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In der Hitze der Nacht
In the Heat of the Night (1967), US Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 22.03.1968
7.6
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von Norman Jewison, mit Sidney Poitier und Rod Steiger
Der schwarze Mord-Detektiv aus Philadelphia, Virgil Tibbs, wird auf der Durchreise in einer Südstaaten-Kleinstadt selbst für den Mörder eines weißen Industriellen gehalten. Als sich seine Unschuld herausstellt, arbeitet er mit dem engstirnigen Sheriff an der Klärung des Falles zusammen. Dieser verhindert die Ermittlungen eher, als dass er sie voranbringt. Keiner kann den Fall jedoch alleine lösen. Schließlich reißen sie sich zusammen, legen bestehende Vorurteile beiseite und nehmen den Kampf mit der Zeit zur Aufklärung der schrecklichen Wahrheit auf.
Cast & Crew
Drehbuch
Filmdetails In der Hitze der Nacht
- Genre
- Detektivfilm, Polizeifilm, Sozialdrama, Thriller, Drama
- Ort
- Südstaaten
- Handlung
- Afroamerikaner, Mord, Polizeichef, Polizist, Rassismus, Roman
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Kritiken (1) — Film: In der Hitze der Nacht
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenDer Film lebt weniger von seinem unspektakulären Kriminalfall als von dem grandiosen Zusammen- bzw. Gegenspiel zwischen Tibbs und Gillespie. Dabei geht es auch immer mehr weniger darum, eine geordnete Ermittlung darzustellen, als vielmehr die weißen Polizisten, die Rassisten vorzuführen. Denn die schleppen einen Verdächtigen nach dem anderen an, nur, damit Tibbs diese wenig später mit kühler Kombinationsgabe entlasten kann. Somit ist “In der Hitze der Nacht” weniger ein Krimi, als ein Porträt des Rassismus in den Vereinigten Staaten, ein Monument gegen Rassenhass, denn überlegen sind nicht die weißen Polterer, sondern die überlegten Gutmütigen – unabhängig von ihrer Rasse oder Herkunft. Reicht das für einen abendfüllenden Spielfilm? Ja.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (30) — Film: In der Hitze der Nacht
Tom S. Jaeger Wed, 10 Apr 2013 21:00:21 -0000
Kommentar löschenEin wirklich wirklich guter Krimi welcher das Rassismus Thema wundervoll uneindimensional wiedergibt. Großartig besetzt mit einem Rod Steiger in Bestform.
Leider war mir relativ früh klar wer der täter ist... das hätte man noch besser verstecken können. Aber ansonsten - großartige unterhaltung. der Sound von Ray Charles tut sein übriges - 8.5 Punkte.
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Tom S. Jaeger Wed, 10 Apr 2013 21:01:29 -0000
Antwort löschenOder um es mit den doch ziemlich gut treffenden Worten des IFL zu sagen: "Hohe Kriminalspannung und vorzügliche Darsteller in einem Qualitätsfilm mit interessanter Thematik."
ElMagico Thu, 04 Apr 2013 07:55:48 -0000
Kommentar löschenAls Kind wurde ich von meiner Mutter gezwungen diesen Film anzusehen. Ich wuchs zusammen mit meinem schwarzen Neffen auf, der nur um ein Monat jünger ist als ich (Ich bin extremer Nachzügler gewesen, meine Schwester war gleichzeitig mit meiner Mutter Schwanger...die Schwester war von einem G.I. Schwanger und starb relativ kurz nach der Geburt an einer Überdosis) und musste mir mit diesen auch ein Zimmer teilen. Wie in der wirklichen Welt wurden in diesem Mikrokosmos Kinderzimmer aus kleinen Streitigkeiten, Eifersüchteleien oder einfachen Machtspielchen schnell ausgewachsene Rassenunruhen...wir warfen uns wirklich die dümmsten Klischees an den Kopf, nur um dann am Freitag uns die Badewanne teilen zu müssen (zumindest in jüngeren Jahren). Mit der Pubertät kam dann oftmals sogar etwas das Gefühl der Scham mit einher, man will sich da eben präsentieren und dieses ungleich Paar (wir bekamen immer die gleichen Klamotten) war eben ein Quell für seltsame Fragen anderer Menschen.
