Micmacs - Uns gehört Paris
Micmacs à tire-larigot (2009), FR Laufzeit 104 Minuten, FSK 12, Komödie, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 22.07.2010
30 Bewertungen
Skala 0 bis 10
1206 Bewertungen
70 Kommentare
Keine
von Jean-Pierre Jeunet, mit Dany Boon und André Dussollier
Eines Abends tritt Bazil vor die Tür seiner Pariser Videothek – nur um eine verirrte Pistolenkugel in den Kopf zu bekommen. Dumme Sache, aber nicht unbedingt tödlich, entscheiden die Ärzte und entlassen Bazil aus dem Krankenhaus – mit Kugel im Kopf, aber ohne Job und Wohnung steht er auf der Straße. Doch das Glück lässt nicht lange auf sich warten: Bazil trifft auf den kauzigen Canaille, der mit einer Gruppe wunderlicher Außenseiter zusammenlebt. Bei dieser skurrilen Familie findet Bazil ein neues Zuhause und taucht unter in eine Welt voller magischer Momente mitten in einem unbekannten Paris. Vor allem die biegsame Mademoiselle Kautschuk weckt Bazils Interesse und erobert schnell sein Herz. Doch es wird noch eine Weile dauern bis beide zusammen kommen. Zunächst muss Bazil noch eine Mission erfüllen…
Mehr Bilder (24) und Videos (2) zu Micmacs - Uns gehört Paris
Cast & Crew
- Genre
- Komödie, Kriminalfilm, Gaunerkomödie, Gerechtigkeitsdrama, Schwarze Komödie, Sozialdrama
- Zeit
- 2000er Jahre, Gegenwart
- Ort
- Paris
- Handlung
- Arbeitslosigkeit, Außenseiter, Behinderung, Gangster, Kleinkrimineller, Kopfverletzung, Motorradunfall, Müllhalde, Obdachloser, Obdachlosigkeit, Pistole, Rache, Rüstungsindustrie, Schuss in den Kopf, Schusswaffe, Schusswunde, Sträfling, Unfall, Unfall mit Waffe, Verkehrsunfall, Videothek, Waffe, Waffenentwickler, Waffengesetze, Waffenkauf
- Stimmung
- Berührend, Eigenwillig, Witzig
Fans dieses Films mögen auch
Delicatessen
FR 1991
Die fabelhafte Welt der Amélie
DE/FR 2001
Die Stadt der verlorenen Kinder
FR 1995
Die Kinder des Monsieur Mathieu
CH/FR 2004
Night on Earth
DE/FR/GB/JP/US 1991
Fans dieses Films gefiel auch
News zum Film Micmacs - Uns gehört Paris
Aktuelle moviepilot-Interviews
Schauspieler und Filmemacher
Gruppen zum Film Micmacs - Uns gehört Paris
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
Links zum Film Micmacs - Uns gehört Paris
- Micmacs: film-zeit.de
- Micmacs - Uns gehört Paris: critic.de
- Micmacs - Uns gehört Paris: cineclic.de






















Kritiken (19) — Film: Micmacs - Uns gehört Paris
Markus Hauschild: NEGATIV - Das Magazin für F... Markus Hauschild: NEGATIV - Das Magazin für F...
Kommentar löschenEine Kreuzung aus "Die fabelhafte Welt der Amélie" und "Ocean's Eleven" – So in etwa lässt sich der Film "Micmacs – Uns gehört Paris!" beschreiben. Jean-Pierre Jeunet beweist ein weiteres Mal seinen Ideenreichtum und seine Gabe, eine Geschichte wirklich märchenhaft und charmant zu erzählen.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Dietmar Kesten: Filmmag.de
Kommentar löschen[...] Das Thema selbst, die Verstümmelung von Menschen, ist zwar gut gewählt, es reicht aber schon lange nicht mehr, wieder und wieder Parabeln zu sehen, die das Thema, wohl verpackt, bis zum Erbrechen auslutschen. Was der Regisseur sagen will, bleibt einem dann letztlich auch verschlossen. [...]
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Dr. Borstel: Sharks, Pencils and Ben Aff...
Kommentar löschen"Micmacs - Uns gehört Paris!" möchte Satire sein, das letzte Quentchen Biss dafür lässt der Film allerdings vermissen. Der lebensfrohe Witz zieht manchmal, manchmal auch nicht, was im Endeffekt daran liegt, dass Jeunet nicht in jeder Szene ein sicheres Händchen beweist, was die richtige Dosierung von Amüsement und Ernsthaftigkeit angeht: Letztendlich ist man gut beraten, "Micmacs" als harmlose Komödie zu nehmen, die ohnehin keine besonderen Denkanstöße liefert; ob das nun in der Absicht ihres Regisseurs lag, sei dahingestellt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online
Kommentar löschenVon einer Kugel schwer verletzt und mittellos wird Basil von einer Gruppe schräger Außenseiter aufgenommen. Mit ihnen zieht er in einen Kampf gegen die Waffenindustrie. "Amélie"-Regisseur Jean-Pierre Jeunet macht daraus ein an kreativen Einfällen überbordendes Kinovergnügen.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenWirklich böse kann man Jeunets Filmen doch nie sein, egal ob man sie mag oder nicht. Stellt man sich den kreativen Franzosen doch wie einen liebenswerten Clown vor über dessen Gangs man nie lacht, aber dessen Durchhaltevermögen und Integrität berührt.
So verhält es sich auch mit Jeunets neuem geradezu kleinkalibrigen Werk "Micmacs".
Anders als bei "Amelie" steht hier in erster Linie ein dynamischer Plot im Vordergrund, der aber oftmals nur als Bühne für seine skurrilen Charaktere genutzt wird und obwohl mir öfter der Zugang zu den doch arg verschrobenen Figuren fehlte, blieben sie sympathisch und man fieberte mit ihnen. Das liegt aber auch besonders am Antagonisten des Films. Wer will sich schließlich auf die Seite der Waffenlobby schlagen? Allerdings haben mir gerade die beiden "Bösewichter" am besten gefallen. Das waren auch die Figuren, die mich am meisten zum Lachen gebracht haben. Vielleicht weil man sich diese Figuren auch im wirklichen Leben vorstellen kann. Jeunets Helden nämlich definieren sich in erster Linie über ihr Äußeres und besondere Talente, die dem fantastischen Film entliehen sind.
Tetsuo Nagatas Cinemascope-Bilder erscheinen im typischen Caro/Jeunet-Stil. Dabei wirkt die Bildsprache deutlich zurückgefahren im Vergleich zu früheren Werken des Regisseurs.
Jeunet ist eine liebenswerte Hommage an das alte Hollywood-Kino zwischen Chaplin und "The Big Sleep" gelungen, die sich mit träumerischer Energie einem der größten Schurken unserer Zeit entgegenstellt.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Zoran Gojic : br-online Zoran Gojic : br-online
Kommentar löschenEs ist natürlich kein Zufall, dass Bazil, der sanfte Held dieser fantastischen Geschichte, wie der lange verschollene große Bruder von Amélie wirkt. Jener Amélie, die der französische Regisseur Jean-Pierre Jeunet in "Die fabelhafte Welt der Amélie" als subversive Weltverbesserin auf die mürrische Umwelt losließ und der es tatsächlich gelang, die Welt ein klein wenig besser zu machen. (...) Das große Vorbild ist leicht erkennbar Charlie Chaplins Tramp. Ähnlich wie bei Chaplin ist Armut lediglich die Abwesenheit von Geld, nicht aber von Würde. Und wie bei Chaplin sind die Reichen und Mächtigen herzlich unsympathisch. (...) "Micmacs" ist ein versponnenes Märchen, das einen trotz mancher Hänger glücklicher aus dem Kino entlässt. Schön wäre es, gäbe es einen Bazil, der tut, was getan werden muss.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Lena Serov: Schnitt Lena Serov: Schnitt
