Ende erzählen, sondern muss völlig wirr hin und her springen? Um (offensichtlich für viele erfolgreich) zu verschleiern, dass er nicht nur einen völlig hohlen Titel hat, sondern auch einen reichlich banalen Inhalt. Praktisch auch für die Hauptfigur, dass die Witwe seines Herzens so jung und sexy ist (wäre eher doof gewesen, wenn es jemand wie die Tussi vom Knacki gewesen wäre). Egozentrisch wie er ist, macht es ihm auch nichts aus, sie noch einmal Verlust spüren zu lassen. Aber das ist alles nicht wichtig, denn hier geht es um die wirklich wichtigen Fragen. Die allerdings schon tausendmal zuvor und vor allem deutlich besser gestellt wurden.

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Broda

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Bewertung10.0Herausragend

"Die Erde dreht sich, sie dreht sich um sich selbst. Damit wir uns näher kämen."

„21 Gramm“ von Alejandro González Iñárritu ist kein schöner Film. Wirklich nicht. Kein Film den man eben mal schauen kann, und dann wieder vergessen. Vielmehr ein Film der lange im Kopf bleibt. Viele Tränen wurden vergossen während ich dieses Meisterwerk sah. Einige nach dem Film, als ich mir den Soundtrack anhörte.
Jetzt, wo ich wieder über den Film denke ist mir wieder zum heulen! Die Schicksale der 3 Menschen, die Taten, die Blicke, die Worte. Großes Gefühls Kino, das ist „21 Gramm“. Die Darsteller, unglaublich. Jede Mimik sitzt. Gefühle werden so echt rüber gebracht, dass man fast vergessen könnte das es letzt endlich doch nur ein Film ist.

"Fühle die Musik, fühle den Schmerz, fühle die Einsamkeit, fühle die Trauer, fühle das Verlangen, fühle das Schicksal, fühle den Abgrund, fühle eines der besten Dramas überhaupt! Fühl dich scheiße!"

Kein Zitat aus dem Film. Ein Auszug aus dem Kommentar von JohnnyKee. Besser könnte man dieses Werk nicht beschreiben, daher musste ich dies einfach hier unterbringen!

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JohnnyKee

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Genial! Made my day! :D


Reaper©

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anstregend...aber gut


Napoleon II

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Filmtitel bezieht sich auf die Legende, wonach der Mensch im Moment des Todes 21 Gramm leichter werde. Das sei das Gewicht der Seele, die entweiche.

Experimente mit Sterbenden

Für einmal ist eine moderne Legende wahr - in ihrer Anlage, nicht zwingend in ihrer Aussage: 1907 wurden in Massachusetts / USA tatsächlich Experimente mit Sterbenden durchgeführt. Dr. Duncan MacDougall legte nacheinander sechs Todkranke auf ein Bett, das mit einer genauen Waage gekoppelt war.

Publikation in Fachmagazin

In seiner Publikation in American Medicine behauptete er, dass er bei den Sterbenden einen Gewichtsverlust im Moment des Todes feststellen konnte. Diese Aussage wurde später von der renommierten Tageszeitung New York Times zitiert und dort zu den 21 Gramm verdichtet, die bei dem Experiment angeblich im Schnitt "verloren gingen". Übernommen wurde auch die Feststellung von MacDougall, das könnte das Gewicht der Seele sein, jedenfalls habe er keine andere Erklärung für den Gewichtsverlust.

Nur ein Mal 21 Gramm gemessen

Ein Blick auf die Experimente bietet ein differenzierteres Bild: Von den sechs Sterbenden konnte er bei zweien das Experiment nicht wirklich durchführen. Bei zwei weiteren stellte er einen Gewichtsverlust beim Tod von 14 Gramm fest, ein paar Minuten später zusätzliche 28 bis 42 Gramm. Bei einem weiteren Probanden wog er nach dem Tod einen Verlust von 8 Gramm. Beim Nachmessen konnte die Differenz allerdings nicht mehr festgestellt werden, sie stellte sich erst 15 Minuten später wieder ein. Nur beim ersten Toten mass er die berühmten 21 Gramm.

Kein Gewichtsverlust bei Hunden

MacDougal hat das Experiment mit Hunden wiederholt. 15 Bellos und Fidos brachte er zu Tode. Bei ihnen konnte er keine Gewichtsreduktion feststellen - was ihm durchaus entgegen kam, denn nach seiner Ansicht haben bloss Menschen Seelen.

War offensichtlich ein Gläubiger

Was ist davon zu halten? Wenig. Duncan Mac Dougall soll wohl ein weitgehend zuverlässiger Mediziner gewesen sein. Doch sein Kommentar zum Hunde-Experiment weist ihn als prinzipiell Gläubigen aus. Er wollte mit seinem Experiment offensichtlich die Existenz der Seele verifizieren, also bestätigen. Das stärkt das Vertrauen in seine wissenschaftliche Neutralität nicht wirklich.

Wenig wissenschaftliche Versuchsanlage

Aber selbst wenn er das Experiment faktentreu publiziert haben sollte: Sechs Versuchspersonen sind eine viel zu kleine Stichprobe für gültige Schlüsse - zumal die Ergebnisse höchst unterschiedlich ausfielen. Auch sind Zweifel an der Versuchsanordnung erlaubt: Waren die Waagen genau genug? Wie haben sie eigentlich den Zeitpunkt des Todes fest gestellt? Und wäre dieser geringe Verlust durch andere Prozesse erklärbar, etwa einen finaler Schweissschub; 0.2 Deziliter sind auf der Fläche des gesamten Körpers rasch verdunstet. Und Hunde haben bloss an den Fussballen Schweissdrüsen.

Experiment nie wiederholt

Das Experiment wurde nie wiederholt; es ist ethisch nicht ganz problemlos, mit Sterbenden ein bisschen zu experimentieren, obwohl sich dafür gewiss Freiwillige finden liessen. Aber das wissenschaftliche Interesse daran fehlt. Selbst wer an die Existenz einer Seele als Trägerin von Persönlichkeit über den Tod hinaus glaubt, nimmt meist an, dass sie nicht materiell ist, also auch kein Gewicht hat.

Logische Probleme

Ob materiell oder nicht - logisch gesehen bringt das Konzept einer manifesten Seele ein paar Probleme mit sich: Wann kam sie im Laufe der Evolution hinzu? War sie schon bei den ersten komplexen Molekülen dabei? Ähnlich bei der individuellen Entwicklung: Entsteht sie bei der Befruchtung? Kommt sie irgendwann dazu? Wie ist deren Interface zu unserer Psyche vorstellbar, die eine Funktion unseres Gehirns ist?

Nicht erfahrbar

Oder ist es aus Sicht der Seelen-Gläubigen nicht sinnvoller, gleich auf jedwede rationale Erklärung zu verzichten? So gross der Wunsch nach sachlichen Hinweisen auf die Existenz von Seele und anderen metaphysischen Konzepten auch sein mag, sind sie eben genau das: metaphysisch, gemäss Definition "überempirisch, also jede mögliche Erfahrung überschreitend".

Nahtod-Erfahrung als Beweis?

Wie steht's denn mit angeblichen Beweisen, etwa den Nahtod-Erfahrungen? Dabei berichten einige Menschen, die bei Operationen oder Unfällen klinisch Tod waren davon, ihren Körper verlassen zu haben und oft einem hellen Licht entgegengeschwebt zu sein.

Im Experiment simulierbar

Klingt wie eine Ablösung vom sterblichen Körper aus Sicht der Seele, ähnelt aber verdächtig den Erfahrungen von Piloten in Zentrifugen, die bei extremen Beschleunigungen aufgrund von Sauerstoffmangel im Gehirn für kurze Zeit das Bewusstsein verlieren. Ausserdem konnten diese Symptome auch bewusst durch die Stimulierung einer bestimmten Hirnregion ausgelöst werden.

18% mit Nahtod-Erfahrung

Eine andere Studie berichtet, dass 18% aller Herzstillstands-Patienten von einer Nahtod-Erfahrung berichten. Die niederländischen Mediziner fragen, weshalb denn nicht alle Probanden diese Erfahrung gemacht haben, wenn das bloss eine Funktion des mit Sauerstoff unterversorgten Gehirns sei. Würde ein "Seelenspaziergang" als Erklärung beigezogen werden, müsste aber dieselbe Frage gestellt werden; wenn schon Seele, dann haben wir doch alle eine, oder? Naja, ausser MacDougalls Hunden. Aber der Homo Sapiens sieht sich generell gerne als Höhe- und Schlusspunkt der Evolution.

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dumas

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Eigentlich wollte ich ja was über den Film wissen. Trotzdem spannender Artikel. Wusste nicht, dass Hunde den Tunnel am Ende des Lichts nicht sehen können.


Napoleon II

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nein das behauptet nur Duncan Mac Dougall um verkrampft an der these 21 g glauben zu können


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