Bei diesen fränkischen Mini-Rassen-Unruhen war meine Mutter nie der Sozialarbeiter, sie war mehr der Polizist mit dem Schlagstock...aber zumindest kann man ihr nicht vorwerfen, dass sie sich auf die Seite der Weißen oder der Schwarzen stellte...beide Rassen bekamen ihr Fett ab (oder die eine Rasse, wir sind ja Menschen). Zuweilen bekam aber auch sie pädagogische Anflüge und so musste ich mit meinem Bruder "In the heat of the night" und "Shaft" angucken, ich denke mal wir waren um die 10 Jahre alt. Wir durften dadurch länger aufbleiben, also glaub ich nicht, dass einer von uns beiden damals irgendwas einzuwenden hatte. "Shaft" war natürlich um einiges cooler und auch meiner Mutter schien dieser Film besser zu gefallen, da sie uns bei "Shaft" auf einzelne Szenen hinweisen konnte. Besonders die Szene, in der anhand von Kugelschreiber (?) und Kaffeetasse festgestellt wurde das man weder Weiß noch Schwarz ist, hatte es ihr angetan...und ich werde die Szene mein Leben lang auch nicht mehr aus dem Kopf bekommen. "In the heat of the night" war dagegen eher langweilig und ich erinnerte an kaum etwas, als ich den Film gestern wiedereinmal sah. Die Gesichter waren noch bekannt, mehr war da aber nicht mehr.
Insgesamt war ich etwas ernüchtert gestern, da der Film nicht so wirklich erfüllen konnte, was ich mir erhoffte. Ich würde ihn nämlich allein aufgrund der Thematik gern viel mehr Punkte geben, aber wenn ich ehrlich bin, dann hat er die nicht verdient. "In the heat of the night" funktioniert als wirklich spannender und kompakter Kriminalfilm, der sicherlich auch mit seinen Figuren und der Rassenthematik punkten kann. Er ist aber auch ziemlich mutlos und auf seine Art schon wieder reaktionär. Virgil Tibbs ist letztendlich der einzige Schwarze hier, das Schicksal der armen schwarzen Bevölkerung der Südstaaten wird nur ganz leicht angestreift. Irgendwie schien mir der Film zu oft sagen zu wollen: Wenn ein Schwarzer besser ist als ihr, dann müsst ihr ihn respektieren. Nie wurde deutlich, dass eigentlich alle gleich sein sollten. Das Problem Rassismus konzentrierte sich allein auf den Überbullen Tipps und der schien mir eben nicht für die schwarze Bevölkerung zu stehen. Das mag in manchen Teilen der USA damals mutig gewesen sein, aber insgesamt wohnt in diesem Umgang mit dem Rassismus etwas, dass mir einfach ein unbehagliches Gefühl gibt. Und ich denke "Shaft" war die logische Konsequenz auf diesen netten Mr. Tipps, der sich ja doch auch trotzdem wie einen "Nigger" behandeln liess. "Shaft" war der comichafte Traum der schwarzen Leute, er war der Rächer mit Fuck-You-Attitüde...er war der, der sich nicht mehr duckte.
"In the heat of the night" mach ja aber auch nichts Falsches, er macht es für mich nur nicht konsequent und überzeugend genug. Und ein guter Film ist es dennoch, schon allein weil ich die Farben des Filmmaterials vergangener Tage mittlerweile so sehr liebe. Aber auch ansonsten hat "In the heat of the night" alles, was man sich von einem Krimi/Thriller erwartet. Er ist sehr dicht inszeniert, bietet sehr viele Konfliktherde neben seinem Hauptplot und kann vor allem einige sehr ambivalente Figuren aufbieten, die dem Film sehr viel Tiefe verleihen. Gillespie ist die um einiges interessantere Figur in "The heat of the night", völlig undurchschaubar und erschreckend real in seinem Verhaltensmustern.
Bitte nicht abschrecken lassen davon, dass ich mich doch sehr auf diese eine Thema konzentriert habe und dadurch etwas enttäuscht wirke. Definitiv sollte man "In the heat of the night" gesehen haben, weil es einer der stimmungsvollsten und durchaus auch besten Krimis der 60er ist. Wer für sich mehr aus der behandelten Rassen-Thematik ziehen kann, der wird sogar ein kleines Meisterwerk entdecken.
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mariega Fri, 05 Apr 2013 14:03:16 -0000
Antwort löschenErgreifend!
