Fahrstuhl zum Schafott
Ascenseur pour l'échafaud (1958), FR Laufzeit 88 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 24.08.1989
17 Bewertungen
Skala 0 bis 10
546 Bewertungen
15 Kommentare
Keine
von Louis Malle, mit Jeanne Moreau und Maurice Ronet
Der perfekte Mord: Julien (Maurice Ronet) erschießt den Ehemann seiner Geliebten Florence (Jeanne Moreau) in dessen Büro und lässt die Tat wie einen Selbstmord aussehen. Julien geht zu seinem Auto, alles ist optimal gelaufen. Doch er hat etwas liegen gelassen, was ihn verraten könnte. Er muss noch einmal zurück, betritt den Fahrstuhl – und kurz darauf stellt der Concièrge den Strom ab. Julien sitzt über Nacht gefangen im Fahrstuhl. Währendessen nehmen die Dinge einen verhängnisvollen Lauf: Florence wartet auf Julien. Der ungestüme Louis (Georges Poujouly) und seine Freundin Veronique (Yori Bertin) “leihen” sich Juliens Wagen für eine Spritztour aus. Florence sieht das Auto an sich vorbeifahren und denkt, Julien sitze am Steuer, mit einer fremden Frau neben sich. Auf der Suche nach Julien streift Florence verzweifelt durch das nächtliche Paris und wird als vermeintliche Prostituierte festgenommen.
(Quelle: OMDB)
Cast & Crew
- Genre
- Kriminalfilm, Romanze, Drama, Thriller, Film Noir
- Zeit
- 1950er Jahre
- Ort
- Frankreich, Paris
- Handlung
- Alibi, Autodiebstahl, Autorennen, Beweisfoto, Blumenladen, Dunkelkammer, Ehebruch, Fahrstuhl, Fahrstuhlschacht, Fotografie, Fotolabor, Fremdgehen, Gefangen im Fahrstuhl, Geplanter Mord, Heimliche Liebe, Kamera, Klassiker, Kriegsveteran, Mercedes Benz, Mikrofilm, Mord, Mordverdacht, Motel, Polizei, Roman, Rüstungsindustrie, Schlaftablette, Seil, Seitensprung, Selbstmordversuch, Soldat, Stromausfall, Suizid, Telefon, Unternehmer, Verdacht, Verhör, Vorgetäuschter Selbstmord, Waffenhandel
- Stimmung
- Aufregend, Berührend, Spannend
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- Fahrstuhl zum Schafott: critic.de
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Kritiken (1) — Film: Fahrstuhl zum Schafott
Almut Steinlein: critic.de
Kommentar löschenIn der Konstruktion des Drehbuchs ist Fahrstuhl zum Schafott stark von den Filmen Hitchcocks inspiriert, in der visuellen Ästhetik jedoch, insbesondere während der langsam und minutiös inszenierten Sequenzen im Fahrstuhlgefängnis, bezieht sich der Film in offensichtlichen Zitaten auf Bressons "Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen". [...] Nicht zuletzt wegen Jeanne Moreau beeindruckt insbesondere die Figur von Florence, obwohl ihre dramaturgische Funktion im Film praktisch gleich Null ist. Mit einer emblematischen Nahaufnahme von Florence, die ihrem Liebhaber zärtliche Worte ins Telefon flüstert, eröffnet Malle gegen jegliche Konvention seinen Film und taucht sein Publikum ohne Umschweife in die Intimität einer Frau, deren Körper und Gefühle durch die aufdringliche Präsenz der Kamera entblößt wird.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (14) — Film: Fahrstuhl zum Schafott
Brainkiller007 Thu, 04 Apr 2013 11:03:53 -0000
Kommentar löschenSo können sich die Dinge entwickeln wenn man mal ein Seil vergisst.
