Taking Woodstock
US 2009
- Genre
- Komödie
- Inhalt
Eigentlich träumt der junge Elliot Tiber von einer Karriere als Innendesigner. Doch das Motel seiner Eltern läuft alles andere als berauschend, und so hockt er weiter in seinem heimatlichen Kaff und sinnt nach einer Idee, wie man die Geschäfte wieder… — Mehr
Eigentlich träumt der junge Elliot Tiber von einer Karriere als Innendesigner. Doch das Motel seiner Eltern läuft alles andere als berauschend, und so hockt er weiter in seinem heimatlichen Kaff und sinnt nach einer Idee, wie man die Geschäfte wieder ins Laufen bringen könnte. Als er aus der Zeitung erfährt, dass einem groß angekündigten Open Air Konzert die Erlaubnis entzogen wurde, wittert Elliot die Chance: Er bietet er den Veranstaltern ganz einfach die Kuhwiese hinter dem elterlichen Grundstück als Austragungsort an - ohne zu ahnen, welche Welle er mit diesem Angebot losschlägt. Denn schon bald zieht nicht nur eine Bataillon von Organisatoren und schrillen Musikern in die kleine, konservative Gemeinde; auf den Weg machen sich auch mehr als eine halbe Millionen Musikfans und Hippies, um das größte Happening aller Zeiten zu feiern. Nach diesem Wochenende mit "Love, Peace and Understanding" wird nichts mehr so sein wie vorher.
- Cast
- Liev Schreiber, Emile Hirsch, Jeffrey Dean Morgan, Paul Dano, Dan Fogler, Kelli Garner, Eugene Levy — Mehr
- Regisseure
- Ang Lee
- Autor
- James Schamus
- Laufzeit
- 121 Minuten
- Zeit
- 1969
- Ort
- Dorf, Kleinstadt, New York City
- Handlung
- Bank, Blanker Busen, Cannabis, Coming out, Freie Liebe, Geiz, Halluzination, Handelskammer, Helikopter, Hippie, Judentum, LSD, Mafia, Motel, Motel, Nackte Frau, Nackter Mann, Provinz, Schauspieler, Schokoladenmilch, Sumpf, Transporter, Transvestit, Transvestitismus, VW-Bus, Woodstock-Festival
- Stimmung
- Gutgelaunt, Witzig
Über diesen Film
Inhaltszusammenfassung
Sommer 1969 in Bethel, eine Kleinstadt im Bundesstaat New York. Das Motel El Monaco hat schon bessere Tage gesehen. Es liegt zwar sehr idyllisch in den Catskill Mountains, einem beliebten Erholungsgebiet, doch Se… — Mehr
Inhaltszusammenfassung
Sommer 1969 in Bethel, eine Kleinstadt im Bundesstaat New York. Das Motel El Monaco hat schon bessere Tage gesehen. Es liegt zwar sehr idyllisch in den Catskill Mountains, einem beliebten Erholungsgebiet, doch Service und Freundlichkeit sind für die Inhaberin Sonia Teichberg (Imelda Staunton) offenbar Fremdworte. Mit ihrer spröden Art vergrault die russisch-jüdische Immigrantin auch noch den letzten Gast, und das, obwohl bereits die Zwangsversteigerung droht. Selbst beim Termin in der Bank bleibt Sonia starrsinnig und beschimpft lautstark den Angestellten, während ihr Mann Jake (Henry Goodman) mit hängendem Kopf und müdem Blick schweigend daneben sitzt. Er hat sich längst aufgegeben und dem Temperament seiner Frau nichts mehr entgegenzusetzen. Ihr Sohn Elliot (Demetri Martin) erreicht mit besonnenen Worten allerdings noch einen letzten Aufschub.
