Fish Tank

Fish Tank (2009), NL/GB/US
Laufzeit 123 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 23.09.2010

7.9 Kritiker
25 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2 Community
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von Andrea Arnold, mit Katie Jarvis und Michael Fassbender

Mias (Katie Jarvis) Leben gleicht einem Fish Tank: Sie ist in der Pubertät und der Tristesse ihres Wohnorts gefangen und gleichzeitig allen Blicken ausgesetzt. Überall eckt sie an, was darin eskaliert, dass sie von der Schule fliegt. Wie viele Heranwachsende hat sie das Gefühl, dass sie keiner versteht, noch verstehen will. Lediglich der neue Freund ihrer Mutter, Connor (Michael Fassbender), gibt sich die Mühe, ihren Bedürfnissen zuzuhören. Außerdem nimmt er ihre Tanzleidenschaft ernst, ihre einzige Möglichkeit, ihrem Leben für kurze Zeit zu entfliehen. Dennoch muss Mia die ein oder andere Enttäuschung hinnehmen, wenn sie ihrem Fish Tank entfliehen möchte.
Die Jungdarstellerin Katie Jarvis überzeugt durchweg als unverstandene Jugendliche in Fish Tank, dem Gewinner des Jury-Preises von Cannes 2010 in einem Film der Britin Andrea Arnold. Katie Jarvis wurde frisch von der Straße weggecastet, und ihre mitreißende Darstellung wurde schon mehrfach prämiert: So hat die Hauptdarstellerin von Fish Tank bei mehreren Festivals (z.B. beim Edinburgh International Film Festival) den Preis für die beste Newcomerin gewonnen. (EM)

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Cast & Crew


Kritiken (11) — Film: Fish Tank

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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7.5Sehenswert

Am Ende will Arnold mit ihrem Film erzählerisch dann vielleicht doch eine Spur zu weit hinaus. Sie spinnt sich eine zu überzogene Aktion aus, die wie aus einer Arbeit der Dardenne-Brüder wirkt, und riskiert dabei, die flirrenden Momente davor, die mehr offen ließen, vergessen zu machen.

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Andreas Borcholte: Der Spiegel Andreas Borcholte: Der Spiegel

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9.0Herausragend

Man kennt diesen körnigen, sehr harschen und slangreichen britischen Sozialkino-Sound vor allem von etablierten Größen wie Mike Leigh und Ken Loach.

Doch wo der "Social Realism" der Altmeister oft zu sehr in Richtung Sozialromantik driftet, fügt Andrea Arnold, die mit ihrem Kurzfilm "Wasp" 2005 einen Oscar gewann, dem Genre eine neue, aggressivere Nuance hinzu. Sowohl mit "Red Road" als auch mit "Fish Tank" gewann die 49-jährige Regisseurin den Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes.

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Cosima Lutz: Die Welt Cosima Lutz: Die Welt

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9.0Herausragend

Katie Jarvis rockt diesen 2009 in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichneten Film von der ersten bis zur letzten Sekunde, denn ihre Mia ist weniger ein Problemfall als pure Präsenz. Im Grunde ist „Fish Tank“ auch ein Musikfilm, ein kleines Meisterwerk über den Takt, die Schläge und Pausen des Zusammenlebens, die eben nicht nur der Unterschicht Tilburys bekannt sein dürften.

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Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel

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8.5Ausgezeichnet

„Fish Tank“ muss kein Drama behaupten, er ist das Drama selbst der Selbstbehauptung einer Heranwachsenden zwischen familiärer Verwahrlosung, herzzerreißend vagabundierender Anlehnungssucht und der Hoffnung, dass irgendwas Schönes noch nachkommt mitten in diesem allumfassenden seelischen Prekariat. [... Andrea Arnold] ist der Beweis, dass das wunderbar präzise soziale Wirklichkeitskino des Ken Loach und Mike Leigh weiterlebt. Nur geschmeidiger. Und jünger.

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Julia Binder: Bayerischer Rundfunk Julia Binder: Bayerischer Rundfunk

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7.5Sehenswert

Streckenweise erinnert dieses Drama an eine Dokumentation. Die Geräusche, die Sprache, die Menschen, alles ist realistisch eingefangen und wird auch so gezeigt. Ohne Weichzeichner, ohne beschönigende Farben und ohne Musik, die zudeckt. Nur mit dem Licht experimentieren die Macher und dies verleiht "Fish Tank" eine künstlerische Note. In einigen Szenen werden mit Schatten, Licht und Gegenlicht wunderbare Effekte erzielt. Die Kamera ist immer sehr nah dran an Mia, man erlebt alles aus der Sicht des Mädchens und dabei wird viel Wert auf Details gelegt.

Auch bei den Dialogen wurde sehr auf die Authentizität geachtet. In diesem Film findet man keine gezwirbelten Liebeserklärungen, hier wird geflucht, gebrüllt, oft hört man nur Wortfetzen. Wirkliche Unterhaltungen gibt es nicht viele in diesem Drama. Vor allem bei ihren Figuren haben die Macher etwas Großes geleistet. Denn in "Fish Tank" lernt man die Protagonisten als echte Menschen kennen.

