Coriolanus

Coriolanus (2011), GB
Laufzeit 122 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Historienfilm

admin edit edit group memberships sweep cache
7.1 Kritiker
7 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.5 Community
37 Bewertungen
14 Kommentare
Coriolanus
Keine News zu diesem Film verpassen!
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Ralph Fiennes, mit Vanessa Redgrave und Gerard Butler

Feldherr Caius Marcius erringt für Rom bei der Stadt Corioli einen Sieg gegen die Volsker und deren Anführer, seinen Erzfeind Aufidius. Um ihn zu ehren, gibt der römische Senat Marcius den Beinamen Coriolanus und will ihn zum Konsul ernennen. Doch das Volk, dessen Zustimmung für den Amtsantritt nötig ist, hat dem stolzen und sturen Krieger nicht vergessen, wie abschätzig er sich über die Plebejer während der letzten Kornknappheit geäußert hat. Zusätzlich angestachelt duch zwei Volkstribunen eskaliert der Konflikt, und Coriolanus wird aus der Stadt verbannt. In seiner Rachsucht verbündet sich Coriolanus mit Aufidius und zieht mit volskischen Truppen gegen Rom. In seiner Not schickt der Senat nun Marcius’ alten Freund Menenius, seine Frau sowie seine Mutter Volumnia vor die Tore, um ihn zu besänftigen und ein Blutbad zu verhindern.

  • 37795279001_1102480686001_ari-origin05-arc-145-1312984660012
  • Coriolanus
  • Coriolanus
  • Coriolanus
  • Coriolanus

Mehr Bilder (7) und Videos (2) zu Coriolanus



News zu Coriolanus


Cast & Crew


Kritiken (6) — Film: Coriolanus

D. Edelstein: USA Today D. Edelstein: USA Today

Kommentar löschen
9.0Herausragend

­Regisseur Fiennes und Drehbuchautor Logan haben keinen ultimativen Coriolanus abgeliefert, doch dafür einen unheimlich fesselnden. Sie haben den Herzschlag des Stückes eingefangen - mit all seinen kämpferischen Einlagen und all den schmutzigen politischen Machenschaften.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Vanessa Redgrave ist das heimliche Highlight von Coriolanus. Der wie immer hinreißenden 74jährigen gehen Shakespeares Zeilen über die Lippen als ob solche Dichtkunst ihre Muttersprache wäre. Sie schafft es besser als ihre Kollegen, einen glaubwürdigen Charakter zu präsentieren und transportiert sowohl lebhafte Energie als auch strenge Unterkühltheit mit erstaunlicher Würde.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Betsy Sharkey: Los Angeles Times Betsy Sharkey: Los Angeles Times

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Coriolanus läuft von Anfang bis Ende unter Volldampf - eine Intensität, die mitunter ermüdend wirken kann. Doch Fiennes weiß, wie er Shakespeares größte Stärke ausspielen kann, nämlich das Verständnis des Dichters, dass die Tragik des Menschen darin begründet liegt, immer wieder die gleichen Fehler zu begehen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

NIck Schager: Slant Magazine NIck Schager: Slant Magazine

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Der Stil von Coriolanus, bei dem mithilfe von Handkamera und Stakkato-Schnitten eine Annäherung an reale Schlachtfelder versucht wird, bietet das Abziehbild einer realen Kriegserfahrung - doch leider bleiben bei dieser Konzentration auf den Moment Komposition und Rhytmus des großen Ganzen auf der Strecke.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oliver Schmitt: NEGATIV Oliver Schmitt: NEGATIV

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Es sind wutverzerrte Gesichter, die Shakespeares Sprache mit Wucht entgegen schreien, die im Gehirn einschlagen wie ein Dum-Dum-Geschoss. Erzeugt wird eine beeindruckende überwältigende Wirkmächtigkeit, die dem Film eine rohe sowie raue Atmosphäre verschafft. Die filmische Bühne zeigt Chaos mit Bildern des Tötens und doppelzüngigen Politikern, es ist eine brutale maskuline Welt, die fortwährend in nicht zu löschenden Flammen steht.
Ralph Fiennes Vision von Rom dieser Tage findet sich in der vom Kosovokonflikt geprägten Hauptstadt Serbiens – Belgrad. Eine kriegsgezeichnete Stadt, die stellvertretend für alle Todeszonen dieser Welt den Hintergrund der Tragödie bildet. Coriolanus verarbeitet einen Stoff des elisabethanischen Theaters, der erstaunlicherweise bis heute seine Wirkung nicht verloren hat. Noch lauter als zuvor kreischt es die Botschaft einer geschundenen Menschheit in die Welt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

dbeutner

Antwort löschen

Wäre es mal Belgrad gewesen, dann hätte Fiennes sinnvoll interpretiert. Aber es blieb leider Rom.


Julia Stache: Outnow.ch Julia Stache: Outnow.ch

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Regisseur Ralph Fiennes hat sich keinen einfachen Stoff für sein Debüt ausgesucht, doch es gelingt ihm erstaunlich gut. [...] So wird Shakespeares Coriolanus nach all den Jahrhunderten zu einem blutigen, herben Bilderreigen, zu einem Drama über einen Mann, der hoch hinaus will und an seinen eigenen Zielen scheitert. Zugleich aber auch zu einer Parabel auf die politischen Bewegungen auf der Welt und zugleich zu einer politischen Botschaft.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (8) — Film: Coriolanus

Kommentar schreiben
Sortierung

dbeutner

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Es funktioniert einfach nicht. Ralph Fiennes, den ich sehr sehr gerne mag, hat es sich viel zu einfach gemacht. Shakespeare zu adaptieren geht nun mal auf durchaus vielfältige Art und Weise. Werkgetreu, nah adaptiert in eine andere Zeit / einen anderen Ort, frei adaptiert, so dass nur noch die Motive übrig bleiben - alles möglich, alles möglicherweise großartig. Fiennes Ansatz, den Original-Text in eine andere Zeit mit entsprechenden Bildern zu legen, scheitert hingegen. Und ich war wirklich so voller Euphorie für diesen Film...

Shakespeare übt ja nicht nur eine große Faszination aus, weil die Sprache so schön und die historischen Dinge so fesselnd sind - es ist vor allem die Zeitlosigkeit der Tragödien und Dramen, die Herrschaftskonflikte, die einen universellen Charakter haben. Von daher ist es ja nur naheliegend, die Zeitungebundenheit der Stücke und die Aktualität der Konflikte dadurch zu betonen und herauszuarbeiten, dass man die Geschichte ins Jetzt "parallelisiert", auf die eine oder andere Art und Weise. Julia Taymor etwa hat sich in "Titus" die Freiheit genommen, die Geschichte im Jetzt beginnen zu lassen und (rel. schnell) durch verschiedene Epochen in seine Ursprungszeit zurückzuführen; denkt man nach "Coriolanus" darüber nach, hat Taymor vielleicht einfach gesehen, das die 1:1 Umsetzung im Jetzt eben immer wieder übel hakt. Nicht nur das Visuelle und die außergewöhnlich guten darstellerischen Leistungen in Titus machen den Film so besonders, sondern auch insbesondere diese sehr sehr schlaue Art, die Zeitlosigkeit des Stoffes zu betonen.

Ich gebe mal nur ein Beispiel: Im Jahr 2000++ zeichnen sich "Kriegsherrn" / Generäle nicht mehr durch die Anzahl der Narben auf dem Körper aus. Hier widersprechen einfach "gezeigte" und "erzählte" Zeit. Und hiervon gibt es viele Einzelbeispiele, es ist aber dadurch auch das Gesamtwerk, was höchst unrund und unstimmig wird.

