Erbarmungslos

Unforgiven (1992), US Laufzeit 131 Minuten, FSK 16, Drama, Western, Kinostart 24.09.1992


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8.3
Kritiker
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7.7
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139 Kommentare
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von Clint Eastwood, mit Clint Eastwood und Gene Hackman

Clint Eastwood zückt in dem Spätwestern Erbarmungslos als Witwer William Munny den Revolver, um eine Prostituierte zu rächen.

Der alternde William ‘Bill’ Munny (Clint Eastwood) war vor seiner Heirat ein gefürchteter Revolverheld, der die meiste Zeit seines Lebens im Suff verbracht hat. Erst seine Frau brachte ihm vom Trinken und Schießen ab. Nach ihrem Tod führt er nun zusammen mit seinen beiden Kindern ein tristes Leben als Schweinezüchter, das er ohne seine Frau nur mühsam meistert. Da erscheint eines Tages der junge kurzsichtige Möchtegern-Revolverheld Schofield Kid (Jaimz Woolvett), der ihm von einem lukrativen Auftrag berichtet.

In dem Städtchen Big Whiskey ist die Prostituierte Delilah (Anna Levine) von zwei Viehtreibern übel zugerichtet und entstellt worden. Der örtliche Sheriff Little Bill Daggett (Gene Hackman) hat den Vorfall nur als geringfügige Ordnungswidrigkeit behandelt und als Strafe sieben Pferde festgelegt. Die Anführerin der Prostituierten, Strawberry Alice (Frances Fisher), protestierte gegen diese Ungerechtigkeit und hat sich mit ihren Kolleginnen zusammengetan und ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf den Tod der beiden Männer ausgesetzt.

Da er das Geld dringend braucht und den Auftrag für eine ehrenvolle Aufgabe hält, beschließt Bill Munny, sich mit Schofield Kid auf die Suche nach den zwei Männern zu machen. Er kann seinen alten Partner Ned Logan (Morgan Freeman), der mittlerweile mit einer Indianerin zusammenlebt, überreden, mit ihnen die Ehre der Prostituierten wiederherzustellen.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Erbarmungslos
Genre
Gerechtigkeitsdrama, Western, Neo-Western, Später Western
Zeit
1880er Jahre
Ort
Gefängnis, Kleinstadt, Saloon, Wyoming
Handlung
Alter Mann, Antiheld, Auftrag, Auftraggeber, Auftragsmord, Bedauern, Belohnung, Biographie, Bordell, Bosheit, Brutalität, Böse, Bösewicht, Cowboy, Demütigung, Directed by Star, Entstelltes Gesicht, Erschiessen, Fieber, Folter, Freiheitsentzug, Gefängnis, Gesetz, Gesetzlosigkeit, Gewalt, Gewalttätigkeit der Polizei, Gewehr, Gewissenskonflikt, Gewitter, Gnade, Gut und Böse, Klassiker, Kopfgeld, Kopfgeldjäger, Kultfilm, Leiche, Massaker, Mitgefühl, Moral, Mord, Männlicher Held, Oscargewinner, Peitsche, Profikiller, Prostituierte, Rache, Recht und Ethik, Recht und Gerechtigkeit, Revolverheld, Rind, Schießerei, Schuss in den Bauch, Schuss in den Kopf, Schusswechsel, Schusswunde, Sheriff, Showdown, Totschlag, Training, Töten, Unmenschlichkeit, Unversöhnlichkeit, Verbluten, Vergeltung, Verhör, Wut und Hass, schweigsam
Stimmung
Berührend, Ernst, Hart, Spannend
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
AFI Top 100, Klassiker, Kultfilm, Oscargewinner, Time's All TIME Top 100 Movies
Verleiher
Warner Bros Film GmbH
Produktionsfirma
Malpaso Productions, Warner Bros.

Kommentare (136) — Film: Erbarmungslos


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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Dieser Spätwestern von und mit Clint Eastwood als wortkarger ehemaliger Outlaw, ist ein gerngesehener Gast in meinem DVD-Player. Insbesondere an Abenden, an denen ich mal wieder etwas runterfahren möchte, eignet sich dieser toll bebilderte und ruhig erzählte Western mit Rachemotiven ausgezeichnet.

Dass natürlich Leinwandhelden vergangener Tage wie Gene Hackman, der in "Big Whiskey" (uriger Name für dies kleine Westernkaff) als Gesetzesvertreter mit dem obligatorischen silbernen Stern an der Brust nach seiner speziellen Auffassung von Gesetzesauslegung für Ruhe und Ordnung sorgt, sowie Richard Harris nebst eigenem Biografen, oder aber natürlich auch jemand wie Morgan Freeman, als treuer Weggefährte vom alten Clint, für eine zusätzliche Aufwertung dieses mit vier Oscars ausgezeichneten Films sorgen, versteht sich von selbst!

