Die Klavierspielerin

La Pianiste (2001), FR/AT
Laufzeit 129 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 11.10.2001

7.6 Kritiker
15 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
666 Bewertungen
28 Kommentare
Die Klavierspielerin - Bild 38848
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von Michael Haneke, mit Susanne Lothar und Isabelle Huppert

Erika Kohut (Isabelle Huppert) gibt Klavierunterricht am Konservatorium in Wien. Sie ist Anfang vierzig. Sie lebt mit ihrer streng kontrollierenden Mutter (Annie Girardot) zusammen. Manchmal flieht sie. Dann besucht sie Pornokinos oder Peepshows. Sexualität erlebt sie als Voyeuristin. Ihr Leben spielt sich nicht in der Welt der anderen ab. Bis eines Tages einer ihrer Studenten (Benoît Magimel) sich in den Kopf setzt, sie zu verführen…

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Kritiken (2) — Film: Die Klavierspielerin

Frank Noack: Tagesspiegel, Rheinische Post Frank Noack: Tagesspiegel, Rheinische Post

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8.5Ausgezeichnet

Haneke ist der ideale Regisseur für uneitle Schauspielerinnen, die den Mut haben, sich seelisch zu entblößen, was natürlich auch wieder eine Art von Eitelkeit sein könnte. Nach Binoche verspürte die Godard- und Chabrol-erfahrene Isabelle Huppert das Bedürfnis, mit dem Österreicher zu arbeiten. Hat sich Haneke, dessen Filme rund zwanzig Jahre lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit gelaufen sind, vom späten Ruhm verführen lassen und sich an das Starkino verkauft? Keineswegs. Die "Klavierspielerin" ist so unbequem, wie es ein Film nur sein kann.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.5Sehenswert

Wie die Autorin seziert auch Michael Haneke in seiner Adaption das Verhältnis von Macht und sexueller Lust mit der Brille eines Psychotherapeuten. Sein Film folgt den Handlungslinien der Vorlage weitgehend und findet für die eigenwillige, rabulistische Sprache adäquate Bilder. Deren Magnet ist wieder einmal Isabelle Huppert. Mit ihrer differenzierten Mimik ist sie die ideale Besetzung für die scheinbar unempfindliche Frau.

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Kommentare (26) — Film: Die Klavierspielerin

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Jenny von T

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dieser Film zeigt weniger Blut und direkte Gewalt als "Funny Games" und zeichnet noch eingehendere Psychogramme als "Benny's Video" oder "Caché"- ja, "Die Klavierspielerin" ist vermutlich Hanekes Meisterwerk. Ich habe ehrlich gesagt selten einen so schonungslosen und intensiven Film gesehen - eine Endlosspirale aus Abhängigkeit, Unterdrückung, Kontrolle, Verdrängung und Demütigung, das komplette Spektrum menschlichen Verderbens, ohne dass auch nur eine Szene um ihrer Selbstzweck Willen existiert oder aufgesetzt wirkt. Vor der Grenze des Absurden steht der höchstmögliche Grad an Paralysierung, und genau hierauf bewegt sich "Die Klavierspielerin" grazil wie eine Ballerina.
Tief und abgründig wie Beethoven's Fünfte, aber ruhig wie Chopin. Und genau hierin liegt der Unterschied zu beispielsweise Black Swan, der zu sehr ästhetisiert und dem etwas zu dick "SCHAUT HER, ICH BIN WAS BESONDERES!" auf der Stirn geschrieben steht.

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Jenny von T

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Ist notiert, BigDi. :-D
Irgendwie kommt mir "Black Swan" nun noch plumper vor als ohnehin schon. Sehr erfreulich, dass hier ausnahmsweise mal ein deutschsprachiger Regisseur gezeigt hat, wie es richtig geht.


BigDi

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Und wenn du "Perfect Blue" gesehen hast, weißt du auch, wie Realiutätsverzerrung bie Rollenwechsel richtig aussehen müssen. ^^


Puebleau

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ungefähr zwei Jahre ist es her, dass ich paralysiert auf den Abspann des Films über "Die Klavierspielerin" schaute; fassungs- und wortlos wie ein Reh im Fernlicht. Ein wirkliches Gespräch kam mit der Mitguckerin nicht wirklich in die Gänge, jeder Satz war eher ein Versuch, das Gesehene zu verdrängen; und so macht ich mich bald auf den Heimweg, ich fühlte mich jedoch verfolgt von einer Figur, die mir Haneke in Form von Isabelle Huppert so unheimlich nahe gebracht hat. Man kann sich von der Geschichte abschrecken lassen und den Film zu ungemütlich finden, aber es ist sicherlich kaum möglich, sich ihm zu verschließen. Diese Eindringlichkeit, die durch Hanekes Inszenierung und Hupperts vielfach nominiertes und zu recht ausgezeichnetes Schauspiel erwächst, ist eine Eigenheit des Films, die es ungeachtet seiner Kompromisslosigkeit zumindest zu würdigen gilt. "Die Klavierspielerin" ist in meinen Augen ein Psychogramm über eine Person, die mit ihrer Mutter in einer schrecklichen, unheimlichen Verbindung steht und daraus resultierend Beziehung nur hierarchisch verstehen kann. Sanktionen und Unterwerfung ersetzen Liebe und Respekt. Mit unheilvollem Pathos zeigt Haneke nach der Romanvorlage die extremen Auswirkungen in dramatischem Crescendo und verstörendem Piano. Wer dissonante Filme mag (und damit ist nicht nur die kreischende Geige von "Psycho" gemeint), sollte "Die Klavierspielerin" nicht missen.

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Sigmund

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Feiner Kommentar!


Kill_Diether

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Bewertung7.5Sehenswert

Erstklassige Schauspielkunst, auch die Mutter. Doch diese abstruse Mutter-Tochter Beziehung ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar. Sicherlich geht es um Diskrepanzen zwischen Moral, dem Geistigen, dem Zwischenmenschlichen und der Sehnsucht nach Zuneigung, nach körperlicher Erfüllung. Wer damit ein echtes Problem hat, braucht einen Psychiater oder andere Beziehungen.

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THE_JUDGE

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Bewertung5.0Geht so

Ich weiß nicht recht, aber irgendwie war hier einiges vorhersehbar. Die verklemmte, ziemlich hartherzige aber dennoch recht ansehnliche Erika, führt ein Schattendasein als Professorin am Wiener Konservatorium und lebt zusammen mit ihrer Mutter mit der sie auch ihre Nachtruhe in einer Art Ehebett fristet. Erika hat scheinbar alle lobenswerten Eigenschaften von ihrer Mutter übernommen, wie sich z.B. während einiger Klavierstunden und auch im Verhalten gegenüber ihrer Erzeugerin selbst zeigt. Es ist recht schnell erkennbar, dass mit Erika etwas nicht stimmt und das es sexueller Natur sein würde war für mich auch irgendwie naheliegend. Erika wirkte von Anfang an recht attraktiv, obwohl sie gleichzeitig konservativ und prüde wirkt, bzw. wirken soll. Und nun kommt auch schon der Knackpunkt der sich erahnen ließ, und welcher in althergebrachter Form lautet: "Sex sells!". Auch wenn das eher für andere Bereiche, wie das gute alte Marekting oder die Werbung konzipiert worden ist, auch im Drama, oder allgemein im Film zieht Sex doch immer noch das größte Interesse auf sich (In der Videothek ist die Pornoecke ja auch nicht umsonst die größte Abteilung). Um so mehr, um so absurder oder obszön die Details daherkommen. Ein wenig Wichskabine mit schnüffeln an den Hinterlassenschaften des letzten "Wichsers", böse, perverse, abgrundtief unbegreifliche, masochistische Perversionen in geschriebener Form etc. Geschockt hat mich das alles irgendwie nicht, ich mußte sogar des öfteren mal herzhaft lachen. Liegt vielleicht an der gesunden Grundeinstellung, dass jeder Mensch so seine Psycho-Leichen im Keller versteckt hat und jeder sowieso nicht ganz rund läuft. Vielleicht liegt es auch an einer "falschen" Machart. Ich meine "Menschenfeind" als ganz krasses Beispiel war schon eine andere Liga, der hat geschockt und den hab ich immer noch nicht ganz gesehen, trotz meiner tollen abgeklärten Weisheiten die mich eigentlich vor allem Übel im vorraus bewahren sollten. Naja, "Die Kalvierspielerin" kann man auf jeden Fall mal gucken, aber ob es ein Haneke-Meilenstein, oder generell ein Meilenstein ist weiß ich ehrlich gesagt nicht.

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Lu La

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer meiner Lieblingsfilme trotz sehr zwiespältiger Kritiken. Isabelle Huppert spielt so intensiv, dass ich Ihr jede Sekunde der kaputten Persönlichkeit abgenommen habe. Erstickt von der Liebe und Kontrollsucht der eigenen Mutter und von ebendieser gedrillt den eigenen nicht erfüllten Traum zu leben (eine berühmte Klavierspielerin zu werden), schneidet Erika jegliche Emotion oder körperlichen Begierde von sich ab. Um sich zu bestrafen oder auch um überhaupt etwas zu fühlen, fügt sich Erika selbst Schmerzen zu oder bittet im weiteren Verlauf des Filmes Ihren jungen Schüler dazu ihr Schmerz zuzufügen. Ihr Selbsthass und Ihr Wunsch nach Schmerz (das einzig zulässige Gefühl in Ihrer Welt) treiben Sie dazu sich degradieren zu lassen und führen dazu, dass sie jedes positive Erlebnis im Keim erstickt. Im Gegensatz zu einem Vorredner glaube ich, dass sich die Protagonistin sehr wohl über ihr eigenes beschissenes Leben im Klaren ist, jedoch nur dann Freude empfinden kann, wenn Sie andere demotiviert oder ihnen einen Teil ihres Traums kaputt macht.
Der Film hat mich so gepackt, dass ich begann Erikas Mutter zu hassen, Erikas kranke Psyche zu verstehen und mich in Sie reinzufühlen und mir wünschte Erikas Schüler würde sie retten aus ihrer "Abartigkeit".
Ich fand die Inszenierung mutig, einfach, ehrlich und überraschend. Ich habe das Buch gelesen, bevor ich den Film sah und es war eines der wenigen Male, bei denen ich mich nicht über die Adaption geärgert habe. Die Musik war fantastisch gewählt (für Liebhaber Schuberts und Schumanns) und perfekt plaziert. Kein fieses Übertönen von Momenten, in denen Stille eigentlich angebrachter gewesen wäre.
Der Film ist dramatisch und dennoch streckenweise amüsant.
Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass Benoit Magimel als Schüler Erikas wirklich ein attraktives Pendant zu seiner Protagonistin abgab.

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Lu La

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sehr gut! das gibt sympathiepunkte!
:D


SpiceWeasel

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^_^


BigDi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Scherben als Mittel zum Zweck, fremde Leben in Scherben zu schlagen, nur um das zertrümmerte eigene nicht zugeben zu müssen, der Geruch von vertrocknetem Sperma als einzige physische Begegnung mit Sexualität, fremdes Gestöhne als Ruf einer viel zu weit entfernten Welt, welche nicht begehbar ist, weil die Tür dazu stets offen bleibt, und Liebe - Liebe nur als versessener Wunsch nach dem Schmerz, welchen man selbst befohlen hat und damit zu kontrollieren glaubt. Nach einer einstündigen - und höchst ungemütlichen - Stille, die nur durch Klaviermusik unterbrochen wird, welche nie perfekt interpretiert sein kann, wird spätestens auf der Toilette der erbärmliche Tanz zwischen Macht und Unterwerfung, Sadismus und Masochismus sichtbar und der Niedergang ist nicht mehr zu leugnen. "Ich habe keine Gefühle. Und sollte ich welche haben, dann werden sie nie über meine Intelligenz siegen.“ - wie die Protagonistin, so auch der Film, welcher einen weiteren perfiden Seziertisch Hanekes darstellt, auf dem er quälend langsam in seinen Figuren herumschlitzt, tief genug, um zu schmerzen, aber nicht tief genug, um sie von ihrer Misere erlösen zu können. Demzufolge feinstes sadomasochistisches Arthouse-Kino, dessen Perfidie überraschend oft mit gemeinem schwarzem Humor gewürzt wird.

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LokisSon

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Wirklich sehr schöner Kommentar!

@Haneke Hier kann ich auch noch die alten österreichischen Filme empfehlen (Bennys Video, Funny Games). Die haben noch etwas schön Rohes an sich.
Wobei ich beim "Weißen Band" D absolut zustimmen kann. Definitiv einer meiner Lieblingsfilme. Aber seit ich irgendwann mal Anfang der 2000er Jahre "Funny Games" zufällig im TV sah, bin ich sowieso Haneke-Fan. Der Film hatte mich damals dermaßen geflasht.


