Camp Armadillo

Armadillo (2010), DK
Laufzeit 101 Minuten, FSK 0, Historienfilm, Dokumentarfilm

admin edit edit group memberships sweep cache
8.3 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
239 Bewertungen
19 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Janus Metz Pedersen,

Im Februar 2009 ist der dänische Filmemacher Janus Metz Pedersen zusammen mit einer Gruppe dänischer Soldaten in Armadillo im Süden Afghanistans angekommen. Sechs Monate lang hat er den Alltag der Soldaten, die weniger als einen Kilometer von Taliban-Stellungen entfernt stationiert waren, beobachtet.


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Camp Armadillo

Thomas Klein: Berliner Zeitung, Tip Thomas Klein: Berliner Zeitung, Tip

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Es gab schon ähnliche amerikanische Dokumentarfilme zum "Krieg gegen den Terror". Aber Janus Metz Pedersen nutzt seinen Zugang zu der dänischen Einheit für glaubhafte Inneneinsichten. Und die sind nicht nur vorteilhaft: Nachdem die Soldaten bei einem Feuergefecht vier Taliban töten, zeigt Pedersen den Adrenalin-Rausch: "Das war verdammt geil!" Nach sechs Monaten kommen die jungen Dänen heim, aber viele wollen wieder nach Afghanistan.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Dokus über die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Janus Metz Pedersens Film "Armadillo" fällt aber schon deshalb etwas aus der Reihe dieser Dokus, weil er nicht etwa ein amerikanischer, sondern ein dänischer Film ist. Er begleitet keine Truppe von GIs, sondern einen Trupp dänischer Soldaten, die im Rahmen der ISAF in Afghanistan operieren. Dieser Unterschied ist aber letztlich keiner, wie Armadillo recht schnell klar macht: Es spielt keine Rolle welche Streitkräfte man begleitet, sie alle weisen gleiche Verhaltens- und Operationsmuster auf. Darüberhinaus: Sie alle verlangen den meist jungen Soldaten alles ab. Hier konnte bereits im letzten Jahr Sebastian Jungers und Tim Hetheringtons Film "Restrepo" eindrucksvoll zeigen, welchen physischen und vor allem psychischen Strapazen die jungen Männer ausgeliefert sind. "Armadillo" wird wohl auch deshalb immer wieder mit der amerikanischen Doku vergleichen, weil beide in der afghanischen Provinz Helmand angesiedelt sind, die nach wie vor als eine der gefährlichsten gilt. Ansonsten weisen die beiden Filme aber auch signifikante Unterschiede auf, denn im Gegensatz zum Amerikaner lässt "Armadillo" die Soldaten nach ihrem Einsatz nicht noch einmal zu Wort kommen, sondern dokumentiert tatsächlich nur das, was vor Ort, sprich im konkreten Einsatz, vor sich geht.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

mediumdry

Antwort löschen

Restrepo spielt nicht in Helmand, sondern in der Provinz Kunar.


Hans Messias: http://film-dienst.kim-info... Hans Messias: http://film-dienst.kim-info...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Camp Armadillo ist ein beeindruckender Dokumentarfilm, der die Idee einer westlichen „Welt-Polizei“ hinterfragt und bloßlegt, wie schnell ein fragiler Frieden in einen recht persönlich aus getragenen Krieg umschlagen kann.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dominik Beeri : Outnow.ch Dominik Beeri : Outnow.ch

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Eine ehrliche, sehr atmosphärische und schonungslose Dokumentation über den Einsatz in Afghanistan, mit sympathischen Beteiligten und eindrucksvollen Bildern. Trotz einigen Filmen in letzter Zeit über diese Thematik ist Armadillo mit Abstand der beste Beitrag zum Irak- und Afganistan-Krieg und definitiv sehenswert.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (15) — Film: Camp Armadillo

