Uhrwerk Orange
A Clockwork Orange, GB 1971
- Genre
- Sozialdrama, Politische Satire, Politdrama
- Inhalt
Stanley Kubricks dunkle Gesellschaftskritik als Special Edition mit vielen neuen Extras: Kubrick machte aus Anthony Burgess' berühmten Roman ein brutales und satirisches Moralstück, in dessen Mittelpunkt Alex steht, der kämpft, raubt, schändet und… — Mehr
Stanley Kubricks dunkle Gesellschaftskritik als Special Edition mit vielen neuen Extras: Kubrick machte aus Anthony Burgess' berühmten Roman ein brutales und satirisches Moralstück, in dessen Mittelpunkt Alex steht, der kämpft, raubt, schändet und mordet wie ein gewissenloses Raubtier. Man verhaftet Alex und sperrt ihn ein. Er wird einem grausamen Verfahren unterzogen, das ihn wieder "gesellschaftsfähig" machen soll; funktionierend wie ein "Uhrwerk Orange", äußerlich gesund und intakt, im Inneren jedoch verkrüppelt und begrenzt auf Reflexe, die er selbst nicht mehr kontrollieren kann. Was aber kann die Gesellschaft noch für Alex tun - oder ihm antun - nachdem seine "Kur" ihn verteidigungsunfähig der Rache seiner Opfer überläßt.
- Cast
- Michael Bates, Patrick Magee, Malcolm McDowell, Warren Clarke, Adrienne Corri, Carl Duering, James Marcus — Mehr
- Regisseure
- Stanley Kubrick
- Autor
- Stanley Kubrick
- Laufzeit
- 137 Minuten
- Zeit
- 20. Jahrhundert
- Ort
- England, Fantasiewelt, Gefängnis, London
- Handlung
- Abhängigkeit, Adoleszenz, Bande, Beethoven, Bewährungshelfer, Brutalität, Eltern-Kinder-Beziehung, Entlassung aus dem Gefängnis, Erwachsenwerden, Experiment, Folter, Folter durch Polizei, Gefängnis, Gefängniszelle, Gehirn, Gehirnwäsche, Gesellschaft, Gewalt, Gewalt gegen Frauen, Gewaltausbruch, Gewalttätigkeit der Polizei, Gut und Böse, Hilflosigkeit, Individuum, Jugendgang, Jugendkriminalität, Jugendlicher, Krankenhaus, Kriminalität, Kunstsprache, Menschliches Zusammenleben, Milch, Misshandlung, Musik, Obdachloser, Operation, Rache, Raubüberfall, Regierung, Resozialisierung, Sadist, Schlägerei, Schmerz, Schriftsteller, Selbstmordversuch, Selbstverteidigung, Sexualität, Sexualverbrechen, Sozialarbeiter, Sprung aus dem Fenster, Straßenbande, Therapie, Tritt ins Gesicht, Vergewaltigung, Wahlkampf, Wald, Wohnungseinbruch, Zufall
- Stimmung
- Eigenwillig, Hart, Verstörend
Über diesen Film
Der Titel A Clockwork Orange bezieht sich auf verschiedene Dinge:
- Das Uhrwerk als etwas Lebloses und mechanisch Funktionierendes
- “Orang” wie in Orang-Utan stammt aus dem Malaiischen und bedeutet
Der Titel A Clockwork Orange bezieht sich auf verschiedene Dinge:
- Das Uhrwerk als etwas Lebloses und mechanisch Funktionierendes
- “Orang” wie in Orang-Utan stammt aus dem Malaiischen und bedeutet “Mensch”* “As queer as a clockwork orange”: Ausdruck im Londoner Dialekt, mit dem man etwas beschreibt, was auf der Oberfläche normal erscheint, aber sehr bizarr ist.