"Erbarmungslos" verzichtet gänzlich auf heroische Attitüde, setzt stattdessen auf ruhige Zwischentöne und hält dennoch ein erbarmungsloses Finale parat, welches dem Titel alle Ehre macht.

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ElmStreet84

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@Uwe: Ah, da weiß ich bescheid! :D Aber davon abgesehen kann ich alles in deinem Kommentar wärmstens unterschreiben, find den auch klasse!
@Dirk: Mach mal so schnell wie möglich! Lohnt sich! ;))


BenAffenleck

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Jepp, ist wieder in der ToDoGucken-Liste weiter nach oben gerutscht.


ThePower

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der besten Filme von und mit Clint Eastwood. Hat die Oscars mehr als verdient. Immer wieder sehenswert. Super Aufnahmen und Kameraführung.

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FordFairlane

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Clint Eastwood liefert mit "Erbarmungslos" den letzten Western seiner Karriere ab und gleichzeitig ein uniglaubliches Meisterwerk. Die Geschichte ist hart und roh inszeniert und geschmückt mit einigen der besten Schauspieler aller Zeiten. Clint Eastwood hat mit dieser Regiearbeit tolle Arbeit geleistet, denn hier stimmt alles von A bis Z
Ganz Großes Kino! 8 von 10

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vladvanhelsing

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einfach erbarmungslos geil!

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brucelee76

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hi Leute,

Erbarmungslos ist pure Filmmagie und in vollendeter Form höchste Kunst. Schlichtweg ein Meisterwerk über das Wesen Mensch in seinem Denken, Sprache, Moral, Trieb, Motiv und Handeln.

Allein das Ende ist das spannendste, ehrlichste und coolste was bisher auf der Leinwand gezeigt wurde. Die simple Botschaft ist, wer tötet ist mies, wer getötet wird auch und unschuldig ist niemand.
Nachdem William Munny (Eastwood) nach dem Showdown vom Schreiber gefragt wird, nach welchem Muster er anfängt zu schießen, sagt dieser darauf hin: "... es ist reine Glücksache, die Reihenfolge ist egal. Wenn es ums töten geht, habe ich immer Glück gehabt." Bingo. Das ist eine der Kernaussagen die an mir haften. Das ganze Leben ist reine Glückssache. Der Sheriff hatte Pech, in dem er Ned zu tote gepeitscht hat und somit sein Haus nicht mehr fertig bauen kann. Auch die Szene wo der Sheriff, William Munny seine Gräueltaten (Mord an Kinder und Frauen) vor versammelter Mannschaft auf zählt, lässt Ihn völlig kalt, " Ja das ist Wahr. Sie waren halt zu falschen Zeit am falschen Ort."

Hier passt einfach alles zusammen. So wünsche ich mir Kino. Eine Geschichte aufbauen, die sich auf ein unausweichliches Ende zu bewegt.

Mein Fazit: Wundervoller Score, ehrliche Dialoge, reale Szenen, echte Gefühle und besseres kennenlernen der Gattung Mensch. Ein Western für die Ewigkeit. Besser geht's nicht!

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pischti

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Hat mich damals etwas enttäuscht, kann mich aber so überhaupt nicht mehr an den Film erinnern.


vanilla

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echt????
da bist du glaub ich der Erste der das sagt........schäm dich und ab in die Ecke.....äh, mein vor die Kiste zum "Erbarmungslos-Nachsitzen";-))


