Fahrenheit 451

Fahrenheit 451 (1966), GB
Laufzeit 110 Minuten, FSK 12, Science Fiction-Film, Drama, Kinostart 23.12.1966

7.7 Kritiker
33 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1 Community
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39 Kommentare
Fahrenheit 451 - Bild 6056231
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von François Truffaut, mit Oskar Werner und Julie Christie

Fahrenheit 451 ist die Temperatur, bei der Papier sich entzündet. Diese Zahl kennt der Feuerwehmann Montag (Oskar Werner) genau, denn irgendwann in der Zukunft ist es verboten, Bücher zu besitzen oder zu lesen. Aufgabe der Feuerwehr ist es daher, noch vorhandene Restbestände aufzuspüren und zu verbrennen. Ihre starrköpfigen Besitzer werden der Polizei übergeben. Eines Tages verliebt sich Montag in die schöne Linda (Julie Christie), doch auch sie ist eine der verbliebenen Büchersammler.

Hintergrund & Infos zu Fahrenheit 451
Fahrenheit 451 ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ray Bradbury durch den französischen Nouvelle Vague-Regisseur François Truffaut.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Fahrenheit 451

Julio Sacchi: Das Manifest

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7.5Sehenswert

Truffaut fühlt sich in diesem Genre erkennbar nicht recht heimisch, und Oskar Werners unentschlossener Darstellung sind mitunter die Differenzen mit dem Regisseur anzusehen. Doch die Entscheidung, die Zukunft antik statt futuristisch aussehen zu lassen, verleiht dieser ambitionierten Literaturverfilmung einen bizarren Charme, den Komponist Bernard Herrmann wunderbar vertont. Das Ende ist ambivalenter, interessanter und letztlich erschütternder als Bradburys.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.0Ausgezeichnet

Intellektuelle SciFi in faszienierendem Look der auch zur Entstehungszeit schon Retro war.

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Kommentare (37) — Film: Fahrenheit 451

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ElMagico

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Film über Bücher, Worte und Geschichten, der aber seine eigene Buch-Vorlage selbst nur relativ lose umsetzt. Denn Truffauts Zunkunftsvision ist eine deutlich positivere, als die von Bradbury beschriebene. Truffaut konzentriert sich auf die Bücher, auf die Schönheit des geschriebenen Wortes und die Phantasie des Menschen und weniger auf das Gesellschaftsbild das Bradbury entwirft. "Fahrenheit 451" fehlt es dadurch manchmal etwas an Brisanz, dieses "andere" Leben erscheint zwar langweilig, aber durchaus erträglich. Andererseits vermeidet Truffaut so einige Grundsatzdiskussionen und kann mit "Fahrenheit 451" seine vielgeliebten Büchter in den Mittelpunkt rücken und nebenbei seiner eigenen Phantasie freien Lauf lassen...denn eines kam mir nach der Sichtung gestern immer wieder in den Sinn: Heutzutage würden wohl Tim Burton oder Tarsem Singh diesen Film drehen, ich weiss zwar nicht ob diese Bücher mögen, aber die visuelle Umsetzung von "Fahrenheit" erinnerte mich doch sehr an die beiden.
So sind es auch die kreativen Ideen, das Spiel mit einfachen Farben und Formen, sowie die hervorragend umgesetzten Feuerszenen die in Erinnerung bleiben. Die Story an sich ist nämlich doch recht hervorsehbar, wird durch das Ende zwar noch einmal aufgewertet, leidet aber insgesamt in einigen Momenten schon etwas an der laissez-fairen Darstellung der Gesellschaft. Denn diese ist nicht bösartig. Sie scheint fast ein bißchen dumm und naiv, einerseits Entwicklungshörig, andererseits geistig in veraltetem und konservativen Gedankengut feststeckend. "Fahrenheit 451" bleibt dadurch nur interessant, wird nie spannend oder aufregend.
Doch wie gesagt: Die optischen Elemente und auch die teilweise obskure Ausstattung (ich liebe dieses Feuerwehrauto) können einige Schwächen des Films ausgleichen. In seinen letzten Szenen schafft es "Fahrenheit 451" dann sogar noch, eine Enge und einen Pessimisum aufzuzeigen, denn er vorher etwas vermissen liess.