Handlung
Alex (Malcolm McDowell) ist der musikliebende Anführer der “Droogs”, einer Gang, die sich brutale Vergnügungen leisten. In der “Korova Milk Bar” genehmigt er sich “Milch-Plus”, ein synthetisches Aufheiz-Getränk, um Lust auf Gewalt zu bekommen. Von seinen Eltern – die er nur noch P und M nennt – entfremdet, verständigt er sich mit seinen Kumpanen Georgie (James Marcus), Dim (Warren Clarke) und Pete (Michael Tarn) auf “Nadsat” – einer Kunstsprache aus Russisch und Englisch. Neben gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Gang um Billy Boy (Richard Connaught) liefert er sich permanent grundlose Schlägereien, Überfälle, Vergewaltigungen – und schließlich einen Mord. Alex schlägt einen Mann so sehr zusammen, dass dieser später im Rollstuhl sitzt. Seine Frau wird vor seinen Augen vergewaltigt. Später dringen sie in das Haus einer Frau ein, welche von Alex mit einer überdimensionalen Phallusfigur erschlagen wird. Als es innerhalb der Gang kriselt, kann Alex noch für einen kurzen Moment seine verlorene Autorität wiederherstellen, wird aber schließlich von seiner Gang verraten.
Im Gefängnis wechselt die Perspektive und Alex wird zum Opfer. Um einen Strafnachlass zu erlangen, stellt er sich freiwillig für ein Resozialisierungsprogramm des Innenministeriums zur Verfügung, bei dem die sogenannte “Ludovico Treatment Technique” zum Einsatz kommt: Mittels Konditionierung soll er zukünftig Gewalt und Sexualität immer mit Übelkeit assoziieren. Dazu muss er ein Übelkeit verursachendes Serum einnehmen und sich ständig gewaltverherrlichenden Bildern ausliefern. Die Kombination von beidem soll ihm in Zukunft die Ausübung von Gewalt unmöglich machen. Da bei dieser Gehirnwäsche Beethovens Neunte Symphonie im Hintergrund läuft, assoziiert Alex diese Art von Musik nun immer mit Gewalt.
Mit seiner gebrochenen Persönlichkeit wird Alex daraufhin als resozialisiert entlassen. Seine Eltern (Philip Stone und Sheila Raynor) wenden sich von ihm ab. Hilflos ist er nun den Racheakten seiner früheren Opfer ausgeliefert. Auch seine Kumpanen, die nun ihren Sadismus als Polizisten ausleben, quälen ihn täglich.
Als ihn eines seiner früheren Opfer dazu bringt, aus dem Fenster zu springen, erleidet Alex einen Gehirnschaden, durch den er fortan wieder Beethoven hören kann. Der Film endet mit einem grinsenden Alex.
Weiterführende Informationen
- Zur Darstellung von Sexualität und Gewalt
- Die Rezeption des Films: Gesellschaftskritik im Mittelpunkt
- Zur christlichen Symbolik und der Rolle der Farben
- Unterschiede zwischen Buch und Film
- Kleines Nadsat-Lexikon
- Soundtrack
- Auszeichnungen
Weitere Informationen im Internet
- Skript des Films auf screentalk.biz (engl.)
- Trailer zum Film
- Rezension des Films von Ulrich Behrens auf filmzentrale.com
- Zusammenstellung einiger Reviews auf geocities.com (engl.)
- Interview mit Stanley Kubrick zum Film (engl.)
- Essay The Aestheticization of Violence in A Clockwork Orange (mit kurzem Video und einer Sequenzanalyse) (engl.)
Weiterführende Literatur
- Seeßlen, Georg ; Jung, Fernand: Stanley Kubrick und seine Filme.Marburg : Schüren, arte-edition. 1999.
- Falsetto, Mario: Stanley Kubrick : a narrative and stylistic analysis. Westport: Praeger. 2001.
- Bodde, Gerrit: Die Musik in den Filmen von Stanley Kubrick. Osnabrück, Univiversitätsdissertation. 2001.
- Thomas Nöske: Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science Fiction.Münster: Unrast. 1997.
- Kirchmann, Kay: Stanley Kubrick : das Schweigen der Bilder.Bochum : Schnitt. 2001.