Berlin42

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Bewertung7.5Sehenswert

"Erbarmungslos" ist ein sehenswerter Western, der eigentlich keiner sein will. Er sträubt sich regelrecht gegen die Klischees, die in den 50er und 60er Jahren erschaffen wurden. Selbst der Hauptprotagonist, ein in die Jahre gekommener Bandit, macht eigentlich alles andere als einen heldenhaften Eindruck. Abgekämpft versucht Clint Eastwood als "Bill Munny" mit seinen Kindern eine Schweinezucht zu betreiben, was mehr schlecht als recht gelingt. Man hat den Eindruck, seit seine Frau gestorben ist, ging es bergab mit Munny. Eastwood parodiert sich scheinbar selbst: Einfachste Schießübungen wollen dem gealterten Antihelden plötzlich nicht mehr gelingen, auch das Pferd gehorcht dem ehemals gefürchteten Munny nicht mehr. In dieser fragwürdigen Verfassung begibt er sich mit seinem alten Freund "Ned Logan" und dem rotznäsigen "Schofield Kid" auf ein letztes Abenteuer. Zu dritt jagen sie zwei Hurenschänder, um eine Belohnung zu kassieren. Doch im weiteren Verlauf sind es nicht die Gesuchten, die den Dreien das Leben erschweren, denn diese sind mehr oder weniger einfach und wenig ehrenhaft ausgeschaltet. Entgegen der Erwartung ist es der Dorfsheriff "Little Big Daggett" - im übrigen hervorragend verkörpert von Gene Hackman - der den Spieß umdreht und mitsamt seiner Gefolgschaft Jagd auf die Kopfgeldjäger macht, um ein Exempel gegen die Rachemorde zu statuieren. So wirklich in Fahrt kommt der Western lange Zeit nicht, "Erbarmungslos" lebt in den ersten 45 Minuten unbestritten von wunderschönen Landschaftsaufnahmen und den Charakteren, die weitestgehend mit sich selbst beschäftigt sind. Der Spannungsbogen erhebt sich erst nach dem Eintreffen von "English Bob" in Big Whiskey. Als der alternde Eigenbrötler vor den Augen des halben Dorfes durch den Sheriff verprügelt und gedemütigt wird, wird die Rollenverteilung so langsam klar. Als auch Munnys bester Freund von Daggett misshandelt wird und in Folge der Verletzungen stirbt, geht es in die stärkste Phase des Films, endlich ist man als Zuschauer gefesselt und steht erstmals felsenfest auf der Seite des Protagonisten Bill Munny. Dieser stellt sich allein und verlassen der Übermacht Daggetts, was in einen wunderbaren Showdown mündet. Mit dem Finale unterstreicht der Regisseur gnadenlos die Sinnlosigkeit der Gewalt, denn so richtig befriedigt ist man nicht, als Bill Munny sämtliche Widersacher ausgelöscht hat. Bezeichnend ist hierbei, dass sein erster Schuss dem unbewaffneten Barbesitzer gilt.

Wahrscheinlich war es mein Fehler, dass ich zuerst die überragenden Kritiken des Film aufsaugte, bevor ich ihn mir selbst zu Gemüte führte, doch ich muss gestehen, dass meine Erwartungen an Clint Eastwoods letzten großen Western nur teilweise erfüllt wurden. Ohne Frage, die selbstkritische Darstellung des gealterten Westernhelden ist stark, genauso die provokante Handlung, die einem immer wieder zeigt, dass es keinen wahren Helden in der Geschichte gibt. Doch fühlte ich mich durch "Erbarmungslos" eben lange Zeit nicht wirklich gefesselt, wie es bspw. "Todeszug nach Yuma" von der ersten Minute an schaffte.

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MaceWindu1998

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klasse klasse klasse!
Ein Western aus der Zeit, als das Genre so gut wie tot war!
Und trotzdem kann er mit Leone's Klassikern aus den 60er Jahren mühelos mithalten.
Hier stimme ich mal mit der Academy vollkommen überein; Bester Film des Jahres!

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vanilla

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super Film, da gibt es nur eine Meinung;-)


DoctorWho

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Bewertung7.0Sehenswert

Auf jeden Fall sehenswert, allerdings zieht er sich im Mittelteil, was aber vom sehr gut inszenierten Finale kompensiert wird.
Wie gesagt wirklich sehenswert; 7 Punkte

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Samweis_Gamdschie

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Spitzen Film.

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brucelee76

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Schade nur eine 8 :( ... und ja der ist Mega-Spitzen-Geil ... :)


Laserdance

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Bewertung9.0Herausragend

Starker Film.

Auch hier zeigt Clint mal wieder sein Talent zum Geschichten erzählen. Hier stimmt einfach alles.

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sachsenkrieger

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Du siehst mich einigermaßen überrascht, Bill! Ich dachte du wärst tot!" - "Tja, ich selbst dachte ich wäre tot. Bis ich rausfand, ich war nur in Nebraska!"

William "Bill" Munny ist ein ehemaliger, erbarmungsloser Killer, ein Mann weich wie Revolverstahl, freundlich wie ein tollwütiger Kampfhund, geschwätzig und emotional wie eine Leiche. Einer, der seine Seele schon vor langer Zeit für eine Handvoll Dollars verkauft hat. Einer, den selbst der Teufel fürchtet und der dem Tod noch ein paar Kugeln verpasst, bevor dieser ihm den Lebensfaden durchtrennen kann.

In seinem Innersten trägt er aber immer noch den kleinen Funken Gefühl, den ihm seine Frau vor langer Zeit erhalten hat. Sie hat ihm das Leben gerettet, es ihm zurückgegeben, ihn mit der Zeit geheilt durch ihre Sanftmut. Jetzt ist sie tot, die Farm ist am Ende, die beiden Kinder aus seiner Ehe hungern. Da kommt dem abgehalfterten Revolverhelden, der seit Jahrzehnten keine Waffe mehr in der Hand gehalten hat, ein leicht erscheinender Auftrag gerade recht. Zusammen mit dem grenzdebilen Elroy Tate und seinem alten Kumpan Ned macht er sich auf zu seinem letzten, erbarmungslosen Feldzug...

