Dante Spinotti

Beteiligt an 39 Filmen und 1 Serien

Dante Spinotti, geboren am 22.08.1943, ist unter anderem bekannt aus den Filmen Heat, X-Men: Der letzte Widerstand, L.A. Confidential.


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von Dante Spinotti

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Augenblicke zu schaffen, die auch lange nach dem Kinobesuch oder der DVD-Besichtigung noch im Gedächtnis des Zuschauers haften bleiben, die er vielleicht sogar niemals vergessen und immer wieder als einen Lieblingsmoment zitieren wird, diese Aufgabe verteilt sich beim Medium Film auf viele Schultern. Auf die des Drehbuchschreibers, des Regisseurs, der Schauspieler und besonders auf jene des Kameramannes. Nicht nur, dass er sein Arbeitsgerät in manchen Fällen tatsächlich wortwörtlich auf der Schulter trägt, er ist auch der erste, vor dessen Auge eine Szene tritt. Und wenn Beleuchtung, Positionen und Hintergründe stimmen, trifft der Kameramann, je nach Fähigkeit, hier entweder eine Aufnahme für den Moment – oder für die Ewigkeit. Dante Spinotti bevorzugt letzteres.
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Nördlich von Venedig geboren, begann Dante Spinotti im Alter von elf Jahren mit der Photographie. Mit einer Kamera, die er von seinem Onkel, einem Regisseur und Kameramann geschenkt bekam, photographierte Spinotti Familienangehörige, die raue Landschaft, entwickelte die Bilder in seinem Zimmer und wurde einige Zeit später zum offiziellen Ablichter der örtlichen Fußballmannschaft.
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Als 17jähriger begleitete Spinotti seinen Onkel nach Kenia, wo dieser Dokumentationen und Beiträge für News-Sendungen drehte. Dort arbeitete er zum ersten Mal mit einer Handheld-35mm Kamera und filmte im Auftrag von United Press International einiges an Material. Unter anderem arbeitete er außerdem während einer dreitägigen Ralley in Ost-Afrika, sowie für eine deutsche Filmproduktion mit dem Titel „Our House in Africa“, allerdings wurde er hierfür fälschlicherweise als Soundmix-Assistent eingesetzt.
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Ein Jahr später, persönlich und in Bezug auf seine Arbeit um viele Erfahrungen reicher, kehrte Spinotti nach Italien zurück, filmte zunächst Werbespots und anschließend für die Radiotelevisione Italiana (RAI), Italiens öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt. Aus unkündbarer Position heraus experimentierte Spinotti bei den Drehs von Dokumentationen und Fernsehfilmen viel herum und verfeinerte seine Techniken. Beeinflusst von einem der größten Kameramänner Italiens, Gianni Di Venanzo, wollte Spinotti jedoch vor allem eines: zum (Kino)Film.
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1981 gelangte Spinotti schließlich zur Produktion von Aldo Lados Pubertäts-Drama „La disubbidienza“ („Der Ungehorsam“). Zu seinen weiteren Beschäftigungen gehörte auch die Zusammenarbeit mit der international anerkannten Regisseurin Lina Wertmüller, die 1976 als erste Frau überhaupt für einen Oscar in der Kategorie Beste Regie nominiert worden war und für die Spinotti „Sotto... sotto...“ („Die Freundin meiner Frau“; 1984) bebilderte. Nach der deutsch/italienischen Co-Produktion „Interno Berlinese“ („Leidenschaften“; 1985) kam er 1986 zum ersten Mal zu einer amerikanischen Produktion, „Der einsame Kämpfer“.
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Weit wichtiger und für Spinottis weitere Karriere wesentlich bedeutender war jedoch ein Treffen mit Produzent Dino De Laurentiis, der für die Eröffnung eines Filmstudios neue Leute suchte und Spinotti schließlich mit Michael Mann bekannt machte. Dieser bekam von De Laurentiis seinen ersten größeren Film „Blutmond“ (1986) produziert und zeigte sich willig, den Hollywood-unerfahrenen Spinotti in die Crew aufzunehmen. Manns Verständnis für visuelle Kompositionen und ihre Zusammenarbeit beschreibt der Italiener heute als ‚großartige und genau die Art von Erfahrung, nach der er gesucht habe‘.
