Takva - Gottesfurcht
Takva (2006), TR/DE Laufzeit 100 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 15.11.2007
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
42 Bewertungen
5 Kommentare
Keine ?
von Özer Kiziltan, mit Erkan Can und Güven Kiraç
Muharrem lebt in Demut und Gottesfurcht, der strenggläubige Moslem richtet sein Leben nach den Regeln eines erzkonservativen Ordens in Istanbul aus. Wegen seines gutherzigen Charakters vertraut ihm das Oberhaupt des Ordens die “weltlichen Geschäfte” an. Auf seinen Touren durch die Stadt wird Muharrem mit der modernen westlichen Welt konfrontiert. Sexuelle Phantasien, Macht und Besitztum konkurrieren mit den geistigen Werten seines bisherigen Lebens…
HandlungDer 45-jährige Muharrem (Erkan Cakar) ist der letzte Nachkomme einer albanischen Einwanderer-Familie und wohnt zurückgezogen im Süleymaniye-Viertel, dem ältesten Stadtteil Istanbuls. Hier arbeitet er seit über 34 Jahren als Lagerverwalter eines Sackhändlers. Ein Aufgabe, die seinem schlichten Gemüt entspricht. Er erfüllt beflissen seine Aufgaben und ist seinem Chef treu ergeben. Das Haus seiner Eltern ist karg möbliert, sein Leben streng nach den dogmatischen Vorgaben seiner Gemeinde ausgerichtet. Einmal in der Woche besucht der den Dergahn, das Kloster seiner religiösen Gemeinschaft, und ist immer bemüht, auch die kleinsten Sünden zu vermeiden.
Der Teufel in FrauengestaltSein züchtiges Leben wird nur durch die regelmäßig wiederkehrenden Alpträume unterbrochen. Eine wunderschöne Frau verfolgt ihn in seinen Träumen und lässt ihn allmorgendlich erregt, in feuchter Extase zurück. Ein peinlicher und beschämender Moment für den in absoluter Keuschheit lebenden Moslem. Tief erschüttert zieht er sich nach jedem Traum in sein Badezimmer zurück und versucht, sich von der begangenen Sünde rein zu waschen.
Die tiefe Gläubigkeit und seine außerordentliche Bescheidenheit erregen die Aufmerksamkeit seines Klosteroberhauptes. Dieser weiß zwar um die intellektuelle Schwäche Muharrems, doch für ein geplante Aufgabe scheint er der richtige Mann zu sein. Nach kurzer Rücksprache wird Muharrem damit beauftragt, die ausstehenden Mieten der zahlreichen Besitztümer…
Muharrem lebt in Demut und Gottesfurcht, der strenggläubige Moslem richtet sein Leben nach den Regeln eines erzkonservativen Ordens in Istanbul aus. Wegen seines gutherzigen Charakters vertraut ihm das Oberhaupt des Ordens die “weltlichen Geschäfte” an. Auf seinen Touren durch die Stadt wird Muharrem mit der modernen westlichen Welt konfrontiert. Sexuelle Phantasien, Macht und Besitztum konkurrieren mit den geistigen Werten seines bisherigen Lebens…
HandlungDer 45-jährige Muharrem (Erkan Cakar) ist der letzte Nachkomme einer albanischen Einwanderer-Familie und wohnt zurückgezogen im Süleymaniye-Viertel, dem ältesten Stadtteil Istanbuls. Hier arbeitet er seit über 34 Jahren als Lagerverwalter eines Sackhändlers. Ein Aufgabe, die seinem schlichten Gemüt entspricht. Er erfüllt beflissen seine Aufgaben und ist seinem Chef treu ergeben. Das Haus seiner Eltern ist karg möbliert, sein Leben streng nach den dogmatischen Vorgaben seiner Gemeinde ausgerichtet. Einmal in der Woche besucht der den Dergahn, das Kloster seiner religiösen Gemeinschaft, und ist immer bemüht, auch die kleinsten Sünden zu vermeiden.
Der Teufel in FrauengestaltSein züchtiges Leben wird nur durch die regelmäßig wiederkehrenden Alpträume unterbrochen. Eine wunderschöne Frau verfolgt ihn in seinen Träumen und lässt ihn allmorgendlich erregt, in feuchter Extase zurück. Ein peinlicher und beschämender Moment für den in absoluter Keuschheit lebenden Moslem. Tief erschüttert zieht er sich nach jedem Traum in sein Badezimmer zurück und versucht, sich von der begangenen Sünde rein zu waschen.
Die tiefe Gläubigkeit und seine außerordentliche Bescheidenheit erregen die Aufmerksamkeit seines Klosteroberhauptes. Dieser weiß zwar um die intellektuelle Schwäche Muharrems, doch für ein geplante Aufgabe scheint er der richtige Mann zu sein. Nach kurzer Rücksprache wird Muharrem damit beauftragt, die ausstehenden Mieten der zahlreichen Besitztümer des Klosters einzutreiben. Die Arbeit im Sackhandel soll er reduzieren und dafür den äußerst repräsentativen Posten im Kloster übernehmen.
Muharrems WandelAnfangs gefällt ihm sein neuer Job, bringt er doch wachsendes gesellschaftliches Ansehen, einen Dienstwagen, einen eigenen Chauffeur und sogar ein Mobiltelefon mit sich. Murharrem lernt das erste Mal in seinem Leben die florierende Welt der kosmopolitischen Hauptstadt kennen. Menschen die seine Arbeit bewundern und anfängliche Erfolge bestärken seine Zuversicht. Doch die Last der Verantwortung fordert bald das erste Opfer. Die ständige Versuchung durch Macht, Geld und Sex verstärken Muharrems Alpträume, er findet kaum noch Schlaf. Er lernt die sozialen Gefälle einer Weltstadt kennen und ist als Geschäftsmann an Entscheidungen gebunden, die mit seinem religiösen Grundsätzen kollidieren. Schnell muss er feststellen, dass sein durch die Religion geprägtes Weltbild, die schlichte Einteilung derselben in Gut und Böse, in einer von Individualität und Kapital geprägten Welt, nicht funktioniert. Durch tagelange und exzessive Gebete versucht er, dem täglich stärker werdenden Druck zu entkommen.
Kein AuswegAls er schließlich versehentlich Gelder des Sackhändlers veruntreut, treiben ihn sein Schuldgefühl und die immer öfter wiederkehrenden Träume an den Rand des Wahnsinns. Er sucht Rat beim Klosteroberhaupt, doch dieser befindet sich für vierzig Tage in Klausur. So ist Muharrem allein mit seiner Qual. Er zerbricht an seiner Ohnmacht und verfällt schließlich dem Wahnsinn.
Weiterführende Informationen
Mehr Filme aus der Türkei
Weitere Informationen im Internet
Offizielle Website des Films (engl./türk.)
Deutsche Website des Films
Linksammlung zum Film auf filmz.de
Pressespiegel zum Film auf film-zeit.de
Interview mit Regisseur Özer Kiziltan auf qantara.de
Alle reden über den türkischen Film “Takva”, Bericht von Birgit Wolske auf rbb-online.de
Cast & Crew
-
Özer Kiziltan
-
Erkan Can
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Muharrem
-
Güven Kiraç
-
Meray Ülgen
-
Öznur Kula
-
Erman Saban
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Muhittin
-
Murat Cemcir
Regie
Schauspieler
-
Settar Tanriogen
-
Settar Tanriögen
-
Onder Cakar
- Genre
- Schicksalsdrama, Psychodrama, Drama
- Handlung
- Alptraum, Angst, Armee, Gebet, Geistlicher, Geld, Geldgier, Gemeinde, Gesellschaft, Glaube, Gottesdienst, Himmel, Identität, Identitätskrise, Islam, Koran, Maßlosigkeit, Meditation, Moral, Panik, Religiöse Erziehung, Schicksal, Schüchternheit, Wunschtraum
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!












Kritiken (2) — Film: Takva - Gottesfurcht
Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders
Kommentar löschen“Takva – Gottesfurcht” ist eine echte Filmperle. Regisseur Özer Kiziltan inszeniert ein heikles Thema völlig wertfrei und schafft so einen Film der bewegt! Dank eines gut aufgelegten Hauptdarstellers Erkan Can kommt die Sogwirkung des Films gleich doppelt zur Geltung und so ist “Takva – Gottesfurcht” ein Film, den man sich unbedingt angesehen haben sollte!
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenMuharrem wird weniger von Religion denn einer klassischen Double-Bind-Situation verwirrt: Er fühlt sich dem Orden zutiefst verpflichtet, gleichzeitig kann er seine Religiösität nicht integer ausleben. Zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen, gleichzeitig zu wollen, ist mehr eine Bürde der Freiheit als eine des Glaubens.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (3) — Film: Takva - Gottesfurcht
Kommentar schreiben8martin 2010/10/01 13:02:43
Kommentar löschenEin ungewöhnlicher Film. Ungewöhnlich, weil er sich in seinem Verlauf auf mehrere Ebenen begibt. Zunächst werden wir in eine Welt geführt, die uns fremd und unverständlich vorkommt. Der Tagesablauf der Muselmanen wird von der Region bestimmt. Selbst der Small Talk besteht aus religiösen Floskeln. Dann erkennt man die mafiöse Struktur einer Bruderschaft. Hier beginnt der Aufstieg von Muharrem, einem gläubigen Muslims (beindruckend Erkan Can) als Geldeintreiber. Als man dann seine feuchten Träume sieht, erscheint er uns wieder menschlich, von der Religion entrückt. Auch seine dubiosen Geschäfte sind für uns nichts Neues. Und dann spielt das Schicksal der alte Schalk ihm und uns einen recht amüsanten Streich: eine personelle Verbindung seiner wiederholt gesehenen Träume zu den Absichten des Scheichs, ihn zu vermählen…
Von der religiösen Exotik des Fremdartigen gelangen wir in allgemein menschliche Gefilde und werden mit einem Schmunzeln zurückgelassen.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alter.native 2008/01/11 08:35:11
Kommentar löschenInteressant die offenbar echten liturgischen Abläufe zu sehen. Die Versuchungen durch Traumbilder auszudrücken kam bei mir nicht so richtig an, der Film hatte nach der Hälfte ziemliche Längen. Aber möglicherweise gehöre ich auch gar nicht zum Zielpublikum dieses, sicher ehrenwerten, Versuchs in türkischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Geistertexter 2007/12/04 15:28:49
Kommentar löschenAuf den kleinsten Nenner reduziert, formuliert diese türkisch-deutsche Co-Produktion die einfache Erkenntnis: Je größer die Versuchung, desto fanatischer der Glaube. Am Ende aller Selbstbeherrschung offenbart er sich in der geistigen Umnachtung des Protagonisten. Nicht immer stilsicher fotografiert und manchmal etwas holprig im Schnitt, aber trotzdem ein berührender und durchaus ansehnlicher Kommentar zum Thema religiöser Fanatismus. Mitproduziert unter anderem von Fatih Akin ("Auf der anderen Seite").
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten