In der Hitze der Nacht

In the Heat of the Night (1967), US Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 22.03.1968


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35 Kommentare
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von Norman Jewison, mit Sidney Poitier und Rod Steiger

Der schwarze Mord-Detektiv aus Philadelphia, Virgil Tibbs, wird auf der Durchreise in einer Südstaaten-Kleinstadt selbst für den Mörder eines weißen Industriellen gehalten. Als sich seine Unschuld herausstellt, arbeitet er mit dem engstirnigen Sheriff an der Klärung des Falles zusammen. Dieser verhindert die Ermittlungen eher, als dass er sie voranbringt. Keiner kann den Fall jedoch alleine lösen. Schließlich reißen sie sich zusammen, legen bestehende Vorurteile beiseite und nehmen den Kampf mit der Zeit zur Aufklärung der schrecklichen Wahrheit auf.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails In der Hitze der Nacht
Genre
Detektivfilm, Polizeifilm, Sozialdrama, Thriller, Drama
Ort
Südstaaten
Handlung
Afroamerikaner, Mord, Polizeichef, Polizist, Rassismus, Roman
Tag
AFI Top 100, Literaturverfilmung, New Hollywood
Verleiher
United Artists
Produktionsfirma
Mirisch Company

Kommentare (35) — Film: In der Hitze der Nacht


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sachsenkrieger

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

TIBBS: Mir steht ihre verdammte Stadt bis hier oben.
GILLESPIE: Mensch, das wäre mir ein wahres Vergnügen, sie jetzt auszupeitschen, Virgil.
TIBBS: Hehehe, ja, mein Vater hat das oft gesagt. Er hat´s sogar ein oder zweimal gemacht.
GILLESPIE: Ja, das war eben zuwenig!

Was anfängt wie ein unspektakulärer Südstaaten-Kleinstadtkrimi, entpuppt sich zunehmend als hervorragend inszenierter Film über den immer noch grassierenden Rassismus im Süden der USA. Sidney Poitier als verständlicherweise etwas überheblicher, gewiefter Nordstaatencop und der für seine Rolle mit einem Oscar ausgezeichnete Rod Steiger als bärbeißiger, letztendlich aber einsichtsfähiger Südstaatensheriff, überzeugen auf ganzer Linie. Gerade das auf einem schmalen Grat wandelnde Zusammenspiel der beiden ist es, das den Film deutlich über das Mittelmaß erhebt.

Fünf Oscars bei sieben Nominierungen, das ist ein beeindruckendes Ergebnis und eventuell sogar gerechtfertigt. Warum allerdings die Kameraarbeit von Haskell Wexler nicht berücksichtigt wurde, ist mir ein Rätsel. Heutzutage wird die Wackeldackelkamera gerne und oft sinnbefreit überall da eingesetzt, wo´s gerade passt, in diesem Film wackelt es da, wo es halt in Wirklichkeit auch wackelt, z.B. bei Verfolgungen. Sehenswerter Film über den Rassismus in den USA, hinter dem Vordergrund eines dagegen fast banal wirkenden Mordes!

In the heat of the night
I've got trouble wall to wall, oh yes I have
An' I repeat, oh, I repeat in the night
Must be an ending to us all

Ray Charles - In the Heat of the Night

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Val Vega

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Bewertung9.0Herausragend

Aus der Amazon-Verpackung, rein in den Blu-ray Player. Es ist ein Film, der den Status eines Klassikers genießt. Bisher kannte ich eigentlich nur den Namen des Films und konnte mir kaum etwas Konkretes darunter vorstellen konnte ich mir nicht. Doch mit den Klängen des wunderbar von Ray Charles interpretierten Titelsongs konnte ich mich sofort in das Mississippi der 1960er Jahre einfühlen. Ein Cop der seine Runden dreht und auf eine Leiche stößt. Der erste Verdächtige – ein Schwarzer auf durchreise – wird festgenommen. Es stellt sich heraus, dass er einer der führenden Ermittler der Mordkommission in einer Großstadt irgendwo im Norden ist und da niemand anderer fähig ist, wird ihm kurzerhand aufgetragen im von der von Rassismus verseuchten Kleinstadt Sparta den Mörder zu finden.