Kommentar löschenMit seinem Kino der Virtuosität und der Liebe zum ausgefallenen und ausgefeilten Detail befeuert Jeunet nicht die Fantasie, denn bei ihm ist das Kino selbst schon eine hermetische Fantasie, deren Bilderreigen aus den Köpfen eines eingespielten Teams entströmt, dessen ausführender Kopf aber immer noch der Auteur Jeunet ist, wie er selbst betont. Die digitalen Tricks, die kleinen narrativen Kunststücke und die von jeglicher Psychologie befreiten bizarren Figuren sind wie in Amélie effektvoll zu einem Stehauf-Bilderbuch zusammengebastelt. Damit belebt Jeunet jedoch erneut eine der Ursprungsideen des Kinos, die der Attraktionen und Illusionen, die Georges Méliès auf die kinematographische Bühne zauberte. Gleichzeitig läuft Jeunets Kino aber Gefahr, nur Attraktionskino zu bleiben.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de
Kommentar löschenDer skurrile Spaß verbindet die „Rififi-Raffinesse“ aus „Mission Impossible“ mit der nostalgisch anmutenden poetischen Bilderwelt von Jeunets Filmen „Die wunderbare Welt der Amélie“ und „Delicatessen“. Herz des Filmes ist Frankreichs neuer Superstar Dany Boon („Willkommen bei den Sch´tis“) der hier als gewitzter Tramp auf den Spuren von Charlie Chaplin wandelt. Sein Spiel versprüht genau den richtigen Zauber, um die überbordende Fantasie von Jeunets Kinowelten nicht zum schieren Selbstzweck werden zu lassen. Eine schauspielerische Qualität, wie sie damals auch Audrey Tautou als Amélie in den Film einbrachte. So kann sich der Betrachter ganz der kindlichen Freude am Kampf von David gegen Goliath hingeben. Eine Schlacht, in der sich Kreativität und Komik zu bestem Kintopp vereinen und die am Ende vor allem einen Sieger kennt: den Zuschauer.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de
Kommentar löschenDie Seitenhiebe auf die Waffenlobby sind eindeutig, handfest und berechtigt. Ansonsten ist in dem äußerst routiniert inszenierten und von bekannten und erfahrenen Akteuren getragenen Film (Danny Boon, Dominique Pinon, André Dussolier, Jolande Moreau, Jean-Pierre Marielle) alles auf Komik, Schrulligkeit, witzige und andere Einfalle abgestellt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Cristina Moles Kaupp: fluter Cristina Moles Kaupp: fluter
Kommentar löschenJeunet wäre nicht Jeunet, würde er seine Geschichte sozialkritisch grell auf die Leinwand pinseln. Also taucht er das Ganze in die warme Farbaura seiner bisherigen Filmwelten, die an Rummelplätze, Freakshows und Comic-Szenarien erinnert. [...] Ein typischer Jeunet-Film also, ausgetüftelt bis ins letzte Detail, gespickt mit Filmzitaten und Selbstreferenzen und überdies spannend besetzt; Dany Boon (zuletzt gesehen als Postbeamter in dem Komödien-Hit "Willkommen bei den Sch'tis") füllt mühelos die Schrulligkeit Bazils. Schrottkunst wird genial funktional durch Jeunets Bastelleidenschaft, schnell bündeln sich brillante Einfälle und alles funkelt wie in einem Riesenzirkus. Schade nur, dass Jeunet sich bisweilen an den eigenen Einfällen verhebt und einige Fäden im Dickicht der Geschichte verliert. So markant er als Erzähler, Regisseur und Magier längst geworden ist, seine Bilder erreichen in "Micmacs" einen zu schnellen Sättigungswert.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jörg Gerle: http://film-dienst.kim-info... Jörg Gerle: http://film-dienst.kim-info...