Elliot lebt eigentlich in New York City und träumt von einer Karriere als Innenausstatter. Um seine Eltern vor dem Ruin zu retten, kehrte der pflichtbewusste Sohn in seinen Heimatort zurück. Es scheint jedoch ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein: Sonia akzeptiert nicht mal, dass Elliot die muffige Bettwäsche in den Zimmern wechseln will. Der ausgeflippte Devon (Dan Fogler) und seine Theatergruppe Earth Light, die als einzige Gäste in der Scheune übernachten, bringen nichts ein. Auch eine Bürgersitzung, in der Elliot als Vorsitzender neue Konzepte für eine effektivere Tourismusvermarktung Bethels besprechen will, endet ohne Ergebnis. Traurig stimmt ihn zudem das Wiedersehen mit seinem alten Kumpel Billy (Emile Hirsch), der seit seinem Einsatz in Vietnam unter Panikattacken und Depressionen leidet. Bis Elliot eines Morgens in der Zeitung unter der Überschrift „Hippies not welcome here“ liest, dass im Nachbarort Wallkill ein geplantes Open Air Musikfestival untersagt worden ist. Da wittert Elliot die große Chance und ruft den Veranstalter Michael Lang (Jonathan Groff) an. Er bietet ihm als Austragungsort seine Wiese und Zimmer im Motel an.
Der junge Musikproduzent aus Woodstock und seine Assistentin Tisha (Mamie Gummer) schweben am Tag darauf per Hubschrauber ein und werden vom Earth-Light-Ensemble mit einem Nackttanz empfangen, was die ohnehin schon irritierte Sonia zusätzlich empört. Das Gelände hinter dem Motel erweist sich für das Festival allerdings als ungeeignet, es ist zu klein und zudem Sumpfgebiet. Lang will schon gehen, als Jake ihm Kakao zu trinken anbietet, was bei Elliot einen Geistesblitz auslöst. Er führt Lang zur weitläufigen Kuhweide des Milch-Farmers Max Yasgur (Eugene Levy). Perfekt. Max verlangt 5000 Dollar, man ist sich schnell einig. Lang mietet auch gleich das El Monaco als Produktionszentrale und bezahlt im Voraus mit druckfrischen Dollarbündeln in einer Papiertüte. Ein paar Tage später droht der Deal plötzlich doch noch zu platzen, denn als Max mitbekommt, wie viele Besucher erwartet werden, verlangt er mehr Geld. Lang ist einverstanden.
Doch nicht alle Bewohner von Bethel reagieren begeistert. Im örtlichen Diner muss Elliot sich von Billys älterem Bruder Dan (Jeffrey Dean Morgan) üble Vorwürfe und Vorurteile über die Hippies anhören. Einige Jugendliche schmieren sogar antisemitische Parolen an die Wände des El Monaco. Und dann tauchen noch zwei zwielichtige Typen auf, die Schutzgeld erpressen wollen. Da fährt selbst der ruhige Jake aus der Haut: Mit einem Baseballschläger treibt er das völlig perplexe Duo in die Flucht. Wenig später stellt sich Vilma (Liev Schreiber) vor, ein Ex-Soldat und bekennender Transvestit, der lange blonde Haare, Stöckelschuhe und unter dem Kleid am Strumpfband einen Revolver trägt. Elliot engagiert ihn als Sicherheitsexperten. Denn mit jeder Stunde kommen mehr und mehr Menschen. Handwerker beginnen mit dem Aufbau der Bühne, hohe Zäune werden um das Festivalgelände herum errichtet. Lang überwacht die weit verstreuten Arbeiten, indem er auf einem Motorrad herumfährt.
Auch die ersten Besucher sind schon eingetroffen. Sonias Geschäftssinn ist erwacht, sie stellt mehr Betten in den Zimmern auf und kassiert Gebühren für Parkplätze. Nur mit Sex im Freien kann sie sich nicht anfreunden und vertreibt die Paare erbost aus den Büschen.
