Das Lied der Sperlinge

Avaze Gonjeshk-ha (2008), IR Laufzeit 96 Minuten, Drama, Komödie

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3 Kommentare
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von Majid Majidi, mit Reza Najie und Mohammad Amir Naji

Karim arbeitet auf einer Straußenfarm. Er hat ein kleines Haus am Stadtrand und kommt mit seinem Verdienst gut aus. Doch dann läuft ein Strauß da­von und Karim, der schuld daran sein soll, wird entlassen. Aus Sorge um sein finanzielles Fortkommen macht er sich auf die Suche nach dem Vogel, kann ihn jedoch nirgends finden. Als er eines Tages in die Stadt fährt, um dort das Hörgerät seiner Tochter reparieren zu lassen, nimmt er auf dem Rück­sitz seines Motorrads einen Mann mit und lässt sich dafür von ihm be­zahlen. In Anbetracht des guten Verdienstes setzt er diese Transporte nun regel­mäßig fort. Täglich fährt er in die Stadt und bringt bei der Rückkehr allerlei Trödel mit – alte Möbel, Autoersatzteile und Ähnliches. Durch seinen Kontakt mit den Stadtbewohnern und den dortigen Ver­hält­nissen verändert sich Karims Persönlichkeit. Stück um Stück verwandelt sich sein hübscher, kleiner Innenhof in ein hässliches, ungemütliches Wa­ren­lager. Früher war Karim freundlich und großzügig, jetzt wird aus ihm ein habgieriger Mann, der sich bloß noch für den Müll interessiert, den er zu­sam­menträgt, und kaum noch für seine Familie. Für den Kummer seiner Frau hat er kein Auge mehr, als er aber sieht, wie sie einem armen Nachbarn eine alte Tür schenkt, holt er sich diese ohne Erbarmen zurück und packt sie wieder zu dem alten Krempel. Reichtum ist das Einzige, was ihn noch inter­essiert. Doch dann fällt er eines Nachts, als er seine Gebrauchtwaren sortiert, von einem Müllstapel herunter und bricht sich den Fuß. Aufs Krankenlager geworfen, muss er mit ansehen, wie seine Frau und seine Kinder für ihren Lebensunterhalt arbeiten und in dieser schweren Zeit bei den Nachbarn Unterstützung finden. Eine Veränderung vollzieht sich im Haus – und ganz allmählich auch in Karim.


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Das Lied der Sperlinge


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DonChris

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich kenne ja nicht viele iranische Produktionen, aber "Das Lied der Sperlinge" ist ein sehr gutes Beispiel für eine anspruchsvolle Produktion mit Herz, Humor und einem feinen Gespür für gute Perspektiven.

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peppermind

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Bewertung7.5Sehenswert

Eine äußerst liebevolle und sympathische Tragikomödie: Der gutmütige Familienvater Karim, der durch Zufall in das chaotische Geschäftsleben in Teheran einsteigt und schnell zu einem (für seine Verhältnisse) kleinen Vermögen kommt - über das Geld aber sein Herz und seine Familie vergisst. Was nach einem typischen "Aufsteigerdrama" klingt, entpuppt sich als authentische Gesellschaftsstudie, die zwar mahnt, vor dem wilden Kapitalismus nicht die "wahren Werte" zu vergessen, dabei aber unpolitisch bleibt und nicht die große Moralkeule schwingt.
Majidis lockerer Erzählstil trägt dazu bei, dass der Film zum einen (im positiven Sinne) leicht bekömmlich bleibt und dem Zuschauer zum anderen ein gewisser Freiraum geboten wird, den er mit eigener Interpretation füllen kann - genügend künstlerischen und philosophischen Nährboden bietet "Das Lied der Sperlinge" allemal.
Wer sich für diese Art des Films begeistern kann, dem wird ein überraschend erfrischender Film geboten, der ohne überbrodelnde Opulenz den Wert der Freundschaft zu zeigen vermag. Fazit: Klein aber fein.

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8martin

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Bewertung6.0Ganz gut

Man kann den Film als ganz gewöhnliches Abbild des Alltags im Iran sehen oder durch Interpretationen versuchen, eine gewisse Tiefe auszuloten. Zu Letzterem verleitet der Titel. Sperlinge singen nicht, sie chilpen nur. Und sie kommen auch mal im Film kurz vor, aber handlungsbestimmender ist der Vogel Strauß und der kann auch nicht singen. Er taucht immer wieder auf und bildet den optischen Anfang und das Ende. Es kann aber auch sein, dass die schwerhörige Tochter ohne Hörgerät ohnehin nichts hört vom Lied der Sperlinge. Rein äußerlich betrachtet sammelt ein Fahrer eines Moped Taxis den Schrott der Wegwerfgesellschaft. Oder eventuell kann gemeint sein, dass der Spatz ziemlich weit unten auf der Werteskala bei den Menschen steht. Er könnte ein Symbol der kleinen Leute sein, die sich auch schon mal gefangen fühlen, bevor sie in die Freiheit fliegen…(Iranproblematik!)
Aber es ist wohl doch eher eine Alltagsgeschichte, die im Gegensatz zu Majidis anderen Filmen einen klaren Tenor vermissen lässt. Gedämpfte Komik, ein dörfliches Ambiente am Rande einer Großstadt im nahen Osten. Und eine ganz normale Handlung ohne Höhepunkt.

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