Im Werdegang des Films stellt sich heraus, dass Vorurteile und Rassismus nicht immer einseitig verlaufen müssen. Die Charaktere sind allesamt recht klischeehaft gezeichnet, was im Film nicht wirklich stört, da all diese Klischees nur dazu dienen, jene dem Zuschauer aufzuzeigen. Das Thema Rassismus wird im Film wunderbar aufbereitet und lässt sich als Lehrstück gegen Vorurteile wunderbar verwenden.

Die Inszenierung von Norman Jewison lässt keine Fragen offen. Er ist ein Meister darin die Atmosphäre des Provinznests den ganzen Film lang anhalten zu lassen. Spannung kommt zwar nicht immer auf, denn dafür wirkt manches zu konstruiert (doch das ist eigentlich geschenkt, denn das Thema ist hier im Vordergrund). In den Hauptrollen findet man hier Rod Steiger und Sydney Portier, die in ihren Rollen beide fabelhaft besetzt sind. Beide verkörpern ihre Charaktere mit dem nötigen Respekt und der Ernsthaftigkeit, die es verlangt jene Abziehbilder typischer Klischees realistisch zu verkörpern. Ihr Wechselspiel zwischen Partnerarbeit und rassistischer Feindseligkeit ist vollkommen überzeugend und es macht Spaß ihnen bei ihrer Tätigkeit zu zusehen.

„[…] Virgil, that’s a pretty funny name for a nigger boy, that comes from Philadelphia, waht do they call you up there?“
- „They call me Mr. Tibbs!“

Ich persönlich war besonders von den Bildern des Provinznestes begeistert, die die absolut überragende Kamera hier einfängt. Zusammen mit der wunderbar dazu passenden Filmmusik kreiert man hier eine dichte Atmosphäre, in die die Kriminalgeschichte wunderbar hineinpasst, auch wenn jene nur als Aufhänger dazu dient die Missstände der von Klischees geprägten Sichtweise auf andere Ethnien einer in sich verschworenen Gesellschafft aufzuzeigen.

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Val Vega

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Ich finde den echt atembreaubend, wenn auch eher auf der fromalen Ebene.


The Freewheelin Fonda

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Kann ich nachvollziehen, mir gehts ja wirklich KOMPLETT nur um dden Unterhaltungswert, deshalb hat "AUf der Flucht" ja auch n halben Punkt mehr ;)


Laserdance

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Absoluter Klassiker.

Ein weiter klasse Film von Sidney Poitier.

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Stooorm

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film ist an vielen Stellen zu lang und nicht gerade spannend. Doch das gute Ende und die tolle Schauspielerleistung holen hier einiges raus.

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knusperzwieback

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Bewertung5.0Geht so

Damals bestimmt interessant. Heute bleibt leider nur ein durchschnittlicher Film voller Klischees und einem langweiligen Mordfall übrig.

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Tom S. Jaeger

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wirklich wirklich guter Krimi welcher das Rassismus Thema wundervoll uneindimensional wiedergibt. Großartig besetzt mit einem Rod Steiger in Bestform.
Leider war mir relativ früh klar wer der täter ist... das hätte man noch besser verstecken können. Aber ansonsten - großartige unterhaltung. der Sound von Ray Charles tut sein übriges - 8.5 Punkte.

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Tom S. Jaeger

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Oder um es mit den doch ziemlich gut treffenden Worten des IFL zu sagen: "Hohe Kriminalspannung und vorzügliche Darsteller in einem Qualitätsfilm mit interessanter Thematik."


travis68

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ich hoffe ,er erscheint bald in einer guten bluray-qualität.


