Er kann es nicht lassen

Clint Eastwood hat Trouble with the Curve

Clint Eastwood hatte eigentlich mit dem Agieren vor der Kamera abgeschlossen. Zumindest dachten wir das, weil er nach seinem eigenen Werk Gran Torino betont hatte, nie wieder als Schauspieler in einem Film aufzutreten. Doch der alte Fuchs kann es scheinbar nicht lassen. Er spielt die Hauptrolle im Baseballdrama Back in the Game, dem Regiedebüt von Robert Lorenz. Neben Clint Eastwood sind auch noch Amy Adams und Justin Timberlake mit von der Partie.

Die lebende Hollywood-Legende übernimmt die Rolle von Gus, einem alternden Baseball-Scout, der sein Sehvermögen verliert. Für einen allerletzten Auftrag in der Welt des Sports versucht er, sich mit seiner entfremdeten Tochter Mickey (Adams) zu versöhnen. Sie soll ihn auf seinem Trip begleiten und die Funktion seiner Augen übernehmen. Dabei verliebt sie sich in einen jüngeren Rivalen ihres Vaters (Timberlake), der sie in seine Welt einführt und ihr beibringt, loszulassen und sich einfach spontan auf verrückte Dinge einzulassen.

Obwohl Deutschland nicht gerade als Land des Baseballs bekannt ist, dürfte Trouble with the Curve auch hierzulande einige Freunde finden. Der Film ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Einmal, weil Clint Eastwood dank ihm auf die Leinwand zurückkehrt. Das ist prinzipiell immer eine gute Sache und mit Gran Torino hat er schließlich bewiesen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen in Hollywood gehört. Zum anderen ist Trouble with the Curve der erste Film seit In the Line of Fire – Die zweite Chance, in dem Eastwood als Darsteller auftritt, aber nicht selbst das Kommando hinter der Kamera übernimmt.

In den letzten Jahren hatte sich der Altmeister zunehmend auf seine eigenen Regiearbeiten wie J. Edgar mit Leonardo DiCaprio, Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon und Der fremde Sohn mit Angelina Jolie konzentriert. Als Regisseur hat Clint Eastwood bislang zwei Oscars gewonnen und zwar für seine Werke Erbarmungslos und Million Dollar Baby. Sein nächstes Projekt wird vermutlich das Remake von [[a-star-is-born—2]] mit Beyoncé Knowles werden, das aufgrund der Schwangerschaft der Sängerin zunächst vertagt werden musste.

Die Rolle von Gus in Trouble with the Curve besitzt gewisse Ähnlichkeit zu Eastwoods Part als alter, verbitterter Kriegsveteran Walt Kowalski in Gran Torino, auch wenn der Baseball-Scout nicht ganz so mißmutig daherkommt. Solche Charaktere liegen Clint Eastwood, ist er doch in seinen eigenen Filmen bereits des Öfteren in vergleichbare Rollen geschlüpft. Es ist nur überraschend, dass er dieses Mal nicht selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen wollte. Robert Lorenz jedenfalls wirkte seit Jahren bei diversen Projekten von Eastwood als Produzent und Regieassistent mit. Vielleicht sah der Altmeister einfach die Zeit gekommen, ihm das Vertrauen als leitender Regisseur zu schenken. Wir dürfen auf Trouble with the Curve gespannt sein, der Ende November in unsere Kinos kommen soll.

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