Spike Lee
Beteiligt an 25 Filmen und 1 Serien
US-amerikanischer Filmschauspieler, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor, der dem afroamerikanischen Kino zum Durchbruch verhalf.
Leben und WerkSpike Lee wurde als Shelton Jackson Lee am 20. März 1957 in Atlanta (Georgia) geboren. Er wuchs unter anderem in Brookly auf und zog zum Filmstudium wieder nach Atlanta. 1979 machte er zunächst einen Abschluss in Mass Communications an der afroamerikanischen Eliteuniversität Morehouse College und einen weiteren (Master of Fine Arts) 1982 an der New Yorker Tisch School of the Arts.
Für seinen Abschlussfilm Joe’s Bed-Stuy barbershop: we cut heads (1982), den ihm seine
Großmutter finanzierte, bekam er den Prix de Jeunesse in Cannes.
Anschließend gründete er 1983 auch seine eigene Produktionsfirma 40 Acres & a Mule Filmworks. Der Name seiner Firma bezieht sich auf ein unerfülltes Versprechen (“40 Morgen und ein Maultier”), das 1865 viele Politiker den freigelassenen Sklaven nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg machten.
Mitte der 80er Jahre wurde der Aufstieg des Independent-Film durch den zunehmenden Erfolg afroamerikanischer Regisseure zusätzlich angekurbelt. Dabei waren vor allem die Filme von Spike Lee, der als Begründer des New Black Cinema der 1980er Jahre gilt, von großer Bedeutung: seinem She’s gotta have it (1986) folgten viele weitere Filme, die auch alle im “guerilla-style” finanziert wurden, da es für Lee, wie für viele andere farbige Regisseure sehr schwierig war die nötigen Gelder zu bekommen.
Die späten 80er und 90er Jahren waren bisher Lees produktivste Phase: School Daze (1988) thematisiert die Hautfarben-Hierarchie schwarzer College-Studenten ,
Do the Right Thing (1989) zeigt die Gewalt zwischen Schwarzen und Italoamerikanern in Brooklyn. Auch Mo’ Better Blues (1990),
Jungle Fever (1991) und vor allem Malcolm X (1992) haben Aufsehen erregt. Dabei scheut sich Lee nicht auch die Vorurteile und den Rassismus innerhalb der schwarzen Community anzusprechen, was ihm nicht nur Freunde beschert hat.
In den letzten Jahren produzierte Lee Filme wie 25 Stunden (2002), Inside Man (2006) und When the Levees Broke (2006). Bei Inside Man handelt es sich um einen Thriller, der das New York nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 beschreibt, das sich zunehmend von Rassismus und Paranoia gezeichnet sieht.
Nebenbei war Spike Lee als “Entdecker” von bis dahin unbekannten afroamerikanischen Schauspielern, wie z.B. Halle Berry, Denzel Washington oder Samuel L. Jackson.
Spike Lee lebt mit Frau und Kindern in Manhattan.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen im Internet
Spike Lee bei der Wikipedia (dt.)
Interview mit Lee in der Zeit
Wissenswertes
Spike Lee hat eine Lehrtätigkeit als Gastdozent inne: bereits Anfang der 1990er Jahre hielt er Vorlesungen für Afro-Amerikanische Studien sowie für Visuelle und Umwelt-Studien an der Harvard University. Seit 2002 ist er Artistic Director bei der Tisch School of the Arts an der New York University
Lee ist Anhänger der Basketballmannschaft New York Knicks und erklärter Feind des Basketball-Stars Reggie Miller von den Indiana Pacers
Quellen
Jahn-Sudmann. Der Widerspenstigen Zähmung? Bielefeld: Transcript, 2006. S. 157ff.
Populäre Filme
von Spike Lee
News
die Spike Lee erwähnen
Will denn keiner beim Oldboy-Remake mitspielen? Veröffentlicht 2012/01/09 12:38:00
Die Produzenten des Remakes von Oldboy haben es derzeit nicht einfach. Erst springt Clive Owen von dem Projekt ab und nun muss auch der Drehbeginn verschoben werden. — Mehr
Clive Owen quält Josh Brolin im Oldboy Remake Veröffentlicht 2011/12/19 15:00:00
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3 Kommentare
über Spike Lee
Kommentar schreibendustyOn3 2011/06/07 17:10:03
Kommentar löschenKeine Frage - Lee hat nicht nur einmal großartige Arbeit geleistet. Trotzdem kann man die Kontroversen bezüglich seiner teilweise überaus klischeehaften Darstellung von "Schwarz" und "Weiß" nicht außer Acht lassen. Die typischen Passagen von weißen Personen in seinen Filmen, finde ich teilweise schon sehr grenzwertig. Spike Lee lässt unter anderem den Eindruck entstehen, dass grundsätzlich die "Weißen" für alles schlechte auf der Welt verantworlich sind.