ElMagico

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Bewertung7.5Sehenswert

Als Kind wurde ich von meiner Mutter gezwungen diesen Film anzusehen. Ich wuchs zusammen mit meinem schwarzen Neffen auf, der nur um ein Monat jünger ist als ich (Ich bin extremer Nachzügler gewesen, meine Schwester war gleichzeitig mit meiner Mutter Schwanger...die Schwester war von einem G.I. Schwanger und starb relativ kurz nach der Geburt an einer Überdosis) und musste mir mit diesen auch ein Zimmer teilen. Wie in der wirklichen Welt wurden in diesem Mikrokosmos Kinderzimmer aus kleinen Streitigkeiten, Eifersüchteleien oder einfachen Machtspielchen schnell ausgewachsene Rassenunruhen...wir warfen uns wirklich die dümmsten Klischees an den Kopf, nur um dann am Freitag uns die Badewanne teilen zu müssen (zumindest in jüngeren Jahren). Mit der Pubertät kam dann oftmals sogar etwas das Gefühl der Scham mit einher, man will sich da eben präsentieren und dieses ungleich Paar (wir bekamen immer die gleichen Klamotten) war eben ein Quell für seltsame Fragen anderer Menschen.
Bei diesen fränkischen Mini-Rassen-Unruhen war meine Mutter nie der Sozialarbeiter, sie war mehr der Polizist mit dem Schlagstock...aber zumindest kann man ihr nicht vorwerfen, dass sie sich auf die Seite der Weißen oder der Schwarzen stellte...beide Rassen bekamen ihr Fett ab (oder die eine Rasse, wir sind ja Menschen). Zuweilen bekam aber auch sie pädagogische Anflüge und so musste ich mit meinem Bruder "In the heat of the night" und "Shaft" angucken, ich denke mal wir waren um die 10 Jahre alt. Wir durften dadurch länger aufbleiben, also glaub ich nicht, dass einer von uns beiden damals irgendwas einzuwenden hatte. "Shaft" war natürlich um einiges cooler und auch meiner Mutter schien dieser Film besser zu gefallen, da sie uns bei "Shaft" auf einzelne Szenen hinweisen konnte. Besonders die Szene, in der anhand von Kugelschreiber (?) und Kaffeetasse festgestellt wurde das man weder Weiß noch Schwarz ist, hatte es ihr angetan...und ich werde die Szene mein Leben lang auch nicht mehr aus dem Kopf bekommen. "In the heat of the night" war dagegen eher langweilig und ich erinnerte an kaum etwas, als ich den Film gestern wiedereinmal sah. Die Gesichter waren noch bekannt, mehr war da aber nicht mehr.
Insgesamt war ich etwas ernüchtert gestern, da der Film nicht so wirklich erfüllen konnte, was ich mir erhoffte. Ich würde ihn nämlich allein aufgrund der Thematik gern viel mehr Punkte geben, aber wenn ich ehrlich bin, dann hat er die nicht verdient. "In the heat of the night" funktioniert als wirklich spannender und kompakter Kriminalfilm, der sicherlich auch mit seinen Figuren und der Rassenthematik punkten kann. Er ist aber auch ziemlich mutlos und auf seine Art schon wieder reaktionär. Virgil Tibbs ist letztendlich der einzige Schwarze hier, das Schicksal der armen schwarzen Bevölkerung der Südstaaten wird nur ganz leicht angestreift. Irgendwie schien mir der Film zu oft sagen zu wollen: Wenn ein Schwarzer besser ist als ihr, dann müsst ihr ihn respektieren. Nie wurde deutlich, dass eigentlich alle gleich sein sollten. Das Problem Rassismus konzentrierte sich allein auf den Überbullen Tipps und der schien mir eben nicht für die schwarze Bevölkerung zu stehen. Das mag in manchen Teilen der USA damals mutig gewesen sein, aber insgesamt wohnt in diesem Umgang mit dem Rassismus etwas, dass mir einfach ein unbehagliches Gefühl gibt. Und ich denke "Shaft" war die logische Konsequenz auf diesen netten Mr. Tipps, der sich ja doch auch trotzdem wie einen "Nigger" behandeln liess. "Shaft" war der comichafte Traum der schwarzen Leute, er war der Rächer mit Fuck-You-Attitüde...er war der, der sich nicht mehr duckte.
"In the heat of the night" mach ja aber auch nichts Falsches, er macht es für mich nur nicht konsequent und überzeugend genug. Und ein guter Film ist es dennoch, schon allein weil ich die Farben des Filmmaterials vergangener Tage mittlerweile so sehr liebe. Aber auch ansonsten hat "In the heat of the night" alles, was man sich von einem Krimi/Thriller erwartet. Er ist sehr dicht inszeniert, bietet sehr viele Konfliktherde neben seinem Hauptplot und kann vor allem einige sehr ambivalente Figuren aufbieten, die dem Film sehr viel Tiefe verleihen. Gillespie ist die um einiges interessantere Figur in "The heat of the night", völlig undurchschaubar und erschreckend real in seinem Verhaltensmustern.
Bitte nicht abschrecken lassen davon, dass ich mich doch sehr auf diese eine Thema konzentriert habe und dadurch etwas enttäuscht wirke. Definitiv sollte man "In the heat of the night" gesehen haben, weil es einer der stimmungsvollsten und durchaus auch besten Krimis der 60er ist. Wer für sich mehr aus der behandelten Rassen-Thematik ziehen kann, der wird sogar ein kleines Meisterwerk entdecken.