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ElMagico

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Denn hab ich noch nie geguckt...das sagt jeder irgendwie das der nicht so tolle ist. Ich kritisier das ja auch nicht an sich...es nimmt halt ein wenig den Thrill und ist halt doch ein Unterschied zum Buch...und manchmal ist es etwas seltsam :D


Phallumegaly

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Bewertung2.0Ärgerlich

Schlechte Umsetzung eines sehr guten Buches...

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alex023

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Bewertung0.0Hassfilm

„This is the worst shit I've ever seen.“

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hoffman587

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War mir fast bewusst (ich Narr und Blasphemist) als ich wieder das häufig beutzte Zitat las. ;-)


alex023

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Hassfilm heißt ja = Hassen.
Ohne das hätte der ja sicher nicht 0 Punkte verdient, das hat kein Film...obwohl twilight...


derUlf42

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Bewertung2.0Ärgerlich

Unterirdische cinematische Umsetzung eines schon nicht übermäßig visionären Buches... bis auf ein paar unfreiwillige Lacher wegen der Spezialeffekte kann ich dem Film nichts zugutehalten

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geheimer333

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Cinemastische :D


derUlf42

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schön, dass dir mein Euphemismus gefällt ;D


ruf mich an

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Bewertung7.5Sehenswert

2001: Odyssee im Weltraum ist einer dieser Filme, die würdevoll gealtert sind. Fahrenheit 451 ist durch sein Alter sehr sperrig; man fühlt sich eher in die Vergangenheit versetzt, als in die Zukunft. Und so können die technischen Spielereien niemanden mehr aus den Socken hauen. Die Optik insgesamt wirkt staubig, angenehm staubig. Und so wundert man sich auch nicht über hilflos aussehende Jetpack-Polizisten (na, sieht man da etwa Fäden?) oder Telefonhörer, die überall in der Wohnung verstreut sind.
Die Ausgangsfrage hingegen ist hochspannend. Wie sähe eine Welt aus, in der alle Menschen glücklich sind? Was hätte noch Wert? Fernseher und Pillen; Sex zwischendurch. Das wars. Das erinnert etwas an Brave New World (gemeint ist das Buch), ist aber um Einiges bodenständiger. Die Bürger verpetzen freiwillig Andersartige. Es gibt keine Stasi und auch keine Televisoren wie in 1984. Die Menschen sind glücklich (happy) und wollen dabei auch bleiben. Es wirkt erschreckend authentisch. Wie oft hört man: "Ach, mach dir darüber keine Gedanken, dass macht nur unglücklich."?
Bei Fahrenheit 451 sind es die Bücher, die unglücklich machen und zum Denken anregen, was zu Unbequemlichkeiten führt. Aber es könnten auch genauso gut Filme, Fotos, Bilder oder Musik sein.
Am Ende kann sich der Zuschauer fragen: Bin ich ein Einsiedler im Wald und lerne ein Buch auswendig oder werfe ich noch eine Runde Pillen ein, damit weiter fernschauen kann? Diesmal doppelt so breit.

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agynessa

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Bewertung3.0Schwach

Einfach nur bescheuerte und öde Umsetzung eines genialen Buches seiner Zeit!

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hoffman587

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Fahrenheit 451

Feuer...es lodert, es brennt...die Frage, die ich mir nun aber stelle ist die...die Frage nach dem brennenden Papier....denn wann brennt Papier...wann steigt es in Flammen auf?...Einfach gesagt bei Fahrenheit 451, um genau zu sein, vergessen sollten man aber auch nicht, dass das gleichzeitig auch ein dystopischer Science-Fiction-Film von Francois Truffaut aus dem Jahre 1966 ist, recht ungewöhnlich für ihn inszeniert er seinen Film nach dem gleichnamigen Roman von Ray Bradbury, doch sollte man hier vermerken, das Vergleiche meiner Meinung nach eher unpassend wären und wahrscheinlich eher schlecht, denn Truffaut übernimmt allein die Grundidee einer bücherlosen Welt und sonst hat der Film eher weniger mit dem Roman zu tun, weshalb ich ihn auch erstmal außen vor lasse, denn so gesehen ist "Fahrenheit 451" ein ausgezeichneter Film.