Zitat - Wikipedia:
"Lees Filmen wurde in der Vergangenheit wiederholt der Vorwurf eines "umgekehrten Rassismus" gemacht. Viele seiner Geschichten haben die Kritik an ethnisch bedingten Ungleichbehandlungen zum Thema, im Speziellen meist die Diskriminierung von Afro-Amerikanern. Kritiker werfen Lee jedoch die Neigung vor, farbige Charaktere als "den Weißen überlegen" darzustellen und in die häufig klischeehaften Darstellungen von bestimmten anderen ethnischen Gruppen eigene Vorurteile und Antipathien einzubauen. Damit würde er seine Anti-Diskriminierungs-Aussagen selbst untergraben. Besonders deutlich wäre dies in der Darstellung von Italo-Amerikanern und amerikanischen Juden."
Filme wie "25 Stunden" oder "Inside Man" haben mir bisher aber sehr gut gefallen. "Malcolm X" steht auf meiner Merkliste.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
doctorgonzo 2011/06/07 17:20:05
Antwort löschenWährend des Drehs zu "Malcolm X" hat er diese Rassistenschiene mit richtig Dampf befahren...
dustyOn3 2011/06/07 17:25:07
Antwort löschenHab ich mir schon fast gedacht, bei der Beschreibung des Films.
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Inside Man
25 Stunden
Malcolm X
When We Were Kings - Einst waren wir Könige
Do the Right Thing
Ob in seinen Filmen nun jeder, der nicht schwarz ist gleich irgendwie klischeehaft dargestellt wird oder wurde, ist für mich sekundär. Es mag Teil seines Stils sein, der mich übrigens noch nie wirklich umgehauen hat.
Wie militant sein Rassismus nun angeblich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich weiß, dass ich es in einzelnen Szenen beispielsweise schon etwas lächerlich fand, wie er gerade Italiener präsentierte, aber Scorsese hat auch nicht sonderlich viele Spitzenrollen für Schwarze geschrieben.
Peinlich waren allerdings seine Dispute mit Warner, als er das Budget für "Malcolm X" überzog und sie als böse weiße Rassisten hinstellte, obwohl sie bereits 28 Mio. in das Projekt gepumpt hatten und dann er dann mit schwarzen Großverdienern kümmerliche 5 Millionen sammelte und sich mit ihnen als Helden der schwarzen Rasse feiern ließ.
Noch blöder war allerdings, dass er Clint Eastwood bei "Flags of our Fathers" latenten Rassismus vorwarf, weil bei seiner (historisch korrekten) Mount Suribachi Szene keine Schwarzen zeigte. Jeder macht sich eben lächerlich, so gut er kann.
Aber das alles ändert nichts daran, dass ich, wenn ich Lust auf Spike und Lee habe, doch lieber zu Spike Jonze und Stan Lee, vielleicht auch zu Ang Lee, greife.
16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 12 Antworten
duffy 2011/06/08 11:10:24
Antwort löschenEr ist sogar unter den Schwarzen schon sowas wie ne Witzfigur geworden wegen seiner militanten Art.
Sheeeeep 2011/06/08 11:12:01
Antwort löschenoder zu Li-Li Li => http://www.moviepilot.de/people/li-li-li
doctorgonzo 2011/06/08 11:19:54
Antwort löschenIch bin damals bei der Lektüre der Howard Stern Biografie auf den Streit mit Warner gekommen und wußte vorher nicht, wer das eigentlich sein soll. Aber mittlerweile weiß ich, wie wenig ich bis dahin verpasst hatte. Ob er in seinen Filmen nun Schwarze, Weiße, Latinos oder Franzosen in mäßigen Geschichten verwurstet ist ja eigentlich total egal.
euronix 2011/06/08 17:18:18
Antwort löschen"Do the right thing" ist aber wirklich kein schlechter Film.
duffy 2011/06/08 17:19:16
Antwort löschenSummer of Sam fand ich auch gut, übrigens.
Sheeeeep 2011/06/08 17:20:10
Antwort löschennur wegen den vielen Fucks duffy :D
doctorgonzo 2011/06/08 17:20:41
Antwort löschenGenau, alles nicht schlecht. Er hat auch ein Händchen für Akteure. Aber dieser Wow-Moment fehlt mir einfach!
duffy 2011/06/08 17:21:32
Antwort löschenNe, wegen der schicken Frisur von Brody. :D
Sheeeeep 2011/06/08 17:22:35
Antwort löschenhehe duffy :D Würde ich mir ja gern nochmal anschauen aber kino.to ist ja dicht :P
duffy 2011/06/08 17:25:30
Antwort löschen:D
Ich besitze ihn. :p
Alle 12 Antworten zeigen
Sheeeeep 2011/06/08 17:28:59
Antwort löschenDu Sack, stream ihn mal für mich :D
slangbanger! 2011/09/29 19:40:57
Antwort löschenErst jetzt gelesen. @docgonzo: Toller Kommentar.