Kommentar schreiben
Sortierung

filmschauer

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wie sehr so manch fiktiver Kriegsfilm immer wieder von der Wirklichkeit entfernt ist, bekommt man spätestens in den Dokumentarfilmen zum gleichen Thema präsentiert. "Camp Armadillo" gehört zu dieser Sorte an empfehlenswerten Alternativprogrammen zu Pathos und überbordender Action. Regisseur Janus Metz begleitete eine kleine Zahl an dänischen Soldaten von der Abreise bis zur Rückkehr ganze sechs Monate lang, um einen hautnahen Eindruck vermittelt zu bekommen, wie solch ein Auslandseinsatz in der südafghanischen Provinz Helmand aussieht. Politisch wird hier weniger geboten, der Intention des Films liegt in der Darstellung des Alltagslebens. Interessanterweise enthält sich der Regisseur eines durchgängigen Kommentars, sodass man als Zuschauer fast unvoreingenommen ein Bild machen kann. Ein weiterer Effekt ist, dass man zeitweise denken könnte, man sehe tatsächlich einen Spielfilm, besonders, wenn es dann mit Helmkameras ausgestattet in die kritischen Einsätze gegen die Taliban geht. Sehr gut wird das Gefühl der Ohnmacht, der Langeweile, des kurzen Triumphs oder der stetigen Unsicherheit über sein eigenes Handeln vermittelt, ohne bestimmte Ausprägungen dabei von Seiten der Macher zu sehr fokussieren zu wollen. Auch zeigt sich (aus der Entfernung), wie sich der Charakter nach wenigen Monaten verändern bzw. weiterentwickeln kann. Nichtsdestotrotz überwiegt jederzeit eine leicht depressive Stimmung über das Camp, spätestens, wenn Verletzungen auftreten oder Todesmeldungen (hier nur aus der Ferne) eintreffen. Ein intensiver und auch spannender Einblick in eine teilweise unwirklich erscheinende Welt, die man lieber nur am Bildschirm als in natura erleben möchte.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

fabel

Antwort löschen

Sehr gute Entscheidung von dir, ihn anzusehen.:)


filmschauer

Antwort löschen

Ja, der stand schon seit einiger Zeit auf meiner Liste, genauso wie der anscheinend nicht unähnliche "Restrepo". Mal sehen, wann ich mir den mal vornehme.


Mint

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Eine Dokumentation über Soldaten im Afghanistankrieg ist sicher sehenswert. Auf N24. Aber was fehlt sind die Dinge die um die Soldaten herum passieren.

Wer gerne Kriegsfilme guckt, und echte Helden mit Waffe in der Hand sehen will, den wird der Film BEGEISTERN!

Für alle die, die sich für das "drumherum" im Krieg interessieren, und warum Krieg scheisse ist sind eher Filme wie
No Mans Land
oder
Das Leben ist ein Wunder
was.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fabel

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Flughafen, Abreise. Junge dänische Soldaten verabschieden sich in Richtung Afghanistan. Für manche von ihnen könnte es die Reise in den Tod werden.
Ein Mann mit leichter Halbglatze und kleinem Bartansatz steht dort mit weit geöffnetem Mund. In seinen Augen Ungewissheit. Ungewissheit, ob man den Sohn je wieder in die Arme schließen wird. Die Kamera verharrt sekundenlang auf diesem Mann. Ein Bild, das haften bleibt. Ein Bild mit Symbolcharakter. So offenbart es doch jene gegensätzlichen Erwartungen der Angehörigen und Beteiligten.
Zu Hause das große Unbehagen, die Furcht vor einer fehlenden Wiederkehr der jungen Waffenbediener; in den Köpfen Letzterer die Hoffnungen auf das ganz große Schützenfest.
Die Hoffnungen sollten erfüllt werden. Ob man sich allerdings darüber freuen sollte, ist eine ganz andere Frage, denn eines muss jedem klar sein: Die Schüsse werden echte Schüsse, die Gegner echte Gegner und die Toten echte Tote sein. Doch anfangs ist den Soldaten das noch nicht klar. Man verabschiedet sich am letzten Abend daheim mit der fröhlichen Erkundung eines nackten Frauenkörpers. Dann die Ankunft in Afghanistan: Abends werden Pornos verschlungen und Ego-Shooter gespielt. Wenn es bei Patrouillen zu keinerlei Schusswechsel kommt, dann wird sich über vorherrschende Langeweile geärgert. Noch lautet das Motto: Ich will Spaß, ich will Spaß. Noch.
Bald wird klar: Krieg ist der falsche Ort zum Spaß haben. Krieg ist ernst. Krieg ist brutal. Krieg ist erschreckend. Genauso wie der Dokumentarfilm von Janus Metz.

