Die Mühle und das Kreuz

The Mill and the Cross (2011), PL/SE Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 24.11.2011


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7.1
Kritiker
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von Lech Majewski, mit Rutger Hauer und Charlotte Rampling

Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel (Rutger Hauer) von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck (Michael York) den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen. Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt und das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen. Aber vor allem soll die Kreuzigungsgeschichte nicht im Heiligen Land, sondern in seiner flämischen Heimat spielen. Also geht Bruegel hinaus zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht und in dem die Inquisitoren erbarmungslos wüten. Er hält alles in seinen Skizzen fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen virtuos miteinander zu verflechten…

Hintergrund & Infos zu Die Mühle und das Kreuz
In Die Mühle und das Kreuz versucht der Regisseur Lech Majewski Aussage und Handlung des Bildes “Die Kreuztragung Christi” Pieter Bruegels des Älteren aus dem Jahr 1564 in einen Film zu transportieren. Die Kreuztragung Christi hängt heute im Bruegelsaal des kunsthistorischen Museums in Wien. Es zeigt Jesus auf seinem Kreuzweg zum Kalvarienberg. Die Passionsgeschichte auf dem 124 × 170 cm großen Bild ereignet sich jedoch nicht in Jerusalem, sondern vor dem Hintergrund einer flämischen Stadt im 16. Jahrhundert.

Die Mühle und das Kreuz ist die Verfilmung der komplexen Bildinterpretation des Kunsthistorikers Michael Francis Gibson. Nachdem Gibson im Jahr 2005 den Film Angelus von Lech Majewski in einem Pariser Kino gesehen hatte, war er so fasziniert von dem künstlerischen Schaffen Majewskis, dass er ihm ein Exemplar seines Buches zukommen ließ.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Die Mühle und das Kreuz
Genre
Drama, Biopic, Historienfilm
Zeit
Mittelalter, Vergangenheit
Handlung
Folter, Gemälde, Invasion, Jesu Kreuzigung, Krieg, Maler
Verleiher
Neue Visionen Filmverleih GmbH
Produktionsfirma
Silesia Film

Kommentare (8) — Film: Die Mühle und das Kreuz


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Framesurfer

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Wer sehen will, wie man das richtig macht, dem empfehle ich den russischen Vierteiler "Ulenspiegel".

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spanky

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich hatte einfach nicht das Sitzfleisch für so einen Film. Und wenn man schon so dick aufträgt, was die Postproduction angeht, dann sollte diese wenigstens lupenrein sein. Irgendwann geb ich dem hier vielleicht nochmal ne Chance und ich schieb's einfach mal auf fehlende Muse...

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Niotq

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Bewertung4.5Uninteressant

Auf dem Papier klingt das ja prinzipiell alles sehr appetitlich. Eine Verfilmung des Gemäldes "Die Kreuztragung Christi" von Pieter Bruegel d.Ä., die durch großartige Ausstattung und statuenhafte Inszenierung das Bild zum Leben erwecken soll. In den Hauptrollen das niederländische Schauspielurgestein Rutger Hauer, das ja kann, wenn man es lässt, Michael York, der britische Dauerbrenner mit Theaterwurzeln, und Charlotte Rampling, bei der ich mich noch fragte, ob ein Film mit ihr überhaupt schlecht sein KANN. Warum sich der polnische Regisseur Majewski bei diesem Projekt aber doch ziemlich verhoben hat, will ich gern versuchen in Worte zu fassen.

Ein Kaufmann beauftragt Bruegel, der ja im 16. Jahrhundert in Flandern lebte, als es von Spanien okkupiert war, Jesus Christus zu malen, wie er sein Kreuz nach Golgotha trägt. Bruegel führt diese Arbeit allerdings mit zwei Besonderheiten aus: Erstens wird sein Bild bei der Fertigstellung mehrere hundert Menschen enthalten, und zweitens verlegt er die Passionsgeschichte nach Flandern, wie er es kennt. Der Film erzählt nun von den Lebensumständen etwa eines Dutzends der abgebildeten Personen, von den Hintergrundgedanken des Malers, der regisseursgleich durch die Szenerie stapft, und von den politischen Umständen im Land.

Ich sage es gleich frei heraus: Wenn man schon Gestalten wie Peter Greenaway ("The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover") oder Luca Guadagnino ("Io sono l'amore") künstlich wirkendes Style-over-Substance-Blendwerk unterstellt, sollte man sich unbedingt "The Mill and the Cross" ansehen, um wirklich einmal zu sehen, was das heißt. Ein Film, der sich sichtlich sehr wichtig nimmt und bestimmt große Kunst sein möchte, allerdings an einer entsetzlichen Inhaltsleere laboriert. Ich habe es selten erlebt, dass ein Film, der sich so viele Charaktere zu porträtieren vorgenommen hat, dermaßen wenig zu erzählen hat. Es mag sein, dass der Film eher als meditatives Erlebnis angelegt war und nicht den Anspruch hatte, eine komplexe Geschichte vor dem Publikum auszubreiten, aber auch mir war das auf Spielfilmlänge schlicht und ergreifend zu wenig, die schön durchkomponierten Bilder vermochten mich bald nicht mehr bei der Stange zu halten.

Ich bedaure sehr, dass ich diesen Film nicht im Kino gesehen habe. Einerseits aus dem profanen Grund des Geldes, andererseits, weil die optische Ebene neben den bereits angesprochenen Schauspielern die einzige ist, auf der "The Mill and the Cross" tatsächlich etwas hermacht. Zumindest in der ersten halben bis Dreiviertelstunde, wo die Lebensumstände der Figuren vorgestellt werden und wirklich kaum etwas passiert. Und wenn dann doch noch etwas passiert, fängt man langsam aber sicher an, der sterilen Inszenierung Majewskis überdrüssig zu werden. Da kann York noch so empört über die bösen Spanier sein, da kann Rampling noch so traurig mit ihrem verblühten Charaktergesicht in die Kamera starren, während ihre inneren Monologe aus dem Off kommen, der Film bleibt leider so, wie er ist. Eine - und ich bin kein Fan dieses Wortes - prätentiöse filmische Halbtotgeburt, die möglicherweise mit einer komplexen Bildsprache aufwarten kann, die ich einfach nicht verstanden habe, insgesamt war ich leider so enttäuscht wie schon lange nicht mehr.

Die paar Punkte gibt es für die Schauwerte und -spieler, den Soundtrack und die nette Idee am Schluss, den Film in der Gegenwart im Wiener KHM enden zu lassen, wo das Bild heute hängt. Leider ist die Szene ungefähr dreimal so lang wie eigentlich nötig. Genau wie der ganze Film. Ein wenig schade ist es schon um die vielen polnischen Fördergelder, die man besser jemandem hätte geben sollen, der den Anspruch hat, eine Geschichte zu erzählen und sich nicht auf oberflächliche Sinnesreize zu beschränken.

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Niotq

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Schön, dass du mich verstehst - ich komme ja von Film zu Film nicht immer auf ein und dieselbe Art und Weise zu meinen Bewertungen, und in diesem Falle bezeichnet die 4.5 eben genau NICHT den zweifellos vorhandenen künstlerischen, hust, "Gegenwert" (in dem Fall hätte er bestimmt auch von mir mehr bekommen), sondern eher den Umstand, dass mich der Film absolut nicht bei der Stange halten konnte. Was schade ist. Immerhin hörte ich durch den good!movies-Katalog, der beigelegt war, zum ersten Mal von Denis Villeneuves "Incendies". Und das ist ja auch was wert. :)


Jenny von T

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Ist ja auch absolut verständlich! :-) Sehr interessant übrigens, dass du in deinem Text auch Greenaway ins Spiel bringst. Zwar notierst du seinen Namen nur beiläufig (vielleicht ja intuitiv?), aber was das Verweben von Kunstformen und eine daraus entstehende Sterilität betrifft, lassen sich hier meiner Meinung nach schon Parallelen ziehen, über ein paar Ecken. Ich wette sogar, Greenaway fährt auf Majewski ab. Der große Unterschied ist eben nur: In Greenaways Filmen ist immer alles sehr flott und dynamisch, die schnarchige MÜHLE dagegen wiegt einen in den Schlaf.