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ElMagico

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Du bist immer gut zu verstehen Marie ;) Wollte einfach deinem Wort "ergreifend" die Größe ein bisschen nehmen, weil ich das mit dem Text auch gar nicht bezweckt hatte. Ich hab dadurch einfach eine prägende Verbindung zu diesem Film und ohne diese könnte ich ihn auch nicht beschreiben...das geht einfach nicht.


mariega

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Du brauchst dich nicht zurechtfertigen :)! Größe hast du in allen Fällen!


uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

ist schon spannend zuzuschauen und das war doch überraschend gut aber Rod Steiger mit sein kaugummi kauen macht ein so nervös...schlimm
Sidney Poitier wr wieder einmal einfach nur toll in seiner rolle

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emotionfreak

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Bewertung7.5Sehenswert

Einigermaßen spannender Krimi und recht interessanter Beitrag zum Thema Rassismus, gewürzt mit guter schauspielerischer Leistung und einem klasse Titelsong. Auf jeden Fall sehenswert, leicht über dem Durchschnitt, für mich aber keiner der gaanz großen Filme. Den Kriminalteil finde ich ganz gut, aber nicht überdurschnittlich und vor allem die Auflösung ist für mich jetzt nicht gerade der ganz große Hammer. Zum Thema Rassismus und Vorurteile gibt es einige wirklich gute Stellen, aber auch da hätte man vielleicht noch mehr rausholen können.

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Alienator

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Bewertung9.0Herausragend

Die Krimigeschichte dient hier als Aufhänger um das Problem von Diskriminierung und Rassismus aufzuzeigen. Dabei verwendet Jewison zwar Klischees,aber diese sind sinnvoll benutzt um selbige auszumerzen. Klischees sind eben deshalb Klischees,weil sie der Kleinbürger verwende und somit verwendet es auch Jewison um eben jenes aufzuzeigen. Der Film zeigt die traditionelle Ausbeutung der Schwarzen als unsinnigen Prozeß. Der Film, einer der ersten großen Kinofilme die sich mit diesem Thema beschäftigen, setzt auf die Gleichwertigkeit des Menschen und dessen Respektierung aufgrund einfacher Formalitäten und Gesetzen.Das das nicht einfach ist zeigt der Film mit seiner schwülen Südstaatenatmosphäre. Rassismus wird hier als Umdenkprozeß benutzt um Toleranz und Akzeptanz zu bilden (so klebt Tibbs den Plantagenbesitzer eine nicht umgekehrt). Zwar geht der Film erst nach ca. 40 Minuten so richtig los,dafür aber umso besser. Unwissenheit und Vorurteile sind Ursachen des kleinstädtischen Rassismus (symbolisch dargestellt durch Rod Steiger). Als Lehrstück fabelhafter Film.

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Uwe B.B.B.

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Bewertung7.0Sehenswert

Großer Klassiker mit Starbesetzung.