Mit ungeschönt intensiven Bildern begleiten er und Kameramann Lars Skree diese Horde blauäugiger junger Menschen auf ihrer angeblichen Friedensmission. Schonungslos
präsentieren sie uns alles. Wenn die Truppe beschossen wird, dann geht die Kamera auch mit zu Boden, um sich in Sicherheit zu bringen. Wenn mit den Einheimischen über Entschädigung für die - notwendigerweise – zertrampelten Getreidefelder diskutiert wird, dokumentiert die Kamera es. Wenn Kameraden auf dem Schlachtfeld behandelt oder tote Gotteskrieger aus dem wegen des Taliban-Bluts rot verfärbten Bach geborgen werden – die Kamera fängt alles ein. Aber auch die ganz privaten, stillen und nachdenklichen Momente. Die Nachricht über Verluste, Telefonate in die Heimat oder einfach die Niedergeschlagenheit eines Einzelnen über den von ihm verschuldeten Tod eines kleinen Mädchens. Metz und Skree spielen Mäuschen. Wortlos. Kommentarlos. Sie lassen die Bilder, die Szenen sprechen. Und das funktioniert vorzüglich.
Das eben kurz angeschnittene Geständnis zum Beispiel geschieht in der Dunkelheit, nur ein karger Lichtstrahl zeigt den „Schuldigen“. Rundherum nur totale Schwärze. Atmosphärisch dicht. Eindrucksvoll. Bedrückend. Berührend.

Und genau diese kleinen Augenblicke machen „Camp Armadillo“ zu einem solch unvergesslichen Erlebnis. Hautnah nehmen wir teil am Leben dort unten. Wir fühlen uns als weiteres Mitglied der Stationierten. Ja ja, jetzt kommt wieder die langweilende „Mittendrin, statt nur dabei“ - Phrase. Richtig, aber nie war sie treffender als hier!
Man bringt Verständnis für sie auf. Die Taten und Gedanken der jungen Männer – am Ende ist für sie ein toter Hund schlimmer als ein toter Taliban – müssen natürlich nicht gelobt werden, aber man wird sie verstehen können. Für Frieden sorgen, ist der Auftrag; sich selbst verteidigen, das Ergebnis.
Warum sich hier Menschen zu Tieren entwickeln, wird nach den 101 Minuten deutlicher und nachvollziehbarer denn je. Umso erstaunlicher, dass der Großteil wieder zurückgehen möchte. Zurückkehren in ein Land des Todes, mit der Ungewissheit, überhaupt eines Tages Freunde und Familie wiederzusehen.

Atemberaubende Aufnahmen und ein so eindringlicher Inhalt machen jedenfalls klar:
Besser kann Dokumentarfilm nicht sein.

bedenklich? 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Lupus_1

Antwort löschen

ich finde du hast da was ganz schön falsch verstanden...
in dem film erzählen die jungen männer schon am anfang warum sie dorthin gehen: abenteuer. das sind gelangweilte junge männer die scheinbar gelangweilt vom sicheren leben die gefahr suchen um sich als mann zu beweisen. also junge männer leichten gemüts wenn man so sagen darf. die machen sich keine gedanken darüber ob sich die taliban an den bauern rächt weil die dorthingehen und nach hinweisen fragen oder denen die kühe bezahlen.
für die zählt der kick und der abenteuerfaktor.

von verstörtheit über den tod eines kleinen mädchens kann hier auch kaum die rede sein. zu leicht fällt es den soldaten sich einzureden dass das schnee von gestern sei, so zumindest der wortlaut ein paar stunden später.

da werden talibankämpfer mit mörsergranaten beschossen die sich zwischen bauerngehöften schutz gesucht haben. klar kann man sagen: das ist ja auch verwerflich die anwohner als schutzschild zu missbrauchen aber es ist ebenso verwerflich in so einem fall einfach alles platt zu machen. da denkt scheinbar niemand von denen "scheisse was machen wir hier eigentlich". sondern man denkt "das ist bestimmt eine falle" nachdem die anwohner bitten das feuer einzustellen um die verwundeten frauen und kinder in sicherheit zu bringen die man zuvor mit mörsergranaten verletzt hat.

ich finde nicht dass man hier mit den soldaten der isaf mitfühlt. ich finde nicht dass hier verständnis angebracht sei, dafür dass der tapfere däne lieber einen taliban tötet als einen hund.

der taliban ist der feind, völlig richtig. die art und weise wie man diesen feind bekämpft ist völlig falsch und ich empfinde verachtung für diese männer die aus langeweile das abenteuer suchen und in den krieg ziehen der so nicht gewonnen werden kann und nur leid und unheil über die afghanischen bauern bringt. ich empfinde verachtung für menschen die stolz darauf sind eine handgranate in einen graben geschmissen und so vier menschen getötet zu haben. vielleicht war dies in der situation notwendig um das eigene leben zu schützen, ich will das garnicht bestreiten. aber ein grund stolz zu sein oder sich zu freuen ist dies ganz gewiss nicht. die liquidierung verletzter kämpfer ist überdies auch verboten und ganz sicher nicht auftrag der ISAF. klar kann man die wut verstehen dass zuvor eigene männer verletzt wurden aber wenn man nicht besser ist als der feind wozu führt man dann diesen krieg?

ich verstehe ganz und garnicht wieso hier jemand davon spricht dass man mit diesen männern mitfühlen kann. ich kann dies nicht. in diesen krieg gehören keine jungen männer die im leben ihren platz noch nicht gefunden haben.


Flobo

Antwort löschen

@ Lupus_1
besser als du hätte ich den "wirklichen" gegenstand dieser doku nicht beschreiben können. Ich gebe dir in allem vollkommen recht!! Hier wird dokumentiert, wie ein paar unreife und abenteuerlustige halbstarke krieg spielen wollen und zwar in "echtzeit". nicht zu selten wurde ja klargestellt, wie wichtig die suche nach dem KICK im gefecht für diese typen ist. regelrecht ekelhaft. das im feuerkampf auch getötet werden muss ist klar. es ist krieg. auch kann ich vielleicht noch nachvollziehen, dass die kombination aus unreife, angst und adrenalin zu der tötung der schwerstverwundeten und kampfunfähigen taliban führte. ist ja nicht so, als ob die taliban die netten jungs von nebenan sind. keine ahnung wie ich oder jeder andere dort reagiert hätte. was für mich bei manch einem dieser dänen allerdings schön züge einer zutiefst gestörten persönlichkeit aufweist ist die tatsache, dass man sich vereinzelt regelrecht aufgeilt einem der verwundeten ein ganzes "magazin in die fresse geballert" zu haben und wie geil es war diese in dieser situation wehrlosen menschen zu töten. von sprüchen wie "wenn du schon mal tiere geschlachtest hast, ist das hier kein problem für dich" ganz zu schweigen.
mir sind bisher auch immer eher die amis negativ aufgefallen was so etwas angeht. der eindruck ist aber wohl verfrüht gewesen. menschen sind wohl doch oft gleich, egal woher.

und trotzdem: die doku ist absolut sehenswert. wahrscheinlich gerade deshalb, weil so schonungslos die derbheit des krieges dargestellt wird.


David Buschak

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Nah dran und sehr verstörend vermittelt Armadillo einen hervorragenden Einblick in den Alltag einer dänischen ISAF-Truppe in Afghanistan. Stationiert in der umkämpften Provinz Helmand begleitet Dokumentarfilmer Janus Mez die jungen Soldaten bei ihren Patrouillen und ist auch im Feuergefecht mit Talibankämpfern direkt an der Seite der Soldaten.
Erschreckender als die Bilder aus dem Gefecht sind jedoch die zu beobachtenden Folgen bei den Soldaten. Berauscht durch Adrenalin schildern sie ihren Kameraden in der Station den Kampf und hier zeigt sich, dass Rambotum und Gewalt nicht auf die US-Einsatzkräfte zu beschränken ist, was zwar an sich keine neue Erkenntnis liefert, aber zumindest mir noch nie in solcher Schonungslosigkeit präsentiert wurde. Durch die Nähe zu den Soldaten während des Gefechtes fällt es jedoch schwer, diesen einen Vorwurf zu machen.
Eine absolut sehenswerte Dokumentation, die jedoch nichts für schwache Nerven ist.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Melcon

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eindrucksvolle Dokumentation, die zeigt, dass nicht nur amerikanische Soldaten früher oder später im Krieg durchdrehen. Man erkennt schnell, wie sich bei manch einem Soldaten schon sadistische Züge ausmachen. Wie sie sich selbst ihre Einsätze schön reden und den Gegner nicht mehr als Mensch war nehmen, sondern sich nur noch mit Trophäen des Todes brüsten.

Wie schon bei der Enthüllung Collateral Murder - Wikileaks und anderen, festigt sich bei mir immer mehr der Gedanke, das Junge Menschen und wie bei den Amis sozial Schwache nichts in einem Krieg zu suchen haben. Wenn man schon Kriege führen will, dann sollte man zum. alles daran setzen moralisch und psychologisch gefestigte Einheiten in solche Einsätze zu schicken.

Die Doku ist wirklich sehr empfehlenswert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dustyOn3

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Mitten im Geschehen - Genau das ist das Motto von Janus Metz bei diesem Meisterwerk gewesen.

Der Zuschauer befindet sich sofort und direkt im Geschehen und bekommt alle Eindrücke ungefiltert vermittelt, welche die Soldaten in Afghanistan durchleben. Der Dokumentarfilm bietet ein erschreckendes Erlebnis, welches die Realität nochmals besser präsentiert als amerikanische Gegenstücke, wie z.B. "Battle for Haditha" oder "Redacted".

So schnell werden einen die hier gezeigten Bilder nicht mehr loslassen. Und genau das ist auch der Sinn hinter "Camp Armadillo". Die Kehrseite des Krieges (sofern es überhaupt eine andere gibt) wird einbrennend hinterlassen. Die immer wiederkehrenden Gefechte erscheinen wie sinnlose Unterfangen. Trotzdem steckt dahinter der verzweifelte Versuch zu helfen. Und damit meine ich nicht die möglichen Absichten irgendeiner Regierung, sondern die der Soldaten.

An dieser Stelle kann man nur all jenen Gedenken, welche ihr Leben in Afghanistan lassen mussten.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

eliAAaaAAs

Antwort löschen

jajaa erst die sooo schlimme taliban mit waffen und kohle unterstützen gegen den klassenfeind (sowjetunion) und paar jahre später dann selber dort einmarschieren hinterlässt bei mir doch n ziemlich faden beigeschmack, is ja auch nicht so das afghanistan ein riesiges rohstoffvorkommen hat neeeein:D
wollt ich mal so einwerfen^^


dustyOn3

Antwort löschen

Kannst du ja auch. Jedem seine Meinung.


Moppel1984

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

"Zitat: Regisseur Janus Metz Peterson und Kameramann Lars Skree verbrachten die volle Aufenthaltszeit von sechs Monaten mit den von ihnen portraitierten Soldaten in Afghanistan und wichen ihnen dabei weder beim abendlichen Kartenspiel noch im Schützengraben an vorderster Front von der Seite. Das schuf Vertrauen zwischen Filmemachern und Soldaten, und so ist aus "Camp Armadillo" die vielleicht intensivste und aufschlussreichste Dokumentation über den europäischen Einsatz in Afghanistan geworden. Zitat Ende."

So richtig schockiert, hat mich die Doku nicht. Was ich aber ziemlich krass fand, sind die Aussage mancher Soldaten, welche lieber ein paar Taliban abknallen wollen, anstatt sich im Camp zu langweilen. Die Doku zeigt auch, wie sinnlos der Einsatz in Afghanistan eigentlich ist. Hoch zu loben ist wirklich der Einsatz von Regisseur und Kameramann. Die sind wirklich mittendrinn statt nur dabei. 07/10

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Carmine

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der dänische Regisseur Janus Metz Pedersen begleitet eine Truppe von dänischen Soldaten nach Afghanistan in einem Camp namens Armadillo. Als Zuschauer fühlt man sich selbst als wäre man mit dabei. Die gewagten Kameraeinstellungen sind unglaublich nah am Geschehen. Während der Doki lernt man die Person einzeln kennen und merkt auch wie sie sich im Laufe der Zeit in Afghanistan psychisch verändern. Am Anfang der Dokumentation bzw. des Krieges wissen die Soldaten nicht was auf sie zukommt, das einzige was sie über den Krieg wissen, erfuhren sie durch die Medien. Trotz den Zeitsprüngen in der Dokumentation werden dem Publikum die Ereignisse während den 6 Monaten sehr gut präsentiert. Anhand der guten Kamera Führung bekommt man das Gefühl als würde man sich als Zuschauer direkt vor Ort befinden. Die meisten können es sich nicht einmal ansatzweise Vorstellen, wie es ist in den Krieg zu ziehen, dies versucht der Film einem zu zeigen. Camp Armadillo wurde die meiste Zeit mit einer Helmkamera gefilmt. Die Dokumentation wurde meist im Stil eines Filmes gedreht. Man ist die ganze Zeit haut nah dabei vom Flughafen nach Armadillo bis hin zurück nach Dänemark. An die Synchron gewöhnt man sich mit der Zeit, da typischer Weise im Hintergrund der Originalton läuft.

Im Laufe des Krieges wird den Soldaten erst nochmals klar in was für eine Lage sie sich befinden und für was sie sich eigentlich gemeldet haben. Die Gruppe besteht hauptsächlich aus jungen Leuten, die mit dem Krieg unter Angst Umständen aufgewachsen sind. Es gibt Momente, bei denen der Soldat seine Taten so darstellt, dass man den Eindruck bekommt das sie auf der Jagd nach Tieren sind und als wäre das Leben eines Menschen unwert. Desweiteren werden Aktionen aus Rache, Hass, Frustration und Feindseligkeit ausgeführt. Die Soldaten versuchen durch beispielsweise lachen den Schmerz zu verdrängen, unklar ist dabei ob hier Rauschmittel im Spiel waren. Da oft berichtet wird, dass in den meisten Kriegen die Soldaten Drogen konsumieren um den entstandenen Leid zu vergessen. Einige Szene in der Dokumentation symbolisiert noch einmal das die Soldaten aus Mediengründen in den Krieg gezogen sind, um zu fühlen wie es ist mit einer Waffe einen Menschen zu töten.

Das Ende kam dann doch sehr schnell, wir begleiteten die Soldaten wieder in das normale Leben wieder zurück zu deren Familien, Freunden und Verwandten.

