Rote Laterne
Da hong deng long gao gao gua (1991), CN/HK/TW Laufzeit 125 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 30.07.1992
14 Bewertungen
Skala 0 bis 10
304 Bewertungen
13 Kommentare
Keine
von Yimou Zhang, mit Li Gong und Caifei He
China in den 20er Jahren: Die Studentin Songlian heiratet nach dem Tod ihres Vaters auf Drängen ihrer Stiefmutter den reichen Herrn Chen und zieht als seine vierte Frau in dessen prächtiges Anwesen ein. Chen ist ein mächtiger Clan-Chef im Norden Chinas und herrscht uneingeschränkt in seiner Sippe. Seine erste Frau hat ihm einen Sohn geboren, die zweite Frau ist eine geschickte Intrigantin und die dritte Frau hat heimlich ein Verhältnis mit dem Hausarzt. Die vier Frauen bewohnen ein eigenes Haus und haben eigene Dienerinnen. Allabendlich unterwirft Herr Chen seine Frauen einem strengen Ritual. Sie müssen vor ihren Häusern Aufstellung nehmen, dann wird verkündet, bei welcher Frau der Herr die Nacht verbringt. Als Symbol seiner Gunst leuchten anschließend rote Laternen im Hof und in den Gemächern der Favoritin. Songlian begreift bald, wie sie sich vor den anderen Frauen einen Vorteil verschaffen kann. Sie gibt vor, schwanger zu sein. Damit kann sie Chen einige Zeit lang fester an sich binden. Umso schlimmer ist aber ihre Niederlage, als die Täuschung offenbar wird.
Cast & Crew
- Genre
- Historienfilm, Sozialdrama, Drama
- Handlung
- Hochzeit, Intrige, Konkurrenz, Polygamie, Reichtum
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Kritiken (1) — Film: Rote Laterne
Ulrich Behrens
Kommentar löschenZhang benennt aber nicht nur die Komponenten eines solch (scheinbar) autonomen totalitären Systems. Er zeigt sie bildgewaltig, und er zeigt, in welcher Stille sich das System letztlich reproduziert und welche tödlichen Strafen es für die vorsieht, die nicht nur gegen es rebellieren, sondern entscheidende Regeln verletzen. Dass „Die rote Laterne” eine versteckte Kritik am totalitären chinesischen Regime (und darüber hinaus an jedem Totalitarismus) darstellt, kann man schlichtweg nicht bezweifeln.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (12) — Film: Rote Laterne
VisitorQ Mon, 21 Nov 2011 10:10:01 -0000
Kommentar löschenEiner der besten Filme von Yimou mit einer großartigen Gong Li. Ein Film so wunderschön, dass er wirklich zum Träumen einlädt.
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TheDrPepperPower Tue, 15 Nov 2011 14:36:13 -0000
Kommentar löschenDie Tradition ist eine Fessel der Vergangenheit. Es gibt keinen Grund sich ihr zu unterwerfen außer um ihrer Selbst willen. Sie abzustreifen ist der erste Schritt zur Freiheit und einem glücklichen Leben. Die Menschheit hat noch einen weiten Weg zu gehen.
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BigDi Sun, 21 Aug 2011 15:42:52 -0000
Kommentar löschenEs ist reinstes Patriarchat, doch in Wirklich ist der Mann hier eine Marionette, die kaum zu Wort kommt und nicht einmal ihr Gesicht zeigen darf. Er ist anonym und allgegenwärtig und letzten Endes von keinem Belang für das Geschehen. Stattdessen geht es um die Frauen, die sich in einem Netz aus Machtkämpfen, Verrat und Manipulation verstricken - als würden sich bei jeden Schritt einer die Schlingen um die Hälse der anderen zusammenziehen. In diesem Mikrokosmos, welcher ganz wunderbar als Spiegel des nicht sichtbaren, aber existenten großen Ganzen funktioniert, kann es jedoch keine Gewinner geben, weil es nichts zu gewinnen gibt - nichts, was einem in wenigen Stunden wieder genommen werden kann. Wer einem anderen eine Grube gräbt, verliert das Licht der roten Laternen, die Wahl beim Essen, die Zweisamkeit der Nacht, den Verstand und das Leben. Die Wendung in der Geschichte ist zwar vorhersehbar, funktioniert aber dennoch hervorragend, weil man sie schlicht nicht wahrhaben möchte. "Rote Laterne" ist so streng inszeniert wie die Regeln, nach denen die gezeigte Welt funktioniert, so schmerzhaft wie das Chaos, was hinter diesen lauert, und so beengend wie ein Käfig nur sein kann. Und auf seine Art vielleicht der beste Gefängnisfilm.
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phoenix409 Fri, 11 Feb 2011 20:25:28 -0000
Kommentar löschen"Im Leben ist es wie im Theater. Spielt man gut, betrügt man andere. Spielt man schlecht, betrügt man sich. Und wenn man sich selbst nicht mehr betrügen kann, betrügt man nur noch die Geister." - "Den Unterschied macht nur ein Atemzug. Menschen sind Geister. Geister sind Menschen."