Dieser Film ließ Clint Eastwood für mich zur Ikone werden, auch wenn er selbst mir dafür wohl eine Kugel verpassen würde. Eastwood selbst, Morgan Freeman, Richard Harris und Gene Hackman in einem der besten Western aller Zeiten! Als Anti-Western möchte ich ganz gerne lieber die teilweise rührselig doofen Produktionen der Jahrzehnte davor bezeichnen, in denen Frauen nur dazu da waren, zu kreischen oder sich irgendwo festzuklammern, und Indianer immer alles skalpiert haben. Hervorragender Einstieg in das "Alterswerk" Eastwoods. Vorsicht, ducken, er legt wieder an!

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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sachsenkrieger

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Ging mir genauso, das kann ich dir sagen. Stell dir dazu noch Eastwoods Gesicht vor.


FilmFan92

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Bewertung10.0Herausragend

Mit der Rolle des Revolverhelden in Leone's Dollar-Trilogie wurde er berühmt, als Dirty Harry stieg er zur Ikone auf, doch zur (lebenden) Legende wurde Eastwood erst als Regisseur. Amüsant, dass eine seiner besten Regiearbeiten ein Abgesang auf das Genre ist, was ihn einst zum Star werden ließ. Eine Entmystifizierung, ein Film der dem Genre seinen Respekt erweist und gleichzeitig alles sagt, was gesagt werden kann. Weitere Western sind eigentlich seit "Erbarmungslos" unnötig, diese Qualität wird wohl nie wieder erreicht.
Clint Eastwood war einst der härteste Hund, der schnellste am Revolver. In "Erbarmungslos" spielt er nun einen Mann der in die Jahre gekommen ist. Ein Farmer, der Probleme hat Schweine einzupferchen, Dosen aus naher Entfernung abzuschießen und sogar Probleme hat, auf's Pferd aufzusteigen. Gerade dieser Mann macht sich nun ein letztes Mal auf, zwei Männer umzubringen, die einer Hure das Gesicht zerschnitten haben. Gemeinsam mit einem halbblinden Revolverhelden und seinem alten Freund macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Regen und Krankheit erschweren die Reise, ebenso der gandenlose Sheriff, der das Problem zwischen der Hure und den Cowboys "geregelt" hat und nun den auflaufenden Kopfgeldjägern Einhalt gebieten will.
Eastwood erzählt quasi eine einfache Rachegeschichte, ergänzt diese um freundschaftliche Werte und nimmt dem Western seinen Glanz. Die Charaktere sind antastbar, gescheitert, verloren. "Gut" und "Böse" existiert so gesehen nicht, es gibt keine Helden. Keine Männer die den Revolver zücken und Horden von Feinden niederschießen. Hier wird daneben geschossen, gezögert, gezweifelt. Die angstlosen Cowboys sind ausgestorben. Eastwood selbst ist ein geläuterter ehemaliger Trinker, der Männer, Frauen und Kinder teilweise zum Spaß über den Haufen geschossen hat. Seine Frau bekehrte ihn, nahm ihm den Alkohol und schenkte ihm das Leben. Gegenspieler Hackman mimt den rauen Sheriff, der den Revolverhelden ihren Glanz nimmt. Ein von einem Biographen begleiteter Kopfgeldjäger wird vom Revolverhelden zum mittellosen Trinker degradiert.
Und dann wären da noch die Begleiter Eastwood's ein ebenso gealterter Morgan Freeman, der dem Abenteuer nicht mehr gewachsen ist und ein junger Kopfgeldjäger, der dem Töten nicht gewachsen ist, der den Kick sucht und schlussendlich dem Töten den Rücken kehrt.
Dass Eastwood hier mit einer wunderbaren Darsteller-Riege aufwarten kann, in der vorallem Gene Hackman grandios aufspielt, perfektioniert das wunderbar inszenierte Westernabenteuer, dass ein ums andere Mal sogar zum Lächeln anmutet. Gene Hackman als grausamer Tischler oder Eastwood, der kaum auf ein Pferd besteigen kann, im Grundtenor ist "Erbarmungslos" aber trotzdem tief melancholisch. Die dreckige, kalte Atmosphäre, verbunden mit den verzweifelten Charakteren und Eastwoods großartiger Inszenierung, die vorallem im perfekten Finale Gänsehaut erzeugt, machen "Erbarmungslos" zu einem der besten amerikanischen Western, zum besten Spät-Western und zu einem unvergesslichen, respektvollen Abgesang auf ein einst so glorreiches Genre.