Kommentar löschen„Micmacs“ ist ein immenses Arsenal voller skurriler Fundstücke, an denen man sich nicht satt sehen kann. Als hätten sich Leonardo da Vinci und Monty Python gemeinsam ausgetobt und alles mit neuester HD-Technik auf Zelluloid gebannt! Für die Erdung des kreativen Wirrwarrs sorgen die vorzüglich aufgelegten Darsteller, allen voran die verschmitzte Yolande Moreau als Seele der Truppe, Dany Boon als herrlich verlorener Hauptdarsteller und André Dussollier, der köstlich-böse den bourgeoisen Waffenfetischisten Thibault ausstellt. Alle Figuren tragen die reizüberflutete Geschichte auch über die wenigen Durchhänger hinweg und glänzen immer dann, wenn die Geschichte banal zu werden droht. Jeunet ist bei allem Aktionismus und formalen Spielwillen ein Schauspielerregisseur, der eine langjährige enge Zusammenarbeit mit seinem Ensemble pflegt. Ein wahres Wunder gelingt dem Team vor und hinter der Kamera dann im furiosen Finale, wenn den Waffennarren eins ausgewischt wird – denkwürdige Filmminuten, ganz im Stile Jeunets.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel
Kommentar löschenTatsächlich gibt es im unablässigen Bemühen des Unternehmens um die drolligstmögliche Situation ein paar Szenen, angesichts derer sich auch auf den Lippen strengster Zeitgenossen ein Lächeln abzeichnen sollte. Über weite Strecken jedoch regiert ein erdrückend originalitätssüchtiges Imponierkino, das mit bloß mechanistischer Energie seine Instrumente herzeigt, statt Gefühle zu erzeugen. [...] Jean-Pierre Jeunet, der Daniel Düsentrieb des französischen Kinos, lässt diesmal nichts aus, und gerade das wird ihm zum Verhängnis. Denn wo alles kurios sein will, ist nichts mehr kurios. Dieses manische Übertreibungsbedürfnis schadete schon „Amelie“. Allerdings versöhnte die liebenswerte Radikalität der Geschichte und vor allem der Zauber der Hauptdarstellerin damals mit allem.
„Micmacs“ dagegen ist nur noch Getröte und Gedöns – und der Zuschauer ertappt sich ermattet bei dem Wunsch, Jean-Pierre Jeunet möge seine beträchtliche Fantasie mal woanders spazieren führen als auf jenem leierkastenlärmenden Jahrmarkt von anno dunnemals, dem das Kino entstammt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Christina Bylow: Berliner Zeitung Christina Bylow: Berliner Zeitung
Kommentar löschenDas Kino ist eine große Wunderkiste, aus der sich Jeunet wie ein Kind bedient, das in sein Spielzeug verliebt ist und mal dieses, mal jenes herausnimmt. Er ist dabei hemmungslos eklektisch: Von "Mission: Impossible" bis Sergio Leones "Spiel mir das Lied vom Tod" galoppiert Jeunet durch die Filmgeschichte. Getreu dem Motto des Zeichentrickfilmers, als der er begann: Jedes Bild eine Idee.
So etwas könnte nun mühsam anzusehen sein, aber das Vergnügen ist ganz auf der Seite des Zuschauers, selbst wenn er kein Film-Quiz mitspielen will. [...]
Vor allem feiert Jean-Pierre Jeunet in "Micmacs" noch einmal das Kino als Kuriositäten-Kabinett und erinnert so an die ersten Kinematografen als Jahrmarktsensation. Der Regisseur als Gaukler und Maschinist. Das hat etwas sehr Ursprüngliches und Verführerisches. [...] Jeunets burleske Komödie, wie er seinen Film selbst nennt, erschöpft sich dennoch nie im Klamauk.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenWenn es um französisches Kino mit einer großen Portion Extravaganz und einem ungebremsten Drang zur Fantasie geht, fällt sofort der Name Jean-Pierre Jeunet. Der Regisseur war bisher für versponnene Meisterwerke wie „Delicatessen“, „Die Stadt der verlorenen Kinder“, „Die zauberhafte Welt der Amélie“ oder „Mathilde“ verantwortlich. Und auch sein aktueller Film ist wieder ein typischer Jeunet, wenngleich er eher an seine Werke aus den 1990ern erinnert als an die mit den Frauennamen im Titel.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenWeil sich der Zuschauer in einem Jeunet-Film befindet, und Jean-Pierre Jeunet seit „Delicatessen“ (1991) seine eigene Kinorealität erschafft, entführt ihn „Micmacs – Uns gehört Paris“ in eine nicht minder fabelhafte Welt als „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001), der wohl bekannteste Film von Jean-Pierre Jeunet. Obwohl das Paris von „Micmacs“ mit Amélies Paris gar nichts gemeinsam hat, zeichnet es sich durch eine Mischung aus Wirklichkeit und Fantasie aus, durch die Gegensätze zwischen den modernsten und den baufälligsten Gebäuden, zwischen schnellsten Verkehrsmitteln und uralten Dreirädern etwa. Dass die Straßen stets menschenleer sind, verstärkt den Kulissen-Charakter eines Paris, das es wohl nur in Jeunets Fantasie gibt. Ein Paris, das Szenenbildnerin Aline Bonetto – wie bereits das der „Amélie“ – kongenial ausgestattet hat und von Tatsuo Nagata in den schönsten Bildern fotografiert wurde.