ElMagico Sat, 06 Apr 2013 12:30:05 -0000
Antwort löschenSo ergreifend war das gar nicht Marie, nicht wenn man dabei war :P
mariega Sat, 06 Apr 2013 13:02:19 -0000
Antwort löschenDas verstehe ich: Die Gefühle sind anders je nach dem jeweiligen Ausgangspunkt! (ich hoffe, du verstehst diesen Satz... auf deutsch klingt es irgendwie bizarr ;)!
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ElMagico Sat, 06 Apr 2013 13:36:24 -0000
Antwort löschenDu bist immer gut zu verstehen Marie ;) Wollte einfach deinem Wort "ergreifend" die Größe ein bisschen nehmen, weil ich das mit dem Text auch gar nicht bezweckt hatte. Ich hab dadurch einfach eine prägende Verbindung zu diesem Film und ohne diese könnte ich ihn auch nicht beschreiben...das geht einfach nicht.
mariega Sat, 06 Apr 2013 13:54:09 -0000
Antwort löschenDu brauchst dich nicht zurechtfertigen :)! Größe hast du in allen Fällen!
uncut123 Wed, 27 Mar 2013 17:12:18 -0000
Kommentar löschenist schon spannend zuzuschauen und das war doch überraschend gut aber Rod Steiger mit sein kaugummi kauen macht ein so nervös...schlimm
Sidney Poitier wr wieder einmal einfach nur toll in seiner rolle
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emotionfreak Sun, 24 Mar 2013 18:35:12 -0000
Kommentar löschenEinigermaßen spannender Krimi und recht interessanter Beitrag zum Thema Rassismus, gewürzt mit guter schauspielerischer Leistung und einem klasse Titelsong. Auf jeden Fall sehenswert, leicht über dem Durchschnitt, für mich aber keiner der gaanz großen Filme. Den Kriminalteil finde ich ganz gut, aber nicht überdurschnittlich und vor allem die Auflösung ist für mich jetzt nicht gerade der ganz große Hammer. Zum Thema Rassismus und Vorurteile gibt es einige wirklich gute Stellen, aber auch da hätte man vielleicht noch mehr rausholen können.
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Alienator Tue, 12 Mar 2013 20:41:35 -0000
Kommentar löschenDie Krimigeschichte dient hier als Aufhänger um das Problem von Diskriminierung und Rassismus aufzuzeigen. Dabei verwendet Jewison zwar Klischees,aber diese sind sinnvoll benutzt um selbige auszumerzen. Klischees sind eben deshalb Klischees,weil sie der Kleinbürger verwende und somit verwendet es auch Jewison um eben jenes aufzuzeigen. Der Film zeigt die traditionelle Ausbeutung der Schwarzen als unsinnigen Prozeß. Der Film, einer der ersten großen Kinofilme die sich mit diesem Thema beschäftigen, setzt auf die Gleichwertigkeit des Menschen und dessen Respektierung aufgrund einfacher Formalitäten und Gesetzen.Das das nicht einfach ist zeigt der Film mit seiner schwülen Südstaatenatmosphäre. Rassismus wird hier als Umdenkprozeß benutzt um Toleranz und Akzeptanz zu bilden (so klebt Tibbs den Plantagenbesitzer eine nicht umgekehrt). Zwar geht der Film erst nach ca. 40 Minuten so richtig los,dafür aber umso besser. Unwissenheit und Vorurteile sind Ursachen des kleinstädtischen Rassismus (symbolisch dargestellt durch Rod Steiger). Als Lehrstück fabelhafter Film.
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Uwe B.B.B. Sat, 27 Oct 2012 15:44:51 -0000
Kommentar löschenGroßer Klassiker mit Starbesetzung.
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Niotq Thu, 19 Apr 2012 23:19:36 -0000
Kommentar löschen"In the Heat of the Night" ist wohl einer der ersten Filme, die vielen Filminteressierten einfallen, wenn sie über Rassismus in Filmen nachdenken, und tatsächlich hat dieser Film sicherlich einen großen Verdienst darin geleistet, die Rassismusproblematik der Südstaaten auf die Leinwand zu bannen. Insbesondere eine Szene - ein Weißer schlägt einen Schwarzen, der Schwarze schlägt zurück - muss sich dem Publikum eingebrannt haben und bestätigte mir nebenbei auch noch, und ich kann meine Bewunderung grade nicht anders ausdrücken, dass Sidney Poitier eine verdammt coole Sau ist.