BigDi

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@ CarrionFairy: Das Buch glitt in der "muss ich lesen"-Liste nach der Sichtung stark nach oben; den Anfang, der mir im Deutsch-Abi präsentiert wurde, fand ich schon recht ansprechend.
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@ Schlegel: Ich finde, der Film ist durchgehend immer wieder schwarz bis absurd witzig, die zwischendurch gezeigten TV-Szenen sind in der Hinsicht auch nicht ohne...
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@ LokisSon: "Bennys Video" habe ich hier irgendwo, aber an die Ungemütlichkeit will ich mich irgendwie nie herantrauen. ^^


CarrionFairy

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Bewertung5.5Geht so

die romanvorlage ist mitunter das beste, was ich je gelesen habe und das war wohl mein fehler: ich hätte besser erst den film gesehen, dann hätte ich ihn vielleicht besser bewerten können.
von dem sprachgewaltigen werk ist kaum mehr als eine psychologisch pfützentiefe, etwas perverse romanze geblieben, die es kaum schafft, gefühle zu transportieren oder charaktertiefe zu verleihen.
wenn es dem zuschauer gelingt, die verfilmungen unabhängig vom buch zu betrachten, dann kann man verklärten blickes das parfum, gottes werk und teufels beitrag, jenseits von eden oder eben die klavierspielerin als gut gelungen bezeichnen. kennt man einmal die hintergründe, kann aber aber wohl leider nur enttäuscht werden.
ich gehe jetzt ein bißchen unter der dusche weinen...

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moviessimo

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Bewertung9.0Herausragend

Elfride Jelinecks Meisterwerk als Drehbuch, Isabelle Huppert in der Hauptrolle... Da hat der Haneke schon auf ein sicheres Pferd gesetzt. Da konnte ja nur was gutes bei rumkommen.

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amichi

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Bewertung0.0Hassfilm

Ich fand den Film einfach schrecklich. Pervers, geschmacklos, krank...alles Worte, die mir in den Sinn kommen. Mehrere Zuschauer hatten während der Kinovorstellung mit lauter Empörung den Saal verlassen. Im Nachhinein hätte ich das mal auch tun sollen, dann würden die Rasierklingenbilder nicht auch noch nach so vielen Jahren in meinem Kopf herum schwirren.

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amichi

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Nun ist Perversion ja kein Genre und darum hinkt der Vergleich mit Western und Cowboys auch ein bisschen. Ich würde den Film eher im Bereich Drama ansiedeln. Zusammengefasst also ein Drama mit perversen Zügen. Aber sowas ist ja Geschmackssache. Meinen traf es jedenfalls nicht.


Kris Baehr

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Der Film zielt auf einen gewissen Nerv- den menschlichen masochismus und das Auto- agressive Verhalten (Selbstverletzung)der Protagonistin. Dies bedeutet, das es unter uns Menschen gibt, welche sich selbst nur spüren, etwas empfinden, wenn es mit Schmerz oder einer Demütigung zu tun hat. Die Hauptfigur spielk komplett Emotionslos, bis auf eine mit MIMIK überreizte und erschreckende Szene. Mit perversion hat dieser Film nichts zu tun. Es ist ein Psychgramm einer Masochistin. Wunderbar erzählt und dargestellt. Die Rasierklinge, wie Sie es nennen, war kaum zu sehen und ein kleines Rinnsal Blut hat nichts mit einer Perversen Selbstverstümmelung zu tun. Vielleicht sollten Sie eher bei romantischem Kino oder Disney bleiben. Aber wenn sie in die Tiefe eindringen mochten, dann empfehle ich Ihnen "Irreversibel" ,"Alexandra's Projekt" und um ihr Weltbild komplett ins wanken zu bringen "August's Underground" - Sollten sie diese Filme ohne einen Infarkt und bleibende, psychatrisch zu ehandelnde Schden überleben, dann dürfen sie über kontroverses Kino gerne urteilen. Falls nicht, dann halten Sie sich bitte vor Augen das es "KINO" ist und Kunst schon immer provozieren wollte- was auch gut ist. Da jedoch die Klavierspielerin schon sehr Ihr Inneres angegriffen hat, würde ich empfehlen auch von "Black Swan" und Fernsehserien wie NIP/TUCK die Finger zu lassen.


ihre-herrlichkeit

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Hey, ich hab da mal so einen kranken Film auf arte gesehen...." Diesen Satz haben viele schon selbst gesagt und/oder von anderen gehört. Dieser Film ist ein Beispiel par exellence für derartige Äußerungen.
Fantastische Schauspielkunst, tiefe Einblicke in verstörende psychische Abgründe und komplex gestrickte Konstellationen sind das, was "die Klavierspielerin" so hervorhebt.
Und da soll mal einer sagen, es gäbe keine guten deutschsprachigen Filme.