Die Story, die Idee brillant, sonst aber auch recht interessant, jedenfalls war sie es für mich, dennoch anspruchsvoll und gleichzeitig etwas einfach über die ganze Laufzeit verteilt: Im Dienste des totalitären Polizeistaates verbrennt der Feuerwehrmann Guy Montag verbotene Bücher, die in diesem Staat nicht geduldet werden, doch bald beginnt er sie, durch die Lehrerin Clarisse, selbst zu lesen und entwickelt eine gewisse Faszination für sie.
Eine echte Hommage an die wahre Literatur vom Bücherfreund Truffaut...

Die Hauptrolle des Guy Monday darf ein wirklich brillant spielender Oskar Werner in die Rolle des Feuerwehrmanns Guy Monday schlüpfen und er spielt sie sehr gekonnt, ein echtes Glanzlicht, da er Tiefe und die Unentschlossenheit seiner Figur perfekt rüberbringt. Neben ihm sollte aber dann auch noch natürlich Julie Christie in einer Doppelrolle erwähnt werden, einerseits die Lehrerin Clarisse und andererseits Montag´s Ehefrau, beide Rollen meistert sie gekonnt, trotz ihrer jeweiligen Gegensätzlichkeit und auch Cyril Cusack weiß als Captain der Feuerwehrmannschaft zu überzeugen.

Truffaut hier wirklich ungewohnt, sehr ungewöhnlich erzählt er uns sein Werk, ein klein wenig pessimistisch, dafür aber sehr interessant und teilweise packend, doch der Film konnte mich dann doch nicht ganz überzeugen, denn ab und an gab es für mich hier genug Längen, trotzdem bleibt die intelligente Erzählweise gelungen.
Weiterhin ist zwar auch die Kamera nicht ganz perfekt, recht einfach wird sie geführt, ungewöhnlicherweise sind die Bilder relativ farbig und altmodisch, mit einem netten Look, jedenfalls bemerkt man ihnen schon das Alter des Films, wo ich gleich an dem Punkt wäre, der den Schwachpunkt des Films darstellt, die Effekte, aus heutiger Sicht sind sie größtenteils wirklich schlecht erhalten, zum Glück werden sie recht sparsam eingesetzt.

Und schon wären wir bei den Charakteren, die eigentlich, jedenfalls in Bezug auf Montag, recht sympathisch und liebenswert gestaltet wurden, auch interessant ist der Wandel oder besser gesagt die Erkenntnis der Figur des Guy Montag.
Letztlich möchte ich dann auch noch das geniale Intro des Ganzen loben und die wie immer hervorragend komponierte und stark eingesetzte musikalische Untermalung vom großen Bernard Herrmann.

Also zum Schluss kann ich dann nur noch sagen, dass "Fahrenheit 451" trotz seiner kleinen Schwächen, die für mich jedenfalls auftraten, ein feuerfestes und trotzdem flammendes beziehungsweise faszinierendes Plädoyer für die Freiheit und Selbstbestimmung jedes Einzelnen ist.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Imagination

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Meh; ohne Vergleich mit dem Buch kann ich den Film nicht sehen. Verzichte ich vorrübergehend erstmal. :/


Andy Dufresne

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Wie auch immer (hab das Buch nicht gelesen),der Film ist saugut und von einem Truffaut Film von 1966 sollte man nicht allzu stark Action und Farbgebung bemängeln...Aber 8.5 (minimum) geht in Ordnung,allein schon wegen dem poetischen Ende (und Werner an sich)...


AlineK

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich kenne das Buch daher war klar, dass mir der Film nicht gefallen würde.
Ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen, eigentlich ein absolutes MUSS!

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EpiKD

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Bewertung2.5Ärgerlich

Hab das Buch gelesen und wie ich finde leider nicht getroffen, schade! Ein paar sachen muss ich ja an erkennen sind gut aber für mich nicht viel. Jeder der den Film mag solte das Buch lesen. Den in dem Buch steckt viel mehr als der Film her gibt. Ich hoffe das remake wird besser, wenn es überhaupt noch kommt.