Auch darstellerisch hakt die Sprache immer wieder, und das Ensemble ist ebenfalls äußerst "unrund". Vanessa Redgrave etwa. Klar, irgendwie groß, aber im Context sehr unpassend, weil sie eher die "rückwärts" gewandte Seite vertreten hat, also ein bisschen so wirkte, als sei sie aus "Coriolanus"-Zeit ins Jetzt katapultiert worden und würd's nicht merken.

Dabei hätte der Stoff, hätte Fiennes sich wirklich Interpretation zugetraut, so viel Potential gehabt. Man hätte ihn etwa in eine der ehemaligen jugoslawischen Metropolen verlegen können, um nur etwas sehr Naheliegendes zu nennen. Gerne auch meinetwegen abstrakter. Eigentlich: Egal wie. Nur nicht so.

Sehr schade. Aber die Sichtung hat auch ihren Wert gehabt: Von nun an weiß ich, dass "Apokalypse Now" die "bessere Coriolanus-Verfilmung" ist. Zwar bin ich nicht der erste, dem sich der Vergleich überhaupt aufdrängte, aber schon für die Rezeption von "Apocalypse Now" ist das ein Plus.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Trimalchio

Kommentar löschen

Wird eigentlich Beethovens Coriolan im Film Verwendung finden?

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tomatensoßenkerl

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ganz großes Schauspiel, keine Frage. Und die Transformation des Stückes ins „Heute“ bringt einige interessante Entdeckungen hervor. Allerdings bricht sich an manchen Stellen die dreckig, schmutzig „real“ gehaltene Inszenierung mit dem großen Pathos Shakespeare’scher Sprache, so das mache todernste Szenen dann auf mich doch unfreiwillig Komisch wirkten.
Auch hat der Film leider ein paar Längen zu viel, wer aber Ralph Fiennes mag und/oder Shakespeare kann denke ich trotzdem einen Blick riskieren.

Und wer Filmische Interpretationen von Shakespeare Dramen interessant findet und „Richard III.“ von Richard Loncraine nicht kennt, dem sei dieser Film von meiner Seite aus ausgesprochen ans Herz gelegt!;)
Wers gerne abgefahrener mag, dem empfehle ich zudem „TITUS“ von Julie Taymor.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Agentin Erdbeere

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Oh ja, Konflikte und Fragen, die die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigen. Berechnung und Machtstreben der politischen Kaste wunderbar in die heutige Zeit zu übertragen. Dem Volk aufs Maul schauen und so tuen als ob. Das beherrschen auch heute viele (gewählte Volksvertreter).
Es war keine leichte Aufgabe, die sich Ralph Fiennes als Regisseur zutraute: Shakespeares Geschichte aus dem 4. Jhr. v. Chr. in die heutige Zeit zu übertragen und dann auch noch mit Beibehaltung der Original-Sprache. Aber es kann Entwarnung gegeben werden: Es ist ihm gelungen, ohne fehl am Platz zu wirken (weder als Regisseur noch als Hauptdarsteller). Brian Cox und Gerard Butler sind passend ausgewählt und füllen ihre Rollen genauso gut aus wie Ralph Fiennes die seine. Absolut überzeugend Vanessa Redgrave in ihrer Rolle als Mutter.
Im Original-Ton übrigens ein interessanter Sprach-Exkurs.
Vorlage Shakespeare: Er schafft es in allen Stücken Konflikte aufs Genauste zu untersuchen und sozusagen auf den Punkt zu bringen. Seine Charaktere sind dreidimensional angelegt. Und Fiennes gelingt es, dies auf seine Schauspieler zu übertragen.
Ralph Fiennes hat aus dieser Vorlage großes Kino gemacht, das nur die begeistern wird, die sich darauf einlassen.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