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Niotq

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Bewertung6.5Ganz gut

"In the Heat of the Night" ist wohl einer der ersten Filme, die vielen Filminteressierten einfallen, wenn sie über Rassismus in Filmen nachdenken, und tatsächlich hat dieser Film sicherlich einen großen Verdienst darin geleistet, die Rassismusproblematik der Südstaaten auf die Leinwand zu bannen. Insbesondere eine Szene - ein Weißer schlägt einen Schwarzen, der Schwarze schlägt zurück - muss sich dem Publikum eingebrannt haben und bestätigte mir nebenbei auch noch, und ich kann meine Bewunderung grade nicht anders ausdrücken, dass Sidney Poitier eine verdammt coole Sau ist.

Ein Industrieller in einer Kleinstadt in den Südstaaten wird ermordet aufgefunden. Der erste Verdacht fällt auf den Afroamerikaner Virgil Tibbs, bis sich dieser als Polizist offenbart, der fortan bei den Ermittlungen mithilft und seinen weißen Kollegen, angeführt vom rassistischen Sheriff Gillespie, in so mancher Beziehung deutlich überlegen ist. Nichtsdestotrotz merkt Tibbs, dass er dort, wo er ist, nicht sonderlich willkommen ist. Und zwar wirklich so gut wie nirgendwo.

Nun möchte "In the Heat of the Night" also zweierlei sein: ein Kriminalfilm mehr oder weniger klassischer Machart und ein Rassismusdrama, vor allen Dingen aber letzteres. Der Fall rückt nämlich etwas in den Hintergrund und wird erst spät, als der Film der Auflösung entgegenzuckelt, etwas komplexer, setzt dem Zuseher ab da allerdings eher zu viele etwas zu konstruierte Fakten auf einmal vor. Der Film ist eher ein durschschnittlicher Krimi, aber das macht ja nichts, denn Robert Altmans "Gosford Park" etwa ist noch nicht einmal das und gehört trotzdem zu meinen Lieblingsfilmen.

Bleibt also noch die Rassismus- bzw. Sozialstudie übrig. Hier möchte ich dem Film einen Vorwurf machen, bei dem ich mir ehrlich gesagt gar nicht sicher bin, ob ich ihm nicht Unrecht tue: Finde nur ich die Zeichnung der Konfliktparteien etwas gar schablonenhaft geraten? Auf der einen Seite befindet sich der scharfsinnige schwarze Officer, der, um es platt auszudrücken, definitiv einer von den "Guten" ist, auf der anderen Seite den dumm-dumpfen, vorurteilsbehafteten, intoleranten White-Trash-Mob, der dem Nigger zeigen will, wo der Hammer hängt. Ein wenig fühlte ich mich an Arthur Schnitzlers Theaterstück "Professor Bernhardi" erinnert, in dem es ein jüdischer Arzt mit edlen Absichten mit einem antisemitischen Christenmob zu tun bekommt. Was mich nur zweifeln lässt: Wer sagt mir, dass "In the Heat of the Night" nicht doch etwas näher an der damaligen Realität angesiedelt ist als so manch einer annehmen könnte? Ich muss leider gestehen, dass mir hier schlicht und ergreifend das Hintergrundwissen fehlt, um mir hier ein Urteil zu erlauben, ich will in diesem Fall allerdings lieber etwas misstrauisch bleiben.

Man verstehe mich nicht falsch, "In the Heat of the Night" ist, was es ist, ein von Steiger und Poitier großartig gespielter, spannender Krimidramathriller, dem man nicht hoch genug anrechnen kann, was er für eine Botschaft zu vermitteln sucht. Quincy Jones, der viel später noch als Produzent von Michael Jacksons "Thriller" zu Ruhm gelangen sollte, lieferte sehr passende Musik dazu, und die fünf Oscars sind besonders für die damalige Zeit durchaus nachvollziehbar (sonderbar nur, dass Poitier noch nicht einmal nominiert war). Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings, was die Art und Weise der Darbringung der Rassismusbotschaft angeht, die wenig subtil oder nuanciert an den Mann gebracht wird und - wie schon beschrieben - die Kluft zwischen Gut und Böse vielleicht etwas zu großzügig bemisst, wobei dieses Argument zugegebenermaßen auf Sand gebaut ist, da ich mit den Verhältnissen nicht ausreichend vertraut bin. Andererseits... rückgratlose Lynchmobs gibt es doch auch heute noch, wie muss das dann erst in den Sechzigern ausgesehen haben...?