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Anna Plumeyer

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8.0Ausgezeichnet

"Fish Tank" ist deswegen so eindrucksvoll, weil Arnold keine Klischees zeigt, sondern subtile Bilder findet um ein authentisch wirkendes Szenario zu zeichnen. Hier geht es nicht um Affären zwischen Adeligen und ihren Dienern oder um Bergarbeiterkinder, die Ballett tanzen wollen, sondern um viel alltäglichere Probleme. Keine der Figuren ist einfach nur gut oder böse, jede ist facettenreich gezeichnet.

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Jenni Zylka: fluter, sissy Jenni Zylka: fluter, sissy

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9.0Herausragend

Das Besondere an der Geschichte ist darum nicht die Gnadenlosigkeit und Erwartbarkeit der Geschehnisse, ist bei allem Druck nicht die Story selbst, sondern die Inszenierung und vor allem die Schauspielerinnen: Die [...] auf der Straße entdeckte Katie Javis, die damals arbeitslos war und keine Schauspielerfahrung hatte, spielt Mia unerschrocken, umfassend und schmerzhaft real. Problemlos gibt sie den Szenen mit Michael Fassbender, der die Rolle des neuen Freundes übernahm, eine atemberaubende Intensität.

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Anke Leweke: taz, Deutschland Radio Anke Leweke: taz, Deutschland Radio

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8.5Ausgezeichnet

"Fish Tank" lässt seine junge Protagonistin keine Minute aus den Augen, fast scheint es als wolle die Kamera dem Mädchen den Rückhalt geben, den ihr soziales Umfeld nicht leisten kann. Auch wenn ihre Zukunft weiterhin unsicher bleibt, so scheint sie doch immer mehr zu sich selbst zu finden. Die Regisseurin Andrea Arnold ist eine präzise Beobachterin, die ihre Geschichten in einem gnadenlosen Alltag findet. Das Gesicht ihrer wütenden Heldin wird dem Zuschauer jedenfalls noch lange in Erinnerung bleiben.

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Simon Frauendorfer: www.negativ-film.de

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7.0Sehenswert

...Fish Tank präsentiert sich wie ein intimes Porträt der jungen Mia, die Kamera weicht niemals von ihrer Seite, sondern verfolgt sie bei allen Aktivitäten. Dabei fällt vor allem der dokumentarische Stil auf, der sich nie anmaßt, das Gezeigte zu werten und die Ereignisse für sich selbst sprechen lässt. Fernab des moralisierenden Zeigefingers entwirt Andrea Arnold eine glaubhafte und zugleich deprimierende Welt, die die Protagonisten gefangen hält und sie ihrer sehnlichsten Wünsche beraubt. Der harsche Umgangston und die fortgeschrittene Verrohung geben einen realistischen Eindruck von den Zuständen in den Vororten und sind bezeichnend für eine ganze Bevölkerungsschicht, die ihren Kindern nicht die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben anbieten kann. Erstaunlicherweise verfügt der Film trotz des dokumentarischen Ansatzes über eine ungreifbare Spannung, die sich aus einer grundlegenden Ehrlichkeit und einer niemals pathetischen Emotionalität ergibt. Die Protagonisten erscheinen nicht wie Abziehbilder, man fühlt sich ihnen verbunden....

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Edward Douglas: ComingSoon.net

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8.5Ausgezeichnet

Es ist toll, einen solch einfachen, aber gut gemachten Film zu sehen, der so früh im Jahr als Alternative zu der üblichen Studio-Ware erscheint und uns daran erinnert, dass es da draußen wirklich junge Frauen wie Mia gibt, die tatsächlich lebensverändernde Erfahrungen durchmachen, wie diese; Andrea Arnold hat eine Art, den Dingen ein offenes, aber hoffnungsvolles Ende zu belassen.

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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror

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9.0Herausragend

Niemals in Sentimentalität abdriftend, nimmt Fish Tank den Zuschauer mit an Orte, die er nicht erwarten konnte und, mit den perfekten Leistungen aller Schauspieler, wird er zu einem magischen und gleichzeitig sehr realen Bild, welches Hoffnung inmitten al der Hoffnungslosigkeit herbeizuzaubern vermag. Der beste britische Film des Jahres.

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Kommentare (41) — Film: Fish Tank

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angelmoonsoul

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film ist der H A M M E R ! Katie Jarvis ist perfekt in ihrer Rolle!!

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kobbold

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hart und genial

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kinogaengerin

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Bewertung7.0Sehenswert

Die 15jährige Mia lebt in einer Sozialsiedlung zusammen mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer Mutter. Sie raucht, trinkt, flucht und eigentlich ist ihr alles vollkommen egal, außer dem Tanzen. Aber auch hier kann sie bisher keine nennenswerten Fortschritte verzeichnen. Als ihre Mutter eines Tages einen neuen Liebhaber anschleppt, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. 'Fish Tank' gibt dem Zuschauer schlicht und ergreifend einen kurzen Einblick in das Leben eines jungen Mädchens, dass mit aller Kraft versucht etwas Besseres oder zumindest etwas Anderes aus ihrem Leben zu machen. Doch das Leben ist nun einmal kein Ponyhof und jeder bekommt Steine vor die Füße geworfen. Die Frage ist, wie man damit fertig wird. Die junge Katie Jarvis meistert trotz fehlender Erfahrung die Rolle der Mia mit Bravour und trägt diesen Film, der ohne eine passende Protagonistin sicherlich schlechter ausgefallen wäre. Für Dramenfans ist 'Fish Tank' ein Leckerli, für andere aber auch einen Blick wert.

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Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Fish Tank" ist ein kleines britisches Drama, das das Leben der 15-jährigen Mia behandelt. Wird dabei größtenteils auf typische Teenager-Probleme eingegangen, entwickelt sich der Film stellenweise aber auch so, wie man es nicht unbedingt erwarten würde.

Der Film hat mir sehr gut gefallen, weil die Geschichte berührt und die Inszenierung sehr authentisch wirkt. Der Einsatz der Handkamera fängt das Geschehen sehr lebhaft ein, und durch das gewählte Seitenverhältnis 4:3 kann man sich gut in Mias Lage versetzen, weil das Bild so, im Gegensatz zum üblichen Widescreen, sehr einengend und beinahe ausweglos wirkt (Auch wenn dieser Effekt auf der großen Leinwand vielleicht noch besser wirkt, als auf dem heimischen Fernseher). Dadurch bekommt man einen, wie ich finde, sehr realistischen Blick in die Welt der Protagonisten. Alles ist klein, eng und unbedeutend, es gibt nicht viel zu tun, und man fühlt sich tatsächlich gefangen, einsam, ohne Ausweg, ohne Ziel, wie in einem 'fish tank'.

Michael Fassbender spielt wie immer großartig, wird hier aber meiner Meinung nach von Katie Jarvis locker in den Schatten gestellt, welche keine Schauspielausbildung hat, ihre Figur aber trotzdem (vielleicht auch gerade deshalb) erschütternd glaubwürdig rüberbringt und eine erstklassige Performance abliefert.

Der Streifen ist zwar nicht unbedingt 'spannend' im konventionellen Sinne, aber trotzdem extrem fesselnd, weil er überraschend, und dabei schonungslos und intensiv ist. Ein starkes Drama, hart und bedrückend, leise aber doch fies und aggressiv, und dabei vor allem extrem ehrlich. Und das Traurige ist, dass es in Great Britain (und bestimmt auch anderswo) wahrscheinlich wirklich viel zu viele 'Mias', orientierungs- und hoffnungslose Jugendliche gibt, als man wahr haben möchte. Daher ist "Fish Tank" letztendlich sicher auch ein Film, der zum Nachdenken anregt, und den man deshalb unbedingt gesehen haben sollte.

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totox

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Bewertung6.5Ganz gut

Der Großteil der Faszination, die dieser Film ausübt, ist reiner Voyeurismus. Aber ich beklage mich nicht.

(Voyeurismus nicht nur sexueller Art, sondern auch in Bezug auf das Sozialmilieu. Eine Story im eigentlichen Sinne hat der Film nicht.)

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Mr.Bungle

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Bewertung7.5Sehenswert

Super Film mit einer wahnsinns Athmosphäre.

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Jade

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Endlich ein Film dessen Cast-Auswahl zum Glück nicht per "Würfelwurf" entschieden wurde. Rotzig, Dreckig, abgefuckt und doch so herrlich normal kommt mir dieser Film um die Ecke geschlendert. Ein Hoch auf die Normalität !

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pellekraut007

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein trauriges Mädchen, aus der bitterarmen Vorstadt, schlägt zu, tanzt, verliebt sich, und setzt sich ein. Sie kassiert Ärger, Zuneigung und natürlich... Sex. Dieser Film nimmt erstmal eine Richtung auf und verfolgt sie konsequent bis zu einem Bruch. Und dieser Bruch läßt einen rückblickend die Frage stellen: hm, warum hat... er, sie an ihrem lauten, daueralkoholisierten Abgrund, an dem noch ein paar Kinder herum tanzten, überhaupt aufgesucht? Die Frage blieb für mich unbeantwortet. Trotzdem war Fish Tank für mich sehenswert, weil er auf mich fast wie eine Elends-Dokusoap mit lebensechten Darstellern gewirkt hat, so hart, so nah, so echt... gespielt. Dabei wurde es nie wirklich "dramatisch" oder gar "abgründig". Aber manchmal ist die alltägliche Realität der Armut, in der die meisten auch in England einfach hineingeboren werden, grausam genug! Grunz!

