The Special Relationship

The Special Relationship (2010), GB/US Laufzeit 93 Minuten, Drama, Historienfilm

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7.2
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von Richard Loncraine, mit Michael Sheen und Dennis Quaid

The Special Relationship schildert die Beziehung von Tony Blair (Michael Sheen) und Bill Clinton (Dennis Quaid) im Vorfeld des Kosovo-Konflikts. Der Film stammt aus der Feder von Peter Morgan, der auch die Drehbücher zu Die Queen Frost/Nixon und Die Queen verfasste. The Special Relationship ist nach Die Queen und Doppelspitze schon der dritte Film, der einen Aspekt der Amtszeit Tony Blairs beleuchtet.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: The Special Relationship

HerrLehmann: Das Manifest

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7.0Sehenswert

Michael Sheen brilliert erneut als Tony Blair und auch Quaids Bill Clinton überzeugt. Es fehlt ein wirklich zwingender Plot, man weiß zeitweise nicht so ganz, wo das Ganze hinführt. Dennoch ist es fesselnd, die Entwicklung der Beziehung der beiden Staatsmänner zu verfolgen - selten sind Filme über Politiker so unterhaltsam. Wirklich groß ist außerdem das Ende, das Blair, bis zu diesem Punkt klarer Sympathieträger, ein wenig demontiert.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.5Sehenswert

Michael Sheen ist zum dritten Mal die kongeniale Besetzung für Tony Blair, der dessen wieselig grinsende Unsicherheit perfekt channelt. Das Thema ist diesmal nicht ganz so scharf umrissen wie bei The Queen, dennoch atmet auch dieser Film nach einem Buch von Peter Morgan dieselbe Atmosphäre fiktiver Wahrheit, der auch Frost/Nixon oder The Damned United auszeichnet. Wir wissen nicht ob es so gewesen ist, aber es könnte so gewesen sein.

Dennis Quaid, der in American Dreamz ein Riff auf George W. Bush spielte, gelingt eine stimmige Clinton-Variante. Auch wenn ihm die joviale Herzlichkeit Clintons ein wenig abgeht, ist er in den ernsten Szenen vom Gestus und der prägnanten Stimme schon sehr nah dran.

Und auch wenn der Film über weite Strecken wie die Ehrenrettung Tony Blairs wirkt, nimmt er gegen Ende eine realistische, ironische Wende, die das zuvor gesehene deutlich relativiert. Sehenswert.

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Kommentar — Film: The Special Relationship


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Quills

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Sobald ich beginne, von meinem Lieblingsschauspieler Michael Sheen zu erzählen, kommt meist die wissende Reaktion: „Ah ja, du meinst den Vater von Charlie Sheen, nicht wahr?“ Nur eingefleischte Cineasten können hierzulande diesen Namen richtig einordnen, denn Michael Sheen hat mit Charlie Sheen in etwa so viel gemeinsam, wie Sir Peter Ustinov mit Dolph Lundgren. Derzeit glänzt er (zum dritten Mal) in der Rolle des Tony Blair und vereinnahmt dessen Charakter in „The Special Relationsship“ so erschreckend überzeugend, dass man Angst haben muss, er würde diese zweite Haut niemals wieder gänzlich los. Zumindest wenn man die Filmografie des sympathischen Walisers nicht kennt. Anlässlich der Preview zu „The Special Relationship“ spendierte das British Film Institut Southbank (BFI) in London am 8. September seinem Publikum ein Q & A mit dem Hauptdarsteller und dem Drehbuchautor Peter Morgan. Und für mich war sogar ein gemeinsames Foto mit „The Ghost of Tony Blair“ drin – was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat, wird im Anschluss an diese kleine Bestandsaufnahme eines der größten Charakterdarsteller unserer Tage erläutert.

BFI – Southbank, London, 20.30 Uhr: Das Gedränge hält sich in Grenzen. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr Interesse gerechnet, denn Tony Blair ist nicht erst seit seiner Biografie in aller Munde und ein Film, der die spezielle Beziehung von Tony Blair und Bill Clinton beleuchtet (inklusive das Lewinsky -„Dilemma“) , müsste eigentlich mehr Menschen ins Kino locken. Zumal die Preview noch durch ein Q & A mit den Filmemachern sowie dem Hauptdarsteller Michael Sheen aufgewertet wird. Auch dieser Umstand verleitet mich dieses Mal dazu, im Kinosaal ganz vorne Platz zu nehmen, was den Filmgenuss zwar erheblich einschränkt, aber einen guten Blick auf den Protagonisten des Abends garantiert. Ich erkläre mir das verhaltene Interesse mit dem ausgewählten Termin, denn auch in einer Stadt wie London, in der das Schlafen manchmal schwerfällt, ist der Mittwochabend nicht unbedingt der attraktivste Tag der Woche.

