Jean Luc Godard: Alphaville

Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution, IT, FR 1965

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6.4

Ganz gut

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Kritiker: 7.2

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Genre
Science Fiction-Film
Inhalt

Science-Fiction-Film von Godard aus dem Jahre 1965, in dem ein Privatdetektiv in die entmenschlichte Stadt Alphaville gerät, in der Emotionen mit dem Tode bestraft werden. Er soll den vermissten Agenten Henry Dickson suchen, doch das Sicherheitssystem der Stadt, genannt Alpha 60, und der fiese Professor Vonbraun kommen ihm in die Quere.

Cast
Anna Karina, Akim Tamiroff, Eddie Constantine Mehr
Regisseure
Jean-Luc Godard
Autor
Jean-Luc Godard
Laufzeit
100 Minuten

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Kommentare — Ganz gut 6.4

Der Film Jean Luc Godard: Alphaville wurde von 211 Mitgliedern bewertet.

Joe Gillis

Bewertung9.5Herausragend

Fürwahr ein seltsames Abenteuer, dieser Film. Von 1965 aus betrachtet sah die Zukunft aus wie 1965, also wie Gegenwart, von heute aus betrachtet sieht die Zukunft auch aus wie 1965, also wie Vergangenheit... Geheimagent Lemmy Caution kommt nach Alphaville – eine Stadt (= eine Welt) ohne Gefühle (= ohne Liebe), die von einem elektronischen Superhirn (das aussieht wie eine Glühlampe hinter einem Ventilator) beherrscht wird –, um einen verschwundenen Wissenschaftler zu suchen. Der Verschwundene wird wiedergefunden und entpuppt sich als Erfinder (= Programmierer) des gefühlstötenden Großrechners. Lemmy mischt Alphaville gründlich auf, indem er 1. ab und zu jemanden abknallt und 2. Poesie (= irrationale Sentenzen) ins Spiel bringt. Die Maschine und ihr Herrchen sterben, die Frau (klar, es gibt auch eine Frau) lernt lieben. Mann, was für ein Kitsch! Aber was für ein toller Kitsch!

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JeanLucBizarre

Bewertung5.5Geht so

Ich tat mich schwer mit der Bewertung des Filmes. Zu Beginn nervte diese bemühte Verwirrung des Zusehers durch schräge Wortwahl und einer Menge vorenthaltener Information.
Als dann klar wurde, dass Lemmy den Erschaffer dieser Welt sucht, wurde es doch interessant. Leider ist dieser Teil der Handlung komplett sinnlos, denn Lemmy zerstört alpha60 durch seine unlogischen Aussagen. Das hätte er auch gekonnt ohne Vonbraun zu finden, oder ihn gar zu töten. Und ihn zu überreden Alphaville zu verlassen war von vorn herein zum Scheitern verurteilt, denn in der Außenwelt hätte dieser sich für den angezettelten Krieg verantworten müssen.
Übrig blieb für mich die Frage, warum sich Kunstschaffende so oft von Wissenschaft bedroht fühlen. Es ist als ob sie meinten, dass nur die düstersten Utopien Gehör fänden und positive Visionen irgendwie naiv wären. Dass sie damit der menschlichen Natur, deren Einmaligkeit sie ja so gern betonen, rein gar nichts zutrauen ist entweder Dummheit, oder Anmaßung. Verkehrt man die Grundidee des Filmes, nämlich eine Welt, die unter dem Diktat der Logik und Technik leidet ins Gegenteil und erhebt die Gefühle zum zentralen Dogma, so wird das Szenario nicht menschenfreundlicher. Hier würden schließlich die präzisen, unsensiblen Menschen zu Ausgestoßenen. Keine Eigenschaft des Menschen ist per se gut oder schlecht - weder seine Fähigkeit zum logischen Denken noch seine Empfindsamkeit. So profan die Aussage auch sein mag: das Ideal liegt irgendwo dazwischen - und dem trägt der Film keine Rechnung. Er ist schlicht schwarz/weiß.
Technik ist ein Sache, der Umgang mit ihr eine andere. Aber zum Glück wird dieser Umgang ja von einem Geschöpf gestaltet, das zu lieben fähig ist. Ich bitte daher um ein wenig mehr Optimismus...

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8martin

Bewertung7.0Sehenswert

Es ist schon genial, mit welch raffinierten, visionären Facetten Godard eine Welt beschreibt, die vom Computer Alpha 60 beherrscht wird. Die Bewohner unterscheiden sich von der Außenwelt durch ihren Wortschatz. Statt „Hallo!“ oder „Tschüss!“ sagen sie „Es geht mir gut. Bitte, Danke.“ Bezeichnenderweise fehlen ihrem Vokabular Worte wie ’Liebe, Gewissen oder Gefühl’. Es ist verboten das Wort ’warum?’ zu benutzen und ihre Gesten passen nicht zu ihren Worten: man nickt, wenn man ’Nein’ sagt und zur Bejahung schüttelt man den Kopf. Natürlich bekommt am Ende der Held die Schöne (Anna Karina), aber erst nachdem sie das erlösende ’Ich liebe dich’ gehaucht hat. Manches ist heute nach über 40 Jahren etwas gewöhnungsbedürftig. Und echte Negativbilder, wie hier, sieht man im Film nicht allzu oft. Auch wenn Lemmy Caution mal rumballert und sich prügelt - aber nur kurz - so wird doch mehr Wert auf die Darstellung des Lebens in einer futuristischen, totalitären Welt gelegt.

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