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Bäda

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Bewertung6.0Ganz gut

Nicht ganz so mein Fall. Die Aufmachung erinnert mich irgendwie an Clockwork Orange. Weiß aber auch nicht woran das liegt. Im ganzen ist die Story zwar nicht übel, aber so richtig warm wurde ich mit den Schauspielern auch nicht. Evtl würde sich der Film als Remake nicht schlecht machen.

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SamRamJam

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Bewertung6.0Ganz gut

Fahrenheit 451 hat ein paar ganz gute Ideen und Ansätze. Auch im Hinblick auf die Vorlage von Ray Bradbury. So werden die Anfangscredits zum Beispiel nicht wie üblich eingeblendet sondern aufgesagt.
Leider spricht das Alter nicht unbedingt für den Film. Denn Science Fiction aus den 60ern sieht eigentlich auch immer aus wie die 60er. Hinzu kommen ein paar weniger gelungene Effekte und die Zähigkeit die vielen Filmen dieser Epoche anhaftet.
Nichtsdestotrotz ist die Ausgangsbasis recht intressant. Nächstes Jahr soll ein Remake erscheinen und zumindenst der Name Frank Darabont lässt auf eine gelungene Neuintepretation hoffen.

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SamRamJam

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Oskar Werner rettet den Film tatsächlich vor der totalen Mittelmäßigkeit. Und da er sich selbst synchronisiert hat passt der österreichische Akzent auch... ich finde der Akzent hat Charme.


alanger

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oskar werner ist einer der wirklich ganz ganz großen. schade das er schon so lange weg ist.


Georg Z.

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Bewertung1.0Ärgerlich

Eine Feuerwehr, die früher einmal das Feuer löschte, anstatt es zu verursachen, um sinnlose und schadhafte Bücher zu verbrennen? Quatsch. Alles Quatsch. Vermutlich auch nur eine Einbildung der Menschen, deren Körper und Geiste sich nur langsam von diesen grauenhaften Machwerken erholen können. Romane, Dokumentationen, Biografien und Autobiografien, Komödien, Tragödien, Epik, Lyrik, Dramatik – alles ausgegorener Mist, und noch dazu einer, der das wichtigste einer Gesellschaft zu vernichten droht: Das Glücksgefühl. Das Glücksgefühl, das die Menschen fröhlich in den Tag hinein leben lässt. Aber eben auch das Glücksgefühl, das dem Menschen eine manipulierte, sprich euphemistische Sicht auf den Alltag aufzwängt. Ein doppelbödiges Spiel also, welches der Staat mit seinen Bürgern treibt. Einerseits zeigt er ihnen, wie ein Leben mit einem strahlenden Gesicht aussehen kann und auch soll, andererseits erfährt der Bürger dadurch auch eine krasse Freiheitsberaubung. Diese nun durch die Aussage, Freiheit stehe hinter Sicherheit und Wohlgefühl, zu rechtfertigen, erscheint also fragwürdig. Doch zuerst interessiert dieser Gedanke den ambitionierten Feuerwehrmann Montag wenig. Schließlich ist er ein linientreuer Mensch, der sicher und loyal seinen Dienst verrichtet und kurz vor der lange erhofften Bevölkerung steht. Eine glückliche Welt also? Mitnichten.

Denn es kommt, wie es kommen muss, im dystopischen Genre, sei es Literatur oder Film: Der ehrliche und an das System glaubende Arbeiter erfährt ein Gefühl, welches für ihn so außergewöhnlich, so schwer zu erfassen ist, dass er ihm nachgeht – und dabei seine eigentliche Gesinnung erkennt, eine Gesinnung, unter Morast der Volksverfälschung vergraben. Und, wodurch er es erfährt, erkennt, dieses Gefühl, diesen Ausdruck, ist auch klar festgelegt, sieht man ebenso oft in dystopischen Werken: durch eine Frau, eine Geliebte, die sich nicht unterkriegen lässt, die immer noch an ihre Freiheit glaubt. Montag also wird, wie sagt man es so schön, vom Jäger zum Gejagten, vom Bücherfeind zu Bücherliebhaber. Seine konformistische Ehefrau Linda, die sich Tag für Tag von einem manipulativen Fernsehprogramm, schlicht und einfach "Die Familie" genannt, zudröhnen lässt und dem Zuschauer teilweise wie ein abhängiger Junkie vorkommt, lässt Montag außer Acht, seine Biedermeierumwelt, all das, was er jetzt hasst, jetzt, da er mit klaren Augen sieht. Doch die Gefühlsfreiheit ist noch lange nicht verbunden mit der vollkommenen Freiheit des Individuums. Denn der Captain der Feuerwehr erkennt, was in Montag schlummert und bald ausbrechen wird, und er will es unterdrücken, sogar ausschalten, wenn es denn unbedingt notwendig ist.