Dann muss Elliot seine erste Pressekonferenz geben. Um seine Nerven zu beruhigen, lässt er sich erstmals zu einem Joint überreden. Vom Stoff beschwingt, redet er vor den Reportern von Freiheit und dass alle in Bethel willkommen seien – auch ohne Ticket. In der Nacht wird Elliot dann von Lärm geweckt und er traut seinen Augen nicht: Die Straße ist überfüllt mit jungen Leuten, die ausgelassen zum Festivalplatz strömen. Um die unerwartet vielen Menschen zu versorgen, wird der Swimming Pool des Motels in ein Trinkwasserbecken umfunktioniert. Die Earth-Light-Schauspieler nutzen die Gunst der Stunde zu einer dramatischen Aufführung, an deren Ende sie nackt ins geschockte Publikum springen. Begeistert zieht auch Billy sich aus. Bis in die Nacht hinein wird an jeder Ecke gefeiert, selbst Jake mischt kräftig mit. In dieser gelösten Stimmung lässt Elliot sich zu seinem Coming Out hinreißen, als er beim Tanzen innig einen Mann küsst.
Am nächsten Morgen beginnt das Woodstock Music and Arts Festival. Die Klänge von der Bühne wehen zum El Monaco herüber, doch die Zufahrt zum Gelände ist komplett verstopft. Ein Motorradcop mit Blümchen am Helm bietet Elliot an, ihn durch den Stau zum Festival zu bringen. In Schlangenlinie und Schrittempo fahren sie vorbei an stehenden Autos, fröhlichen Fußgängern und vielen Ständen, die am Straßenrand mit Limonade und Melonen aufwarten. Eine Hippie-Kommune kocht sogar gratis für die Menschen. Fasziniert spaziert Elliot durch die friedliche Menge, als ihn ein junges Pärchen (Paul Dano, Kelli Garner) anspricht und überzeugt, doch mal LSD auszuprobieren. Während er im VW-Bus der beiden einen wunderschönen Trip aus Farben und Zärtlichkeit erlebt, beginnt es zu regnen. Und Elliot erkennt, dass diese Tage alles verändern werden, in seinem Leben und dem seiner Eltern…
Quellen
Presseheft
Informationen
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ganz gut 6.6
Der Film Taking Woodstock wurde von 20 Kritikern bewertet.
Nachdem sich der gebürtige Taiwaner Lee bereits erfolgreich am amerikanischstem aller Genres, dem Western, versucht hat, bringt er nun ein Stück US-Geschichte auf die Leinwand, das sich ins Bewusstsein einer ganzen Generation gebrannt hat. Seine Chronologie der Ereignisse zeichnet sich dadurch aus, dass ihm das Drumherum wesentlich wichtiger ist, als die Konzerte selbst. Die Menschen und Schicksale und die haarsträubenden Ereignisse, die hinter dem Festival stecken, aber vor allem die Atmosphäre dieser „3 days of Love & Peace“ einzufangen gelingt ihm glänzend.
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So verschieden seine Filme auch waren, Regisseur Ang Lee hat sich noch keinen Ausrutscher geleistet – und die geniale Komödie „Taking Woodstock“ bricht bestimmt nicht mit dieser Serie. Die Erwartungen müssen jedoch entsprechend angepasst sein. Dies ist sehr leichtes Material und, ungewöhnlich für einen Ang Lee-Film, spielt nicht jeder im Ensemble im gleichen Universum, geschweige denn in derselben Geschichte.
Auf der anderen Seite: es macht einfach Spaß.
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Kommentare — Ganz gut 6.8
Der Film Taking Woodstock wurde von 331 Mitgliedern bewertet.
mar (-ion-) 2010/02/09 18:31:20
viewer 2009/12/21 23:48:30
Ang Lee inszeniert in gewohnt leisen Zwischentönen und erzählt eine kleine, aber feine Geschichte. Vor allem die größtenteils unbekannten Schauspieler fand ich wirklich gut.