Ein Riss im Sittengemälde. Der gnädige Herr entscheidet, in welcher Nacht er bei welcher seiner vier Frauen schläft. Die Erwählte genießt allerlei Privilegien und den Schein roter Laternen, die anderen haben das Nachsehen. Das ist die Aufgabe. Das ist die Pflicht. Der gnädige Herr entscheidet, die Frauen bleiben abrufbereit. Was bleibt da noch? Viel Zeit für Neugier, Neid, Lästerei und Intrigenspiele, viel Zeit für gefährliche Gedanken, viel Zeit für eine langsam, aber genial aufgebaute Geschichte vor anziehend kühler Kulisse, eingefangen in einer wahrlich wunderschönen Bildsprache. Wenn's nach mir gegangen wäre, ich hätte gerne noch viel mehr Zeit investiert. "Rote Laterne" ist ein Meisterwerk und eine echte Perle.
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jollyroger Fri, 11 Feb 2011 21:31:53 -0000
Antwort löschenDanke, vorgemerkt.
phoenix409 Fri, 11 Feb 2011 23:13:03 -0000
Antwort löschenKein Problem ;)
und danke janissl für's drauf aufmerksam machen, ebenso für "Der Eissturm", beide sind richtig groß.
BigDi Sat, 12 Feb 2011 00:04:43 -0000
Antwort löschenWie oft hatte ich mir schon fest vorgenommen, die TV-Aufnahme zu schauen, wie oft habe ich sie wieder nach hinten geschoben...aber beim nächsten Mal klappt's, versprochen! :)
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Tyler__Durden Sat, 12 Feb 2011 00:24:15 -0000
Antwort löschenSieben Monate BigDi. Sieben Monate seit ich meinen Kommentar geschrieben habe und du sagtest du sieht ihn dir an. Jetzt wirds wirklich mal Zeit. :P
BigDi Sat, 12 Feb 2011 11:25:05 -0000
Antwort löschen@Tyler__Durden: Immerhin, vom Gefühl her hätte ich gesagt, ich hätt's mir vor mindestens einem Jahr vorgenommen. :D
Sigmund Wed, 18 Aug 2010 16:37:28 -0000
Kommentar löschenEin brillantes (vielleicht das beste!) Gleichnis für die Mechanismen von Machtmissbrauch.
So zeigt der Film minutiös und mit kristalliner Klarheit, wie sich die im Netz der Abhängigkeit verfangenen Individuen bei ihrem Ringen um kleine Privilegien – das Zuckerbrot jedes versierten Despoten – selbst verraten, gegenseitig kontrollieren und so letztlich zu Stützpfeilern eines Systems werden, das sie mit unausweichlicher Konsequenz innerlich zerreiben wird.
Eine Dynamik, die sich stimmig auf die gängigen Schurkenstaaten übertragen lässt, aber nicht weniger auf jedes andere System zutrifft, das seine Untergebenen entwertet, kleinhält und sie mit verheißungsvollem Plunderkram gefügig macht.
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Tyler__Durden Thu, 08 Jul 2010 19:37:16 -0000
Kommentar löschen"Raise the Red Lantern" ist einer dieser Filme für die der Begriff Bildkomposition erfunden worden ist. So viel der Emotionen und Gefühlslagen werden z.B. nur durch den Perfekten Lichteinsatz der immer Präsenten Roten Lampen erzeugt. Diese natürlich Wärme ausstrahlen, doch Lun Yang und Fei Zhao stellen im Kontrast dazu die Charaktere und dessen Abstinenz ihrer Wärme dagegen. Solche Virtuosität und Kompetenz lässt einen ja schon beim Zuschauen Neidisch werden. Zhang Yimous Wunderwerk des Chinesischen Kinos zeigt uns den Weg , besser ausgedrückt den Leidensweg einer Konkubine in den Wahnsinn ihrer Psyche und die Kälte ihrer Umgebung mit solch erschütternder Klarheit das man selbst als Europäer, der von solch einer Thematik kaum etwas weiß, ein gutes Bild der Frauen bekommt die so etwas durchleben. Bezwingend und Herausfordernd und was Chinas Kinogeschichte angeht ganz weit oben auf dem Thron.
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BigDi Thu, 08 Jul 2010 20:49:58 -0000
Antwort löschenHey, den Film habe ich so gut wie, wird bald geschaut. (oder ich schieb noch "Die sieben Samurai" dazwischen, aber ich fürchte, ich werde nie dazu kommen, den zu schauen^^)
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Tyler__Durden Thu, 08 Jul 2010 21:03:07 -0000
Antwort löschenDie dunkle Seite der Filmliebschaft, es gibt einfach zu viele die einen beglücken wollen.^^
BigDi Thu, 08 Jul 2010 23:13:38 -0000
Antwort löschenIch überlege gerade, wie es wäre, wenn das auf Frauen zutreffen würde...argh, mitten in der Nacht denken ist nicht gut. ^^
Pardus Sun, 27 Jun 2010 16:12:48 -0000
Kommentar löschenweißer schnee und rotes licht... wirklich tolle bilder. stilistisch sehr ausgefeilt beispielsweise das mann das gesicht des herren nie sieht. gut gemacht !