Und schließlich, zum Finale, finden die beiden Fäden ein Ende: Montag, kündigt bei seiner Arbeitsstelle, nimmt aber nichtsahnend einen letzten Auftrag an, der ihn ausgerechnet zu seinem eigenen Haus führt. Nach dem anfänglichen Verharren hinter der steifen Meinung, Bücher seien sinn- und nutzloser Schund, der unglücklich machen würde, zeigt sich, dass doch noch Hoffnung zu erkennen ist. Der unterdrückte Arbeiter, von allen Seiten von Überwachung und Kontrolle umgeben, ist trotzdem noch im Stande, so etwas wie individuelles Denken hervorzurufen. Obschon er ständig beobachtet und verfolgt wird, obschon er sieht, welches Unheil den Leuten, die sich nicht anpassen wollen, widerfährt, hat er doch seine eigene Freiheit – seine eigene Freiheit, die ihm niemand wegnehmen kann. Schließlich ist ein Gedanke machtvoller und auch gefährlicher als jede richterliche Verordnung, als jeder politische Beschluss. Selbst ein solch drastischer Einschnitt in die Kultur des Menschen kann nicht verhindern, dass der Mensch seinen eigenen Willen und Glauben entwickelt. Und so gelingt es auch Montag, von der Revolutionsgruppe der sogenannten Buchmenschen zu erfahren, die sich in die Wälder zurückgezogen haben, um dort jeweils ihr Lieblingsbuch auswendig zu lernen, um es für die Nachwelt zu erhalten.

Genug Stoff also, um daraus ein sehenswertes Filmerlebnis zu machen – noch dazu unter der Regie vom großen Francois Truffaut, einem der Altmeister der französischen Kinokunst. Dystopische Welterzählung trifft auf einen kongenialen Filmrevolutionär. Was kann da noch schief gehen, mag man sich fragen – und sich die Antwort gleich darauf selbst in den Mund legen: viel. Truffaut nämlich inszeniert seinen "Fahrenheit 451" erstens als absurdes Theater allererster Güte: Das lächerliche Auto der Feuerwehr, die blödsinnigen Wohnungen, die wohl so etwas wie ein "Zukunftsgefühl" vermitteln sollen. Was an und für sich nicht schlecht ist. Abgesehen von der Tatsache, dass wir uns in einem dystopischen Film befinden. Und der ist – aufmerksame Leser haben es schon längst bemerkt – nun einmal dystopisch – und keine abgefahrene Fremdschämkomödie. Zweitens wäre dann unter diesem Punkt noch anzumerken, dass das gesamte Umfeld Montags eher einem spaßigen Kindergarten für Pessimisten gleicht, als einer grausam unterdrückenden Diktatur. Drittens die schlechte Musik, die wahrscheinlich Angst und Furcht hervorrufen soll – dies aber nicht, um mitzufühlen mit den Charakteren, sondern eher, um die Disc aus dem Player zu nehmen. Viertens die seltsamen Schauspieler, die vielleicht auch nicht wussten, was da mit ihnen veranstaltet wurde: Hier Trauer, da Freude, und in der Mitte ein wenig Bücherverbrennungsstory für die Prätention.