Capote

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Bewertung9.5Herausragend

Unverwechselbarer Soundtrack. Schön inzeniert. Es wurden ganz besondere Gesichter für diesen Film gefunden, die super zum ganzen Stil passen. Schöne Kostüme. Außergewöhnliches Set. Nur schade, dass man am Ende das tatsächliche Bild nicht in seiner vollen Schönheit auf dem Screen sah. Darum fahre ich jetzt nach Wien, um es zu sehen. :-)

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Framesurfer

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Als ich in Wiehn war, wurde gerade der Breughel Saal restauriert und alle Bilder waren abgehängt. Seufz


xTimmaex

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Bewertung3.0Schwach

The Mill And The Cross ist ungefähr so interessant wie eine Unterhaltung mit einem Kunstkritiker. Aber für den visuellen Stil, den ich so noch nie gesehen habe und der auch der Grund war, warum ich den Film überhaupt sehen wollte, gibts zumindest noch 3 Punkte.

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Squidward

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Bewertung3.0Schwach

Das formale Konzept des Pendelns zwischen Gemälde und Film ist erfrischend und bringt viele schöne Sequenzen hervor, aber für Spielfilmlänge ist das zu wenig.

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Kris

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Bewertung5.0Geht so

Der Film ist wirklich wie ein Gemälde. Und wie bei vielen jahrhundertealten Gemälden erschließt sich dem Betrachter nicht alles, was zu sehen ist. Nicht jede Geschichte wird verständlich, nicht jedes Symbol ist zu entschlüsseln, egal wie lange man forscht und wie viel man zu wissen glaubt. Anstatt das Bild hier zum Leben zu erwecken, wirft der Film nur noch mehr Fragen auf, verurteilt den Zuschauer einmal mehr zum stirnrunzelnden Betrachten. Das ist zwar interessant und nett anzuschauen. Aber zu künstlerisch, zu lang und auch ein bisschen zu langweilig, um wirkliche Begeisterung auszulösen. Dann doch lieber ins Museum gehen.

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HAL 9000

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Ich habe nichts gegen eine sich runzelnde Stirn;) und fand den Film Atmosphärisch und bildlich sehr gelungen


Sigrun

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Keine unbekannte Konstellation: Bewegtbild vs. Tafelbild
Parallelen: 1982 ließ Jean-Luc Godard in PASSION Michel Piccoli in der Rolle eines polnischen Regisseurs die Gemälde Alter Meister wie Rembrandt, El Greco, Delacroix, Ingres, Goya in «tableaux vivants» nachstellen. Diese "stehenden Bilder" mit (niemals lange) bewegungslosen Darstellern kontrastierte er in Parallelhandlungen mit einem Arbeiterstreik und einer Liebesgeschichte.
In THE MILL AND THE CROSS (2011) verfolgt der polnische Regisseur Lech Majewski nun ein diametral entgegengesetzes Verfahren: Er verfilmt ein Gemälde von Peter Bruegel d.Ä. (es existieren unterschiedliche Schreibweisen) mit dem Titel "Aufstieg zum Kalvarienberg" (1564, hängt im Kunsthistorischen Museum Wien) als eine Art «lebendiges Wimmelbild» in das der Betrachter hineinblicken kann. Klingt erst mal langweilig, da man dasselbe ja auch im Museum mit dem Bild machen könnte. Allerdings ist man nicht jeden Tag in Wien (wenn man kein Wiener ist) und außerdem bewegen sich die Figuren im Ölgemälde höchstwahrscheinlich nicht. Rutger Hauer einfach mal so im Kunsthistorischen Museum zu Gesicht zu bekommen, halte ich auch für eher unwahrscheinlich.
Rutger Hauer? Ja, genau. Er ist nämlich in der Rolle des alten Bruegel zu sehen und ich wäre gar nicht so schnell auf den Film gekommen, wenn nicht Hauer, Charlotte Rampling und Michael York mitspielen würden. Kunstgeschichte kann ziemlich spannend sein, habe ich gelernt, leider funktioniert das mit der Vermittlung nicht immer so richtig. Vielleicht ist THE MILL AND THE CROSS eine Ausnahme?! Sieht zwar auf den ersten Blick nicht so aus, aber ich merke diesen «Wimmelfilm» mal für eine mögliche DVD-Sichtung vor.

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dbeutner

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"diametral entgegengesetzt" ist, obwohl gerne verwendet, doppelt gemoppelt und führt zu 20 Schillingen Abzug ;-)


Framesurfer

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Dann schau dir mal den russischen Vierteiler Ulenspiegel an.



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