Lutter: Toter Bruder

Lutter: Toter Bruder (2008), DE
Laufzeit 90 Minuten, Kriminalfilm

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von Torsten Wacker, mit Joachim Król und Sascha Laura Soydan

An einem der Ruhrwehre wird der Leichnam eines jungen Mannes angespült. Kein Unfall, wie sich zeigt, denn der junge Mann hat einen tropischen Zierfisch in der Lunge und ist also anderswo ertrunken. Als die Identität des Opfers ermittelt ist, weiß Kriminalhauptkommissar Lutter, dass ihm ein schwerer Gang bevorsteht: Der Ermordete ist der Bruder seines alten Freundes Sunny Schwecke. Bei der Suche nach dem Tatort für den Mord an Ritchie Schwecke werden Lutter und sein Partner Engels rasch fündig – die Zeitungen sind voll von dem tollkühnen Raubzug in einer Juwelenmesse in der Zeche Zollverein. Der oder die Täter haben sich von der Decke des Ausstellungsraums abgeseilt und die in großen Aquarien dekorierten teuren Steine mitgehen lassen. Dass Richie einer von ihnen war, steht nach den Ergebnissen der Spurensicherung fest. Aber warum sollte ihn sein Komplize noch in der Ausstellung ertränken und dann die Leiche in die Ruhr werfen? Laut der Polizeiakten war Ritchie bis vor einigen Jahren ein jugendlicher Mehrfachtäter, Sunny schwört indes, dass sein Bruder endgültig einen Schlussstrich unter die krummen Touren gezogen habe. Zuletzt sei er ganz in seinem Hobby aufgegangen: der Kletterei. Lutters Nachforschungen bei Ritchies Kletterfreunden führen zu nichts – beziehungsweise, zu Lutters Beunruhigung, nur wieder zurück zu Sunny, der früher ebenfalls geklettert ist. Lutter kennt Sunny gut genug, um zu wissen, dass ihm der Freund etwas verschweigt. Diesem Geheimnis, das Sunny, Ritchie und Ritchies Vater Heinrich, alteingesessener Juwelier und einer der beiden Veranstalter der Juwelenmesse miteinander teilen, kommen Lutter und Engels freilich erst auf die Spur, als sie bei ihren Ermittlungen mit dem aalglatten Pfandleiher Kovac und seiner Frau Irina auf zwei weitere Gestalten aus Ritchies Vergangenheit stoßen. Kovac spielt ein doppeltes Spiel der übelsten Sorte. Lutter, in diesem Fall drauf und dran, die Ermittlungen aus persönlichen Gründen abzugeben, zieht im richtigen Moment die richtigen Karten und kann doch nicht verhindern, dass die Lage noch einmal richtig gefährlich wird: Denn Sunny scheint plötzlich zum Äußersten entschlossen.


Cast & Crew


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RoosterCogburn

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Beginn erinnert an "Thomas Crown" oder "M:I". Doch das wirkt nur sehr kurz. Dann wird einem sofort die erwartete Portion Ruhrpottcharme und eine Menge Regionalkolorit entgegen geschmettert. Gerade diese Inszenierung macht diese (leider kurzlebige) Reihe aus. Das liegt natürlich auch an Joachim Król, der den Kommissar buchstäblich mit einem Augenzwinkern spielt. Unehelich gezeugte Kinder, Jahrzehnte lang erduldete Lebenslügen und tragische Todesfälle verleihen der Geschichte zusätzlich eine reizvolle Vielschichtigkeit. Armin Rohde hat sichtlich Spaß an seiner Gastrolle als luxemburgisch-ungarischer Hehler. Leider wirkt Charles Brauer in seiner Rolle recht farblos. Fazit: Lutter's vierter Fall ist, in meinen Augen, der beste der Reihe. Tolle TV-Krimi-Kost mit dem üblichem Essener Charme.

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Joey

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Starke Charaktere von sehr guten bis brillanten Schauspielern verkörpert, bei denen das Zuschauen eine Freude ist. Emotional tiefgründig und trotzdem mit extremer Leichtigkeit inszeniert. Joachim Krol bis zum kleinsten Augenzucken absolut überzeugend, Armin Rohde ein wunderbarer Antagonist, Matthias Köberlin als kongenialer Partner Lutters und Jochen Nickel in mehr als einer Nebenrolle brillant als Lutters bester Kumpel - hier stimmt's einfach. Die Geschichte, durchaus komplex zu nennen, ordnet sich den Charakteren und ihren Beziehungen und Problemen unter. Spannend, witzig und temporeich. Kurz gesagt: Herausragendes Fernsehen!

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