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vanilla

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einer der besten Western überhaupt, gut geschrieben Filmi;-)


FilmFan92

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Danke euch! :)


Lori007101

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Abgesang des alten Genres: Western. Sehr gut erzählt und gespielt von einen Profi wie Clint Eastwood, der ja durch kultige Western wie durch die "Dollar" Trilogie, Weltberühmtheit erlangte. Gute und stimmige Musik, dass auch zum Nachdenken anregt. Sehr gute Darsteller, die die damaligen Comboys perfekt verkörpern. Allen voran sicherlich Gene Hackman: Seine sadistische und selbstgerechte Rolle hat sogar einen Oscar beschert als Bester Nebendarsteller. Ein Zeitloser Film, das man immer wieder anschauen kann und möchte!

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The Freewheelin Fonda

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Bewertung10.0Herausragend

Fondas Eastwood-Western Woche: Tag 7
„Unforgiven“

Das wars:
Ein Genre wurde in seine Einzelteile zerlegt und Eastwood bekam seinen ersten Regieoscar für einen der größten Filme aller Zeiten.
Am siebten Tag meiner Westernwoche kommentiere ich bereits den 500sten Spielfilm bei Moviepilot:

Erbarmungslos!

Eastwood ist alt geworden, hat sein Pferd schon lange abgesattelt, seinen Colt zur Seite gelegt und ein friedliches Leben gewählt. Hat das Outlaw-Leben hinter sich gelassen, der Flasche abgeschworen und sich mit Frau und Kindern auf seiner Farm zurückgezogen.

Die Vergangenheit soll ihn einholen, diesen alten Mann, auf dessen Schultern die Sünden vergangener Jahre lasten.
Noch EINMAL, will er losziehen, einmal noch durch den Westen reiten, Menschen jagen und ein Kopfgeld nach Hause bringen, um die Zukunft seiner Kinder zu sichern.
Clint Eastwoods endgültiger Abschied vom Westerngenre, seine Entmystifizierung des Fremden ohne Vergangenheit.
Er geht noch einmal auf Kopfgeldjagd, an der Seite von diesem Mann, der schon alles gesehen hat, reitet ein Möchtegern-Killer, der zu jung ist um eine Ahnung von der rauen Welt des Westens zu haben, der nichts über ein Menschenleben weiß.
Und ein alter Freund begleitet ihn, man braucht für schwierige Missionen immer einen guten Freund und den hat Eastwood hier mit Morgan Freeman, den alten Partner, der einen ohne Worte versteht.
Ein Team das loszieht, mit dem einen Ziel zu töten, Menschen, die sie vorher nicht kannten, die sie nicht kennen werden, über die sie auch nicht urteilen, die sie einfach nur töten!

Big Whiskey, eine typische Westernstadt voller Abschaum.
Im Saloon geschieht ein Verbrechen, eine Frau wird entstellt, ihr Gesicht zerschnitten und ihre Schönheit genommen.
Ein Leben, in dem man sich selbst nicht mehr akzeptiert, sich selbst nicht mehr ansehen will, wo man sich am Ende selbst aufgibt, steht ihr in Aussicht, ein Verbrechen, was vom Sheriff der Stadt aus der Sicht der Frauen nicht gerecht bestraft wird.
Fragen nach wahrer Gerechtigkeit werden aufgeworfen, Gerichte, Gesetze die dem Menschen niemals gerecht werden können, versuchen die Ordnung aufrecht zu erhalten, erfolglos.
Denn die Prostituierten wollen ihre eigene Gerechtigkeit, wollen die Frauenschänder tot sehen, sie haben die Kopfgeldjäger engagiert und die Spirale der Gewalt damit am Laufen gehalten.

Der Sheriff will eine Ordnung aufrecht erhalten, versucht Waffenkonflikte in seiner Stadt zu unterdrücken, doch Gene Hackman muss sich hier gegen Clint Eastwood behaupten, zwei vollkommen unterschiedliche Männer, beide haben ALLES gesehen, vollkommen unterschiedlich geprägt, stehen sie mit all ihren Erfahrungen am Ende einander gegenüber, beide folgen ihren Berufungen und begegnen sich im unausweichlichen Duell.

Reflexion über die Entstehung von Gewalt und das Töten und Sterben an sich,

-"Das habe ich nicht verdient, so einen Tod. Ich baue mir gerade ein Haus."
-"Was Sie verdienen, hat nichts damit zu tun."