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Hornblower

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Auch wenn ich den Film mehr schätze als Du und mir die möglicherweise etwas holzhammerartige Rassismuskritik nicht negativ aufgestoßen ist, gefällt mir Dein Kommentar sehr gut - nicht zuletzt wegen seiner/Deiner nicht anmaßenden Art.


Niotq

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Danke für das Kompliment. :)


Punsha

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Bewertung5.0Geht so

Der mit fünf Oscars überhäufte Südstaaten-Klassiker IN DER HITZE DER NACHT hat wohl mit dem Thema Rassismus sein damaliges Publikum fest an der Ehre gepackt und neue Debatten über Toleranz entfacht. Aber ob Jewisons Werk auch heute noch seine Zuschauer zum Nachdenken anregt oder ein für den Schulunterricht beispielhafter, kultureller Beitrag ist, darf stark angezweifelt werden. Trotz dass der Film auf technischer und vor allem schauspielerischer Ebene glänzt, macht es sich Jewison inhaltlich viel zu einfach und bearbeitet letztlich ein sehr ernstes und wichtiges Thema recht oberflächlich. Sidney Poitier darf hierbei den gutmütigen, friedliebenden Touristen spielen, während die Polizisten und Bürger aus der kaum fortschrittlichen Kleinstadt Sparta erst mit ihren traditionellen Sichtweisen Ziel unserer Antipathie sind, später aber zumeist einen Wandel eingehen, da sie beginnen, ihren dunkelhäutigen Kollegen so langsam zu schätzen. Dass der Film diese schrittweise Veränderung zum Guten keinesfalls kitschig, noch unnötig überzogen und unrealistisch zelebriert, ist ein starkes Zeugnis inszenatorischer Reife, die deutlich positiver hätte ausfallen können, wenn Jewison seinem Publikum mehr zu sagen hätte, als dass persönliche Wertschätzung nicht auf die Hautfarbe, sondern auf den Menschen und seine Arbeit ankommt. Stattdessen benutzt er einen wenig interessanten Kriminalfall als bloßen Aufhänger für sein Rassismus-Thema, was zur Folge hat, dass die eigentliche Polizeiarbeit genauso uninspiriert und wenig überraschend ist wie seine Auflösung am Ende. Zurück bleibt ein für die 60er handwerklich wirklich klasse gemachter Film, der viel Potential ungenutzt lässt und dessen Story die letzte Würze zu einem sehenswerten und nachdenklichen Werk fehlt. Schade eigentlich.

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Oceanic6

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So und nicht anders, leider.


Benjamin W.

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Bewertung6.0Ganz gut

Wichtiger und couragierter Beitrag zum ewig brisanten Thema Rassismus, der, zeigt er einmal nicht mit den großen kleinen Gesten die Latenz quer durch die gesellschaftlichen Schichten hinweg auf, seine Geschichte vom Mord an einem reichen Investor monoton abspult, von einem Verdächtigen zum nächsten bis zur kruden Auflösung springt, ohne dabei großes Interesse zu wecken, und während der träge voranschreitenden Geschichte wenig mehr als ein gelungen transferiertes Südstaatenflair und einige schön anzusehende, aber schlichtweg nutzlose Szenen zu bieten hat. Die Gleichgültigkeit dem eigenen Fall gegenüber jedoch nivelliert der stets großartige Rod Steigner, dessen William Gillespie sich im Gegensatz zu der übertriebenen Figur des Virgil Tibbs einer ungemeinen Faszination bedienen kann und in seiner undurchschaubaren Mimik und Gestik, seinem notgedrungenen, aber schließlich doch persönlichen Wandel von Abscheu zu Respekt der ungemein attraktivere Part ist, der dem Film mehr und mehr seine überbewertete Größe verleiht.