Ein Industrieller in einer Kleinstadt in den Südstaaten wird ermordet aufgefunden. Der erste Verdacht fällt auf den Afroamerikaner Virgil Tibbs, bis sich dieser als Polizist offenbart, der fortan bei den Ermittlungen mithilft und seinen weißen Kollegen, angeführt vom rassistischen Sheriff Gillespie, in so mancher Beziehung deutlich überlegen ist. Nichtsdestotrotz merkt Tibbs, dass er dort, wo er ist, nicht sonderlich willkommen ist. Und zwar wirklich so gut wie nirgendwo.
Nun möchte "In the Heat of the Night" also zweierlei sein: ein Kriminalfilm mehr oder weniger klassischer Machart und ein Rassismusdrama, vor allen Dingen aber letzteres. Der Fall rückt nämlich etwas in den Hintergrund und wird erst spät, als der Film der Auflösung entgegenzuckelt, etwas komplexer, setzt dem Zuseher ab da allerdings eher zu viele etwas zu konstruierte Fakten auf einmal vor. Der Film ist eher ein durschschnittlicher Krimi, aber das macht ja nichts, denn Robert Altmans "Gosford Park" etwa ist noch nicht einmal das und gehört trotzdem zu meinen Lieblingsfilmen.
Bleibt also noch die Rassismus- bzw. Sozialstudie übrig. Hier möchte ich dem Film einen Vorwurf machen, bei dem ich mir ehrlich gesagt gar nicht sicher bin, ob ich ihm nicht Unrecht tue: Finde nur ich die Zeichnung der Konfliktparteien etwas gar schablonenhaft geraten? Auf der einen Seite befindet sich der scharfsinnige schwarze Officer, der, um es platt auszudrücken, definitiv einer von den "Guten" ist, auf der anderen Seite den dumm-dumpfen, vorurteilsbehafteten, intoleranten White-Trash-Mob, der dem Nigger zeigen will, wo der Hammer hängt. Ein wenig fühlte ich mich an Arthur Schnitzlers Theaterstück "Professor Bernhardi" erinnert, in dem es ein jüdischer Arzt mit edlen Absichten mit einem antisemitischen Christenmob zu tun bekommt. Was mich nur zweifeln lässt: Wer sagt mir, dass "In the Heat of the Night" nicht doch etwas näher an der damaligen Realität angesiedelt ist als so manch einer annehmen könnte? Ich muss leider gestehen, dass mir hier schlicht und ergreifend das Hintergrundwissen fehlt, um mir hier ein Urteil zu erlauben, ich will in diesem Fall allerdings lieber etwas misstrauisch bleiben.
Man verstehe mich nicht falsch, "In the Heat of the Night" ist, was es ist, ein von Steiger und Poitier großartig gespielter, spannender Krimidramathriller, dem man nicht hoch genug anrechnen kann, was er für eine Botschaft zu vermitteln sucht. Quincy Jones, der viel später noch als Produzent von Michael Jacksons "Thriller" zu Ruhm gelangen sollte, lieferte sehr passende Musik dazu, und die fünf Oscars sind besonders für die damalige Zeit durchaus nachvollziehbar (sonderbar nur, dass Poitier noch nicht einmal nominiert war). Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings, was die Art und Weise der Darbringung der Rassismusbotschaft angeht, die wenig subtil oder nuanciert an den Mann gebracht wird und - wie schon beschrieben - die Kluft zwischen Gut und Böse vielleicht etwas zu großzügig bemisst, wobei dieses Argument zugegebenermaßen auf Sand gebaut ist, da ich mit den Verhältnissen nicht ausreichend vertraut bin. Andererseits... rückgratlose Lynchmobs gibt es doch auch heute noch, wie muss das dann erst in den Sechzigern ausgesehen haben...?
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N. Hornblower Fri, 20 Apr 2012 08:28:31 -0000
Antwort löschenAuch wenn ich den Film mehr schätze als Du und mir die möglicherweise etwas holzhammerartige Rassismuskritik nicht negativ aufgestoßen ist, gefällt mir Dein Kommentar sehr gut - nicht zuletzt wegen seiner/Deiner nicht anmaßenden Art.
