Benny's Video

Benny's Video (1992), AT/CH
Laufzeit 105 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 10.06.1993

5.4 Kritiker
16 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.8 Community
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11 Kommentare
Benny's Video - Bild 6608027
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von Michael Haneke, mit Arno Frisch und Angela Winkler

Benny steht am Beginn der Pubertät Er stammt aus wohlhabendem Haus. Seine Eltern sorgen sich kaum um ihn. In der Welt der Videofilme findet er emotionalen Ersatz. Er lernt ein etwa gleichaltriges Mädchen kennen. An einem Wochenende nimmt er es mit nach Hause. Was wie eine scheue Liebesgeschichte anfängt, endet in einer Katastrophe.

Handlung

Benny (Arno Frisch) ist der pubertierende Sohn einer sogenannten österreichischen Wohlstandsfamilie. Der Vater (Ulrich Mühe) scheint nur auf Außerlichkeiten bedacht, die Mutter (Angela Winkler) wirkt gar verschüchtert. Auf den ersten Blick herrscht eine trügerische Ruhe innerhalb dieser Familie, doch die schiere Ignoranz zwischen den Familienmitgliedern verheißt nichts Gutes. Der Zuschauer beobachtet Benny beim Schneiden von Videos, beim Ausleihen von Videokassetten in der Videothek, beim Filmen seiner Familie. Immer wieder wird ein Videoauschnitt eingespielt, auf dem zu sehen ist, wie ein Schwein auf dem Bauernhof der Eltern von einem Bolzenschussgerät getötet wird. Es ist gerade der Moment des Todes, der Benny fasziniert.

Als die Eltern für ein Wochenende verreisen, bleibt Benny alleine zurück. In der Videothek lernt er ein Mädchen (Ingrid Stassner) kennen, die er interessant findet, und läd sie zu sich nach Hause ein. Dort zeigt er ihr seine Videos, Kameras, das ganze Equipment. Auch das Bolzenschussgerät, das er heimlich vom Bauernhof entwendet hat. Aus einem kindlichen Spiel (“Trau dich doch, du Feigling!”) wird eine Tragödie, als Benny abdrückt und das Mädchen lebensgefährlich verletzt. Der Zuschauer beobachtet aus der Perspektive der von Benny in seinem Zimmer positionierten Kamera, was nun passiert. Denn anstatt Hilfe zu holen, drückt der Teenager gleich mehrfach ab. Die Leiche wird anschließend in den Schrank gepackt.

Seelenruhig verabredet sich Benny, nachdem er die gröbsten Blutlachen aufgewischt hat, mit seinem Kumpel Richie und verbringt den Abend auf einer Party. Am nächsten Tag lässt er sich beim Friseur die Haare abscheren und provoziert einen Streit in der Schule. Er wird nach Hause geschickt.

Nachdem die Eltern wieder zurückgekehrt sind, bleibt nicht viel Zeit, um das Geschehen zu vertuschen. Denn zwei Tage sind bereits vergangen, seit die Leiche im Kleiderschrank harrt. So zeigt Benny ihnen den grausamen Videoauschnitt, der für die Eltern als Fürsorger eine hohe Gefängnisstrafe bedeuten könnte. Es herrscht Ratlosigkeit in der Familie. Benny wird zu Bett geschickt, die Eltern beraten. Schließlich wird vereinbart, die Leiche zu zerstückeln und anschließend auf dem Bauernhof im Abguss verschwinden zu lassen. Die Mutter soll derweil mit dem Sohn Urlaub in Tunesien machen.

Eine Woche später ist das Unglaubliche vollbracht. Mutter und Sohn hatten ein paar Tage Badeurlaub in Tunesien, während der Vater dafür gesorgt hat, dass niemand von dem Unglück erfahren wird. Umso besser, dass das Mädchen scheinbar noch nirgends vermisst wird. Das Leben kann demnach einfach weitergehen…. Doch Benny entschließt sich zur Polizei zu gehen und sagt gegen seine Eltern aus. Am Ende bleibt nur noch die Frage, wie der Junge so gefühlskalt werden konnte.

Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Ausführliche Rezension des Films von Jörg Metelmann auf nachdemfilm.de mit Literaturhinweisen
Weitere Rezension von Dietrich Kuhlbrodt auf der filmzentrale.de
De-icing the Emotions, Artikel von Andrew J Horton über eine Haneke-Retropektive (engl.)


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Benny's Video

Ephigenia: Nightmare-Horrormovies.de

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8.0Ausgezeichnet

Michael Haneke, der vor allem später durch seinen Funny Games einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, liefert mit Benny's Video ein nicht minder verstörendes Werk. Schon der Beginn wird viele abschrecken, wenn zu sehen ist, wie ein Schwein per Kopfschuss getötet wird und dies wird noch mal in Zeitlupe gezeigt und dabei erkennt man nun das dieses Schwein die Augen verdreht, dass nimmt einen mit, außer man ist Schlachtmeister. Zumindest hat diese Gewaltszene eine Schlüsselrolle für die Tötungsart von unserem Benny. Arno Frisch den man auch in Funny Games darauf wiedersehen wird, spielt den scheinbar normalen aber doch eiskalten Hauptdarsteller Benny gut und authentisch, er scheint zunächst ein halbwegs normaler Junge aus der ländlichen Gegend zu sein, der gerne in einer Freizeit Gewaltvideos und Splatterfilme schaut. Kinder die zu brutale Meuchelmörder werden sind bekanntlich real, insbesondere in der heutigen Zeit auch in den Medien immer öfter präsent und der Film zeigt auf eine makabere Art auf, wie es von statten gehen kann und zwar so eiskalt, dass der Mord sehr schockieren wird. Ein Schwachpunkt ist lediglich, dass die Eltern des Benny etwas zu emotionslos agieren, was nicht so richtig zu erklären ist, somit der selbe Schwachpunkt wie es später bei Funny Games zu sehen ist. Die Geschichte ist hier bösartig ironisch, wenn die reichen Eltern von Benny ihren Sohn nach dem Mord nicht etwa ausliefern, sondern alles tun werden, um den Mord zu verschleiern, dazu gehört auch die Leiche zu beseitigen und zu zerkleinern. Dabei zeigt Michael Haneke auch direkte und brutale Bilder auf, wie ein Blut verschmiertes totes Mädchen, was durch den Raum geschliffen wird, zu sehr übertreiben wird es Haneke nicht, aber die gezeigten Ekel/Gewaltspitzen reichen um die Psyche enorm zu beanspruchen.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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4.5Uninteressant

