Lilies - Theater der Leidenschaft

Lilies - Les feluettes (1996), CA
Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Drama

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Lilies - Theater der Leidenschaft - Bild 1176220
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von John Greyson und John Greyson, mit Marcel Sabourin und Ian D. Clark

Anfang der fünfziger Jahre reist Bischof Bilodeau in das Gefängnis der Provinz Québec. Ein in die Jahre gekommener Häftling will die Beichte ablegen. Sehr schnell wird dem Bischof klar, daß er selbst Teil dieser Geschichte ist, die vor fast vierzig Jahren ihren tragischen Lauf nahm. Lilies – Theater der Leidenschaft beschreibt die verbotene Sehnsucht zweier junger Männer, deren Liebe bedingungslos ist, die sich in Leidenschaft begehren, fesselnd, erotisch und zugleich grausam in ihrer Entwicklung.


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patcharisma

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Bewertung5.5Geht so

Wer auf abgehobene Parabeln mit einem Schuss Surrealismus steht, findet vielleicht noch Gefallen an dieser kanadischen Version, die in groben Zügen an Fellini's "Satyricon" erinnert. Natürlich ist die Geschichte einer schwulen Dreiecks-Jünglings-Liebe um die Jahrhundert-Wende als altertümliche Tragödie (voller triefenden Dialogen) inszeniert und die enden - wen wundert's - meistens immer in Schmach, Verderben und Tod. Die Idee des Grund-Settings ist so bizarr, dass man sich beinahe kneifen muss: Ein fetter Bischof kommt in den 50's als hoher Besuch in den Knast, um dort eine Lebensbeichte eines Häftlings abzunehmen. Doch der wird dann in der Beichtkammer selbst eingeschlossen und muss somit zwangsweise sein eigenes autobiografisches und entlarvendes Theaterstück mitansehen, das die anderen Häftlinge für ihn aufführen. Dass die bunt gekleideten Kirchendiener selbst die grössten Sünder von uns allen sind, lehrte uns ja die Geschichte längstens. Natürlich switcht dann die Kamera zurück in die "echte" Zeit des Geschehens und serviert dem Zuschauer sämtliche James Ivory-Klisches aus der Hochzeit der Romantik (mit vielleicht der Ausnahme, dass die Frauen auch von Männern gespielt werden). Bankette, Kostüme, Wasserfälle, Mansion-Häuser, Boote, Kutschen, Gas-Licht, die titelgebenden Blumen und natürlich etwas nackte Boy-Haut sind die visuellen Ausstattungs-Zutaten, und Komponist Mychael Danna unterstreicht die edlen Bilder mit seinen Klängen aus barocker Salonmusik und schweren Choral-Schwaden.

Jemand sagte mir mal, dass die Gays so gerne in diese über-aesthetisierten Welten abtauchen, weil sie damit die angelasteten Klisches des "schmutzigen" Sex zu gegenbeweisen und zu bekämpfen suchen. Ich bezweifle, dass das mit so einem Unterfangen wie "Lilies" gelingt, für mich brachte die Schuld- und Sühne-Geschichte eher einmal mehr die Untermauerung sämtlicher veralteter Vorurteile mit sich, mit der Gefahr obendrein, damit gar noch ins Lächerliche abzurutschen. Und Durchhaltewillen, ja ganz viel Durchhaltewillen, das verlangt das schräge Drama auch vom Zuschauer...

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mushabob

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr gutes Drama, dass vor allem mit einem eigenen Look zu überzeugen weiß.

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