Auch wenn uns hier die Wirklichkeit gezeigt wurde gab es trotzdem nicht so viele erschreckende Bilder. Die Schatten Seiten blieben uns dann doch noch einmal verschont, leider. Zum Schluss gab es noch Bilder der Soldaten und wie deren zukünftigen Pläne sind. Erstaunlich wie viele nochmal in den Kriegen wollten.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

filmfreak23

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Dagegen können die N24 Dokumentationen einpacken!!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Der Boernd

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

dokumentarfilm. unter führung der nato, oder genauer im rahmen der isaf, sind auch etwas über 700 dänen zur zeit in afghanistan stationiert. was die da so den ganzen tag machen, kann man hier sehen. ein film über wahnsinn des krieges. nichts für schwache nerven. das hier ist nämlich echt.

übrigens: als eines der ersten länder hat dänemark einen verbindlichen abzug seiner truppen für 2015 angesetzt. .. man wird sehen ...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

annaberlin

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Unglaublich erschreckender Dokumentarfilm, ganz nah an der Realität. Prädikat absolut sehenswert!

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

zenows

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Hervorragender Dokumentarfilm, der bereits jetzt zu den meinen Highlights 2011 zählt. Die Macher dürfen sich auf die Schulter klopfen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

stepsili

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

unglaublich. berührend. erschreckend. Regt zum Nachdenken an und schärft den eigenen Blick für das Thema Krieg. Sollte man sich unbedingt anschauen!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

danmoviepilot

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Extrem sehenswerter Dokumentarfilm. Kann Jonni nur zustimmen: Er holt den Krieg ganz nah ran. Man kann sich vorstellen, dass der Afghanistaneinsatz für ganz viele so oder sehr ähnlich verläuft.
Es ist schwer genug, einen guten Dokufilm zu drehen ... unter diesen erschwerten Bedingungen allemal. Aber es ist in diesem Fall sehr gut gelungen. Man hat das Gefühl, dass 100 Tagesthemen-Berichte weniger vermitteln was dort los ist als dieser Film.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jonni

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Armadillo ist eine der unglaublichsten Kriegsdokumentationen, die ich kenne. Regisseur Jonas Metz ist ein derart unzensierter Blick in das Leben dänischer Soldaten im Krisengebiet Helmand im Süden Afghanistans gelungen, das man sich mehr als einmal verstört die Augen reibt und nicht glauben mag, dass das alles wirklich eine reine Dokumentation seil soll. Es wäre undenkbar ähnliche Bilder im US Militär freigegeben zu bekommen, wie Metz sie einfängt: Dänische Soldaten die nahe am Kriegsverbrechen verwundete Taliban erschießen und sich im anschließenden Debriefing vom Adrenalin aufgeputscht feixend über die tödlichen Vorkommnisse äußern. Gleichzeitig ist die Kamera derart dicht im Gefecht und Teil des Schusswechsels, dass der Zuschauer keine Chance bekommt eine rein liberale Antikriegshaltung einzunehmen und die jungen Soldaten als Mörder zu verurteilen: Krieg wird in diesem Film verdammt spürbar gemacht. Armadillo ist irrwitzig gedreht, hart, verstörend... dem Film gelingt es einen sehr fernen Konflikt sehr nah ran zu holen. Manchmal bietet Cannes in den Nebenreihen die aufregenderen Filme. Armadillo gehört definitiv dazu.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Squidward

Antwort löschen

Die Kameraarbeit und überhaupt der ganze Film sind so hochwertig, professionell und aufwändig gemacht, daß man in der Tat "nicht glauben mag, dass das alles wirklich eine reine Dokumentation sein soll". Das macht "Armadillo" zwar hübsch anzuschauen, aber er wirkt dadurch eben nicht so drastisch. Insgesamt ist der Film wenig schockierend, weil die Soldaten so ziemlich alle Vorurteile über ihren Berufsstand bestätigen. Allerdings gelingt es ihm vortrefflich, die verkorkste Lage in Afghanistan zu schildern.


Kommentar schreiben

Fans dieses Films mögen auch