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8martin Mon, 14 Jun 2010 16:33:56 -0000
Kommentar löschenDie bezaubernde Gong Li in ihrem vielleicht optisch schönsten Film. In formal streng komponierten, äußerst eindrucksvollen Bildern erzählt der Film in einem Farbenrausch in ganz ruhiger Abfolge eine an sich belanglose Geschichte: Songliang wird vierte Nebenfrau eines reichen Chinesen. Das Anwesen ist ein abgeschlossenes Universum mit klar gegliederter Hierarchie. Hier verläuft das Leben nach immer gleichen, starren Regeln, genau wie die Jahreszeiten. Verstöße werden unnachsichtig geahndet. Doch es gibt tödliche Intrigen und Verrat unter den Frauen. Von den Herren sieht man eigentlich recht wenig. Mit ihrer Eigenständigkeit, ihrem Mut auch zu einer gewagten Aussprache und ihrer Stärke als Frau erarbeitet sich Songliang eine vordere Stellung in der Beliebtheitsskala. Doch sie bleibt nur ein kleines Rädchen im großen Getriebe des Hauses, wird unschuldig schuldig und endet mit ihren Gewissensbissen im Wahnsinn.
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M_A_X Thu, 02 Oct 2008 02:07:10 -0000
Kommentar löschenEin kleines, ruhiges, trauriges Meisterwerk.
In ruhigen, stilvollen und teils durchaus künstlerisch anspruchsvollen Szenen schildert dieser Film ein Frauenschicksal welches es zu der damaligen Zeit in China zuhauf gab und vermitelt trotz seinem stringent "negativen" Handlungsverlauf ein Bild, von einer historischen Schande, welches nie pessimistisch daher kommt sondern stehts mit der Nüchternheit, der bitteren Realität.
Bemerkt werden sollte die Tatsache, dass der Regisseur des Filmes der Gleiche ist der auch "Hero" und "Fluch der goldenen Blume" verwirklichte. Wobei es nur schmerzlich zu erkennen ist, dass sein letzer Film (Fluch der goldenen Blume) ein, im Kontext betrachtet, Pro-China Film ist.
Dieser Film hier wurde in China indiziert...weil er etwas aussprach was man nicht hören wollte.
Es bleibt festzustellen das dies, neben "Hero", der beste Film des Chinesen "Zhang Yimou" ist...und leider auch bleiben wird.
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annaberlin Wed, 04 Jun 2008 08:34:48 -0000
Kommentar löschenIch finde zwar normalerweise keinen richtigen Zugang zum chinesischen Kino, aber dieser Film ist eine Ausnahme. Es ist erschütternd, wie das junge schöne Mädchen durch Intrigen zugrunde geht. Eindeutig auch die Referenz auf den totalitären Staat China, und von daher auf zwei Ebenen lesbar. Zang Yimou ist damit einer der wenigen Regisseure Chinas, der nicht staatskonforme Filme macht und somit die Kunst nutzt, um ein internationales Publikum darauf aufmerksam zu machen, wie sehr die Freiheit in China beschnitten wird.
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Nevenka Sun, 06 Jan 2008 16:41:34 -0000
Kommentar löschenDer Mann steht über seinen Frauen, die Ehefrauen über den DienerInnen. Der Mann bestimmt durch seine Lust über die Ranghöhe der Ehefrauen. Das Gebären von Söhnen spielt eine maßgebliche Rolle. Für Einfluss und Macht, um dem Ehemann in seiner Stellung am nächsten zu sein, intrigieren die Ehefrauen gegeneinander. Wenn eine Dienerin die Konkubine des Herren wird, ist dieses System noch komplizierter. Krankheit, Tod und wahnsinnbewirkende Schuld sind die Strafen, die die Frauen dafür erleiden, dieses Gefängnis, das ihr Leben ist, für sich verbessern zu wollen. Krankheit, Tod und Wahnsinn sind gleichzeitig die einzigen funktionierenden Auswege. Der kleine Sohn der dritten Frau sagt an einer Stelle ein Gedicht über Vögel im Käfig auf, die nicht so schön singen wie im Wald. Ein roter Käfig. Ein Film, der mich sehr beeindruckt hat.
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BUW_213_ER Tue, 20 Nov 2007 18:32:59 -0000
Kommentar löschenGuter, aber ernüchternder Film... es ist erschütternd wie eine frau an ihren eigenen lügen zu grunde geht nur um die zuneigung eines mannes zu gewinnen!
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