Schon gleich zu Beginn des Filmes wird klar, wer hier den dominanten Part übernommen hat, denn auch wenn Dennis Quaid mit der Darstellung von Bill Clinton mit Sicherheit die größte Leistung seiner Karriere hinlegt, ist es Michael Sheen, der den Film an sich reißt. Man hat das Gefühl, er habe sich in „The Deal“ und „The Queen“ als Tony Blair erst so richtig warmgespielt, was er im späteren Q & A auch indirekt bestätigt, indem er anmerkt, er würde sich heute nicht mehr allzu wohl fühlen, wenn er sich frühere Auftritte als Premierminister nochmal ansehe. Der Zuschauer kann dies freilich nicht bestätigen, wenn auch auffällt, dass er sich dieses Mal etwas zurücknimmt. Vielleicht liegt dies an der Liebe, die er seinen Charakteren stets entgegenbringt, denn das ist, wie er erklärt seine Methode, sich seinen Rollen zu nähern: Er liebt einfach jeden Charakter, den er spielt. Werturteile oder gar politische Bekenntnisse bleiben dabei natürlich aus und umso überzeugender streift er sich die Haut dieser realen, noch lebenden Person der Geschichte über – auch das ist in gewisser Weise ein Statement zu Blairs Leben im Rückblick.

Der Premierminister war nicht seine erste Charakterrolle, auch wenn sie dem Publikum sicherlich am Besten in Erinnerung geblieben ist spätestens mit „The Queen“. Überhaupt ist das mit der Erinnerung so eine Sache bei Michael Sheen, denn (zumindest hierzulande) vermögen nur eingefleischte Cineasten den smarten Waliser mit seinen Rollen in Zusammenhang zu bringen. Denn obwohl er fleißig verschiedene Franchise-Produktionen bedient, wie „Twilight“ oder „Underworld“ und das wiederholt, ist sein Wiedererkennungswert eher gering. Was zunächst mangelndes Talent vermuten lässt, ist wohl im Gegenteil seine größte Gabe: Man erkennt den britischen Schauspieler in den Rollen eigentlich nur dann wieder, wenn man sich aus Interesse tatsächlich einen Gesamtüberblick über seine Filme verschafft. Sonst ist die Mimesis derartig perfekt, dass nur noch der Charakter auf der Leinwand lebt. Was in der Literatur bei Roland Barthes der „Tod des Autors“ ist, lässt sich hier (etwas übertrieben zwar) als Tod des Schauspielers umschreiben – Sheen existiert nicht, wenn er spielt, der Charakter ist unabhängig von ihm und entzieht sich dadurch jeder Wertung durch den Schauspieler, so scheint es. Spielte er zuvor in „Underworld“ noch den treu dreinblickenden Werwolf Lucian, der höchst britische Reden zum Besten gab und eine ganze Horde wilder Hundemänner überzeugend anführte, gab er in „Frost/Nixon“ einen ewig grinsenden David Frost, der einen in gewisser Weise durch seine Oberflächlichkeit frösteln lässt.

Beim Q & A im BFI zeigte Sheen sich dann von seiner humorvollen Seite, auch wenn er an diesem Abend manchmal etwas müde zu sein schien – zur Zeit rennt er von einem Interview-Termin zum nächsten, denn neben dem TV-Movie „The Special Relationship“ promoted er noch den animierten Film „Tinkerbell & The Great Fairy Rescue“, den Knüller „Tron Legacy“ und seine große eigene Produktion – die Passionsspiele in seiner Heimat Port Talbot. Trotzdem antwortet er stets charmant und ausführlich auf Interview-Fragen und ist sich auch nicht zu schade, dann und wann seine Fans zu „bespaßen“, indem er sich für Fotos und Autogramme zur Verfügung stellt.

Da ich kaum in der Lage bin, das Q & A kompetent wiederzugeben, ohne durch meine weniger perfekten Englischkenntnisse negativ aufzufallen, verweise ich nun auf eine interessante Fanseite, die den kompletten Wortlaut des smarten Walisers protokolliert hat. Wer also wissen möchte, weshalb Michael Sheen plötzlich zu Tony Blairs Geist wurde, sollte sich hier informieren:

michaelsheen-online.com/index.php/2010/09/09/bfi-qa-transcript/#more-2291

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