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Jack_Torrance

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Bewertung9.5Herausragend

Eigentlich wollte ich mir gestern noch einmal Casino ansehen. Ich hab den Film auf russisch und ich sag euch eins: Wer die deutsche Synchro verunglimpft sollte sich einen nichtrussischen Film auf russisch ansehen. Man synchronisiert dort fast nie, man übersetzt - und das mit so einem Ton, das einem schlecht wird. Man hat das Gefühl, der Übersetzter hätte davor eine ordentliche Dosis Valium genommen. Anders kann ich mir dieses Gelalle nicht erklären. Diese Form von Übersetzung hat mir schon einige Woody Allens wie zum Beispiel Manhattan versaut. Bei Casino wollte ich es mir jedenfalls nicht antun und schaltete ab. Ich leistete Mutter und Schwester Gesellschaft beim Hangover-gucken und schaute nebenbei nach, was Moviepilot an TV-Tipps so zu bieten hat und dabei erweckte Fish Tank mein Interesse und wisst ihr, was das bedeutete ? Late-Night-Cinema, woooohoooooo !!

Genug des autobiographischen Gesülzes, kommen wir zum Film:
Durch Fish Tank habe ich bemerkt, für welches Genre ich ein Faible habe: fürs Sozialdrama. Vielleicht hat mir der Film auch deswegen so gut gefallen...
Jedenfalls hat man bei Fish Tank das Gefühl, man schaue nicht nur auf dem Sofa sitzend einen Film, nein, man hat das Gefühl, man sei hautnah dabei. Man schaut nicht Mia zu, man lebt mit Mia. Man erlebt ihre Freuden und Rückschläge, man versetzt sich in sie hinein, man leidet mit ihr, wozu auch die starke Leistung der Newcomerin Jarvis beiträgt. Ganz große Klasse !
Außerdem ist die dokumentarische Wackelkamera nicht Selbstzweck, sondern dient dem obengenannten, um der Hauptprotagonistin Mia nahe zu sein.
Andrea Arnold, eine weitere talentierte Regisseurin, auf die wir unser Augenmerk richten sollten ! Auf jeden Fall ein ganz vorzügliches Frühwerk ! Unbedingt ansehen !

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Mr.Bungle

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Russische Synchro ist ein Witz... xD Ich sagte ja schon immer, dass wir hier in Deutschland extrem verwöhnt werden.^^


Jack_Torrance

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Eben.


Weltenkind

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit gediegener Subtilität schafft es die Regisseurin in die Atmosphäre der englischen Unterschicht einzutauchen und diese mit milden Tönen in der Farb- sowie Musikgestaltung zu visualisieren. Wenn die Hauptdarstellerin in ihrem aufmüpfigen Verhalten allen Autoritätspersonen strotzt, schreit sie mit jeder Bewegung nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Von ihrer Mutter ignoriert, findet eben jene einen neuen Freund, in den sich ebenso ihre Tochter verguckt und dessen Aufmerksamkeit es den Rest des Films zu erhalten gilt. Die neue Vaterfigur, stark verkörpert von einem bis dato noch recht unbekannten Fassbender, rückt in den Mittelpunkt der zerstrittenen Familie und versucht diese, unbewusst, wieder zusammen zuführen. Gesellschaftskritisch und mit einer grandiosen Hauptdarstellerin findet sich dieser Film mit dezenten Gesten in den realitätsnahen und sehr überzeugenden Abbilder der Gesellschaft wider und zeigt einem die Wahrheit, wenn auch sehr zögerlich und ängstlich.

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hollygolightly1

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was "Fish Tank" so außergewöhnlich macht, ist die Art und Weise, wie er die ungeschminkte Wahrheit des Lebens präsentiert.

Die 15-jährige Mia lebt mit ihrer nachlässigen Mutter Joanne und ihrer frühreifen Schwester Tyler in einer Sozialwohung im englischen Essex. Gerade hat sie die Schule abgebrochen, sodass ihr nur noch ein Ausweg aus dem Fish Tank bleibt: das Tanzen.
Als sie Connor, den neuen Freund ihrer Mutter, kennen lernt, bringt dieser frischen Wind in das Leben von Mia. Er ist der Einzige, der sich wirklich um sie kümmert und sie zur Bewerbung als Tänzerin in einem Club ermuntert. Die Persönlichkeitsentwicklung, die Mia durchmacht, hat aber nicht nur für sie selbst Konsequenzen, da sie und Connor eine Liebesbeziehung eingehen.

Mia wird gespielt von Katie Jarvis, die ihre Rolle hervorragend spielt - und das, ohne bis zu dem Zeitpunkt eine Schauspielausbildung absolviert zu haben. Die Protagonistin wirkt zu Beginn alles andere als sympathisch und das nicht nur aufgrund ihres losen Mundwerks.
Ganz anders Connor, den Michael Fassbender mimt. Ihm kann man nichts übel nehmen, weil er der ruhige, nette Typ ist. Diesen Eindruck hat Fassbender nicht zuletzt seiner charismatischen Ausstrahlung zu verdanken.

Meine Damen und Herren, hier sehen Sie das Leben, so wie es ist. Nichts wirkt unecht - nein, denn "Fish Tank" ist etwas wie ein Abbild der Realität, wenn auch nur eine Seite des Lebens, nämlich die triste.
Die Atmosphäre in dem Film ist, das merkt der Zuschauer sofort, trüb und düster. Unter anderem liegt dies am Wetter, aber auch an der ausgezeichneten Kameraführung. Anstelle der Kamera verfolgt der Zuschauer Mia. Der Film gewinnt an Realitätsnähe.
Mia ist, wie alle anderen Jugendlichen auch, eine Pubertierende, die auf der Suche nach sich selbst ist und ihren Platz in der Welt (noch) nicht gefunden hat.

Ohne dass großartig Spannung erzeugt wird, entwickelt sich die Handlung des Films stringent. Der Ausgang ist anders, als man ihn sich vorstellen würde. Denn der gefährlichen Beziehung der beiden Hauptfiguren liegen Folgen nahe, die in der Tat nicht ganz unpassend sind. Doch das Ende ist alles andere als vorhersehbar.

"Fish Tank" ist nich nur ein Coming-of-Age-Film, sondern auch ein Soziodrama. Er zeigt menschliche Schwächen so schlicht und diszipliniert, ohne gewollt Gefühle wie Mitleid oder dergleichen hervorzurufen. Das Thema wird nicht oberflächlich angeschnitten, sondern tatsächlich behandelt. Dabei kommt der Film überwiegend auch ohne Musik aus. Im Mittelpunkt stehen nicht verschiedene Personen und ihre Beziehungen, sondern ein nach außen selbstbewusst wirkendes, innen aber schwaches und hilfloses Mädchen.

Sicherlich ist "Fish Tank" kein geeigneter Film für einen Filmabend mit Freunden, dafür aber einer, den man sich ruhig einmal ansehen sollte, falls man anspruchsvollere Filme verkraftet. Gerade wenn man einmal allein ist, die Stille sucht und das Bedürfnis hat, zum Nachdenken angeregt zu werden, ist der Film empfehlenswert. Natürlich sollte man, wenn es möglich ist und man nichts gegen den britischen Akzent hat, sich für die englische Fassung entscheiden. Denn vor allem bei solchen realitätsnahen Filmen ist eine authentische Sprache extrem wichtig.

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kronenhummer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

„Life’s a bitch and then you die” singt Nas im Soundtrack zu diesem Film und fängt die Stimmung von „Fish Tank“ gelungen ein.

Mit „Fish Tank“ finden wir uns in der englischen Unterschicht und dem Leben im Plattenbau wieder. Und nicht nur im Film, nein, das was uns hier gezeigt wird, ist so erschreckend überzeugend, so realistisch, dass wir mit „Fish Tank“ direkt im Plattenbau und auf der Straße landen. Wir treffen auf die 15jährige Mia und ihre Familie. Ihre Familie, das sind eine rumhurende Mutter und eine rauchende kleine Schwester mit recht umfangreichem Wortschatz an Beschimpfungen. Mia selbst, wirklich großartig durch Katie Jarvis in herrlich schnoddrigem englischem Akzent präsentiert, ist aber auch nicht gerade das, was man als umgänglich und sympathisch bezeichnen würde und deren einzige Hoffnung, deren einzige wirkliche Befreiung im Leben das Tanzen zu sein scheint.

Eine Hoffnung, die durch Connor, den neuen Freund ihrer Mutter, dargestellt von Michael Fassbender, das erste Mal gefördert wird. Eine Förderung, die Mia so nicht gewohnt ist und sie in eine schwierige Situation bringt. Das Verhältnis, das Connor gegenüber Mia und ihrer Familie entwickelt, die Reaktionen der Töchter, all das ist hochspannend, schockierend und doch stets glaubhaft.

Ständig spürt auch der Zuschauer diese eigenen Vorahnungen, Befürchtungen, umgeben von den kleinen Hoffnungsschimmern, die sich in die Hoffnungslosigkeit, Chancenlosigkeit der Situation einbringen. Zwischendurch dann wieder diese zerstörenden Momente, die alle Hoffnung zunichtemachen, sei es ein Tanzcasting in fragwürdigem Etablissement oder jüngste familiäre Entgleisungen.

All das ist „Fish Tank“, all das ist der Realismus der diesen Film so eindrucksvoll und bewegend macht. Ein Film, der nichts beschönigt und keine Hoffnung macht, keine Träume erfüllt und am Ende vielleicht doch den kleinen Hoffnungsschimmer durchschimmern lässt, den man sich doch irgendwie wünscht.