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ElMagico Thu, 24 Jan 2013 09:11:43 -0000
Kommentar löschenEin Film, bei dem es lange scheint, als wolle er nur ein kulturelles Statement sein, als genüge er sich in seiner Ausdruckskraft und dem übertragen amerikanischer Vorbilder auf den französischen Backround. Umso überraschender ist es, wie sehr "Ascenseur pour l’échafaud" es doch vermag in der zweiten Hälfte die Spannungsschraube anzuziehen. Eine Geschichte, die anfangs fast schon elegisch aufgebaut wurde, wird plötzlich zur rasanten Achterbahnfahrt. Ein Dominostein fällt und in Windeseile fallen auch alle anderen und zumindest ich für meinen Teil, war mir nicht sicher welcher Stein am Ende übrig bleiben wird.
"Ascenseur pour l’échafaud" strahlt von Beginn an ein sehr ungestüme, jugendliche Lust aus. Lust auf Veränderung, Lust auf Anklage und sicherlich auch Lust darauf, es den großen Vorbildern gleichzutun. Dies wirkt hervorragend in den Momenten in denen der Film ein politische Vergangenheit und Gegenwart zart mit einbezieht und es funktioniert in der groben Orientierung am Film Noir, was Optik und Inhalt betrifft. Man muß "Ascenseur pour l’échafaud" jedoch auch hier und da ein paar kurze, eher maue Momente zugestehen, in denen man die Unerfahrenheit von Louis Malle förmlich spürt. Momente in denen sich die Figuren auf unnatürliche Weise der Geschichte anpassen müssen und dadurch für einen Augenblick ihren ganz eigenen Charakter zu verlieren scheinen. Insgesamt tut dies der Qualität aber keinen Abbruch, da es die Erzählstruktur ist mit der "Ascenseur pour l’échafaud" punktet. Die Figuren, so wichtig sie auch sind, scheinen doch immer mehr Symbole zu sein, als das sie Menschen wie du und ich sind.
Leere und Einsamkeit sind die Antriebsfedern für Verbrechen, die nüchtern betrachtet sinnlos erscheinen. Diese 2 Pärchen scheinen nur zu bestehen, weil der Einzelne nicht für sich sein kann. Das Bild der Liebe und Zuneigung als Fluchtort, als Insel umgeben von all der Langeweile und Sinnlosigkeit. Man mag für Momente daran glauben, dass der Mord am Ehemann vielleicht gar nicht aus Liebe geschieht, sondern einfach nur damit etwas passiert, das Leben einen seltsamen Höhepunkt erfährt. Das junge Paar hingegen sieht nicht hinter diese Fassaden, strebt danach und siehr die Erfüllung des Lebens in Besitz und gesellschaftlicher Anerkennung. Nahe stehen sie sich dadurch nicht wirklich, sie sind gegenseitig Erfüllungsgehilfen in diesem Plan ein erfolgreiches Leben zu haben. Sie schnuppern daran...mit verheerenden Folgen.
Man mag "Ascenseur pour l’échafaud" schleppend nennen, wie er sich auf diesen einen Punkt hinbewegt, an dem alles aufgezeigt ist, es relativ klar ist wer diese Menschen sind und wie es soweit kommen konnte. Als das Beil dann fällt, werden sie alle noch einmal aufgescheucht, ein großes Katz und Maus Spiel beginnt, auf das auch ein Hitchcock sicherlich neidisch geblickt hat. Stakkatoartig ändern sich die Situationen und jeder versucht irgendwie zu retten, was zu retten ist. Das ist aufregend und hochgradig spannend und lässt einen fast etwas perplex zurück, da der Weg dahin so fahrig erschien und man lange nicht wusste, welches Ende man erwarten sollte.
"Ascenseur pour l’échafaud" besticht nicht durchgängig, ragt aber durch seine Machart und Struktur weit über dem Durchschnitt hinaus. Er gewinnt eine völlig eigene Note, indem er schon bekanntes innerhalb seiner Grenzen neu arrangiert und interpretiert. Und so sehr hier und da kleine Szenen darunter auch leiden, so ergibt dies doch auch völlig herausragende Szenen, wie etwa das Verhör von Julien. Ein Bild das für mich wohl kognitiv nun immer den Film Noir darstellen wird, auch wenn "Ascenseur pour l’échafaud" nur ein Epigone davon ist.