In „Micmacs“ geht Jean-Pierre Jeunet allerdings insofern einen Schritt weiter als in seinen früheren Filmen, als er an manchen Stellen den Attrappen-Charakter des Filmes nonchalant zum Vorschein kommen lässt, so etwa als am Straßenrand gleich mehrfach ein Plakat steht, der für den Film „Micmacs“ wirbt, oder als er für ein paar Sekunden ein Symphonieorchester ins Bild setzt – als augenzwinkernde Antwort auf die Frage, woher in manchen Spielfilmen die Musik wohl stammen mag. Und natürlich auch in der fabelhaften, dank YouTube in Sekundenschnelle rund um den Globus verbreiteten Schlüsselsequenz. Gerade durch die Enthüllung des inszenierten Charakters dieser Szene erweist sich Jean-Pierre Jeunet als großer Zauberer, der dem Zuschauer einen Einblick in seine Geheimnisse gewährt – um ihm im nächsten Augenblick klarzumachen, dass sich die Welt der Magie nicht durch ein paar Tricks entzaubern lässt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Hard Harry: critic.de, Deadline, Movieb...
Kommentar löschen[...] Jean-Pierre Jeunets Paris ist ein schrilles Wunderland, gezeichnet in leuchtenden Farben und durchschritten von einer virtuos geführten Kamera, deren forschender Blick sich insbesondere in den überbordend detaillierten Dekors verliert. Eine aseptische Kunstwelt, noch stärker artifziell verfremdet als Amélies fantastische Welt, bevölkert von verbohrtem Kleinbürgertum, einer herrschenden Obrigkeit und eben einer ganzen Schar liebenswert-schrulliger Freaks. Denen gilt Jeunets Aufmerksamkeit und Sympathie. Als postmodernes Märchen will Jeunet MICMACS offensichtlich verstanden wissen, streut er doch diverse popkulturelle und vor allem cineastische Verweise ein von Charlie Chaplin über Marcel Carne bis hin zu Jaques Tati und Sergio Leone. Zu diesen Vorbildern – allesamt eher verschwiegene Künstler, die das große Gefühl in der kleinen Regung suchten und Bildern echte Bedeutung zu verleihen vermochten – will sich Jeunets jüngstes Werk allerdings nicht so recht gesellen. [...]
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times
Kommentar löschenIn einem Zeitalter, in dem Special Effects uns grundsätzlich fast alles zeigen können, gibt es einen Punkt, an dem ein Film nur noch damit protzt. Ich bin lehne das nicht grundsäzlich ab, aber generell bilde ich mir ein, dass die Geschichte im Vordergrund stehen sollte. Es ist eine Beurteilungsfrage. Vielleicht könnt ihr „Micmacs” mehr genießen als ich.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
sushi25: movie-fan.de
Kommentar löschenJeunet hat zwar einen Sack netter Ideen, jedoch läuft die nicht wirklich rund und überzeugend. Schön sind Kleinigkeiten wie die Plakatwände, die jeweils Szenen aus dem Film zeigen, die Retrospionageausrüstung, die Verpflichtung von Erotikstars zur Ablenkung eines Sicherheitsmans ...
MicMacs mutet teilweise an wie eine Italienische Komödie aus den Siebzigern. Skurile Charaktere mit Marotten, bei denen man sich allerdings großteils fragt, ob nicht weniger-mehr gewesen wäre.