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Roy D. Gerkoeter

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Das ist aber NUR ein guter deutschsprachiger Film, weil er die Romanvorlage einer österreichischen Nobelpreisträgerin, die glücklicherweise unheimlich wenig deutsch UND österreichisch daherschreibt. Die Adaption war dann ein leichtes. Allerdings hat Haneke der Vorlage einen Realismus verpasst, der dem Inhalt nicht gut tut.


ihre-herrlichkeit

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Was an dem Realismus tut dem Inhalt nicht gut?


Janus Winter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der bessere BLACK SWAN. Auch wenn er der Roman-Vorlage nicht das Wasser reichen kann.

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camicatze

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Bewertung9.5Herausragend

Auf der DVD-Hülle müsste ein Sticker sein der sagt: Dieser Film macht betroffen.
Wer nach diesem Film nicht verstört ist, ist abgestumpft.

Der Film schaut mit nüchternem Blick in das Leben der Klavierlehrerin und zeigt Seiten an einer Person, die man lieber nicht kennen möchte. Sehr intim, sehr direkt!

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veseria

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine Roman-verfilmung von Michael Haneke.
Super gelungen da alles wirkt wie ein haneke nur das die Geschischte etwas dynamischer ist. Sehr toll gespielt sehr schockierend und das manchmal so sehr das man kaum hinschauen kann.
Sollte man als Haneke-Fan auf jedenfall gesehen haben.

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disastermaster

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Bewertung4.0Uninteressant

Ein Film nicht nur über, sondern auch für Masochisten. Geht unter die Haut, aber da will ich ihn gar nicht haben.

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sikkmeidack

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Elfriede Jelinek hat nicht nur den Literaturnobelpreis verdient, sondern auch den vergleichbaren „psychopatischen dröge Kniftenwettbewerb“ mit einem ordentlichen, ungehörten Knall.
Sie hat Herrn Haneke ne prima Vorlage geliefert.
Der Film ist eine groteske Posse. Erbärmlich-widerliche Abseitigkeiten mit sexuell abgründigen Szenen…, verpackt in einem grauen spießertümlichen Kontext, der das ganze ungeratene, trügerische Verlangen noch mehr in Potenz setzt und ad absurdum führt.
Haneke mag´s gern unerträglich…. vermute ich mal so in´s Blaue hinein.

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alanger

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jelinek und haneke, da haben sich zwei unerträgliche gefunden.


nurleben

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LOL


nalmargi

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Bewertung9.0Herausragend

Schön pervers. Gefällt mir. :-)

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Kubrick_obscura

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Bewertung9.0Herausragend

Hanekes bester Film, neben "Funny Games", ist das Werk eines ganz Großen seiner Kunst. Stringent und formal bis ins kleinste Detail sachlich erzählt. Dabei ist die Gewalt nie wirklich sichtbar, nie voyeuristisch bis zur letzten Einstellung. Das Messer in der Schulter musste gesehen werden.

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maslobojew

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Bewertung9.5Herausragend

Ich kenne den Roman nicht, aber Jelinek soll nach Schauen des Films recht zufrieden gewesen sein. Als Hankeke-Film-Freund finde ich, dies ist neben Caché der noch am leichtesten verdauliche Film. Die negativen Reaktionen der anderen User geben Haneke recht, denn das will er ja erreichen - Gewalt als nicht gut konsumierbar darstellen. Für mich ein großer Film. Formell klar, inhaltlich verstörend.

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Mr.Floppy

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Bewertung6.5Ganz gut

User <Martina> ist nicht viel hinzuzufügen. Die Charaktere sind allesamt gestört, der Film anstrengend bis lästig und doch fesselnd. Danach hab ich bereut ihn gesehen zu haben. Schon ambivalent.

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Martina

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich hatte die Brutalität des Films nicht erwartet und war zwischendrin so fertig, dass ich mich immer wieder gefragt habe, warum ich mir diesen Film eigentlich antue. Was die Charaktere sich selber und anderen antuen ist kaum zu ertragen. Ich habe ihn zu Ende geguckt, aber er hat mich nur verstört. Ein Film, an den ich immer wieder denken muss, den ich aber bestimmt nie wieder sehen will.

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