Überrascht war ich, dass Miles Davis doch recht wenig zu hören ist. Für mich schade, für andere aber wahrscheinlich ein Segen.
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Flunsi Mon, 19 Nov 2012 22:22:00 -0000
Kommentar löschendie hintergrundmusik ist nervtötend (insbesondere die beim verhör), die erzählart fad und die geschichte steuert ohne umweg auf die langweiligste aller auflösungsmöglichkeiten zu. schade, hätte man mehr draus machen können.
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Einar Fri, 28 Sep 2012 10:22:52 -0000
Kommentar löschenEin Film, der nicht ganz nach meinem Geschmack war. Aber einer, der mich letztendlich doch mit einem guten Gefühl zurückließ.
"Fahrstuhl zum Schafott" bietet eine tolle Ausgangslage, eine träge Erzählweise - aber auch eine Entwicklung, die immer spannender und verstrickter wird. Bis sie endlich in einem tollen Finale endet.
Was ein Detail (das vergessene Kletterutensil) auslösen kann, wird hier stilsicher aufgezeigt. Eine packende Athmosphäre und selbst der Soundtrack blieb mir (als keinen Jazz-Freund) eher positiv im Gedächtnis.
Bislang war ich kein großer Freund des französischen Kinos (manche mag ich - viele nicht), auch dieser Film stellte mich auf eine Probe. Nun gehörte er dann aber doch zu den besseren Vertretern aus unserem Nachbarland.
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fkfilmkritik Tue, 18 Sep 2012 17:25:09 -0000
Kommentar löschenFaszinierend. Ein Anruf, ein Versprechen auf ein neues Leben, ein Schuss, eine, nein zwei kleine Unachtsamkeiten und aufeinmal geht die Geschichte einen völlig anderen Weg. Ein Mann, eingesperrt im Lift. Ein Paar, was dies ausnutzen, sich dabei jedoch ins Verderben stürzen und eine, die verzweifelt und unwissend durch die Straßen läuft. Malle's Film ist schwer, da man als Zuschauer selber alles genau mitgekriegt hat, aber selber gar nicht weiß, wie die Charaktere auf all dies stoßen sollen. Aber das macht auch seine Spannung aus. Wie sich die Personen in ihrem Unwissen verhalten. Die Stimmung des Films ist irgendwie deprimierend. Vor allem wie Jeanne Moreau die erste Hälfte ziellos, begleitet von Jazz-Klängen, rumläuft und versucht ihren Mann zu finden, in dem glauben, dass sie betrogen wurde. Eindringlich dabei: Die zwischenzeitlichen Voice-Over's. Alles in allem eine in kalten Bildern gehaltene Perle, welche perfekt die dramatischen Folgen eines Missgeschickes erzählt.
bedenklich? 22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
Geralt von Riva Tue, 18 Sep 2012 19:00:24 -0000
Antwort löschenJoar. Ganz netter Film. :))
fkfilmkritik Tue, 18 Sep 2012 19:01:10 -0000
Antwort löschenHihi, ja.
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Hooded Justice Tue, 18 Sep 2012 20:08:36 -0000
Antwort löschenHe, sehen gerade Malles 'Au revoir, les enfants' im Französischunterricht. Beziehungsweise versuchen es ...
Punsha Wed, 19 Sep 2012 14:00:57 -0000
Antwort löschenEin Fast-Meisterwerk.