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guggenheim

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Bewertung6.5Ganz gut

Thematisch hat "In the Heat of the Night" damals ein heißes Eisen aufgegriffen, und leider ist dieses Motiv bis heute aktuell. Allerdings wurden in der Zwischenzeit Filme gedreht, die die Angelegenheit wesentlich intensiver behandelt haben. Darin liegt das Problem von "In the Heat of the Night": Durch den Vergleich stechen die Unzulänglichkeiten stärker hervor. Das Drehbuch ist lückenhaft, die Story nicht fließend, mit Anhaltspunkten und Verdächtigen wird sich meist nicht eingehend beschäftigt, der zugrundeliegende Kriminalfall spielt nur eine untergeordnete Rolle und dementsprechend schwach ist auch die Auflösung. Auch das Kernthema Rassismus hat vergleichsweise wenig Zugkraft, was unter anderem damit zusammenhängt, dass charakterliche Veränderungen der Figuren nur rudimentär abgehandelt werden. Dass "In the Heat of the Night" dennoch im Gedächtnis bleibt, ist den beiden Hauptdarstellern Sidney Poitier und Rod Steiger zu verdanken, die den ganzen Film tragen.
Gäbe es in den USA (woanders ist dies sicherlich auch der Fall) nicht den Drang, mit Auszeichnungen die eigene Vergangenheit bereinigen zu wollen, hätte es "In the Heat of the Night" wahrscheinlich nicht zum Kultklassiker gebracht.

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guggenheim

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Empfand ich auch nicht als Nötigung :)
Ich kenne das, manchmal braucht's einen zweiten Anlauf. Da ich aber noch 30 ungesehene DVDs rumliegen habe, muss das ein oder andere Werk zurückstehen. :D


cpt. chaos

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Da bin ich ja fast schon ein wenig beruhigt...
Ich habe gerade die nächste (und vorerrst auch wirklich letzte!!!) DVD-Großbestellung (Medimops - extrem gut und ziemlich günstig) per Post bekommen, nun sind es bei mir akt. 68 DVDs, die noch gesehen werden wollen. Es artet allmählich in Stress aus... ;o)


Scipio

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Bewertung7.5Sehenswert

Einfach Klasse!!!

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marlose

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Bewertung6.0Ganz gut

Also Hitzewallungen bekomme ich bei diesem Film leider keine. Das Rassismusthema wird längst nicht so intensiv und erschreckend wie in "Mississippi Burning" rübergebracht und auch sonst kommt kaum Spannung auf. Trotzdem wissen die Protagonisten zu gefallen und der Plot ist auch ganz solide.

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MaP

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das muss doch im Zeitkontext betrachtet werden - MIssissippiBurning wurde 20 Jahre (in Worten ZWANZIG) später gedreht; das ist eine Menschengeneration !!


oenna

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Bewertung6.0Ganz gut

Ganz nett, jedoch nenne ich ''Spannung'' etwas anderes.

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Canis Majoris

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Bewertung9.0Herausragend

Alleine das Titellied von Ray Charles ist schon ein Grund, sich den Film anzuschauen.

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Rod Steiger überzeugt in seiner Rolle als rassistischer Provinzbulle, ebenso wie Sidney Poitier als Mordermittlungsspezialist Virgil Tibbs, welcher nicht minder verbohrt und dickköpfig daherkommt.
Man rauft sich aber schließlich trotz aller Widrigkeiten zusammen, überwindet die eigene Engstirnigkeit und fertig ist eine nette Botschaft, die für die damalige Zeit sicherlich etwas Besonderes dargestellt haben dürfte.
Ohne Frage auch heute noch zeitgemäß.

Dennoch hat die Story ihre unübersehbaren Schwächen - für all diejenigen, die in der Lage sind den Handlungsstrang - nämlich die Aufklärung des Mordfalls - auszublenden, mag dieser Film womöglich zurecht ein Meisterwerk sein.

Aber für mich ist "Duplo" nun einmal nicht die längste Praline der Welt...

SCHANDE ÜBER MICH!!!!

Nach der nunmehr erfolgten zweiten Sichtung, muss ich meine Bewertung korrigieren und meinem Kommentar hinzufügen: Man sollte einen solchen Film nicht sehen, wenn die Müdigkeit im Anmarsch ist, denn dieser starke Beitrag gegen den Rassismus lebt von den genialen Dialogwechseln zwischen Steiger und Poitier.

Ich freue mich schon auf den nächsten Anlauf, da hier noch Luft nach oben vorhanden ist!

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