Früchte des Zorns

The Grapes of Wrath (1940), US Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Drama, Road Movie, Kinostart 27.03.1953

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7.9
Kritiker
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5.6
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782 Bewertungen
7 Kommentare
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von John Ford, mit Henry Fonda und Jane Darwell

Dust Bowl, Oklahoma, während der dreißiger Jahre. Das ganze Land steckt in der Wirtschaftskrise. Auch die Farmerfamilie Joad bekommt die Folgen der Depression mit aller Härte zu spüren. Als sie in Dust Bowl kein Auskommen mehr haben, machen sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Kalifornien, um dort eine neue, bessere Heimat zu finden.

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Kommentare (7) — Film: Früchte des Zorns


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ElMagico

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Bewertung6.5Ganz gut

Es sprach eigentlich alles für "The Grapes of Wrath": Ich mag die Bücher John Steinbecks, ich mag alte Filme und ich mag Henry Fonda. Aber recht schnell merkte ich, dass dies für mich nicht der große Film wird, den ich mir erhoffte. Der Ton des Films ist von Beginn an voller Pathos, die Darstellung der Familie Joad eine seltsame Mischung aus Klischee und glorifizierung der Armut und mir persönlich war das einfach etwas zu dick aufgetragen. Diese Herangehensweise John Fords an die Story ändert sich auch nicht mehr, die Grenzen zwischen Gut und Böse werden meist sehr deutlich gezogen, immer wieder versucht er mit etwas zuviel Einsatz Betroffenheit für das Schicksal der Joads zu erzeugen. Und während er sie von einer Misere in die andere schickt, vergisst er oft gänzlich auch einmal näher auf die Charaktere einzugehen, diese bleiben nämlich oft nur Spielfiguren in diesem dramatischen Spiel. Allein an der Mutter ist es die Familie und irgendwie auch den Film mit ihrer Präsenz zu prägen, da sie durchgängig die einzige Figur ist, die immer greifbar ist, deren Handlungen und Motivationen nachvollziehbar sind.
Das mag negativer klingen als es am Ende wirklich ist, doch "The Grapes of Wrath" war einfach eine kleine Enttäuschung für mich. Mit der Zeit wusste ich einfach: Auf jeden Moment der micht wirklich berührt, folgt eine Szenerie dir mir wieder zu sehr ein Heldentum der Unterschicht bemüht, ohne dabei seine Aussage in irgendeiner Form zu differenzieren. So blieb für mich nur eine ganz gute Aneinanderreihung verschiedener Episoden auf der Suche der Joads nach dem Glück, welche ihre Stärke in den Momenten hat, wo der Film auch mal inne hält und in sich kehrt und im besten Falle auch mal seine omnipräsente Botschaft vergisst. Man sollte vielleicht einfach nicht zuviel erwarten...it's just an old movie with a message.

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cpt. chaos

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Bewertung6.0Ganz gut

Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre in den USA: John Fords düsterer Blick, begleitet mit einigem Zweckoptimismus, wirkt recht authentisch; vermutlich deshalb, da dieser Klassiker bereits 1940 entstand - die verfilmten Geschehnisse noch zum Greifen nahe.

Die Großfamilie Joad begibt sich auf der legendären Route 66 von Oklahoma ins gelobte Land nach Kalifornien, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, ohne fortan weiter Hunger leiden zu müssen. "Da, es liegt vor uns: Das Land, wo Milch und Honig fließt!" Aber wie das nun einmal mit Illusionen so ist, holt einen die nüchterne Wirklichkeit schnell wieder ein. Die Zuversicht schwindet und nicht alle überleben die beschwerliche Reise…

Henry Fonda, in diesem Film immerhin bereits schon 35 Jährchen auf dem Buckel, stand noch ganz am Anfang seiner Filmkarriere, stellte aber bereits hier eindrucksvoll sein schauspielerisches Können unter Beweis.

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aberaber

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Bewertung7.0Sehenswert

Beeindruckendes und realitätsnahes Drama aus der Zeit der großen Depression.