Insgesamt ist MicMacs leiser, als man das bei Dany Boon erwarten würde und entspricht damit eher der Tonalität von Jeunet als der von Boon. Sehr "französisch" und vielleicht nicht zwingend Massenpublikums-geeignet.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
R. Zimmermann: critic.de
Kommentar löschenDurch die selbstironische Demontage hinterfragt der Film das, was bislang für das Jeunet-Universum konstitutiv war: die Geschlossenheit seiner postulierten Welt. Hierdurch verflachen die Figurenzeichungen und deren Handlungsmotivationen etwas, was auch erklärt, warum es Micmacs zuletzt an jener poetischen Kraft fehlt, die das Werk Jean-Pierre Jeunets sonst nahezu ausnahmslos prägt. Am Spaß jedoch, den der Film macht, ändert das nichts.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (50) — Film: Micmacs - Uns gehört Paris
Bassewitz Fri, 14 Dec 2012 22:20:41 -0000
Kommentar löschenMan braucht sich nur für paar Sekunden eine Szene aus dem Film anzugucken, man bemerkt den gelblichen, verträumten Filter und weiß sofort, dass man gerade einen Film von Jean-Pierre Jeunet sieht! Micmac bietet wieder all das was jeder Jeuneut-Film bis jetzt bieten konnte: märchenhafte Bilder, verliebte Details in jeder Szene und eine abgefahrene Geschichte mit abgefahrenen Charakteren. Es geht sogar noch mehr in Richtung 'Pushing Daisies' wenn man bedenkt wie 'realistisch' Jeuneuts Filme wie Amèlie oder Mathilde noch waren, dieser hier ist auf jeden Fall durchgeknallter.
Mit dabei sind wieder alte Bekannte aus dem französischem Kino: Dany Boon (Willkommen bei den Sch'tis), Omar Sy (Ziemlich beste Freunde) und viele aus Jeuneuts früheren Filmen wie Dominique Pinon und Yolande Moreau. (Im Making-Off stattet sogar Audrey Tautou dem Set kurz einen Besuch ab!) Es gibt keinen einzigen Charakter der ohne Persönlichkeit und eigener Hintergrund-Geschichte dasteht, jeder bekommt seine eigenen Macken, Geschichten und seinen eigenen Platz in der Geschichte, ja, auch die Bösewichte! Eigentlich ein bisschen wie in einem Tarrantino-Film, nur eben verträumter.
Die Story an sich hat auch einen ernsten Hintergrund, der aber so verpackt ist, dass man schmunzelt, lacht, aber auch gleichzeitig nachdenkt. Es ist ein bisschen Ocean's Eleven auf französisch.
Fazit: der Film braucht sich nicht hinter den früheren Filmen von dem Regisseur zu verstecken. Micmacs erweitert Jeuneuts Welt wieder um eine neue Geschichte.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Splashy Wed, 07 Nov 2012 16:38:40 -0000
Kommentar löschenEine Komödie wie man sie sich wünscht. Schrullige, aber auch intelligente Story, witzige Charaktere gutes Setting. Passt einfach alles!
Auch kommt der Film ohne plumpe Gags oder den typischen Slapstick Humor aus.
FAZIT: Eine Französische Komödie wie sie im Buche steht und die sich vor ähnlichen Genre Vertretern wie "Wilkommen bei den Schtis" oder "Das Versteck" keinesfalls verstecken muss. Ganz im Gegenteil! Meiner Meinung ist Micmacs sogar um einiges besser!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Le Chuck Sat, 04 Aug 2012 12:09:07 -0000
Kommentar löschenCharmant, schrullig und unheimlich französisch;)
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Benjamin W. Sat, 28 Apr 2012 17:54:13 -0000
Kommentar löschenDer immer gleiche Komödienscheiß unserer Nachbarn, irgendwo zwischen nervend schrullig, gekünstelt kurios und langweilend melancholisch, mit den immer gleichen Charakteren, die anscheinend alle von Dany Boon gespielt werden. "Micmacs à tire-larigot", den ich immerhin in der französischen Fassung gesehen habe, ist null witzig, null kritisch und absolut vorhersehbar. Ich will sowas nicht mehr sehen. "Intouchables" erst recht nicht.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Simon Moon Sat, 28 Apr 2012 18:55:38 -0000
Antwort löschenBisher der filmische Tiefpunkt von Jeunet. Schade. Leider unterdurchschnittlich. Hoffentflich nur ein Schwächeln. Vorher hat er immer ganz große Freude gemacht.
