×
Einen Moment, bitte...
Wähle eine Liste aus
Wie soll die Liste heißen?
Schreibe kurz, warum der Film auf diese Liste gehört
✖
Mamma Roma
(1962), IT Laufzeit 110 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 28.07.1966
7.7
Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1
Community
91 Bewertungen
4 Kommentare
91 Bewertungen
4 Kommentare
-
Deine Vorhersage
Deine Bewertung
Keine
Keine
admin
image admin
trailer admin
edit
edit group memberships
sweep cache
Moviemaster:Movie
von Pier Paolo Pasolini, mit Franco Citti und Silvana Corsini
Die Prostituierte möchte nach der Heirat ihres Zuhälters ein neues Leben beginnen. Daher nimmt sie ihren Sohn Ettore, der im Internat aufgewachsen ist, zu sich, und zieht mit ihm in eine bürgerliche Gegend, wo sie nun ein normales Leben führen will.
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Fans dieses Films mögen auch
Das 1. Evangelium - Matthäus
FR/IT 1964
Rocco und seine Brüder
FR/IT 1960
Die Braut trug schwarz
FR/IT 1968
Alexis Sorbas
GB/GR/US 1964
Fans dieses Films gefiel auch
Top 5 vorgemerkte Filme
Accattone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß

















Kritiken (1) — Film: Mamma Roma
Ulrich Behrens
Kommentar löschenAnfang und Ende des Films sind durch mehr oder weniger offene religiöse Bilder gekennzeichnet. Der Blick auf die Hochzeitstafel ähnelt stark dem Blick auf das Abendmahl – und am Schluss blickt Mamma Roma, halb verzweifelt, halb wütend auf die Kirchenkuppel in der Ferne. Aber der Film insgesamt enthält diese religiösen Bezüge immer wieder – nur in einer absolut negativen Sicht auf die organisierte Religion. Der Zuhälter Carmine, der anfangs und dann zweimal später in Mamma Romas Leben auftaucht, gefährdet ihren Traum von einem kleinbürgerlichen, geordneten Leben immer wieder. Der Priester hat "gute Ratschläge", die Mamma Roma und ihren Plänen mit Ettore nichts zu nutzen scheinen. Und das Kreuz tragen sie und Ettore. Es scheint das "Schicksal" zu sein, das ihr immer wieder im Weg steht. Doch bei genauerer Betrachtung entblößt Pasolini das religiöse Heilsversprechen als Weg in die Irre, als Blendwerk.
Pasolini stellt seine Protagonisten in eine graue, triste Umgebung, und trotzdem sind es ihre Vitalität, ihr Lebenswillen, ihre Hoffnung, die sie aus dieser Tristesse wieder herausholen. Besonders Anna Magnani ist es natürlich, die der Figur der Mamma Roma diese Lebendigkeit einhaucht – eine Frau voller Pläne, Gedanken, Hoffnungen. Ihr lautes Lachen drückt dies aus, ebenso es die Verzweiflung zum Vorschein bringt. Ihr Traum, so zu sein und zu leben wie die, die in die Kirche gehen und ein Geschäft haben und keine materiellen Nöte kennen, zerbricht an der Fassade einer Gesellschaft, die die sozialen Differenzierungen und die soziale Deklassierung erhalten will, um sich selbst reproduzieren zu können.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (3) — Film: Mamma Roma
Demine Sat, 04 May 2013 11:27:08 -0000
Kommentar löschen"Die Fehler, die man in seinem Leben macht, werden zu einem Weg, den auch diejenigen gehen müssen, die keine Schuld trifft."
Nach Jahren der Abhängigkeit von ihrem Zuhälter Carmine sucht die Prostituierte Mamma Roma, hervorragend gespielt von Anna Magnani, gemeinsam mit ihrem 17-jährigen Sohn Ettore einen Weg zurück in das gesellschaftliche Leben.
Ettore, seit seinen frühesten Kindertagen allein auf dem Land lebend, soll gemeinsam mit seiner Mutter in einer neuen, schöneren Wohnung in Rom unter besseren Verhältnissen leben und selbst eine vielversprechendere Zukunft haben als sie. Er soll kein Hilfsarbeiter auf dem Bau sondern ein ehrenhafter Mitarbeiter in einem anerkannten Beruf werden - jemand mit guten Chancen auf ein geregeltes, sorgenfreies Leben.