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hoffman587

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

The Grapes of Wrath

Die Verfilmung von John Steinbeck´s legendären und sozialkritischen Roman "The Grapes of Wrath", ein ungewöhnlicher Stoff für die weltbekannte Westernregisseur-Ikone, wobei er mit dem Begriff unter wert verkauft wird, John Ford, noch in jungen Jahren, wobei mit Mitte vierzig, das jung wohl doch anders aussieht. Somit beweist er hier eindrucksvoll, dass er auch zu anderen Themen bereit ist. Und so erschuf er 1940, diese Verfilmung unter dem gleichnamigen Titel "Früchte des Zorns". Eine durchaus schwierige Aufgabe, die sein vollkommenes Können verlangte.

So wurde selbstredend die Story des Bestsellers übernommen, wenn auch in etwas abgewandelter Form, verständlich in Anbetracht der zeitlichen Umstände, deshalb alles etwas vorsichtiger abgehandelt, wenn auch immer noch kritisch angelegt und durchaus kontrovers dabei: So führt uns Ford zurück in die 30er Jahre, die Zeit der großen Depression, der Wirtschaftskrise: Nach dem Knast, auf Bewährung draußen, will Tom Joad zu seiner Familie zurückkehren, doch keine Spur, er sucht (gemeinsam mit Ex-Prediger) und findet bzw. erfährt, dass die große Landgesellschaft allen Pächtern ihr Land nahm bzw. kündigte. So hat die Familie nur ein Ziel auf ins gelobte Land (Kalifornien), wo Milch und Honig wächst, und nach scheinbar stichhaltigen Zetteln Arbeit zu finden ist. Der Beginn einer Odyssee...

Besonders aus heutiger Sicht gesehen, lebt Ford´s Werk selbstverständlich von seinen stark besetzten Darstellern. Hervorstechen tun dabei besonders zunächst ein brillant agierender Henry Fonda als fast schon idealistischer Sohn und Heimkehrer Tom, der sich seiner Vernunft stets bewusst werden muss, um nicht Gefahr zu laufen sich in den Fängen der Gewalt wieder zu finden, was zur Spaltung der Familie (so die die weise Frau Mama) führen könnte. Fonda selbst gibt wahrscheinlich einer seiner eindrucksvollsten und bewundernswertesten Performances, kraftvoll und emotional, mit vollem Herzen dabei. Und auch Jane Darwell geht in ihrer Rolle der Mutter Road förmlich auf, letztlich dient sie als Stützpfeiler der Familie, irgendwie, mit den letzten Worten spendet sie Hoffnung und Mut. Sie spielt, wie Fonda, mit Leib und Seele, eine großartige und mehr als glaubwürdige Leistung. So existiert besonders zwischen Mutter Joad und Tom eine geradezu magische Bindung von Zusammenhalt und Hoffnung Und auch John Carradine als Ex-Prediger Casy zeigt sich in echter Hochform, von ihm stark gespielt bzw. und natürlich weiß auch der Rest des Casts zu überzeugen.

Weiterhin versucht auch Regisseur Ford selbst das Beste, bleibt kritisch und radikal, dabei wohl führend im alten Hollywood und im zeitlichen Kontext wirklich herausragend, sehr präzise und scharf, wenn auch wesentlich positiver und hoffnungsvoller als der Roman, durch den ungebrochenen Mut und stets das Gefühl nach Gerechtigkeit, nach Hoffnung, so gesagt bleibt doch trotz der harten Kritik ein Stück des amerikanischen Traums erhalten. Dennoch teilweise genauso authentisch wie auch ernüchternd von Ford in Szene gesetzt, fesselnd und interessant erzählt. Auch wenn dabei Ford nicht auf Melodramatik verzichten mag und doch ein klein wenig rührselig daherkommt, aber an sich sonst ein sentimentales Werk, das so auch berührt. Dies tut dem Film also keinen Abbruch und positiv überraschen mag somit auch der Einsatz von Humor, der den Film Szene für Szene unterstützt und ihm umso geradezu ehrlicher wirken lässt. Anfangs in tristen wie auch trostlos wirkenden Bildern fast schon dokumentarisch von der exzellent geführten Kamera eingefangen und selbst heute noch mit einer authentischen Atmosphäre angereichert, und auch insgesamt stark gefilmt.