Niotq Fri, 20 Apr 2012 19:42:55 -0000
Antwort löschenDanke für das Kompliment. :)
Punsha Thu, 29 Mar 2012 14:19:54 -0000
Kommentar löschenDer mit fünf Oscars überhäufte Südstaaten-Klassiker IN DER HITZE DER NACHT hat wohl mit dem Thema Rassismus sein damaliges Publikum fest an der Ehre gepackt und neue Debatten über Toleranz entfacht. Aber ob Jewisons Werk auch heute noch seine Zuschauer zum Nachdenken anregt oder ein für den Schulunterricht beispielhafter, kultureller Beitrag ist, darf stark angezweifelt werden. Trotz dass der Film auf technischer und vor allem schauspielerischer Ebene glänzt, macht es sich Jewison inhaltlich viel zu einfach und bearbeitet letztlich ein sehr ernstes und wichtiges Thema recht oberflächlich. Sidney Poitier darf hierbei den gutmütigen, friedliebenden Touristen spielen, während die Polizisten und Bürger aus der kaum fortschrittlichen Kleinstadt Sparta erst mit ihren traditionellen Sichtweisen Ziel unserer Antipathie sind, später aber zumeist einen Wandel eingehen, da sie beginnen, ihren dunkelhäutigen Kollegen so langsam zu schätzen. Dass der Film diese schrittweise Veränderung zum Guten keinesfalls kitschig, noch unnötig überzogen und unrealistisch zelebriert, ist ein starkes Zeugnis inszenatorischer Reife, die deutlich positiver hätte ausfallen können, wenn Jewison seinem Publikum mehr zu sagen hätte, als dass persönliche Wertschätzung nicht auf die Hautfarbe, sondern auf den Menschen und seine Arbeit ankommt. Stattdessen benutzt er einen wenig interessanten Kriminalfall als bloßen Aufhänger für sein Rassismus-Thema, was zur Folge hat, dass die eigentliche Polizeiarbeit genauso uninspiriert und wenig überraschend ist wie seine Auflösung am Ende. Zurück bleibt ein für die 60er handwerklich wirklich klasse gemachter Film, der viel Potential ungenutzt lässt und dessen Story die letzte Würze zu einem sehenswerten und nachdenklichen Werk fehlt. Schade eigentlich.
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Oceanic6 Thu, 29 Mar 2012 18:26:25 -0000
Antwort löschenSo und nicht anders, leider.
Benjamin W. Tue, 27 Mar 2012 19:06:09 -0000
Kommentar löschenWichtiger und couragierter Beitrag zum ewig brisanten Thema Rassismus, der, zeigt er einmal nicht mit den großen kleinen Gesten die Latenz quer durch die gesellschaftlichen Schichten hinweg auf, seine Geschichte vom Mord an einem reichen Investor monoton abspult, von einem Verdächtigen zum nächsten bis zur kruden Auflösung springt, ohne dabei großes Interesse zu wecken, und während der träge voranschreitenden Geschichte wenig mehr als ein gelungen transferiertes Südstaatenflair und einige schön anzusehende, aber schlichtweg nutzlose Szenen zu bieten hat. Die Gleichgültigkeit dem eigenen Fall gegenüber jedoch nivelliert der stets großartige Rod Steigner, dessen William Gillespie sich im Gegensatz zu der übertriebenen Figur des Virgil Tibbs einer ungemeinen Faszination bedienen kann und in seiner undurchschaubaren Mimik und Gestik, seinem notgedrungenen, aber schließlich doch persönlichen Wandel von Abscheu zu Respekt der ungemein attraktivere Part ist, der dem Film mehr und mehr seine überbewertete Größe verleiht.
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guggenheim Tue, 27 Mar 2012 14:02:09 -0000
Kommentar löschenThematisch hat "In the Heat of the Night" damals ein heißes Eisen aufgegriffen, und leider ist dieses Motiv bis heute aktuell. Allerdings wurden in der Zwischenzeit Filme gedreht, die die Angelegenheit wesentlich intensiver behandelt haben. Darin liegt das Problem von "In the Heat of the Night": Durch den Vergleich stechen die Unzulänglichkeiten stärker hervor. Das Drehbuch ist lückenhaft, die Story nicht fließend, mit Anhaltspunkten und Verdächtigen wird sich meist nicht eingehend beschäftigt, der zugrundeliegende Kriminalfall spielt nur eine untergeordnete Rolle und dementsprechend schwach ist auch die Auflösung. Auch das Kernthema Rassismus hat vergleichsweise wenig Zugkraft, was unter anderem damit zusammenhängt, dass charakterliche Veränderungen der Figuren nur rudimentär abgehandelt werden. Dass "In the Heat of the Night" dennoch im Gedächtnis bleibt, ist den beiden Hauptdarstellern Sidney Poitier und Rod Steiger zu verdanken, die den ganzen Film tragen.
Gäbe es in den USA (woanders ist dies sicherlich auch der Fall) nicht den Drang, mit Auszeichnungen die eigene Vergangenheit bereinigen zu wollen, hätte es "In the Heat of the Night" wahrscheinlich nicht zum Kultklassiker gebracht.
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cpt. chaos Wed, 28 Mar 2012 06:11:00 -0000
Antwort löschenNachdem ich es endlich geschafft hatte, den Film das erste Mal vollständig zu sehen, habe ich den ähnlich kritisch beurteilt und bewertet - mehr als eine mittelprächtige 5 wollte da einfach nicht bei rausspringen. Als ich mich jedoch dazu durchringen konnte, dem Film eine weitere Chance zu geben, hat es dann gefunzt... ;o)
guggenheim Wed, 28 Mar 2012 07:51:28 -0000
Antwort löschenIch hab ihn mit vollster Aufmerksamkeit angeguckt, aber mehr is' nicht drin. 6,5 Punkte sind ja jedoch auch nicht schlecht :)
cpt. chaos Wed, 28 Mar 2012 14:31:51 -0000
Antwort löschenIch wollte dich auch nicht nötigen, deine Bewertung aufzubessern... ;o)
Bei mir ist es einfach nur gelegentlich so, dass ich Filme nach dem zweiten Anlauf besser finde; dieser war einer davon.
Aber 6,5 ist ja man auch schon ne recht anständige Bewertung! :o)))
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guggenheim Wed, 28 Mar 2012 14:39:17 -0000
Antwort löschenEmpfand ich auch nicht als Nötigung :)
Ich kenne das, manchmal braucht's einen zweiten Anlauf. Da ich aber noch 30 ungesehene DVDs rumliegen habe, muss das ein oder andere Werk zurückstehen. :D
cpt. chaos Wed, 28 Mar 2012 16:14:25 -0000
Antwort löschenDa bin ich ja fast schon ein wenig beruhigt...
Ich habe gerade die nächste (und vorerrst auch wirklich letzte!!!) DVD-Großbestellung (Medimops - extrem gut und ziemlich günstig) per Post bekommen, nun sind es bei mir akt. 68 DVDs, die noch gesehen werden wollen. Es artet allmählich in Stress aus... ;o)
Scipio Mon, 26 Mar 2012 18:26:15 -0000
Kommentar löschenEinfach Klasse!!!
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marlose Sun, 25 Mar 2012 19:03:51 -0000
Kommentar löschenAlso Hitzewallungen bekomme ich bei diesem Film leider keine. Das Rassismusthema wird längst nicht so intensiv und erschreckend wie in "Mississippi Burning" rübergebracht und auch sonst kommt kaum Spannung auf. Trotzdem wissen die Protagonisten zu gefallen und der Plot ist auch ganz solide.
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oenna Sun, 25 Mar 2012 18:26:21 -0000
Kommentar löschenGanz nett, jedoch nenne ich ''Spannung'' etwas anderes.
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Canis Majoris Wed, 14 Dec 2011 22:55:29 -0000
Kommentar löschenAlleine das Titellied von Ray Charles ist schon ein Grund, sich den Film anzuschauen.
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cpt. chaos Tue, 05 Apr 2011 21:43:23 -0000
Kommentar löschenRod Steiger überzeugt in seiner Rolle als rassistischer Provinzbulle, ebenso wie Sidney Poitier als Mordermittlungsspezialist Virgil Tibbs, welcher nicht minder verbohrt und dickköpfig daherkommt.
Man rauft sich aber schließlich trotz aller Widrigkeiten zusammen, überwindet die eigene Engstirnigkeit und fertig ist eine nette Botschaft, die für die damalige Zeit sicherlich etwas Besonderes dargestellt haben dürfte.