Pasolini portraitiert in seinem zweiten Spielfilm zum einem die von ihrer schweren Vergangenheit verfolgte Mamma Roma, die sich trotz ihres grenzenlos wirkenden Optimismus nicht vor Rückschlägen und weiteren Auseinandersetzungen mit ihrer Vergangenheit retten kann. Eine gebrochene Frau, die probiert ihr eigenes Leben trotz all der Hürden zu meistern und gleichzeitig ihrem Sohn die richtigen Werte mit auf dem Weg zu geben.
"Er kam ganz allein auf diese Welt. Er wuchs alleine auf. Wie ein kleiner armer Spatz. Immer auf der Suche nach etwas. Aber auf der Suche wonach?"
Auf der anderen Seite taucht man ein in die Welt des pupertären Ettore, seiner Suche nach den Freiheiten im Leben, der Suche nach den ersten Erfahrungen mit der Liebe und dem Kampf auf dem Weg zwischen Kindheit und Erwachsenwerden.
Am liebsten Fußball spielend mit seinen neu gewonnen Freunden muss er lernen Verantwortung zu übernehmen, zu arbeiten - sich selbst eine gute Zukunft zu schaffen.
Was lange Zeit trotz der schwierigen Bedingungen ganz gut zu gelingen scheint, wird spätestens dann zu einem Problem als Ettore von der Vergangenheit seiner Mutter erfährt und sich von ihr und dem gesellschaftlichen Leben abwendet. Er nicht mehr mitspielen will, sondern wieder seine sorgenlose, unbeschwerte Kindheit leben möchte, sich herumtreibt und die Grenzen des Erlaubten austestest.
Einmal mehr schuf Pasolini in "Mamma Roma" ein packendes Sozialdrama über die bescheidenen Träume der kleinen Leute, die trotz großer Bemühen nur schwer Anerkennung im gesellschaftlichen Leben finden. Besonders authentisch ist dies, da er überwiegend auf Laiendarsteller setzte und sich nicht scheut auch die hässlichen (wenn auch poetisch in Szene gesetzten) Seiten Roms auf die Leinwand zu bringen.
Ein leider viel zu unbekanntes Werk eines großartigen Regisseurs, welches eindeutig mehr Beachtung verdient und hiermit von mir eine absolute Empfehlung bekommt.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Ekenekepenh Mon, 09 Apr 2012 05:45:48 -0000
Kommentar löschenEin echtes Pasolini- Sozialdrama aus seiner frühen Zeit (ich glaube das war sein zweiter Spielfim)und man erkennt schon deutlich seine Handschrift und ahnt insgeheim,was da noch kommen mußte.Wirklich sehr gelungen und sehr fesselnd und daß die Magnani klasse ist,muß wohl nicht extra erwähnt werden,Alzheimer beiseite,ich tu´s trotzdem und gebe achteinhalb ( ist auch der Titel eines Fellini-Films,der nicht weniger sehenswert ist)
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Wumz Tue, 03 Apr 2012 17:21:57 -0000
Kommentar löschenPier Paolo Pasolinis zweiter Film in Eigenregie ist wie sein erster Film eine Milieustudie über die Arbeiterklasse in und um Rom. In "Accattone" spielte noch ein Zuhälter die Hauptrolle, der versuchte sich irgendwie durchzuschlagen. In "Mamma Roma" stehen eine Mutter und ihr Sohn im Mittelpunkt. Mamma Roma ist eine Prostituierte, die sich für sich selbst und ihren Sohn ein besseres Leben wünscht, ein Leben wie das der gut titulierten Kirchgänger, voller Besitztümer und ohne Sorgen. Sie ist allem Anschein nach eine starke Frau mit laut schallendem Lachen, die das Leben anpackt und so mit ihrem Sohn in ein besseres Viertel Roms zieht, um dort einen kleinen Gemüsestand zu unterhalten. Doch auch die Tristes des neuen Viertels und seiner Einwohner macht wenig Hoffnung auf Veränderung.
Der Film wird begleitet von immer wiederkehrender kirchlicher Symbolik und ist als sehr kritischer Film im Bezug auf die in Rom vorherrschende katholische Religion zu sehen, eine Religion die vorgibt für jeden ein offenes Tor zu haben, doch die mit den Problemen von Mamma Roma und ihrem Sohn schlichtweg überfordert ist.
bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten