Serienkiller & Filmgeschichte - Teil 1

Ed Gein - Der mutterfixierte Leichenbastler

American Psycho
© 20th Century Fox
American Psycho

Als die Polizei am 17. November 1957 auf der Suche nach der vermissten Bernice Worden in das alte Farmhaus in Plainfield, Wisconsin eindrang, eröffnete sich ihr ein derart grauenvolles Bild, das sich wohl für alle Zeiten in die menschliche Erinnerung einbrennt. Denn neben der vermissten Leiche entdeckten die Ermittler im Inneren des Gebäudes das Werk eines Wahnsinnigen: ein groteskes Museum aus menschlichen Überresten. Der Mann, der für dieses Szenario verantwortlich war und noch am selben Tag festgenommen wurde, hieß Ed Gein. Und seine Taten, die in den konservativen 1950er Jahren als nie zuvor gekannte Sensation die Massen in ihren Bann zogen, fanden seitdem bis heute immer wieder Verwertung in der Pop- und Filmkultur.

Nachdem Geins alkoholkranker Vater 1940 starb und sein Bruder Henry 1944 durch mysteriöse Umstände ebenfalls ums Leben kam, war Ed mit seiner dominanten und fanatisch-religiösen Mutter allein auf der Farm. Geins Mutter unterdrückte ihren Sohn, schirmte ihn von der sündhaften Außenwelt ab und verbot ihm den Kontakt zu Frauen. Als sie 1945 an einem Herzinfarkt starb, brachte dies für ihn jedoch keine Erlösung, denn stattdessen riss ihr Tod nun eine Leerstelle in sein Leben, die den Stein ins Rollen brachte. Zunächst begann alles ganz harmlos, als Gein immer wieder Müllhalden und Schrottplätze aufsuchte, um kaputte Radios, Zahnprothesen oder alte Kaugummis in seinem Haus zu horten. Bald darauf fing er an, die Tageszeitungen nach jüngsten Todesfällen zu durchstöbern, um noch in der Nacht nach der Bestattung die Leichen wieder auszugraben.

Geburt eines Serienkillers: Ein Leben in Unterdrückung und Einsamkeit
Eigentlich wollte Gein sogar seine eigene Mutter wieder ausbuddeln, nur kam er durch die Einfassung in Beton nicht an ihren Sarg. Aus Teilen der Leichen fertigte Gein Alltagsgegenstände für sein Haus. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler später unter anderem einen Tisch aus menschlichen Schienbeinen, eine Kollektion abgetrennter Nasen oder Schüsseln aus zersägten Schädeln, mit denen er seine Haustiere fütterte. Aus der Haut der Verstorbenen nähte er sich einen Anzug. Doch irgendwann war ihm dies nicht mehr genug. Nachdem er 1954 die Lokalbesitzerin Mary Hogan ermordet hatte, die in den kommenden drei Jahren als verschwunden galt, schlug er im November 1957 wieder zu. Er erschoss die 58-jährige Bernice Worden direkt in ihrem Haushaltswarengeschäft und lud ihre Leiche auf seinen Pickup, um ihr auf seiner Farm schließlich den Kopf abzutrennen und sie vollständig auszuweiden. Als die Polizei einen Tag später das Grundstück durchsuchte, fand sie neben der Leiche von Bernice Worden auch die von Mary Hogan und weitere Leichenteile von mindestens zehn anderen Personen.

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