... und dennoch leben sie

La Ciociara (1960), IT/FR
Laufzeit 100 Minuten, FSK 18, Historienfilm, Drama, Kinostart 26.10.1961

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- Kritiker
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von Vittorio De Sica, mit Eleonora Brown und Carlo Ninchi

Italien 1944. Das Land befindet sich im Belagerungszustand, die Faschisten kämpfen ihre letzten Schlachten. Auf Rom gehen die Bomben der Alliierten nieder, und inmitten des Chaos sorgt sich die verwitwete Cesira, Besitzerin eines kleinen Lebensmittelladens, um ihre zwölfjährige Tochter Rosetta. Als die beiden wieder einmal knapp davongekommen sind, beschließt die ebenso leidenschaftliche wie unverwüstliche Cesira, das Ende des Krieges auf dem Land abzuwarten, in dem Dorf, aus dem sie stammt. Sie vertraut den Laden dem Kohlenhändler Giovanni an, einem alten Freund ihres Mannes, mit dem sie eine heimliche Leidenschaft verbindet. Mit spärlichem Gepäck brechen Mutter und Tochter gen Süden auf. Aber der Zug kommt nicht weit, und die beiden müssen den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen – ein beschwerlicher Marsch, bei dem Cesira aufgeht, in welch desolatem Zustand sich das Land befindet. In ihrem Geburtsort San Eufemia findet Cesira von ihren nächsten Verwandten niemanden mehr vor. Aber die Bauern geben den Frauen Unterschlupf, und der junge, politisch desillusionierte Student Michele versucht, nicht ganz ohne Hintergedanken, Cesira das Leben zu erleichtern. Die Hoffnung, in San Eufemia “überwintern” zu können, erfüllt sich allerdings nicht. Deutsche Truppen, italienische Faschisten und englische Spione kommen durch das Dorf. Schließlich sind es ausgerechnet Truppen der Befreier, die Cesira und Rosetta auf brutale Weise klar machen, dass es im Krieg keinen Rückzug und keine Sicherheit geben kann.


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8martin

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Bewertung10.0Herausragend

Es ist wohl Sophia Lorens größte schauspielerische Leistung, mit der sie zu Recht einen Oscar und etliche andere Preise gewonnen hat. Diese erstklassige Literaturverfilmung dramatisiert das tiefste Leid, dass einer Frau widerfahren kann. Und das wird hier bis ins Unerträgliche gesteigert: nicht nur der 13 jährigen Tochter wird Gewalt angetan, sondern die Mutter muss es auch noch mit ansehen. Die tragische Ironie dabei ist, dass der Ort der Handlung eine zerstörte Kirche (sic!) ist und die Übeltäter die Soldateska der Befreier Italiens vom Faschismus Mussolinis. Wir sehen die übelste Fratze des Krieges.
Sophia spielt herzzerreißend und ergreifend, einfach unvergesslich. Aber noch schlimmer ist die Reaktion des kleinen Mädchens am Abend danach. Hier muss eine Mutter weisgott verzweifeln. Das Thema ist in der Spaßgesellschaft wohl nicht besonders angesagt. Zu erst, zu tief, unglaublich bewegend und emotional aufrührend.
Und eine Rarität gibt noch: Belmondo als junger, schüchterner, idealistischer Intellektueller. So wie man ihn nicht kennt.

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