- Thissen, Rolf: Stanley Kubrick : der Regisseur als Architekt.München : Heyne. 1999.
- García Mainar, Luis M.: Narrative and stylistic patterns in the films of Stanley Kubrick. Rochester, NY: Camden House. 1999.
- Jenkins, Greg: Stanley Kubrick and the art of adaptation : three novels, three films. Jefferson, NC: McFarland. 1997.
Quellen
- Michael Töteberg (Hrsg.): Metzler Film Lexikon, Metzler Verlag, 1995.
- Uhrwerk Orange in der Wikipedia (dt.)
- A Clockwork Orange in der Wikipedia (engl.)
- Uhrwerk Orange auf der Filmzentrale
- Janet Staiger: The Cultural Productions of A Clockwork Orange (engl.)
- A Clockwork Orange auf filmsite.org (engl.)
- Interpretation des Films auf kinokai.de
- Gedanken zu Uhrwerk Orange auf filmspiegel.de
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ausgezeichnet 8.2
Der Film Uhrwerk Orange wurde von 46 Kritikern bewertet.
Kommentare — Sehenswert 7.9
Der Film Uhrwerk Orange wurde von 5071 Mitgliedern bewertet.
count)(down 2010/02/02 23:02:02
Die Details und Dekadenz einer möglichen Dystopie, die so simple und doch geniale Verwendung der klassischen Musik, die Kameraführung. Großes Kino!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
cpt. chaos 2010/01/27 17:41:10
Geniale Story - für die damalige Zeit sicherlich bahnbrechend umgesetzt, daher auch ein Film, der sicherlich zu Recht Kult-Status genießt.
Dennoch hat mich der Film nicht infizieren können, da er mich offenbar um einige Jahre zu spät erreicht hat.
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darkrain 2010/01/16 19:34:06
Top Film! Wenn man sich mal überlegt das man wirklich solche Experimente ausprobiert hat um Menschen von Verbrechen abzuhalten tja....
Jedenfalls eine ganze Subkultur kann nicht Irren dieser Film ist Weltklasse, ist übrigens auch der Hintergrund des einzigen Songs den ich von den Toten Hosen gut finde;-)
Naja aber das nur am Rande, der Film äußert seine Gesellschaftskritik auf verschiedene Art und Weise und teilt in div. Richtungen aus, daher ein Daumen Hoch für diesen Film!
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2009/11/13 15:00:00
So ähnlich sind die Filmtitel und doch trennen die Filme und die Regisseure Welten. Macht nichts, sagen wir und stellen Roland Emmerich und Stanley Kubrick in den Ring. Wie geht der Fight der Woche aus?
Der Film Uhrwerk Orange gehört zum Genre Sozialdrama, Politische Satire. Regie führte Stanley Kubrick.
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Ein zwiespältiges Experiment: Als gesellschaftliche Utopie über Entfremdung, Faschismus und Medienverfall lesbar, ergötzt sich der Film an seiner verzerrten Ästhetik und unterzieht den Zuschauer jener Manipulation, die auch dem jungen Alex in der Handlung widerfährt. Ein zum Klassiker verklärtes, menschenfeindliches Faszinosum.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 14 Antworten
Julio Sacchi 2009/08/05 14:45:29
Jetzt vergreifst Du Dich auch schon an unbestrittenen Großtaten der Filmgeschichte...? Quo Vadis, Vinnie?
HauntedSaint 2009/09/26 17:16:53
4.5??
Das solltest du aber ein bisschen genauer begründen
Greenz 2009/10/01 15:37:02
4.5 punkte für clockwork orange,und titanic fast die höchstpunktzahl da kann doch was mit deinen bewertungen nicht stimmen
brenton 2009/10/10 20:42:03
"Ein zum Klassiker verklärtes menschenfeindliches Faszinosum", das ist schon arger Schmarrn, nichts an diesem Film ist menschenfeindlich, genausowenig wie Shakespeare oder griechische Tragödien, wenn du was Menschenfeindliches sehen willst, schalt halt mal den Fernseher an.