fliegendreck84 Sat, 21 Apr 2012 10:30:04 -0000
Kommentar löschenfranzösischer gehts nicht :-)
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Uli Kunkel Wed, 29 Feb 2012 15:06:09 -0000
Kommentar löschenWar ich bei „Die fabelhafte Welt der Amelie“ von Jean-Pierre Jeunets einzigartigen, verspielten, schrulligen, mächenhaften Stil noch völlig eingenommen und verzaubert, verfehlte seine Kinomagie dieses mal ihre Wirkung fast vollständig. Da kann er noch so viele spitzfindige Ideen einbringen, wenn die Handlung und die Charaktere einen nicht zu interessieren und anzurühren vermögen, macht sich zusehends milde Langeweile breit. Zu häufig tänzelt für meinen Geschmack Jeunet jenseits der feinen Linie zum Karikaturhaften umher.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jeremy111 Fri, 04 Nov 2011 21:18:07 -0000
Kommentar löschenGroßartig!
Man achte auf die Details im Hintergrund...
Erschreckende Wahrheiten amüsant und böse verpackt
Französischer Lord(s) of War!
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
BernhardRiemann Wed, 05 Oct 2011 20:48:58 -0000
Kommentar löschenPrima Film, den man auch zusammen mit den Kinder schauen und sich amüsieren kann. Und ganz zwanglos kann man danach ein Gespräch über Weltpolitik ("Was ist Darfur?") oder den Rüstungsstandort Deutschland anhängen...
Von einer dünnen Story oder einem wenig engagierten Dany Boon - wie hier in anderen Kommentaren geschrieben - haben wir nichts bemerkt. Der Film kommt auf das Favoriten-Regal :)
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
vuvuzela Fri, 30 Sep 2011 00:11:24 -0000
Kommentar löschenDie Franzosen drehen schon eigenartige Filme, man weiß im Grunde nie wie man sie beurteilen soll. Ich habe mich für ein positives Urteil entschieden. Die ganze Thematik Waffenhandel und Herstellung ist so charmant und Witzig verpackt, ohne theatralische Dramatik, wie man sie normal aus Hollywood Filmen kennt.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
MarcelN44 Mon, 12 Sep 2011 20:42:25 -0000
Kommentar löschenEinmal mehr eine skurrile Leinwandperle von Jean-Pierre Jeunet ("Alien 4"), bei der auf zahlreiches sich irritiert anschauen im ersten Drittel des Films ein Finale folgt, an dem Danny Ocean seine wahre Freude gehabt hätte. Mit einem Dany Boon ("...Sch'tis") in Höchstform!
8/10
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
antaris Thu, 01 Sep 2011 10:41:55 -0000
Kommentar löschenAm Anfang irgendwie fast albern, zum Ende hin wird der Film immer besser. Dennoch ist der Humor meist Klamauk und wirkt in Zusammenhang mit der Systemkritik oft unvereinbar. Dany Boon bleibt leider sehr im Hintergrund. Dennoch hat der Film einige Lacher auf seiner Seite.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
stuforcedyou Fri, 06 May 2011 09:38:00 -0000
Kommentar löschenJean-Pierre Jeunet, der Macher von „Die fabelhafte Welt der Amelie“, jener Film der jahrelang immer wieder aus dem Regal von irgendwelchen Bekannten gekramt wurde wenn man einen Videoabend machen wollte, ist zurück. Sein „Micmacs“ ist mal wieder 100% Jeunet: Skurrile visuellen Einfälle, kauzige Figuren, märchenhafte Erzählung. Leider gelingt es ihm nicht eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Hauptdarsteller Dany Boon („Willkommen bei den Sch’tis“) wirkt als unglücklicher Kauz lustlos und trottet ohne empathischen Regungen auszulösen durch den Film. Seine Kooperation mit den anderen drolligen Charakteren ändert daran nichts, eher im Gegenteil. Sobald Boon sein Rollenmonopol als trauriger Clown mit anderen teilen muss, wirkt „Micmacs“ ziemlich unrund, nichts passt so richtig zueinander, auch nicht die diversen schrulligen Ideen die der Film fast im Sekundentakt vorzeigt. Letztlich ist „Micmacs“ so darauf bemüht liebenswert, kreativ und putzig zu sein, dass er vergisst, dass man wahren Zauber nicht einfach konstruieren kann.
bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
fabel Fri, 06 May 2011 12:30:05 -0000
Antwort löschenDann kauf ich ihn mal lieber nicht.;)
Glühbirne Thu, 31 Mar 2011 09:37:50 -0000
Kommentar löschenEin Film mit Herz aber schwacher Story...