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Spinottis Arbeit bei „Blutmond“ überzeugte auch Bruce Beresford, der ihn für „Verbrecherische Herzen“ (1987) mit Diane Keaton, Jessica Lange und Sissy Spacek engagierte. In der Folge findet sich nichts an unbedingt hochklassigen oder bekannten Produktionen in seiner Filmografie, doch auf seinem speziellen Gebiet entwickelte sich Spinotti auch über wenig beachtete Werke wie „Karriere mit links“ (1987), „Die Unschuld der Molly“ (1988) oder Paul Schraders „Der Trost von Fremden“ (1990) stetig weiter und fand mehr und mehr zu einer Bildsprache, die nicht vom Genre des jeweiligen Films bestimmt wird, sondern die vielmehr dem Genre zum funktionieren verhilft. Beim Drama „Der Preis der Macht“, der Bruce Willis-Klamotte „Hudson Hawk“ und der Pacino/Pfeiffer-Romanze „Frankie & Johnny“ (alle 1991) bewältigte er drei grundverschiedene Stoffe und versah alle mit gekonnt-effizienter Gestaltung. Große Panoramen wünschte sich schließlich Michael Mann bei ihrer zweiten von insgesamt fünf gemeinsamen Arbeiten, „Der letzte Mohikaner“ (1992), und das Ergebnis brachte Spinotti eine Auszeichnung mit dem BAFTA-Award. Im Thriller „Blink - Tödliche Augenblicke“ (1994) machte er die Bedrohung für die blinde Madeleine Stowe durch geschickte Winkel für den Zuschauer spürbar, in Sam Raimis NeoWestern „Schneller als der Tod“ (1995) wurden die Revolverduelle zum flirrenden Ereignis. Ehe er 1995 eines seiner Meisterstücke ablieferte, war Spinotti noch für den italienischen „L'uomo delle stelle“ („Der Mann, der die Sterne macht“) verantwortlich, doch dann führte seine Kamera Al Pacino und Robert De Niro in Manns Heat durch eines der famosesten Szenarien der Filmgeschichte. Hier fusionierten Manns Sinn für Ästethetik und Stil perfekt mit Spinottis Auge und Präzision für die ‚kleinen großen‘ und die ‚ganz großen‘ Momente (siehe die apokalyptische Straßenschlacht).
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Nach „Liebe hat zwei Gesichter“ (1996) erhielt Spinotti für seine enorm Atmospähre schaffende Arbeit an „L. A. Confidential“ (1997) seine erste Oscar-Nominierung und fing danach punktgenau Russell Crowes nuancenreiche Performance in Manns Insider (1999), sowie gleich seine zweite Nominierung für den Goldjungen ein. Des weiteren profitierten Curtis Hansons toller „WonderBoys“, Nicolas Cage im harmlosen „Family Man“ (beide 2000), sowie die Star-Riege um Bruce Willis, Cate Blanchett und Billy Bob Thornton in „Bandits“ (2001) von Spinottis Bildgestaltung, die stets auf’s genaueste das einfängt, was von Darstellern und Sets vermittelt sein will. Danach arbeitete er am „Blutmond“-Remake „Roter Drache“ (2002), der Pilotfolge zur Hit-Serie „Prison Break“ (2005), bei „X-Men – Der letzte Widerstand“ (2006) an seiner bislang größten Produktion, und, nach einigen kleineren, unter anderem auch TV-Filmen, an „Deception“ (2008), welchen er vorzüglich ästhetisierte und zudem in einer kleinen Nebenrolle ausnahmsweise einmal auch vor die Kamera trat. Nach „Flash of Genius“ (2008) fand Spinotti erneut seinen Weg unter Michael Manns Führung und drehte mit ihm und den Top Stars Johnny Depp und Christian Bale das Gangster-Epos „Public Enemies“ (2009), sein nächstes Projekt ist für 2010 angesetzt und wird die Fortführung der „Narnia“-Saga, „Die Chroniken von Narnia - Die Reise auf der Morgenröte“.
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Obwohl es, was Auszeichnungen betrifft, dekoriertere Kollegen gibt, zählt Dante Spinotti neben Größen wie Wally Pfister („The Dark Knight“), Michael Ballhaus („The Departed“), Andrew Lesnie („Der Herr der Ringe“) und Janusz Kaminski („Der Soldat James Ryan“) dennoch zu den spektakulärsten Kameramännern, dem, im wahrsten Wortsinn, einige der sehenswertesten Momente der Filmgeschichte zu verdanken sind. Spinottis Art, Szenen im Ganzen und selbst die subtilsten mimischen Regungen von Darstellern zu betonen zeichnen ihn aus, wobei er ruhige ebenso wie gehetzte Sequenzen zu zeigen imstande ist, manchmal im nahtlosen Wechsel und immer, selbst bei der größten Hektik, mit einer Ordnung und Balance in der Platzierung seiner Kamera, die seine Bilder außergwöhnlich werden lassen. Oder eben für die Ewigkeit.
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kompletter Blog siehe http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=418824324&blogId=502803157

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