Zusätzlich wurden die Charaktere, wie bereits anderweitig erwähnt, einerseits glaubwürdig, andererseits sehr liebevoll gezeichnet, sodass man doch letztendlich mit ihnen leidet und auf Gerechtigkeit hofft, hierbei tun natürlich auch die Darsteller ihr übriges und verstärken so diese Intensität und die Glaubwürdigkeit der Charaktere, zudem interessant beleuchtet.

Was mir dann letztendlich zu sagen bleibt ist, dass "Früchte des Zorns" wahrscheinlich mitunter zu den bedeutendsten Werken von John Ford zählt, so wohl wichtiges und kritisches Zeitdokument, als auch mehr als menschlicher und ergreifender Film an sich.

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kinokumpel

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Bewertung7.5Sehenswert

Bin über Springsteens "The Ghost of Tom Joad" auf "Früchte des Zorns" gestoßen. John Fords einfühlsamer Film und historisches Zeitdokument führt uns das Schicksal der Farmer im Dust Bowl der späten 30er-Jahre vor Augen und lässt uns die Ausweglosigkeit und Härte dieser Zeit nachempfinden. Zugleich ist "Früchte des Zorns" die Geschichte von Menschen, die trotz regelmäßiger Rückschläge stets nach vorne schauen, die in ihrer Hoffnung auf ein gutes Leben und dem Willen zu Überleben ungebrochen bleiben: wie die Mutter, die es bei der Abreise ablehnt, noch einen letzten Blick auf ihre Heimat zu werfen oder der Vater, der trotz Hungerlöhnen und menschenunwürdiger Lebensumstände nicht aufgibt und jede Chance auf Arbeit beherzt ergreift. Für heutige Sehgewohnheiten ist das Erzähltempo ein bisschen behäbig, mancher Moment wirkt trotz starker Worte rührselig. Dennoch lohnt sich "Früchte des Zorns", weil er die Stimmung einer Zeit vermittelt, die wir nur noch aus Wikipedia-Einträgen kennen.

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ash-williams

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Bewertung6.0Ganz gut

Früchte des Zorns erzählt die Geschichte einer Familie, die während der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte der U.S.A. eine Odyssee nach Kalifornien auf sich nehmen. Die Geschichte ist voll von tollen Charakteren, die von ebenso tollen Schauspielern gespielt werden. Nach einer Zeit wird der Zuschauer zum Teil dieser Familie und fühlt mit ihnen. Interessant sind die sozialistischen Tendenzen des Films, die zu der damaligen Zeit sicherlich einiges an Aufsehen erregten. Ein Film der eine interessante Geschichte erzählt, die zwar nicht immer übermäßig spannend ist, aber den Zuschauer stets berührt!

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Tyler__Durden

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Bewertung6.5Ganz gut

Entgegen meiner Erwartungen, welche sich auf ein sentimentales Melodrama voller tropfendem Nationalismus einstellten weiß FRÜCHTE DES ZORNS als überraschend ehrliches Dokument zu überzeugen. Speziell in Anbetracht des damaligen Hollywoods ganz schön trostlos was John Ford hier macht. Natürlich nicht frei von Melodramatik aber bei weitem nicht so nervig wie es der Fall hätte sein können. So wird aus dem tropfendem Nationalismus dann auch eine gut abgeschätzte Portion Nationalbewusstsein die den "American Dream" zwar nicht demontiert aber nichtsdestotrotz Ecken und Kanten zu offenbaren weiß. Da kann man auch verzeihen wenn die erste Hälfte etwas schleppt. Vor allem wenn bei all dem was der Film schafft er nie den Sinn für ein wenig Humor verliert.

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