Und den Begriff "verzerrte Ästhetik" müsstest du dann auch noch erklären, oder zumindest als Gegenbeispiel eine "unverzerrte" oder "gesunde" Ästhetik anführen.
Und 3. muss es Dystopie heißen und nicht Utopie. Aber es reicht eben nicht, keinen klaren Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, ihn zu formulieren, gell?
justjust 2009/10/22 20:45:52
meinungssache...Mr Vincent Vega hat meiner meinung nach recht... menschenfeindlich würde ich in auch bezeichnen ... einige menschen mögen halt titanic und andere nicht... warum meint ihr, dass jemand gleich an geschmacksverirrung leidet, nur weil er nicht so denkt wie ihr? jeder hat das recht auf eine meinung...
(und menschenfeindlich z.b. wegen den als nichts dargestellten vergewaltigungen...)
Kill_Diether 2009/11/18 22:53:23
Der Film ist ein gutes Beispiel dafür, dass es
in der Kunst, wie z.B. auch in der Musik,
in erster Linie nicht, sogar manchmal gar nicht,
um Geschmack geht.
Hier wird gefragt, wo kommt er her unser Geschmack und wenn's mir nicht schmeckt?
strangelet 2010/01/29 13:41:44
Kommentare wie diese sind der Grund, warum ich die "Kritiker" hier nicht ernst nehmen kann. Die Ärmsten müssen halt immer möglichst originell sein...
Kill_Diether 2010/02/01 11:43:50
Glaubst du denn, dass alles Geschmacksache ist?
Beispielsweise ist Schlagermusik und klassische Musik
reine Geschmacksache?
strangelet 2010/02/01 12:04:36
Geschmack entsteht durch Erwartungshaltungen. Erwartungshaltungen entstehen durch frühere Rezeptionserfahrungen. Was innerhalb des bekannten Rahmens bleibt, erscheint vielleicht gefällig, aber anspruchslos bis trivial. Was weit jenseits der Erwartungshaltung liegt, wird als hässlich, sinnlos oder sogar empörend empfunden. Ein großes Kunstwerk wird man immer dann zu erkennen glauben, wenn die eigenen Erwartungshaltungen durchbrochen werden, aber nur ein bisschen.
Insofern: Ja, alles Geschmackssache.
Übrigens meinte ich natürlich gar nicht Deinen Kommentar, sondern "Vincent Vegas" ursprüngliche Kritik :)
Kill_Diether 2010/02/01 12:27:58
ahh, das is' noch'n bug in den Benachrichtigungen der Threads hier
(mal wech machen ;-)
Trotzdem liegst du was Geschmacks-Beurteilung angeht falsch.
Es gibt einfach 'ne Menge Dinge, die sich nicht nur subjektiv einordnen
lassen. Daher auch die Einsicht (war's Einstein?):
"Ich weiß, dass ich nichts weiß!"
(Woher weiß ich das? Wie kann ich das einschätzen?)
Weniger philosophisch gesagt, mal ein eigenes Beispiel:
Früher konnte ich mit Goehte nichts anfangen.
Später laß ich mit einem Goehte-Experten zusammen den Faust.
Danach habe ich die Faszination an der Person Goehte verstanden,
aber noch lange nicht sein Gesamt-Werk erfasst, d.h. ein kleiner
Ausschnitt hat meine Ansicht komplett auf den Kopf gestellt.
Kill_Diether 2010/02/01 12:32:50
p.s. deine Abneigung bez. solcher "Kritiken" kann ich gut
nachvollziehen. Holzig, gelle :)
stieleke 2010/02/08 18:56:01
Es war Sokrates :-)
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Kill_Diether 2010/02/09 01:06:10
Ahh stimmt. Hat sich aber Einstein nicht auch darauf berufen,
was er mit seinem Zunge raus strecken sagen will?
stieleke 2010/02/09 12:20:49
Keine Ahnung. Kann aber gut sein.