Hochambitionierter, moralinsaurer Film, der wie die anderen Werke des Regisseurs oft mit den Methoden arbeitet die er kritisiert. Letztlich dann doch vergessenswertes Autorenkino.

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Kommentare (9) — Film: Benny's Video

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Jenny von T

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Bewertung9.0Herausragend

Großartiger Abgesang auf eine Gesellschaft, in der sich jeder selbst der nächste ist und Werte so gut wie gar nichts mehr zählen. Nein, der Zeigefinger wird hier nicht ausschließlich, sondern beispielhaft auf Bourgeoisie und Medien gerichtet, denn tatsächlich ist die emotionale Verrohung junger (und auch älterer) Menschen ein gesamtgesellschaftliches Problem und auch die Unterhaltungsindustrie (die gegenüber menschlicher Nähe NATÜRLICH den Kürzeren zieht) ist eigentlich bloß Randthematik. Meisterhaft - langsam, kalt und eindringlich - werden hier Unzulänglichkeiten auf sowohl emotionaler als auch kommunikativer Ebene zwischen den Zeilen aber eben doch absolut glasklar projiziert. Großes Tennis.

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SpiceWeasel

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Mit einem der besten Dialoge in einem Deutschsprachigen Film!


Gielchen

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Bewertung7.5Sehenswert

Schockierender Film über das Familienbild, dass ich heutzutage in meinem Beruf nur zu gut und immer wieder erschrocken zur Kenntnis nehmen muss: Eltern fangen (wenn überhaupt) an sich für ihre Kinder zu interessieren oder zu kümmern, wenn das "Kind" schon in den Brunnen gefallen ist..

Wer emotional nicht besonders dicke Nerven hat, schnell wütend wird und eine Ablehnung gegen sehr dicht u. real gespielte Filme hat, sollte sich diesen Film nicht antun.. Besonders die Szenerie des zu Tode kommens des Mädchens, lässt einem einen fetten Kloß im Halse entstehen !!

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N1ccolo

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Bewertung7.5Sehenswert

schwere kost...

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veseria

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Bewertung7.0Sehenswert

Machen Medien uns zu Amokläufern oder gewalttätig? Wer diesen Film sieht, könnte meinen Ja. Doch eigentlich zeigt der Film, dass es nicht die Medien direkt sind, sondern wie man damit umgeht und in welchem sozialem Umfeld, man lebt.

Man merkt Benny ziemlich schnell an, dass er im Grunde genommen gefühlslos ist. Aber man erkennt auch, dass seine Eltern genauso sind oder es versuchen, gefühlslos zu erscheinen.

Selbst die Thematik passt zu der direkten und doch wieder unausgesprochenen, minimalistischer Regieart Hanekes.
Wie ungalublich unterschwellig er seine Intention an den Zuschauer vermittelt, ist beänsgtigend.
Nie spricht er etwas direkt an und doch merkt man immer was er will.

Die Schnittanzahl des Films kann man schon fast mitzählen, so wenig sind sie gehalten.
Da komme ich aber auch gleich zum großen Minuspunkt des Films. Er ist mit Abstand das minimalistichste Werk, was ich je gesehen habe. Das ist generell nicht schlimm, doch der Inhalt des Films lässt sich einfach nicht in einen 100 (!) Minutenfilm packen. Da langweilt man sich schon ein wenig.
Insbesondere der Urlaubspart ist zu langatmig.

Das Ende dagegen, ist dann mal richtig böse.
Ganz guter Haneke, der aber einfach zu lang und zu minimalitstisch ist.

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Big_Mama

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Bewertung0.0Hassfilm

Immens laaaaangweilig. Gar nicht mein Ding...

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Kubrick_obscura

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Haneke-Film durch und durch. Subtiler als Funny Games mit eindrücklichen Szenen. Meisterhaftes Autorenkino.

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alanger

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Bewertung1.0Ärgerlich

ich werde den verdacht nicht los, dass haneke unter dem deckmantel "ich entlarve ganz doll die bourgeoisie" seine sadistischen spielchen treibt.

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maslobojew

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Bewertung9.5Herausragend

Einige Bilder dieses Films, werde ich wohl nicht mehr loswerden.
Der Verrat - ist es einer? - des Jungen an seinen Eltern, ist eine sehr interessante Wendung am Ende des Films.
Bennys Video ist besser zu verdauen als Funny Games, er ist wohl der geeigenete Film, um sich an Haneke ranzutasten. Auch die anderen frühen Filme, 7. Kontinent und Fragemente des Zufalls, sind sehr sehenswert.

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annaberlin

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Bewertung9.5Herausragend

Schockierender Film von Haneke. Absolut sehenswert!

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annaberlin

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öh. ich änder das mal.


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