„She was 16. It was her time.“

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Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Reality TV der Meisterklasse, RTL (2) mit Anspruch.
FISH TANK erzählt die Geschichte von Mia Williams (Katie Jarvis), einem typischen Teenager, der in einem Drecksloch, seinem eigenen Aquarium, gefangen ist. Asozial, fluchend, aggressiv und nervtötend ist Mia nicht gerade die sympathischste Hauptfigur, erwirbt aber das Verständnis der Zuschauer, wenn dieser sich ihr Umfeld genauer unter die Lupe nimmt: Die Mutter trinkt, hurt herum und kümmert sich einen Dreck um ihre Kinder, und die kleine Schwester raucht und kennt alle möglichen Schimpfwörter. Wie kann man unter diesen Bedingungen nicht zu einem ungehorsamen Balg verkommen? Einen Ausweg verspricht nur der neue Freund ihrer Mutter (Michael Fassbender), der sozial besser dazustehen scheint, als Erster Interesse an Mia zeigt und an ihr Talent, das Tanzen, glaubt. Doch alles läuft anders, als es die Protagonisten vorhergesehen hatten. FISH TANK ist anders. Es ist eine zutiefst pessimistische und doch stets realitätsnahe Milieustudie, die nicht einmal ansatzweise den Glauben an einen amerikanischen Traum in Betracht zieht und ihn genau deshalb einen Schlag ins Gesicht verteilt. Jarvis, die ohne Schauspielerfahrung tatsächlich aus diesem Milieu stammt, spielt großartig. Man kann nur hoffen, dass sie den Sprung zu einer seriösen Schauspielerin schafft. Jedoch wenn es nach FISH TANK geht, stehen die Chancen schlecht, denn seinen Wurzeln entkommt man nicht. Den Käfig kann sie verlassen, aber nur um ihn gegen einen neuen Käfig einzutauschen.
Käfig bleibt Käfig.
Aquarium bleibt Aquarium.
Fish tank remains fish tank.

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andyewest88

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die 15-jährige Mia (Katie Jarvis) ist ein Problemfall wie er im Buche steht. Gerade von der Schule geflogen, streift sie meist ziellos und alleine durch die Sozialbauten ihrer Heimatstadt Essex. Liegt sie nicht gerade mit Freunden oder ihrer Mutter im Klinch ertränkt sie ihre Probleme mit Alkohol. Einziger Lichtblick ihres tristen Alltags scheinen Musik und Breakdance zu sein, in denen sie meist alleine Zuflucht sucht. Als ihre Mutter eines Tages einen neuen Freund, den gutaussehenden Connor, anschleppt, nimmt die Geschichte von FISH TANK ihren Lauf.
Schon bei der ersten Begegnung der Beiden ist die gegenseitige sexuelle Begierde greifbar und gipfelt bereits nach wenigen Tagen in unromantischem Geschlechtsverkehr auf der Wohnzimmercouch, während Mia's Mutter zu gedröhnt im Zimmer neben dran schläft. Connor verspricht am nächsten Morgen mit ihr darüber zu reden; Mia macht sich offensichtlich Hoffnungen auf eine Beziehung mit dem über 30-Jährigen. Als Connor jedoch am nächsten Tag spurlos verschwunden ist, macht Mia seine Adresse ausfindig und bricht wutentbrannt in sein Haus ein. Dort muss sie feststellen, dass Conor ein geregeltes gut bürgerliches Leben mit Frau und KInd führt. Aus Rache und Neid heraus, entschließt Mia sich in einer Kurzschlussreaktion Connors kleine Tochter zu entführen, doch kommt nach dem dramatischen Höhepunkt, bei dem das kleine Kind fast ertrinkt, zurück zur Vernunft und bringt das Mädchen noch am gleichen Tag wohlbehalten nach Hause. Verletzt, gekränkt und ohne Perspektive verlässt Mia am Ende des Films ihre Familie um mit einem Freund in Wales zu leben...

FISH TANK ist ein besonderer Film. Mit den geringsten Mitteln zeichnet Regisseurin Andrea Arnold in ihrem Debutfilm ein erschreckend authentisches Abbild der englischen Unterschicht. Tristesse, Langeweile und tiefer Frust sind ständige Begleiter aller Akteure. Trotz ihres sozial nicht tragbaren Verhaltens schafft es Arnold aus Mitleid resultierende Sympathie für Mia im Zuschauer auszulösen. Darstellerin Katie Jarvis wurde von der Straße weg gecastet (sie wurde entdeckt, als sie am Bahnhof von Essex lauthals schreiend mit einem Freund stritt) und liefert trotz keinerlei Schauspiel-Erfahrung eine durchweg überzeugende Leistung ab.
FISH TANK ist ein kleiner Film, der aber vor allem durch Hauptdarstellerin, Drehbuch und die teilweise wunderschöne Fotografie zu überzeugen weiß und damit seine Cannes Auszeichnung (Preis der Jury) rechtfertigt.
Anfang diesen Monats wurde Arnolds Nachfolgefilm WUTHERING HEIGHTS veröffentlicht und steht auf meiner Merkliste jetzt weit oben.

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Punsha

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Ne Spoilerwarnung wäre vielleicht nicht schlecht falls du das irgendwann noch lesen solltest. ;)


paeko

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das habe ich mir auch gedacht punsha


vuvuzela

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Bewertung7.0Sehenswert

Spannender Film, der Zeigt das die soziale Unterschicht vom System gerade mal geduldet wird, mit halbherzigen versuchen einer Sozialisierung. Bei der suche nach dem Glück auch noch nach Strich und Faden verarscht wird.
Trotz des schwierigen Themas, aber nie theatralisch dramatisch, sondern zum Teil Witzig, aber nie Lächerlich, wirkt

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Kana

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Bewertung9.5Herausragend

Zwei grandiose Hauptdarsteller und eine sensationelle Kameraführung machen "Fish Tank" ab der ersten Minute zu einem packenden Filmerlebnis samt zahlreicher unsagbar intensiver Momente. Newcomerin Katie Jarvis scheint die Rolle des verrohten, aggressiven, jungen Mädchens auf den Leib geschrieben und mit welcher Leichtigkeit Michael Fassbender der tristen, depremierenden Szenerie zeitweise Wärme verleiht, ist überwältigend. Ganz großes Arthouse Kino...