Unentschlossen, nicht wirklich gewollt wirkt das alles, und genau deshalb auch lächerlich. Die Wandlung Montags ist eine arg verkrüppelte moralische Bemühung vom Bösen zum Guten, um dem Zuschauer so etwas wie eine Identifikationsfigur ihn die Hand zu reichen. Nur, dass dieser Versuch leider scheitert. Einmal abgesehen vom fürchterliche Ende und der unglaublichen miesen Szene in der ehemaligen Schule von Clarisse – die Schüler flüchten in Knickerbocker vor ihr, Montag steht drollig in der Ecke und Clarisse fängt an zu weinen – wäre das eigentlich schon so ziemlich alles, was "Fahrenheit 451" falsch macht. Und was tut man danach? Man sucht die guten Stellen. Und diese sind bei Truffauts erstem englischsprachigen Werk äußerst rar gesät, kurz, man findet sie eigentlich nicht. Von filmischer Seite gesehen ist da nämlich nichts, aber auch gar nichts zu holen. Höchstens die philosophische Komponente gefällt, was aber auch wieder dem Roman anzurechnen ist. Die Umsetzung des Gedankens scheitert an zu vielen Dingen. Eine bedrückende Atmosphäre hervorzurufen, einen Spannungsbogen aufzubauen, den Zuschauer richtig mitfiebern zu lassen – all das gelingt "Fahrenheit 451" aus den oben genannten und mehrfach ausführlich angesprochenen Kritikpunkten leider nicht.

Man kann also schwer enttäuscht sein von Truffaut. "Fahrenheit 451" hätte der spannendste Film seiner Karriere werden können, stellt sich aber jetzt, Jahre nach seiner Blütezeit als Regisseur, als sein eindeutig schwächster Film heraus. Die Dystopie selbst versteckt sich hinter dem Baum der Lächerlichkeit – ein schlimmes Bild.

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Ronon_Dex

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Bewertung6.5Ganz gut

Fand das Buch besser...aber der tolle deutsche Akzent des Hauptdarstellers hatte schon was.

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Scipio

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film den man nicht vergisst!

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Fahrenheit 451 ist nicht der beste Film Truffauts und auch sehr ungewöhnlich für ihn. Er ist auch nicht der beste Science-Fiction-Film; aber er ist ergreifend und schön gespielt und vermittelt zudem einen angenehmen Retrolook. Man sollte den Film definitiv einmal gesehen haben.

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Filmkenner77

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Bewertung6.5Ganz gut

Gut gespielter Klassiker, der mich aber nicht über die ganze Zeit hinweg gefesselt hat.

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manitu17

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Bewertung6.5Ganz gut

Fahrenheit 451 ist nicht schlecht, aber doch durchaus sehr... gewöhnungsbedürftig...
nicht jedem zu empfehlen;-)

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PaJeRo

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Bewertung3.0Schwach

Ohne jetzt die "Effekte" zu bemängeln macht der Film trotzdem alles falsch, was Ray Bradburys Buchvorlage ausgezeichnet hat.

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zero_tonin

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Bewertung7.0Sehenswert

Truffaut liefert mit "Fahrenheit 451" eine gelungene Interpretation der kongenialen Romanvorlage aus der Feder von Ray Bradbury. Die sehr eigenwillige Ausstattung und die überholten Spezialeffekte mögen heute ein wenig albern erscheinen, der Film überzeugt jedoch durch seine starke Geschichte und die guten Darsteller (Grandios: Oskar Werner als Guy Montag und Julie Christie in einer Doppelrolle).
Truffaut legt besonderen Wert auf die Beziehungen der Figuren untereinander: Die zwei Frauen, zwischen denen Montag steht, könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite Clarisse, sensibel und einfühlsam, auf der anderen Seite die völlig lethargische Linda. Truffaut ließ nicht umsonst beide Rollen von Christie darstellen: Die zwei Frauen stehen symbolisch für Montags inneren Konflikt, seine Zerissenheit, die im Verlauf der Handlung immer deutlicher wird. Als Clarisse in sein Leben tritt, beginnt er zu zweifeln. Als er anfängt zu lesen, ahnt er, dass es etwas jenseits der Welt der leeren Bilder und der seelenlosen Gesichter gibt. Linda steht für diese Welt, die er zunächst in Frage stellt, und schließlich verabscheut.
In Erinnerung bleibt auch der gesprochene Vorspann, der das Thema des Films, eine Welt ohne das geschriebene Wort, vorwegnimmt. Insgesamt ein starker, empfehlenswerter Film, aufgrund der angesetzten Patina aber sicher nicht jedermanns Sache.

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BAD ONI0N

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Bewertung4.5Uninteressant

Ray Bradburys "Fahrenheit 451" in einer alternativen Light-Version! Langatmig und langweilig. Mal sehen ob die Neuverfilmung da mehr zu bieten hat?!

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