Ein Facettenreiches, tiefgründiges Werk mit vielen Geschichten und Aussagen, bis es nach vielen ruhigen Bildern zum Schlussakt kommt:
Der endgültigen Reinwaschung, die ENDGÜLTIGSTE Szene, die letzte Abschließung mit der Gewalt in der verregnetsten Nacht im heruntergekommenstem Westernkaff,
und Eastwood reitet für immer davon, nachdem er abgerechnet hat.

„Ich komme jetzt raus! Und jeden den ich sehe, werde ich erschießen. Sollte es jemand wagen auf mich zu schießen, töte ich erst ihn, dann seine Freunde und dann seine Familie…“

Clint Eastwood nimmt hier nach all den Jahren im Filmgeschäft sämtliche positiven Aspekte seiner früheren Arbeiten auf und packt sie in sein Essenz-Werk.
Ich kann verstehen, wenn diesen Streifen einige für zu langatmig halten aber mit der Musikuntermalung, den Schauspielern, dem Setting und vor allem den angesprochenen Themen packt mich „Erbarmungslos“ jedes Mal wieder mit einer so unglaublichen Wucht, dass ich ihn dem kleinen Kreis meiner 10er Filme hinzufüge!

Zum Schluss ertönt „Claudias Theme“, mein Herz wird schwer bei dieser wunderschönen Musik und alle Gefühle, alles was hier gezeigt wurde, findet in diesen wunderschönen Klängen einen unsagbar großartigen Abschluss:
(http://www.youtube.com/watch?v=z5q5YP9kBuI)

„An Sergio“,
er wäre stolz gewesen, hätte er gesehen was aus „seiner Entdeckung“ und der Figur des Ponchoträgers geworden ist!

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The Freewheelin Fonda

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YEAH!!! Freue mich grade sehr darüber, bin echt SEHR gespannt was du von dem hälst und Excalibur steht ja auch schon länger auf meiner Liste!
Du bist die ganze Nacht on? Dann krisgst du vlt. gleich noch Post von mir :)


Andy Dufresne

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Der goldene See müsste eigentlich total mein Film werden :)
Und Excalibur sowieso, hab den vor tausend Jahren schon mal gesehen, wohl DER Ritterfilm (mit den Rittern der Kokosnuss :D).
Und ja, ich bin on, muss Morgen Abend anfangen zu arbeiten, da probier ich immer vorher durchzumachen und Tagsüber zu schlafen. Also schreib mir was, ich würde mich freuen darüber ;)


Moviegod

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Bewertung10.0Herausragend

Neben "Der schwarze Falke" und "Der mit dem Wolf tanzt" der beste Western aller Zeiten. Mir fällt nichts ein, was mir bei diesem Film nicht gefallen hat.

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TheAvenger68

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Hab den vor Jahren gesehen und fand den etwas langatmig.
Sollte ich mir mal wieder anschauen.
Die Sehgewohnheiten ändern sich.


Moviegod

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So ging es mir ehrlich gesagt am Anfang auch. Erst nach dem dritten, vierten Mal hat er mich richtig mitgerissen. Und seitdem liebe ich den Film


timmoe

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Bewertung6.5Ganz gut

Hervorragend besetzter Spätwestern mit interessanten Charakteren, dessen anfangs vielversprechender Plot leider nicht über die volle Laufzeit überzeugen kann.

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Shatterhand

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Der Film ist echt gut. Aber wie du schon geschrieben hast ist der Plot zu dünn für den ganzen Film.


ElmStreet84

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

"Erinnerst Du Dich? Ich habe einen Viehtreiber mal in den Mund geschossen, seine Zähne kamen zum Hinterkopf raus. Ich denke ab und zu an ihn. Ich habe gar keinen Grund gehabt, ihn zu erschießen. Als ich wieder nüchtern wurde, fiel mir jedenfalls keiner ein."

Erbarmungslos. Genau DAS ist das Wort mit dem man diesen Western beschreiben könnte.

* Er hat längst aufgehört, Unschuldige zu Fall zu bringen.
* Er hat aufgehört zu trinken und sich zu prügeln.
* Er hat längst aufgehört, jeden Rüpel oder Unschuldigen, der vor seine Kanone
gerannt ist, umzubringen.

Doch eins hat er nie vergessen... Rache. Ohne Erbarmen. Schonungslos und kaltblütig.

Es ist das Jahr 1880 in wilden Westen. Wir sind in einem Saloon. Sehen einen Cowboy der gerade dabei ist, sich mit einer Prostituierten zu vergnügen und ihr den letzten Verstand aus dem Kopf zu vögeln... Es sind Schreie zu hören, dringen durch alle Wände des Saloons, kaum zu überhören. Sie schrecken auf und stürmen zum Nachbarszimmer, in dem eine Nutte von einem Kunden zusammengeschlagen und mit Messerattackten verletzt wird...

... nur einer kann diese Untat rechen, jeder kennt ihn, jeder fürchtet ihn.. jedenfalls früher mal. Heute ist er zur Ruhe gekommen und kümmert sich auf seiner Schweinefarm um seine zwei Kinder. Er ist stiller geworden, vielleicht auch zu still... wenn er in der Ecke hockt und über seien Frau trauert.

Sie hat ihm geholfen ein besserer Mensch zu werden, alle Untaten, die er begang zu vergessen und wieder neu anzufangen. Doch sie ist nicht mehr da, um ihn zu unterstützen und ihn auf dem rechten Weg zu halten.
Doch für einen Moment muss er sein heiles Leben und seine Vernunft vergessen um den Angriff an einer Nutte zu rechen. Er macht sich zusammen mit zwei Freunden auf den Weg zum kleinen Städtchen "Big Whickey" um die Männer zu Fall zu bringen, die diese schöne Frau so schonungslos entstellt haben.

Er muss das Schießen wieder lernen, doch er kann es noch... genau so wie früher.

"Ja, jemanden zu töten ist eine schlimme Sache. Du löscht alles aus, was er war und je hätte sein können."

Und er macht sich auf ein großes Abenteuer bereit.

.

.

.

1992. Niemand hätte jetzt noch an einen Western im Kino gedacht, doch Clint Eastwood ist es mal wieder gelungen, einem langsam vergessenen Genre wieder ein wenig Leben einzuhauchen. Und das tut er auf verdammt gute Art und Weise. Mit einer Erzählung die von niemand anderem besser erzählt werden konnte.

Ein grandioser Western hat die Welt nocheinmal begeistert und gezeigt, dass er's immernoch drauf hat, der Blonde! Sogar besser als vorher! Grandioser Film mit einem grandiosen Eastwood (<3) ... einer der großen Schätze in meiner Sammlung! :-)

♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ http://www.youtube.com/watch?v=y6eTJwJ5Nt0 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

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The Freewheelin Fonda

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In meinem Clintkommentar zu Beginn der Reihe stand ja auch nur das allernötigste drin, bin da mal sehr gespannt auf deine Hymne auf diese Legende :)


ElmStreet84

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So, Hymne steht!! :D


replicant-10

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Bewertung7.5Sehenswert

Erbarmungslos ist ein trauriger, harter und düsterer
(Anti)-Western mit Clint Eastwood und Gene Hackman,
der hier und da natürlich auch etwas Humor hat.
Hier spielt Clint Eastwood einen reumütigen Farmer und Kopfgeldjäger
der seine schlimmen Taten aus vergangenen Zeiten bereut.
Als sein bester Freund umgebracht wird begibt er sich allerdings
auf einen gnadenlosen dafür aber gerechten Rache-Feldzug.
In diesem Western gibt es keine Helden und auch keine Gewinner !!!

