Wellen

Wellen (2005), DE Laufzeit 90 Minuten, Drama

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von Vivian Naefe, mit Marie Bäumer und Matthias Habich

1913: Die Familie von Buttlär verbringt die Sommerfrische an der Ostsee. Über allen thront die Generalin von Palinkow als Oberhaupt. In der Nachbarschaft haben sich die schöne Gräfin Alice und ihr Mann, der Kunstmaler Til Knop, niedergelassen. Für Lolo, der schwärmerischen ältesten Tochter von Buttlärs, verkörpert die Gräfin Alice das romantische Ideal, denn diese hat aus Liebe zu Til ihren Mann verlassen und ihre gesellschaftliche Stellung aufgegeben. In den Augen der von Buttlärs und der Generalin sind die Gräfin und Til natürlich kein Umgang für Lolo. Der entstellte Geheimrat Frosenius versucht vergeblich, Alice durch ein großes Fest wieder in die Gesellschaft einzuführen. Als Lolos Verlobter Carl von Gonthard sich mit Alice einlässt, will Lolo sich das Leben nehmen. Im letzten Augenblick kann Til sie retten, erfährt aber so von Alices Untreue. Während Lolo auf Drängen ihrer Eltern in aller Eile mit Carl verlobt wird, fährt Til mit den Fischern auf die stürmische See hinaus, um Alice durch seinen Tod freizugeben. Dem toten Til ist Alice treuer als dem lebenden und so wartet sie fortan gemeinsam mit Frosenius darauf, dass das Meer ihr den Toten zurückgibt.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentar — Film: Wellen


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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit dieser Literaturverfilmung hat Vivian Naefe ein Sittengemälde der Gesellschaft kurz vor dem ersten Weltkrieg entworfen. Sie tut das sehr stilvoll und mit großem Feingefühl für nuancierte Darstellungen. Die durchweg sehr guten Schauspieler (vor allem Matthias Habich und Marie Bäumer u.v.a.) machen es einem leicht in die untergegangene Welt einzutauchen. Hier treffen unterschiedliche Lebensauffassungen auf einander: die in Konventionen erstarrte enge Welt des verarmten Adels mit der eines Künstlers, der bornierte Offizier und das dienende Volk. Da können Grenzüberschreitungen nur von kurzer Dauer sein. Und jeder noch so unbedeutende, unansehnliche Strohhalm kann vielleicht den Untergang verhindern, wenn sich zwei Loser aneinander klammern.
Man muss sich Zeit nehmen, denn damals hatte man auch viel davon.

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