franzien

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Dass Coriolanus harter Tobak ist, ist klar. Es ist eines der blutrünstigsten und dunkelsten Stücke Shakespeares und das allein durch dessen zentrale Figur.
Ralph Fiennes erklärte in der Berlinale Pressekonferenz, dass er Coriolanus bereits vor 10 Jahren auf der Bühne gespielt hat (also ca. im Jahr 2000). Damals hatte er bereits die Vorstellung, dass man dieses Stück auch in die Gegenwart verlegen könnte. Das hat er nun also in diesem Film getan.
Kurz zum Inhalt: Caius Martius ist ein römischer Krieger, der für Rom viele Siege erringt, u.a. die Einnahme von Coriolis. Das bringt ihm den Beinahmen Coriolanus ein. Er soll nun ein Konsul Roms werden. Aber seine extremen Ansichten führen dazu, dass er verbannt wird. Daraufhin lässt er sich mit seinem ehemaligen Feind Aufidius ein und zieht gegen Rom.
Dass die Übertragung des Stücks in die Neuzeit nicht jedermann's Geschmack sein wird, ist klar. Persönlich finde ich die Übertragung des Stückes sehr gelungen. Gerade in unserer heutigen Zeit passiert es nur allzu oft, dass die Lösung eines Konflikts zu einem neuen Konflikt führt/führen kann. Die Spirale von Entscheidung und Konsequenz hat Shakespeare sich in diesem Stück wirklich überzeugend zu Nutze gemacht.
Vanessa Redgrave als Coriolanus' Mutter Volumnia, die sehr viel Macht in Rom genießt, ist grandios. Sie lässt oft vergessen, dass wir hier alte Shakespeare-Sprache hören. Ralph Fiennes geht auf in seiner Darstellung des egomanischen und rachsüchtigen Caius Martius. Einzig und allein Gerard Butler wird seiner Rolle überhaupt nicht gerecht. Aufidis, eigentlich eine sehr charismatische Rolle, verblasst komplett neben einer großartigen Vanessa Redgrave und einem guten Ralph Fiennes. Selbst Aufidius Kampfkameraden sind stärker sichtbar und wahrnehmbar.
Insgesamt ein sehenswerter Film für den, der auch die dunkle Seite Shakespeares mag und sich auf moderne Adaptionen einlassen kann.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

annaberlin

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Die Grundidee ist eigentlich brillant: Eine moderne Kriegsgeschichte, mit einem unberechenbaren Helden, nach einem Shakespeare-Stück, in Shakespeare-Englisch zu verfilmen. Großartig gespielt ist Coriolanus - Gerald Butler, Ralph Fiennes und Vanessa Redgrave sind herausragend. An der Inszenierung mangelt es ein wenig, zwar sind manche Elemente durchaus innovativ - , so die Talkshows, die Kriegsberichterstattung, die Actionszenen - anderes ist mir aber ein wenig zu straight inszeniert. Highlight des Films bleibt die Schönheit des Shakespearschen Englisch.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Prestigeww

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Bei einer Shakespeare-Adaption konnte er schonmal sicher sein, dass das Drehbuch gut ist. Leider fehlt Coriolanus jeder Funke an Inspiration, der darüber hinausgeht und jedes Verständnis für die Unterschiede zwischen Bühne und Film. Theater hat schon aufgrund seiner Aufführsituation einen Verfremdungscharakter, der den Zuschauer daran erinnert, dass er sich ein Stück ansieht, und nicht die Realität. Film hingegen braucht besondere Stilmittel, wenn er diesen Effekt künstlich herbeiführen will (Stichwort Dogville). Coriolanus ist dies egal und so wirken große Teile der Inszenierung dieses eigentlich sehr spannenden Stoffes überzogen pathetisch, unfreiwillig komisch und im falschen Ton vorgetragen. Die drei-vier Filmstudenten-Kamera-Spielereien machen das Ganze nicht besser, sondern nur noch prätentiöser. 5 Punkte für Shakespeare, einen für Lord Voldemort mit Nase.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

eastergaard

Kommentar löschen
vorgemerkt

Das klingt sehr Interessant. Sheakspear mitsamt seinen Dialogen in den Krieg zu versetzen ist ein Interessantert Ansatz. Und das ganze von und mit Ralph Fiennes. Der wird geguckt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben