Gelungener Sci-Fi-Thriller Things Will Be Different erpresst zeitreisende Kriminelle – und fordert Rätsel-Fans 90 Minuten lang heraus

09.09.2024 - 16:12 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
Sci-Fi-Film Things Will Be Different
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Sci-Fi-Film Things Will Be Different
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Als reizvoller Mindfuck-Film kitzelt Things Will Be Different die grauen Zellen von Sci-Fi-Fans mit zeitreisenden Bankräubern, die in der Vergangenheit festsitzen.

Es gibt Sci-Fi-Filme, die sich auf große Effekte und Schauwerte stützen, und es gibt Sci-Fi-Filme, die sich vor allem aus einer Idee speisen, um das Kopfkino von Genre-Fans anzukurbeln. Things Will Be Different fällt klar in die zweite Kategorie, ist dadurch aber für Rätsel-Fans nicht weniger sehenswert.

Die rätselhafte Science-Fiction von Things Will Be Different fordert zum Gedankenspiel heraus

Indie-Produktionen wie Primer oder Coherence haben in der Vergangenheit bewiesen, dass ein großes Budget nicht zwangsläufig notwendig ist, um überzeugende Science-Fiction abzuliefern. Die wirklich aufregenden Gedankenspiele finden sowieso eher im Hirn des Publikums statt. Und wie ginge das besser als mit einem Spiel mit der Zeit?

Schaut hier den Trailer zu im Sci-Fi-Film Things Will Be Different

Things Will Be Different - Trailer (English) HD
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Joseph (Adam David Thompson) und Sidney (Riley Dandy) sind Bruder und Schwester und teilen sich neben der DNA auch den gemeinsamen Hang zum Kriminellen. Denn sie sind Bankräuber-Geschwister, die gemeinsam krumme Dinger drehen. Nach dem neusten Überfall flüchten sie einen sichern Unterschlupf, der allerdings mehr als ein verlassenes Haus ist. Nachdem sie an den Zeigern einer Standuhr drehen und durch eine unscheinbare Tür treten, finden sie sich ... im selben Haus wieder. Allerdings in einer früheren Zeit. Sie wissen offenbar, was sie tun.

Hier harren Joe und Sid aus, bis die größte Gefahr vorüber ist. So können sie endlich wieder etwas Zeit miteinander verbringen, was zuletzt zu kurz gekommen ist, weil Sidney mit ihrer Tochter und ihrem Job genug zu tun hatte. Der Schreck kommt erst später: Nach Ablauf der Wartefrist funktioniert die Zeit(rück)reise plötzlich nicht mehr. Stattdessen finden sie einen Tresor. Darin fordert die Stimme auf einem Diktiergerät sie zum Mord auf, wenn sie jemals wieder hier wegwollen.

Things Will Be Different ist Kopfarbeit für Sci-Fi-Fans

Was folgt, ist eine Erpressung über Zeitgrenzen hinweg. Things Will Be Different mischt die Karten von Genre-Filmen wie Looper und Butterfly Effect neu und lässt sein Hauptfiguren-Duo bald auch selbst miträtseln, je länger sie in der Vergangenheit festsitzen. Spielt hier ein sadistischer Bösewicht sein Spiel mit den beiden? Oder will am Ende gar einer von ihnen den anderen um seinen Anteil betrügen?

Things Will Be Different verlangt Kopfarbeit von uns, um zu verstehen, was hier vor sich geht. Statt überdeutlich den vergangenen Geschwisterkonflikt oder die zukünftige Bedrohung zu erklären, füttert der Sci-Fi-Film uns nur mit kleinen Details, die nach und nach ein größeres Bild entstehen lassen – ausgestreute Brotkrumen auf dem Weg der zeitreisenden Hänsel und Gretel. Nur wer ist die Hexe bzw. Stimme, die sie in dem Haus festhält?

Mit einer Perimeter-Grenze um das Haus, welche die zwei Gefangenen nicht gefahrlos passieren können, einem zum Zeitreise-Telefon umfunktionierten Audiorekorder und einem vermummten Opfer, das alles andere als wehrlos ist, hält Things Will Be Different sein Publikum gekonnt bei Stange. Bei den vielen, lange unverständlichen Hinweisen muss man trotzdem etwas Geduld mitbringen, denn der Großteil der Sci-Fi-Rätsel wird erst ganz am Ende gelöst.

Mindgame: Das Warten und Rätseln mit dem Sci-Fi-Film lohnt sich

Wenn es nach 90 Minuten endlich Antworten gibt, war es die Mühe für den emotionalen Zirkelschluss aber definitiv wert. Sogar der Titel des Sci-Fi-Films erhält dabei eine neue Bedeutung.

Dass Things Will Be Different vom The Endless-Duo Aaron Moorhead und Justin Benson mitproduziert wurde, ist dem Film übrigens anzumerken. Nicht umsonst war Michael Felker lange als Cutter für die zwei Kult-Regisseure unterwegs, bevor er hier sein eigenes Spielfilmdebüt ablieferte. Genau wie bei seinen Kollegen entfaltet sich die Mindgame-Geschichte weit über den anfangs sehr überschaubaren Rahmen (von fast nur einem Set) hinaus und versteht, dass die menschlichen Rätsel im Sci-Fi-Rahmen häufig sehr viel spannender sind als technische Zeitreise-Erklärung oder große Effekte.

Mehr vom Fantasy Filmfest:

Wie und wo ihr Things Will Be Different schauen könnt:

Der Vorverkauf  hat bereits begonnen: Things Will Be Different läuft im September 2024 auf dem Fantasy Filmfest: am 9. September 2024 zunächst in Berlin; anschließend am 16.9. in München, Nürnberg, Stuttgart und Hamburg sowie am 20.9. in Frankfurt und Köln.

Einen deutschen Start im Kino, Heimkino oder Stream hat Things Will Be Different darüber hinaus noch nicht.

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