Kommissar Wallander: Die falsche Fährte
Wallander: Sidetracked (2008), GB/SE Laufzeit 90 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller
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3 Kommentare
Keine
von Philip Martin, mit Kenneth Branagh und Sarah Smart
Kommissar Wallander ist geschockt: Vor seinen Augen verbrennt sich ein Mädchen in panischer Angst. Es gibt keine Hinweise auf ihre Identität, niemand scheint sie zu vermissen. Was brachte die etwa 15-Jährige dazu, diesen qualvollen Tod zu wählen? Die bohrende Frage beschäftigt den Kommissar, als er schon den nächsten Fall auf den Tisch bekommt. Gustav Wetterstedt, ehemaliger Justizminister, wird vor seiner Strandvilla erschlagen und skalpiert aufgefunden. Nachdem kurz darauf der wohlhabende Kunsthändler Arne Carlman auf die gleiche Weise ermordet wird, vermutet man einen Serientäter. Gegen seinen Willen muss Wallander den ehrgeizigen Profiler Mats Ekholm hinzuziehen. Die erste heiße Spur ergibt sich durch einen Hinweis des alkoholabhängigen Ex-Reporters Lars Magnusson: Als investigativer Journalist versuchte er nachzuweisen, dass Wetterstedt und Carlman in eine Affäre mit minderjährigen Prostituierten verstrickt waren. Bald passiert der nächste Mord, doch er passt nicht ganz ins bisherige Muster: Das Opfer ist kein Prominenter, sondern ein polizeibekannter Krimineller er wurde nicht nur skalpiert, ihm wurden auch die Augen verätzt. Durch Magnussons Hinweis, die Skalpierungen könnten der Rettung einer anderen Seele dienen, erkennt Wallander, dass er die falsche Fährte verfolgt.
Cast & Crew
- Genre
- Kriminalfilm, Thriller
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Kommentare (3) — Film: Kommissar Wallander: Die falsche Fährte
Olav Holfeld Sat, 20 Feb 2010 13:50:05 -0000
Kommentar löschenSchöne Farben, unaufgeregte Kameraführung und der zweifellos nervtötendste Handy-Klingelsound, den ich je gehört habe. Kenneth Branagh ist unzweifelhaft ein hervorragender Schauspieler. Gegen Rolf Lassgard als Wallander bleibt er trotzdem irgendwie farblos.
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aikifreak Sat, 06 Jun 2009 23:43:55 -0000
Kommentar löschenFür einen Fernsehkrimi bietet diese Wallanderverfilmung eine dichte Atmosphäre und eine gute Geschichte. Den melancholischen Grundton muß man allerdings mögen. Es gibt keine Dialogkaskaden, keine große Action, dafür Selbstzweifel und Verständnislosigkeit gegenüber der dunklen Natur des Menschen. Es ist nicht einfach diese Grundtöne einen Film tragen zu lassen und wurde schon oft in den Sand gesetzt. Branagh leistet aber eine unglaublich gute, vor allem subtile Arbeit. Schlechtere Schauspieler verfallen in solchen Szenen immer in "Overacting" und wirken eher lächerlich als tragisch. Den Rest besorgt die schwedische Landschaft und eine gediegene Kameraführung.
Spannungstechnisch wird die Story ab ca. der Hälfte durchsichtig, wobei ich das nicht unbedingt als störend empfand. Dreifache Winkelzüge wirkten bei dieser Art von Krimi irgendwie fehl am Platz.
Fazit: Deutsche Produktionen könnten sich mal ruhig eine Scheibe abschneiden. Das beste vom Tatort-Schrott kommt nicht an diesen Branagh-Wallander heran.
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Darbon Fri, 29 May 2009 21:54:54 -0000
Kommentar löschenMan muss Mankells Wallander mögen, um von diesem Film entsprechend begeistert zu sein. Edel und weise sind die Motive allemal; wir wissen, wenn die Justiz nicht funktioniert, ist die Demokratie zum Scheitern verurteilt.
Beim ersten Auftauchen einer bestimmten Figur ist offensichtlich, wer der unbekannte Rächer ist, der hier den Abschaum per Axthieb richtet; Wallander selbst, der nur in sich selbst leidet, erkennt ihn auch beim zweiten Treffen nicht. Es ist kein Krimidrama um einen besonders fähigen Detektiv sondern ein Befindlichkeitsdrama um einen adipösen und ungesund lebenden Schweden und nebenbei auch ein Drama um Menschenhandel und die Prostitution Minderjähriger. Dass sich die Schuldigen in der ehrenwerten Oberschicht finden, versteht sich von selbst.
Die bildgewaltige Eröffnung mit dem Flammentod im leuchtend gelben Rapsfeld versinkt trotz eines gewissen britischen Tempos und exzellenter Photographie in einer einschläfernden Erzählung; auch die Soap-Dialoge zwischen Wallander und seinem Alzheimer-Vater machen das Drumherum zu einem faden Fernsehabend um das Mankell-Mantra, der im dunklen Herzen der Gesellschaft forscht und daran krankt: "In was für einer Welt leben wir bloß, in der sich ein 15jähriges Mädchen selbst verbrennt?"
Branagh spielt bewusst träge, sperrig und besserwisserisch, leicht dicklich und mit geröteten Augen, wofür er den britischen Broadcasting Press Guild Award und weitere Fernsehpreise erhielt; berühren kann diese dauertraurige Maskerade der depressiven Schwermütigkeit nicht. Das liegt dann - Branagh zugute haltend - an der Figur des Wallander, der ewig an seiner eigenen Betroffenheit leidet.
Branagh selbst sagt, dies sei kein Whodonit sondern ein Whydonit. Diesem Anspruch der Motivationen wird der Film nicht gerecht. Er lässt neben Branagh nur die Landschaft von Ystad als zweite Hauptdarstellerin. Immerhin bieten die wenigen Auftritte von John McEnery als versoffenem Ex-Journalist Lars Magnusson und David Warner als Wallanders Vater in dieser Tristesse für kurze Lichtblicke.
Gegen Ende - der pensionierte Polizeibeamte und Oberschurke der gesellschaftlich hochrangigen Zuhälterbande um Kunsthändler und Justizminister wird gegen seinen Willen aus dem Gefängnis entlassen, um als Köder seinen Schädel zur Spaltung anzubieten - kommt tatsächlich etwas Freude auf, doch dann stehen Wallander und sein Vater auch schon wieder bleischwer am Bootssteg und starren in die schwedische Landschaft. Die omnipräsente Landschaft, die dem Vater seit Jahren die immergleichen Motive für die immergleichen Bilder bietet, so wie der Sohn die immergleichen Motive des ewiglich Bösen ergründet.
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