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Codebreaker

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

SPOILER!!!
Bisher hatte ich noch keinen großen Kontakt mit dem Genre "Western".
Das Interesse war einfach bisher noch nicht richtig groß. Sicherlich, ich habe schon den ein oder anderen Vertreter gesehen, aber eben hauptsächlich nur aktuellere Beispiele.
Wie dem auch sei, ich kam nun also zu "Erbarmungslos" von dem ich schon viel gutes gehört hatte, ob es nun als "erster" Western die optimale Wahl ist, sei mal dahingestellt. Was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass er definitiv richtig gut ist!
Denn auch ohne viel Hintergrundwissen, merkt man, dass es sich bei diesem Film nicht einfach nur um einen "normalen" Western handelt. Dieser Film hinterfragt einige zentrale Aspekte, die zu solchen bzw. allgemein zu Filmen gehören. Dinge wie bspw. der Tod. Oft werden in Filmen Menschen getötet, als wäre es das Leichteste der Welt, als könnte man das mal so mir nichts - dir nichts machen. Hier wird darauf genauer eingegangen, es wird sogar in Frage gestellt bzw. es wird gezeigt, dass das nicht leicht und auch definitiv nicht gut ist.
"Ja, jemanden zu Töten ist eine schlimme Sache. Du löscht alles aus, was er war und je hätte sein können."
Nachdem Prostituierte misshandelt wurde und die dafür Verantwortlichen davonkommen, setzen die anderen Frauen eigenständig ein Kopfgeld auf diese Beiden aus. William Munny, Ned Logan und Schofield Kid machen sich also gemeinsam auf den Weg diese Beiden umzubringen. Während Ned und William bereits eine Vergangenheit in diesem Gewerbe haben, ist Kid noch ganz "frisch" dabei. An ihm sieht man zum Beispiel wunderbar, wie "einfach" das Ermorden oft dargestellt wird. Er ist ganz versessen drauf die Beiden in die Finger zu bekommen. Als er dann schließlich einen der beiden Gesuchten erschossen hat, versteht auch er es. Speziell William hat das allerdings schon so oft gemacht, er weiß, dass da viel mehr dahinter ist. Gleiches gilt für Ned, dieser kommt schließlich sogar zu der Einsicht, dass er nicht mehr Morden will. Ich finde es ziemlich gut, dass man sich mit diesem Thema in dem Film hier so sehr auseinandersetzt!
Allerdings ist das natürlich nicht das Einzige. Clint Eastwood - der eine wahre Legende im Genre ist - ist in diesem Film lediglich ein Mann, dessen beste Zeiten schon hinter ihm liegen. Er trifft nicht mehr richtig, ja schafft es sogar nicht mehr wirklich auf sein Pferd zu steigen. Eastwood präsentiert seinen Charakter als einen alten Farmer, der viele viele Dinge getan hat, auf die er nicht stolz ist. Dabei wird auch die Frage, ob es "Helden" denn überhaupt gibt, behandelt.
Man sieht schon, hinter diesem Film steckt wesentlich mehr, als man auf den ersten Blick erkennt. Dazu kommt, dass er eine eigene und richtig starke Atmosphäre hat. Er ist ruhig inszeniert, wird langsam aufgebaut, bis es dann gegen Ende so richtig zur Sache kommt. Natürlich sollte man auch die Darsteller nicht vergessen und auch hier überzeugt der Film richtig stark! Nicht nur, dass Eastwood als Regisseur überzeugt, er spielt seine Rolle natürlich auch sehr toll! Morgan Freeman ist eigentlich IMMER super und so auch hier, dann haben wir noch Gene Hackman der ebenfalls grandios ist! Er ist einfach verdammt präsent, sobald er anwesend ist, außerdem beeindruckend und kommt richtig böse und stark daher.
Der finale Showdown ist zudem auch richtig cool!
"Wir sehen uns in der Hölle..." - "Ja."
Beeindruckend!
Was bleibt also nun abschließend zu sagen? "Erbarmungslos" ist ein sehr starker Film, der eine ruhige, eigene, starke Atmosphäre hat, der diverse Elemente des Western bzw. allgemein von Filmen in Frage stellt, hinter dem einfach viel mehr steckt als direkt erkennbar, der wahnsinnig gute Schauspieler vereint, der zudem auch keineswegs langweilig wirkt, der einfach nur richtig richtig gut war! Ich werde ihn mir sicherlich noch mal anschauen, wahrscheinlich dann, wenn ich mehr Western gesehen habe, als jetzt, vielleicht verstehe ich ihn dann ja besser, bisher ist er aber auch so, ein verdammt guter Film!

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Roldur

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zwei alte Ex-Revolverhelden und ein kurzsichtiger Trottel sind auf Kopfgeldjagd. Der eine Alte kann einen Falken in der Luft ins Auge treffen. Der andere war früher ein richtig übler Kerl und erschoss zwei, nein drei Deputies, als sie ihn umstellten. Naja, der dritte ist weder alt noch war er jemals Revolverheld. Was die drei verbindet? Sie sind die Hauptrollen in einem Film, den man wohl als Endzeit-Western betiteln könnte.
Clint Eastwood, schon damals um die 60, ist selbst übler Bad-Boy dem Alter ausgesetzt und Morgan Freeman ist im alten Westen auch alles andere als göttlich.
Während die drei sich also auf ihrer persönlichen Odysee (gut, besonders weit ist es nicht weg) ins Städtchen "Big Whiskey" begeben sind sie nicht nur ihrem eigenen Verfall, dem schlechten Wetter und ihrer Vergangenheit bzw. Naivität ausgesetzt, sie sehen sie auch dem harten Sheriff Little Bill gegenüber. Und der wird die Gejagten bis aufs Blut verteidigen, es geht hier schließlich um die Ehre.
Eastwood erzählt seine Geschichte gewohnt ruhig und trifft damit genau den Kern des Geschehens. Die Dramatik baut sich langsam auf und Ex-Revolverheld Bill Munny wird schneller von seiner Vergangenheit eingeholt als er das vielleicht möchte.
"Erbarmungslos" zeigt damit eine ganz neue Facette des Western-Genres, ähnlich wie z.B. der neuere Vertreter "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford".
Mit seiner rauen und doch wunderbar stillen Art schafft es Eastwood einmal erneut genau dahin zu treffen wo gute Filme hingehören. Ein ganz großer Film und nicht nur im Western-Genre eine wichtige Geschichte.
Der englische Titel "Unforgiven" trifft hier übrigens den Film um einiges besser.

"It's a hell of a thing, ain't it, killin' a man. You take everything he's got... and everything he's ever gonna have..."

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