filmschauer Thu, 26 Jul 2012 16:16:13 -0000
Kommentar löschenDer Titel und die Anfangsminuten von "Fahrstuhl zum Schafott" könnten erwarten lassen, dass sich dieser auf die beengte Situation in eben einem solchen Lift beschränken würde. Ein Coup der Liebe wegen, bei dem scheinbar alles perfekt abläuft und nur ein kleines Detail das ganze Gerüst des Plans einstürzen lässt. Louis Malles erster Spielfilm zeigt aber schnell auf, dass dies nur die eine Seite der Medaille ist. Dumm gelaufen wäre in diesem Fall eine Untertreibung, was anschließend an unvorteilhaften Dingen für unseren Hauptcharakter Julien Tavernier geschehen würde. Zusammen mit dem unverwechselbaren Flair der frühen Nouvelle Vague bekommt man eine auch heute noch sehr ansprechende Film-noir-Variante, nur diesmal auf französische Weise, mit vielleicht weniger Dialogzeilen oder Erzählebenen als bei seinen amerikanischen Vorgängern, aber mit ähnlicher Düsterkeit und vergleichbaren fatalistischen Figurentypen. Ohne großes Tamtam beginnt hier sehr direkt und kühl der spiralförmige Albtraum für fast alle Charaktere mit einer bis auf kleine Ausnahmen stets wachsenden Anspannung, die erst mit der nötigen Auflösung endet. Tolles Genrekino, welches ich es in seiner ungewöhnlichen Stilistik schon sehr gerne genossen habe.
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Mr.Bungle Sat, 26 May 2012 21:14:18 -0000
Kommentar löschenMiles Davis hat mich hierhergebracht. :P
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SKURRIL Wed, 12 Sep 2012 23:35:46 -0000
Antwort löschenKing Crimson im Avatar?
Mr.Bungle Thu, 13 Sep 2012 10:16:01 -0000
Antwort löschenIch hoffe doch xDD
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SKURRIL Thu, 13 Sep 2012 14:06:12 -0000
Antwort löschenPink Cigarette
Mr.Bungle Thu, 13 Sep 2012 14:08:56 -0000
Antwort löschencalifornia lol
Markbln Mon, 16 Apr 2012 16:51:57 -0000
Kommentar löschenEin französisches Statement of the art. Hier kann ich Jeanne Moreau mal von Anfang bis Ende folgen und auch Miles Davis. Auch für Mercedes-Fans absolut sehenswert!
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VisitorQ Thu, 29 Dec 2011 18:36:37 -0000
Kommentar löschenMit den Filmen von Louis Malle tue ich mich immer etwas schwer. Auch bei diesem Film fand ich die Charaktere unnahbar, die Geschichte trotz des cleveren Drehbuches recht dröge erzählt und dann ist das Ganze auch noch so schrecklich emotionslos. Ja, man darf mich jetzt hassen. ;-)
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Sigmund Thu, 29 Dec 2011 22:27:25 -0000
Antwort löschenFinde, der Vorwurf "emotionslos" trifft überraschend oft die besten Filme.
maslobojew Mon, 13 Apr 2009 06:18:04 -0000
Kommentar löschenIch weiß, irgendwann werde ich ihn mir wieder anschauen. Spannend und irritierend zugleich. So etwas wie ein Prototyp von Film für dieses Genre.
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spanky Wed, 26 Mar 2008 07:34:51 -0000
Kommentar löschenWunderbar wie sich die in Selbstgespräche versunkene Moreau von einer Unschärfe in die Nächste durch das schwarzweiße Paris der 50er-Jahre hangelt und dazu Miles Trompete aus dem Off, als sei es das erste Musikvideo.
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Geistertexter Sun, 09 Dec 2007 12:03:04 -0000
Kommentar löschenMit stilbildenden Mitteln inszeniertes, frühes Meisterwerk von Louis Malle, das mit den melodramatischen Erwartungen und moralischen Haltungen des Publikums Katz und Maus spielt. Die grandiosen Hauptdarsteller wirken abgebrüht und empfindsam zugleich in ihrem absehbaren Scheitern. Miles Davis Soundtrack trägt einen erheblichen Anteil an der einzigartigen Wirkung des Films, er revolutioniert die dramaturgische Rolle der Filmmusik, lange vor Kubricks genialischen Scores á la "2001".
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dl Tue, 16 Oct 2007 00:02:18 -0000
Kommentar löschenMiles Davis' Soundtrack ist sehr treffend. Ein spannender Film.
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Volker Sat, 05 May 2007 00:11:18 -0000
Kommentar löschenDunkler Klassiker mit Musik von Miles Davis, stilbildend.
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