Ohne Frage auch heute noch zeitgemäß.
Dennoch hat die Story ihre unübersehbaren Schwächen - für all diejenigen, die in der Lage sind den Handlungsstrang - nämlich die Aufklärung des Mordfalls - auszublenden, mag dieser Film womöglich zurecht ein Meisterwerk sein.
Aber für mich ist "Duplo" nun einmal nicht die längste Praline der Welt...
SCHANDE ÜBER MICH!!!!
Nach der nunmehr erfolgten zweiten Sichtung, muss ich meine Bewertung korrigieren und meinem Kommentar hinzufügen: Man sollte einen solchen Film nicht sehen, wenn die Müdigkeit im Anmarsch ist, denn dieser starke Beitrag gegen den Rassismus lebt von den genialen Dialogwechseln zwischen Steiger und Poitier.
Ich freue mich schon auf den nächsten Anlauf, da hier noch Luft nach oben vorhanden ist!
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Weltensegler Mon, 04 Apr 2011 20:21:59 -0000
Kommentar löschenDas war das also. Kriminalfilm gemischt mit Rassismusstudie, sehenswert, wenn auch mit ein ein paar Längen. In jedem Fall hat mich Sydney Poitier als farbiger Detektiv Virgil Tibbs sehr überzeugt, er hatte nicht nur den Durchblick, bekam allerdings auch gehörig viel Rassismus ab – und das nicht nur von der normalen Stadtbevölkerung. War natürlich der zentrale Punkt, er hat trotz vieler Rückschläge nicht aufgegeben, guter Mann. Der Fall war jetzt nichts Außergewöhnliches, die Auflösung recht laff, aber so von der Optik und Besetzung her ein interessanter Film, den man ruhig gesehen haben kann.
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Spielberg_Fan Mon, 28 Mar 2011 17:01:02 -0000
Kommentar löschenNicht der Mordfall spielt hier die tragende Rolle, sondern viel mehr der Rassismus. „In der Hitze der Nacht“ ist der etwas andere Krimifilm, der mit Sicherheit ein großartiges Produkt des „New Hollywood“ der 60er ist. Gekonnt wird die Thematik Rassenhass mit den bekannten Kriminal-Filmelementen zusammengeschweißt, ohne dass einer der beiden Teile wirklich darunter leiden muss. Sidney Poitier erbringt hier eine hervorragende Leistung, die diesen Klassiker nochmals aufwertet. Und was den Titel des Streifens angeht, so merkt man über die 110 Minuten Lauflänge förmlich die Hitze, die sich in dieser Kleinstadt breit macht.
Der Film hat sich seine 5 Oscars auf jeden Fall verdient.
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Tyler.Fincher Sun, 23 Jan 2011 17:16:20 -0000
Kommentar löschenDer Film ordnet den Mordfall fast schon etwas unter um rassistische Themen anzusprechen. Der Mord dient eher als Aufhänger für die Begegnung von Tibbs (Sidney Poitier) und Gillespie (Rod Steiger). So, wird dann der Fokus dann auch etwas mehr auf die Auseinandersetzungen mit Gillespie selbst oder anderen teils rassistischen Bürgern gelegt. Hier merkt man dem Film allerdings sein Alter an. Denn so "platt" würde man heute nicht mehr an dieses Thema rangehen. Ansonsten unterhält der Film ganz gut und kommt auch immer wieder auf den Mordfall zurück ohne ihn im Sand verlaufen zu lassen.
Ganz ordentlich und damals wahrscheinlich ein Klasse Film. Wirkt heute allerdings aufgrund der etwas platten Herangehensweise des Themas etwas altbacken.
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Oskar Gleit Sat, 06 Nov 2010 10:51:43 -0000
Kommentar löschenDer Beginn einer hervorragenden Krimiserie, die leider nur dann und wann im Nachtprogramm der ARD wiederholt wird.
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Filmkenner77 Tue, 28 Sep 2010 17:10:27 -0000
Kommentar löschenAbsoluter Klassiker, der mit Sidney Poitier und Rod Steiger erstklassig besetzt wurde. Für die damalige Zeit war das Thema Rassismus in einen Film durchaus gewagt. Beindruckend ist, wie selbstbewusst Poitier den Cop, der von der Bevölkerung, aber auch von den eigenen Kollegen misstrauisch beäugt wird, gibt.
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