Leider ist die leise Geschichte auch etwas langweilig. (Spoiler voraus)
Bei einem Film über das brühmteste Musikhappening der Geschichte hätte ich mir etwas mehr Happening und Musik gewünscht. Aber wohl schon allein aus Produktionskosten sehen wir von dem Festival hauptsächlich das Leben auf der Wiese des Motels und das Camping-Chaos abseits des Festivalgeländes. Der einzige Blick auf das eigentliche Festival und die Musikbühne finden aus über einem Kilometer Entfernung statt.
Leider setzt Ang Lee auch keine klassischen Plot Points und reißt zahlreiche Handlungsstränge nur an, ohne sie am Ende aufzulösen. An sich ist es nur eine innere Reise, ein Coming of Age, aus der Sicht des Protagonisten. Sehr stimmig, intensiv und mit vielen Schmunzlern, aber ohne wirklich Spannung.
So erzählt der Film anfangs vor allem der sich formierende Widerstand der Dorfgemeinschaft gegen die drohende Hippie-Invasion und die Angst des Protagonisten, ob er sein Vorhaben trotzdem realisieren wird können. Doch der sich steigende Protest (und damit die Spannung) verpufft irgendwann einfach. Der Film blendet die Kritiker einfach aus, sie kommen nicht mehr vor, das anfangs so groß erzählte Problem existiert einfach nicht mehr.
Etwas schade finde ich auch die vielen Split_Screens, die Lee benutzt, um das Chaos zu zeigen. Gerade in der Organisations-Zentrale, wo mich die Details, wie man in den 70ern so ein Mega-Festival gestemmt hat, sehen wir nur Gesprächsfetzen und ein Durcheinander, ein richtiger Handlungsfaden gibt es auch hier nicht.
Vielleicht bin ich hier auch etwas überkritisch, immerhin ist es trotz alle dem ein guter Film. Ich hatte nur gedacht, es sei ein 10-er Kandidat.
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JimiHendrix 2009/12/21 11:04:47
Ich hatte mir die Story etwas anders vor gestellt.
Es wirkt vieles sehr künstlich und möchtegern-blumig. Außerdem sind so manche Sachen einfach nur überspitzt und unrealistisch dargestellt.
Es ist zwar schön einmal das ganze Drumherum bei diesem Festival zu sehen, aber das sah man viel besser und vorallem in realen Bildern in dem Film "Woodstock". Da fragt man sich schon, warum man das jetzt verfilmen muss, wenn es doch schon einen ausgedehneten und ausführlichen Film darüber gibt.
Ang Lee versteht es nur teilweise den Geist von Woodstock darzustellen, nur die LSD-Szenen fand ich richtig klasse umgesetzt.
Die Story mit den armen Eltern die ein herunter gekommenes Motel besitzen und kurz vor der Pleite stehen war mir ein zu arges Tränendrüsendrückmanöver.
Bei dem Soundtrack konnte man ja nichts falsch machen und dieser war passend in Szene gesetzt. Vorallem die leisen Klänge des Festivals, welche man ab und an im Hintergrund des Films zu hören bekam, fand ich einen schönen Effekt.
Alles in allem nicht ernst zu nehmen und auch für Fans dieser Zeit keine Garantie zum Gefallen.
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Der Film Taking Woodstock gehört zum Genre Komödie. Regie führte Ang Lee.


Vor 40 Jahren fand das legendäre Musikfestival Woodstock statt, das quasi für die gesamte Hippie-Bewegung angefangen mit den 68ern bis hinein in die siebziger Jahre stehen kann. Dass zum Jubiläum ein Film über jenes Festival in die Kinos kam, wurde von den Medien natürlich wärmstens aufgenommen. Und plötzlich stellt sich – zumindest für die Öffentlichkeit – heraus, dass nach vier Jahrzehnten ja doch alles ein wenig anders war, wie man es zuvor gekannt hat.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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