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BigDi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

So echt können Filme sein. "Fish Tank" ist - selbstverständlich - geplant und komponiert, doch es gibt nur wenige Momente, in denen man die eingeflochtene Dramaturgie als eine solche erkennen kann. Den Rest der Laufzeit über wirkt das von Hoffnungen getragene, aber weitesgehend planlose Leben von Mia (tatsächlich großartig: Katie Jarvis) eben wie eine Real-Life-Improvisation, mit großer Klappe, aber unheimlich verletzlich. Die Kamera engt die Perspektive auf 4:3 ein und wird damit der Plattenbautentristesse mehr als gerecht - selbst die Natur strahlt kein Gefühl von Freiheit aus, sondern ist nur der schönere Ort im Käfig - und die Dialoge sind (vor allem zu Beginn) zumeist Schimpftiraden, zwischen Mutter und Tochter, zwischen Schwester und Schwester, zwischen Einzelgängerin und der Bitchgang aus der Nachbarschaft. Dass sich hinter der von allem genervten Fassade noch fühlende Menschen verbergen, wird erst mit dem Auftritt von Connor (überzeugend: Michael Fassbender) klar - fortan geizt der Film nicht mit emotionaler Zweideutigkeit und verwandelt den Kreislauf des Alltags langsam in eine Spirale aus Enttäuschung und Schmerz.

Mit das beste, was ein Film schaffen kann, ist das Gefühl, einem wirklichen fremden Leben beigewohnt zu haben. Wer damit übereinstimmt, dem sei "Fish Tank" ans Herz gelegt, als kraftvolles, überzeugendes und ungekünsteltes Kino. Der Vorwurf, der Film wäre typisches Wackelkamera-Arthaus, möge an dieser Stelle gänzlich unterlassen werden: Nicht die Kamera schwankt hier, die Protagonistin tut es. Die Kamera tut nur das, was sie tun muss - ihr durch ihre Welt so zu folgen, dass der Zuschauer sich wie an ihrer Seite fühlt. Und das funktioniert prächtig.

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Oceanic6

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Schön geschrieben, auch ich finde, dass der Film ein wenig zu kurz ist. aber die Szene mit dem Kind ist ganz groß. Super Film!


Shorty06

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wunderbarer Film. Hat mich damals sehr überrascht und sogar Tränen in die Augen gezaubert


Dalia

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Bewertung9.5Herausragend

Eines vorweg: wer ein bisschen zartbesaitet ist und Mädchen lieber brav und unschuldig haben will, sollte sich den Film nicht ansehen. Dem würde ich womöglich von dem Großteil der britischen Filme abraten. Natürlich will ich hier nicht alles unter einen Hut stecken – vielleicht habe ich auch nur ein verfluchtes Händchen und gerate immer an ausgerechnet diese Filme. Aber alleine schon dank ihrem britischen Englisch wirken die meisten Mädels ja (auf mich), als könnten sie einen problemlos verhauen.
Zu dem Typ gehört auch die 15jährige Mia, die gleich zu Beginn des Films einem Mädchen die Nase bricht – ganz im Stile von Zinédine Zidane. Auch an Kraftausdrücken spart der Film nicht. Aber seien wir ehrlich: so sieht es einfach mal in den meisten Häusern hinter verschlossenen Türen aus. Oder auf der Straße einer Großstadt. Dazu braucht man keine britischen Filme, sondern genügt manches Mal auch einfach irgendeine seltsame „Doku“ auf ProSieben & Co. Ordinäre Sprache einfach. Dazu muss sich jetzt nicht groß die Hand vor den entsetzten Mund halten, sondern mit den Schultern zucken und den Film weitergucken.
Mia, lebt mit ihrer Familie – bestehend aus Mutter und kleiner Schwester – in schlechten Verhältnissen. Dank der Pubertät kämpft sie aber nicht nur um die letzte richtige Freundin, die sich plötzlich in anderen Kreisen bewegt oder ein bisschen Aufmerksamkeit, sondern vor allem mit ihren Launen, die sie zu einem uncharmanten, kleinen Biest machen. Aber keinesfalls herzlos – so versucht sie zumindest mehrmals ein abgemagertes Pferd von den Besitzern zu befreien.
Wohl um sich auch auszupowern und der einzigen, richtigen Leidenschaft nachzugehen, tanzt Mia leidenschaftlich gerne und zieht sich für Proben meist in eine verlassene Wohnung zurück, wo sie niemand mit dessen Anwesenheit stört und nervt und sie nur sie sein kann. Aber dann ändert sich plötzlich alles: ihre Mutter hat einen neuen Freund und Connor, so der Name der neuen Liebschaft, scheint gewissermaßen immun gegen Mias Unfreundlichkeit zu sein. Zumindest reagiert er nicht mit ähnlich bissigem Verhalten, wie etwa Mutter und Schwester. Stattdessen scheint sie das erste Mal respektiert zu werden. Statt Beleidigungen und Schlägen gibt es ein Lächeln. Und Mia kommt sichtlich ins Straucheln; ihre Gefühlswelt steht Kopf.
Lange Zeit scheint unsicher, ob Mia nur zwischen heimlicher Schwärmerei für den deutlich älteren Mann ihrer Mutter schwankt oder sich einfach nur nach einem Vater in ihrem Leben sehnt. Doch die Beziehung der beiden wird im Laufe der Geschichte sehr viel vertrauter und führt zu einer Katastrophe nach der anderen …
„Fish Tank“ ist keine einfache Kost. Das sage ich nicht, weil mich Beleidigungen & Co abschrecken (bin ich dank ein paar anderen britischen Filmen gewöhnt), sondern in Bezug auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Hier wirklich ins Detail zu gehen, fällt schwer, ohne große mit Spoilern um mich zu werfen. Dass zwischen Connor und Mia noch etwas passiert, kann an dieser Stelle aber verraten werden. Wer danach – vielleicht schockiert – denkt, dass es nicht schlimmer kommen kann, hat sich getäuscht. Denn nichts ist schlimmer als verletzte Gefühle und der Wunsch nach Rache.
Wer keine Angst vor englischen Filmen hat, sollte sich „Fish Tank“ natürlich im Original-Ton ansehen, weil das einfach alles abrundet. Aber dank einer guten Synchronisation kann man auch die deutsche Fassung problemlos verkraften.
Die Bilder von „Fish Tank“ sind wirklich großartig. Jede Einstellung sitzt, jeder Schnitt, jeder Dialog. Authentizität deluxe, manchmal tut es sogar fast weh, weil man weiß, dass das alles genau so exakt in diesem Moment irgendwo in England stattfinden kann.
Dank zwei entscheidenden Wenden geht auch keinesfalls die Spannung flöten – ich habe bis zum Ende mitgefiebert, was nicht nur an Michael Fassbender liegt. Denn schauspielerisch hat jeder einzelne der Akteure gezeigt, dass er sein Werk kann. (Bisher wurde ich bei britischen Filmen in diesem Punkt noch nie enttäuscht.)
Der Soundtrack beschränkt sich zum größten Teil auf Hintergrundgeräusche und tatsächliche Musik, die im Film gespielt wird (wobei v.a. „California Dreaming“ von Bobby Womack beim Zuschauer hängenbleiben wird), wodurch alles noch lebensnaher wirkt und nicht groß inszeniert.
Hervorheben möchte ich von den Schauspielern vor allem Katie Jarvis und Michael Fassbender. Über erstere möchte ich ja alleine schon nichts böses sagen, weil ich fürchte, sie könnte mich zusammenschlagen, wenn sie das liest. Scherz beiseite: man kauft ihr jeden einzelnen Moment des Films ab. Und bei Fassbender erlebt man einen interessanten Wandel des Charakters und als Zuschauer einen inneren, kleinen Konflikt, wie man zu ihm stehen soll. Selbst ich musste im Laufe der Geschichte mit seiner Rolle Connor kämpfen und erleben, dass ich ihm Sympathiepunkte abzog. Liebe macht also doch nicht blind! Ha!
In jedem Fall empfehle ich „Fish Tank“ wärmstens für alle, die eine Vorliebe für Indie-Filme habe. Wer einen pompösen Hollywood-Streifen erwartet, wird enttäuscht. Und zwar richtig. Aber da ich mich selbst vermehrt um „stillere“ Filme tummle, wurde ich bei „Fish Tank“ zufrieden gestellt. Um es in zwei Worten festzuhalten: schockierend, schwierig. Aber lohnenswert. Und am Ende, wenn das Chaos verschwunden ist und Stille zurückkehrt, ist man doch irgendwie wieder am Anfang: bei einem 15jährigen Mädchen, das nach einem Platz im Leben sucht.
P.S. Goodie der DVD: der Kurzfilm „Wasp“, den ich vor langer langer Zeit mal zufällig sah und der mich wirklich umgehauen hat. Also seid anständig, lasst das Internet in Ruhe und KAUFT die DVD. Danke.

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anakyn

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Bewertung7.5Sehenswert

ein netter film, mit einer tollen stimmung. zwischendurch weiß man nicht ganz genau wohin der film will bzw. was er sagen will, aber am schluss stimmt die message.

besonders gut hat mir mias rotzige kleine schwester gefallen :-). nicht so sehr mochte ich den part der story in der mia die tochter mitnimmt. was sollte das?

PS: warum hat der film ne FSK12?

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Sozionaut

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Bewertung7.0Sehenswert

Klar ist der Film sozialkritisch, aber da ist noch etwas! Gut versteckt hinter dem ganzen alltäglichen Abfall...Hoffnung! Katie Jarvis spielt ihre Rolle absolut gelungen. Ein empfehlenswerter Streifen!

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