Mfg Glühbirne
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kill_Diether Wed, 23 Mar 2011 23:06:02 -0000
Kommentar löschenVerglichen mit "Die fabelhafte Welt der Amélie" haben die "Micmacs" viel mehr Schmackes. Sie fahren ordentlich, fette Geschütze auf und haben freizügigen Witz. Der typische Franzose wird nicht allzu oft überzeichnet, was gut ist. Gut ist auch das Mischverhältnis Witz, Satire, Fantasie, Traumbilder, Naivität, Wunsch, Systemkritik und Tempo. Doch manche Szenen, Dialoge und Bilder bremsen den Spaß.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Poisongissy Sun, 06 Mar 2011 19:34:06 -0000
Kommentar löschenSorry,der Film hat meine Lachmuskeln nicht stimuliert.
Fand den Film gar nicht witzig und die Musik ging mir auch echt auf den Kecks.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
boabob Wed, 02 Mar 2011 13:01:36 -0000
Kommentar löschenDie Kombination aus Slapstick und skurrilen Charakteren konnte mich nur die erste halbe Stunde gut unterhalten. Danach flacht der Humor und die Faszination über die Darsteller merklich ab, und auch aus der Story hätte man erheblich mehr machen können. Zwei Rüstungskonzerne mithilfe kindlich naiver Intrigen auszuspielen besitzt zwar einen liebenswerten Flair, ist aber zu einfach gestrickt, um den Zuschauer wirklich mitreissen zu können. Die Qualität von "Delicatessen" und "Amelie" erreicht dieser Film zu keiner Zeit.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
pellekraut007 Mon, 28 Feb 2011 10:06:37 -0000
Kommentar löschenBravo et Chapeau! Petit Pierre, Calculette, Remington, Fracasse, was hätte ich dafür gegeben, mit euch in den Kampf gegen die Karikaturen zweier Waffenhändler anzutreten. So liebevoll inszeniert, so spielerisch, so viel Mut zu schrägem Humor, so viel Freude an Nebenfiguren haben vielleicht nur die Franzosen und für meine Schweineaugen stellen sie alles in den Schatten, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Ob Pseudopolitsatire oder Hollywoodscheingefechte in den Hinterzimmern der Mächtigen! So viel Müll überall! Non, Bazil stiehlt allen die Show, mit einer irrwitzigen Geschichte, surreal, poetisch, mit Dialogen, die großen Spaß machen! Und La Mome hat mich schlußendlich, wie einst Ka im Dschungelbuch, auf die Seite derer gezogen, die diesen Film bis zuletzt verteidigen werden, gegen die Sinnsucher, die Nörgler oder Desinteressierten, die alle nichts anderes tun, als ich: ihren Standpunkt vertreten. Haha, ich habe mir so viel hochgelobten Mist ansehen müssen (blaue Indianer xD), daß die Micmacs mühelos darüber hinweg tanzen können: On y va! Wo ist mein Sperrmüll? Ich bau mir meine Welt, wie es mir gefällt! Gruhunz!
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
treebeard3rd Sat, 29 Jan 2011 13:34:45 -0000
Kommentar löschenSchräge Charaktere in einer noch schrägeren, aber recht simpel gehaltener Geschichte.
Der Film ist lustig und unterhaltsam.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ffilmesimon Fri, 28 Jan 2011 06:50:39 -0000
Kommentar löschenMal originell, mal albern, mal schräg. Der Humor ist sicherlich Geschmackssache, ich persöhnlich konnte weniger lachen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
gassi99 Mon, 17 Jan 2011 21:06:04 -0000
Kommentar löschenein echt herausragender film mit viel inhalt und sinn! ein muß zum anschauen!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Nayuma Sat, 22 Jan 2011 21:02:04 -0000
Antwort löschenNa ich bin gespannt! Vorgemerkt!