Naked Lunch

Naked Lunch (1991), JP/CA/GB
Laufzeit 115 Minuten, FSK 16, Fantasyfilm, Drama, Kinostart 30.04.1992

6.5 Kritiker
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7.2 Community
1251 Bewertungen
30 Kommentare
Naked Lunch - Bild 5883004
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von David Cronenberg, mit Peter Weller und Robert A. Silverman

New York 1953: Der erfolglose Schriftsteller Bill Lee hält sich als Kammerjäger über Wasser und versucht, seinen Frust mit Drogen zu betäuben. Vollgedröhnt mit Insektengift erschießt er seine Frau Joan beim “Wilhelm-Tell-Spiel” und flüchtet sich an einen fiktiven Ort namens Interzone. Dort wähnt er sich von skurrilen Kreaturen aus seinem schizoiden Unterbewusstsein verfolgt. Seine Schreibmaschine mutiert zu einem überdimensionalen Insekt, das ihn zwingt, seine Erlebnisse für eine geheimnisvolle Organisation zu dokumentieren. Die Kreatur fordert mehr und mehr Stoff.

HandlungBill Lee (Peter Weller) ist ein Kammerjäger, der durch einen Tipp von seiner Frau Joan Lee (Judy Davis) von seinem eigenen Insektenvernichtungsmittel abhängig wird. Im Rausch tötet er aus Versehen seine Frau Joan Lee und flieht in eine Interzone, die an Tanger (Marokko) erinnert. Dort trifft er auf zahlreiche Mischwesen, Insektenkreaturen, Junkies, Dealer, etc., die sich ständig verwandeln.

Wissenswertes
Der Film ist eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von William S. Burroughs und vier weitere seiner Bücher. Dieser definiert den Titel folgendermaßen:

ein Augenblick, in dem jeder erkennt, was er auf der Gabel hat. 1

Der Film war bei der Berlinale 1992 für den Goldenen Bären nominiert.

Weiterführende Informationen
Informationen zu Regisseur David Cronenberg

Weitere Informationen im Internet
Filmrezension auf senseofview.de

Quellen
Schneider. 1001 Filme. Zürich: Edition Olms, 2004. S. 804
Naked Lunch bei der Wikipedia (dt.)

1 Schneider. 1001 Filme. Zürich: Edition Olms, 2004. S. 804


Cast & Crew


Kommentare (30) — Film: Naked Lunch

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the assassin 666

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr schräger "Horrorthriller" von David Cronenberg der mit gerade wegen seiner verrückten Machart ausgesprochen gut gefiel. Der Film hat etwas an sich dem ich mir als Cronenbergfan nur schwer entziehen kann. Für jeden ist der Film aber nicht geeignet den menschengroße und sprechende Insekten sind nicht jedermanns Sache.
Ich für mich finde ihn ausgezeichnet.

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ThomasBenle

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Bewertung9.0Herausragend

Freie Adaption eines literarischen Klassikers der Avantgarde. Cronenberg löst sich dabei nach und nach von seiner literarischen Vorlage, sprengt auch noch die letzten narrativen Fesseln auf und schafft somit überraschend ein noch avantgardistischeres, gegen jede Konvention gebürstetes und über weite Strecken schlicht unverständliches Kleinod. Um es also ganz klar zu sagen: Dieser Film ist eine echte Herausforderung! Wer „Fear and Loathing in Las Vegas“ schon merkwürdig fand und bei „Brazil“ irgendwann in der zweiten Hälfte das Handtuch geworfen hat, der lässt deshalb diesen Film besser außen vor.
Alle anderen könnten (!) an „Naked Lunch“ jedoch ihre helle Freude haben: Weniger ein Film über Drogen, als über den Rausch – und dabei gleichermaßen Klage- wie Hohelied. In (s)einer überragenden(sten) Schauspielleistung nimmt Peter Weller uns mit auf einen kunstvoll, verstörenden Trip in die Welt der Interzone – und lässt uns dort allein. Manche werden sie kreischend sofort wieder verlassen, andere treudoof an Wellers Seite traben und wieder andere vielleicht nie wieder ganz verlassen. Dafür liebe ich diesen Film.
Einen besseren Film über die Welt der Drogen gibt es nicht!

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Punsha

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Bewertung7.0Sehenswert

"Naked Lunch" - Keine Verfilmung des gleichnamigen Buches von William S. Burroughs, sondern vielmehr eine Hommage an den Autor und das Schreiben an sich. In seiner scheinbaren Komplexität steht dem Künstler alles frei und genau dieses Privileg macht sich Cronenberg zunutze, indem er auf völlig verrückte und willkürliche Art und Weise die Fantasien eines Schriftstellers und/oder Drogenabhängigen auf die Leinwand transportiert. Für die einen sinnloser, selbstgefälliger und auf Mystery getrimmter Blödsinn, für die anderen ein unvergleichliches Erlebnis, ein faszinierender Trip, ein grauenhafter Alptraum. Das hat jeder für sich selbst zu entscheiden.
Mir jedenfalls hat meine Reise trotz kleiner Defizite in der Dramatik ausgesprochen gut gefallen und kann diesen Film nur jeden ans Herz legen, der das Unerklärliche liebt.

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Oceanic6

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You are welcome. ;)


hoffman587

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Ich habe zu danken (für das Danken) und bitte gern geschehen, auch wenn ich es immer seltsamer finde, immer mehr über den Film auf meinem Dashboard. Komisch....;)


hoffman587

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Bewertung9.0Herausragend

Naked Lunch

"Nichts ist wahr, alles ist erlaubt." -

So das Motto von David Cronenberg bei der "Verfilmung" bzw. "Adaption" von dem Kultbuch "Naked Lunch" von William S. Burroughs. Ein Buch, das bis heute bzw. bis zu diesem Zeitpunkt, an dem Cronenberg es wagte den Stoff zu verfilmen, als unverfilmbar galt. Mehrere Versuche bereits gescheitert, bei denen als Beispiele David Bowie, Dennis Hopper oder der große Jack Nicholson die Hauptrolle spielen sollten. Doch möchte ich bemerken, dass Cronenbergs Werk keine Verfilmung des Romans ist, so viel dazu. Denn Cronenberg legte niemals wert auf eine exakte oder lineare oder gar pure Abfilmung des Buches, weshalb die Vergleiche von Film und Buch wohl eher schwer fallen würden.
Dazu ein schönes Zitat von ihm:
"Ich glaube nicht, dass irgendein Buch verfilmbar ist, es sei denn, man filmte die Seite des Buches."

So entstand sein (Cronenbergs) "Naked Lunch", in dem er geschickt Elemente (oder jedenfalls in der Richtung, wie ich vermute) des Buches mit dem Leben des Schriftstellers selbst vermischt, dass das Ganze dabei so nicht unbedingt werkgetreu ist, sollte klar sein. Eher ein Mix aus Beiden, Cronenberg und Burroughs, die Story an sich ein surrealer Alptraum, an sich eigentlich wieder unbeschreiblich, komplex und originell gehandhabt: 1953: Der Autor William Lee bzw. Bill, der sich als Kammerjäger über Wasser hält, erschießt im Rausch beim "Wilhelm-Tell-Spiel" seine Frau. Daraufhin flüchtet er sich in eine seltsame traumhafte Welt namens "Interzone, die dem Tanger der 50er Jahre ähnelt (hier erinnere man sich nochmal an die autobiographischen Züge des Werks). Und dort trifft er auf bizarre Geschöpfe...und soll dort beginnen einen Bericht zu schreiben...

In der Hauptrolle, wer hätte es damals vermutet bei der Auswahl, Peter Weller als drogensüchtiger Autor und Kammerjäger Bill bzw. William Lee, der der zerstörerischen Sucht verfällt und nach der Gier nach mehr. Weller vielleicht in einer seiner besten Rollen, in er eindrucksvoll beweist wozu er in der Lage ist. Sein Schauspiel absolut fantastisch, grandios und so weiter. Sagen wir es so, einfach genial. Aber auch in Nebenrollen wissen etwa ein meisterhafter Ian Holm oder ein starker Julian Sands zu glänzen. Dabei bildet zudem noch Roy Scheider ein kleines Highlight des Ganzen in seiner skurrilen oder auch seltsamen Rolle des Dr. Benway. Eine seltsame und irgendwie befremdliche Vorstellung des Ganzen.

Cronenbergs erzeugt wieder einmal einen Horrortrip, dessen Faszination ich mich nicht entziehen konnte, seine Regie dabei eigenwillig, wie immer eigentlich, doch dabei auch überraschend "ruhig" erzählt, doch andererseits absolut verstörend. Cronenberg spielt wieder einmal mit Realität und Alptraum bzw. in Form des Drogenrausches, sodass die Grenzen dieser Phasen nicht mehr erkennbar sind, alles fließt ineinander, die Unterscheidung somit nicht mehr möglich. Dies natürlich alles schwer zu entschlüsseln, wenn überhaupt. In jedem Fall faszinierend, besonders interessant die satirischen-schwarzhumorigen Anspielungen, ein echter filmischer Trip, gleich auf mehreren Ebenen, den Cronenberg hier erzeugt. Für mich ein Werk zwischen faszinierend-genial und widerlich-ekelig, ganz große Klasse, sein Stil, wenn auch erneut gewöhnungsbedürftig.
Dazu noch eine großartige Kamera, mit surrealen Bildern angereichert, wie ein wahrer Rausch, mit einer traumartigen und doch düsteren Atmosphäre verziert. Was damit angezettelt wird ist ein purer Albtraum, mit monströsen Insekten und sprechenden und unheimlichen Riesenkakerlaken, die als Schreibmaschine dienen. Das ist Jenseits aller Konventionen. Wie erwähnt, alles war erlaubt.

Und auch die Charaktere wurden insofern, interessant gemacht, hier bedenke man die Züge von Burroughs Leben, so kann man wohl einige der im Film vorkommenden Figuren wahrscheinlich genauso gut auf Burroughs Leben beziehen. Zudem wurde die Charaktere eh faszinierend wie auch interessant gestaltet bzw. an sich auch schwer zu beschreiben.

Letztendlich fehlen mir dann doch aber die wirklichen Worte um "Naked Lunch" in seinen vollen Ausmaßen zu beschreiben. Für mich ist das Werk von Cronenberg auf jeden Fall etwas besonderes. Schwer überhaupt zu bewerten. Zwischen brillant, einmalig, originell und widerlich, ekelig, krank. Irgendwas dazwischen. Für mich somit herausragend. Ein faszinierendes, eigenwilliges Kunstwerk.

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hoffman587

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Hast du das jetzt schnell gegoogelt oder wie?:D


Neokraid

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Assassin´s Creed mein Freund ;)


Oceanic6

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Bewertung9.0Herausragend

Ein kafkaesker Drogenrausch, schockierender als "Requiem for a dream", komplexer als jeder Lynch, ein Kampf zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, angereichert mit Jazz, Insekten und Tastaturen. Zu überwältigend, um nach dem ersten Mal die richtigen Worte für diese parodistische Tortur zu finden. Wenn ich den Film inhaltlich vergleichen müsste, würde ihm von der Genialität wahrscheinlich "Barton Fink" am nächsten kommen. Ausführliche Kritik folgt nach zweiter Sichtung.

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Le Samourai

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Ja!


hoffman587

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Nichts. Denn nichts ist so wie es scheint. Das eEnzige was halbswegs Sinn ergeben sollte war die Botschaft, dass ich dann wohl auch mal "Otto e Mezzo" schauen sollte und ich mir nicht erklären konnte warum ich es nicht am Samstag tat. ;)
Besser gesagt: Sinn? Es gab keinen Sinn...einfach seltsam.


doctorgonzo

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Bewertung9.0Herausragend

„Our national drug is alcohol. We tend to regard the use of any other drug with special horror.”

Der Kafka der Drogenkultur?
Eine Verfilmung von Burroughs´ umstrittenem Klassiker, der in den ach so liberalen USA sogar zu Bücherbarbecues führte?
Mitnichten!
David Cronenberg rührt einen wilden Eintopf an, nicht nur das Buch, sondern gleich mehrere Werke und die mittelbare Motivation des William S. Burroughs zum Schreiben werden auf entsetzlich harmonische und eindrucksvolle Weise verhackstückt.
So verfilmt Cronenberg eben nicht nur ein Buch, sondern setzt dem Autor ein umfassendes Denkmal, dafür nimmt er sogar in Kauf, dass diejenigen, die leichtsinnigerweise nur Buch und Film miteinander in Gleichklang bringen wollen, scheitern müssen. Vor allem, weil das Buch sich in seiner subversiven Bissigkeit auf ganz andere Dinge fokussiert als der Kanadier Cronenberg mit seinem trotzdem äußerst gelungenen Werk zu zeigen beabsichtigt.
Der Story versuche ich hier gar nicht wirklich nahe zu kommen, ich würde mich nur verhaspeln und mich nie wieder aus meiner Verwirrung zurück in die Realität finden…
Zu viele Fragen kann ich mir nicht beantworten: Schießt er wirklich? Reist er tatsächlich nach Tanger? Kann man in der Tat von Wanzenpulver high werden?
Die Darsteller, allen voran der weithin unterschätzte Peter Weller, machen ihre Sache toll. Weller begeistert einmal mehr mit sparsamer und doch überzeugender Mimik, dem klassischen Pokerface und neben ihm glänzen vor allem Julian Sands als mysteriöser Cloquet, Roy Scheider als Benway, Sir Ian Holm als netter Gastgeber und böser Schreibmaschinenentführer sowie Judy Davis als zweifache Ehefrau.
Howard Shores unaufgeregte und doch stellenweise entrückte musikalische Untermalung passt ganz hervorragend zu der imposanten Bildersprache mit ihren grotesk-kreativen Figuren und den mal auf Kontrast, mal auf Monotonie ausgelegten Farben.
Wirklich passend ist der deutsche Subtitel ´Nackter Rausch` ja nicht, denn Cronenberg macht es uns betont schwer zwischen vermeintlicher Realität und vermeintlichem Rausch unterscheiden zu können. Ganz unverblümt ist der Rausch zwar da, aber wenn man einmal vom Strudel der abstrusen Ereignisse mitgerissen wurde, ist es mitunter schwer zu sagen, ob die Freunde des Protagonisten ihn in seinem Rausch besuchen, er tatsächlich mal bei fast klarem Verstand ist oder das Ganze nur Einbildung ist.

Welcome to Interzone, Freunde. Oder wie Burroughs es einst gemeinsam mit „The Doors“ sagte:
IS EVERYBODY IN?

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Benni-THE-KING

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Bewertung4.5Uninteressant

Also wenn es ein Buch gibt das "unverfilmbar" ist dann ist es definitiv Naked Lunch. Ich mein das Buch ist ja quasi bereits nicht "lesbar"...
So wie hier kann man es natürlich machen. Hat dann natürlich nicht mehr so viel mit dem Buch zu tun. Vielleicht auch besser so...

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Billmaik

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Bewertung4.0Uninteressant

David Cronenberg bewundere ich sehr, finde gerade "Die Fliege" sowie "Eastern Promises" meisterhaft. Auch seine sperrigeren Werke wie "eXistenZ" oder auch "Crash" sind meiner Meinung nach recht bemerkenswert.

"Naked Lunch" hingegen war für mich mit Sicherheit einer der größten filmischen Enttäuschungen seit, nun ja im Prinzip seit ich meine Liebe zum Medium Film entdeckt habe. Ich war zur damaligen Zeit ein großer Fan von Burroughs Opus Magnum, hatte es bereits mehr als einmal gelesen und eigentlich ohnehin für unverfilmbar erklärt. Nun wusste ich aber natürlich von der Verfilmung, und weil der Regisseur David Cronenberg heißt und der Film durchaus einen gewissen Kultstatus erlangt hat, war ich bei aller gebotenen Skepsis dennoch hoffnungsvoll.

David Cronenberg's in Zügen doch recht freie Adaption ist mit Sicherheit mutig und ich bewundere den Versuch die fast schon avantgardistisch anmutende Struktur der Vorlage auf die große Leinwand zu transportieren. Auf einer abstrakten Ebene kann mir der Film somit fast so etwas wie Bewunderung abgewinnen.
Trotzdem ist Cronenberg gescheitert, grandios gescheitert, ja vielleicht, aber im Endeffekt konnte das Ergebnis meine hohen Erwartungshaltung auch nur schwerlich befriedigen. Im Gegensatz zum Buch ist die Figur des "William Lee" bzw. Burrough in seinen Emotionen fast schon steril und überaus unsympathisch, weshalb es tatsächlich schwierig ist, auch angesichts der verstörenden Ereignisse, echte Empathie für den Protagonisten zu empfinden. Die mangelhafte Charakterzeichnung ist umso ärgerlicher, da Peter Weller in der Hauptrolle wirklich grandios aufspielt.
Was vielleicht noch schlimmer ist, der Film ist streckenweise entsetzlich langweilig und die Handlung für Nichtkenner der Vorlage wahrscheinlich ohnehin absolut unverständlich, während das Buch bei aller Verkopftheit durchaus erhellend ist. Ein Rätsel ohne jegliche Antwort oder Interpretationsmöglichkeit hat meiner Meinung nach seine Aufgabe verfehlt.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Hetarene

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Dein Resümee ist noch viel zu gut ausgefallen ;)


Hitmanski

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Ich wusste, eines Tages wird es soweit sein, und ich darf den Spieß umdrehen, und mich auch einmal über eine maßlose Unterbewertung deinerseits echauffieren :)

Deine Rezeptionshaltung klammert sich imo viel zu sehr an den Gedanken, dass Cronenbergs NAKED LUNCH tatsächlich die Adaption von Burroughs NACKED LUNCH sein will - etwas, an dem Cronenberg doch ganz offensichtlich niemals Interesse hatte: Die Bezüge zum Buch sind lediglich lose Fragmente, die der Regisseur dazu benutzt, um einen Aufhänger für seine - zugegebenermaßen intellektualisierte und schwer zugängliche - Abhandlung über Literatur und deren Entstehungsprozess zu besitzen. Insofern ist NAKED LUNCH ein Film über's Schreiben, so wie Fellinis 8 1/2 ein Film über das Filmemachen ist - ein der reinen Theorie verschriebenes Werk, ohne wirkliches Interesse an klassischer Narration oder ähnlichen Konventionen.

Vor allem aber ist es ein sehr konsequenter Film im Œuvre des Kanadiers, weshalb ich deine Enttäuschung angesichts der Kenntnis der in deinem Text zitierten Werke, nicht ganz verstehen kann: Mit all seinen Zwischenwelten, seiner Aufarbeitung/Bewältigungsversuch von Sexual- und Verdrängungsphantasien ist NAKED LUNCH nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich nahe an Sachen wie VIDEODROME und eXistenZ, zum anderen bringt er die psychische Dekonstruktion seiner Figur - die Cronenberg ja bereits vorher in DEAD RINGERS begonnen hat - hier auf die nächste Stufe, indem er eine Abhängigkeit fernab aller realen Bezugspunkte aufzeigt, eine (unbewusste) Sucht nach einem rein theoretischen Bestreben - eben die Verarbeitung der eigenen Psyche in literarischer Form - treten lässt.

Deshalb ist der Film in meinen Augen trotz aller Widrigkeiten ein, in seinen Grunzügen relativ klar ersichtliches Werk, dass alleine deshalb kein großes Interesse an Interpretationsmöglichkeiten hegt, weil es Cronenbergs Verständnis nach überhaupt kein Rätsel im klassischen Sinne ist, sondern tatsächlich eher der Versuch, Erfahrungswelten in all ihrer Zerissenheit, zu bebildern.


FilmVlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Strange, aber gut =)

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Sufu

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich schätze ich würde mit meinem Kommentar dem Film gar nicht gerecht werden, kann ihn allerdings nur Jedem und Jeder empfehlen die für einen qualitativ (inhaltlich sowie schauspielerisch) hochwertigen Film auch ein bisschen Zeit opfern.
Gerade die Länge des Films scheint einen selbst ein wenig bräsig zu machen, auf eine Weise die ausgesprochen gut zum Film passt.
Dieser Film ist eine kranke, großartige, überwältigend-kafkaeske Reise von einer Idee die zu atmen beginnt und ist atmosphärisch nur von wenigen anderen mir bereits bekannten Filmen zu übertreffen.
Top!

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teorirum

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Bewertung6.5Ganz gut

der film ist seeeehr weit davon entfernt, großartig oder auch nur wirklich gut zu sein. trotzdem ein gewagter versuch, burroughs filmisch zu erschließen! und das muß man honorieren.

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BigDi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wenn die Verfilmung eines Buches so etwas wie das Malen eines Bildes von einem Haus ist, dann ist David Cronenbergs "Naked Lunch"-Adaption eine Ausstellung von Bildern des Fundamentes, vom Kauf der Steine, vom Bauprozess selbst, mit eingespielten Fotos vom fertigen Werk selbst. Was der Zuschauer hier zu sehen bekommt, ist keine simple Darstellung der Buchereignisse, es ist eine Reise zu dem Ursprung des Buches, eine Mischung aus der Realität, in der der Autor existiert, und seiner durch den Drogenkonsum verursachten Wahnvorstellungen, die er - unwissend - in einem Buch namens "Naked Lunch" verarbeitet. Eine durchgehend nahezu organische Mischung, wohlgemerkt, die niemals klare Grenzen zwischen den beiden Ebenen zeichnet und somit stets streng subjektiv bleibt.

Bill Lee ist ein Autor, doch er schreibt nichts (noch nicht), er verdient seinen Lebensunterhalt als Kammerjäger. Doch was den Insekten ihr Tod, ist seiner Frau die liebste Droge. Als er bemerkt, dass ihm der Giftstoff zu schnell ausgeht, stellt es sich heraus, dass sie diesen als Droge missbraucht. Wie die Frau, so der Mann, und spätestens nach dem versehentlichen Töten seiner Frau bei einer "Wilhelm-Tell-Nummer" sind für Bill jegliche Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verloren, seine Schreibmaschine mutiert zu einem sprechenden Insekt, welches ihm wie einem geheimen Agent begegnet, der Berichte über seinen Aufenthalt in "Interzone", einer orientalisch anmutenden Welt, verfassen muss. Der Rausch, der jetzt dem Zuschauer begegnet, ist ein vollkommener, nahtlos gehen Konversationen mit "normalen" Menschen und reale Begebenheiten in surreale Situationen über, das Insektenpulver wird zum Reiseticket, die Schreibmaschine zum Ratgeber, das Gegenüber zu einem geheimnisvollen Agenten, alles ist vollkommen verwirrt und verdreht und ergibt selten einen richtigen Sinn. Aber was erwartet man schon von einem Drogenrausch? Eine faszinierende Reise ins Unterbewusstsein, der Wechsel von realen Kleinigkeiten zu surrealen Manifesten der Angst und der Verwirrung, die Verschmelzung von Erlebtem und Gedachtem. Und diese bekommt man auch, auf eine etwas spezielle Art und Weise.

David Cronenberg ist bekannt für seine Werke des sogenannten "Body Horror", einem Subgenre, welches aus der Angst des Menschen vor dem Unbekannten und Grausamen in seiner Umgebung, welche den meisten "normalen" Horrorfilmen zugrunde liegt, eine Angst vor Veränderungen des eigenen Körpers macht und somit den Ekel viel näher und extremer vermittelt und auch vor einer charakterlichen Ebene der Veränderungen nicht zurückschreckt (man schaue sich nur "Die Fliege" an). Ähnlich wie Stanley Kubrick, der in "The Shining" die Angstquelle in den eigentlich sichersten gesellschaftlichen Hort des Menschen, nämlich die eigene Familie, versetzte, tut Cronenberg im Grunde dasselbe, nur auf der körperlichen Ebene. "Naked Lunch" enthüllt eine weitere Facette des großartigen Regisseurs, nämlich die Fähigkeit, etwas Ähnliches auf geistiger Ebene zu vollbringen. Er zeigt hier weniger die Außenwelt des Protagonisten, sondern dessen eigene, streng subjektive Auffassung dieser Außenwelt, projeziert seine wirren Gedanken auf die Realität und erschafft somit eine Welt, die jenseits jeglicher Konventionen liegt, eine Mischung aus dem realen Leben des Autors, dessen Werk sowie einer eigenen Interpretation des Ganzen. "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt" war sein Motto beim Drehen dieses Filmes und das sieht man seinem Werk auch an, welches oftmals wirklich nichts scheut und einige äußerts ekligen, Cronenberg-typischen Sequenzen enthält, die jedoch hervorragend in die Gesamtstimmung passen und dieser einen zusätzlichen morbiden Charme verpassen. Jedoch werden gerade die eindringlichsten Dinge nicht gezeigt, sondern vom Protagonisten erzählt, sind jedoch wohl sogar für Cronenberg etwas zu extrem gewesen und erfüllen ihren Zweck auch rein verbal hervorragend. Das vom Regiesseur so geliebte Thema des Fleisches findet ihr Pendant auch in der Geschichte selbst, in der vom "Schwarzem Fleisch" die Rede ist - man ahnt schon, dass hier blutige Elemente nicht fehlen, welche dafür in Verbindung mit der Drogenthematik neue, surreale Züge annehmen und durch das ständige Auftauchen von Insekten manchmal nahezu eine kafkaeske Stimmung erschaffen - "Die Verwandlung" lässt grüßen, wenn diese hier auch auf geistiger Ebene stattfindet.

Am Ende ist es ein wenig wie bei einem Film von einem anderen Regie-David, nämlich Lynch: Viel gesehen, wenig verstanden, der Schluss sehr seltsam, der Eindruck zwiespältig. Doch "Naked Lunch" ist so etwas wie ein so oder so ähnlich tatsächlich geschehenes "Lost Highway", eine Reise ins Unterbewusstsein, die an sich wenig Sinn ergibt. Doch hier gibt es diesen Sinn doch, wenn auch auf einer anderen Ebene: Die Niederschrift von "Naked Lunch", einem Kultbuch, aus den gedanklichen Wirrungen eines Autors, welcher alle bisherigen Konventionen der Literatur einfach ignoriert hat. Und so ignoriert auch David Cronenberg, wie so oft sein Kollege Lynch, die Konventionen von dem Medium Film und bietet dem Zuschauer eine reine Rauscherfahrung, die durch die strenge Subjektivität eine starke Intensität entwickelt und bei der am Ende mehr der Eindruck denn eine klare Bedeutung zählt. Vielleicht muss man selbst schreiben, um den Film einigermaßen verstehen zu können, und zwar wirklich aus dem Inneren heraus schreiben, sein Unterbewusstsein schreiben lassen. Doch in diesem Falle sollte man sich den Film besser nicht zu sehr als Vorbild nehmen, die Exzesse sind, wenngleich förderlich fürs Schreiben, so doch nicht unschädlich, auch was das Leben anderer angeht. Aber als reine Inspiration kann einem Bills (oder soll ich doch eher sagen: William S. Burroughs´?) Erfahrung, so brilliant von Cronenberg dargestellt, durchaus dienen.

Der Film ist natürlich sehr stark Geschmackssache. Wem schon "Fear And Loathing In Las Vegas" zu krank war, sollte um diesen hier am besten auch einen längeren Bogen machen. Wer Insekten nicht nur eklig, sondern ganz und gar abstoßend findet und sich diese in keiner Ästhetik vorstellen kann, der wird bei diesem Film auch mehr als nur einmal in blankem Schrecken wegschauen müssen. Doch wer für außergewöhnliche Experimente stets offen ist oder einfach nur Cronenbergs Werk mag, wird hiermit eine teils etwas sperrige, aber dennoch faszinierende und unvergessliche Erfahrung machen, die fern von gewöhnlichen Drogen - oder Horrorfilmerfahrungen liegt. Eine Reise zum Ursprung von Kunst, ein einziger Rausch aller Sinne, ein surreales Fest für Cineasten.

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doctorgonzo

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Oh Yeah, sowas will ich sowas von lesen!


chuck_norton

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

herzlich willkommen in der welt des bizarren und des wahnsinns. drogenflüssigkeit aus drüsen von widerwärtigen, lebenden wesen, die süchtigt macht... schreibmaschinen, welche - ganz kafkaesk- zu käfern oder anderen wesen mutieren... eine ganz eigene, sehenswerte geschichte eines autoren... krank, ekelhaft, abscheulich gut

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Beast Lilith

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Bewertung5.5Geht so

Wie die überdimensionierte Kakerlake aus der Kiste krabbelte und dann noch anfing zu sprechen - da wars bei mir vorbei....müsste mir den Film nochmal anschauen.

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Mr Lee

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Mach dir nichts drauß, ich habe den Film auch nicht verstanden. Aber ich fande ihn trotzdem interesant gemacht. Aber durch die Tatsache das die Figur die ganze Zeit unter Drogen steht, finde ich ist es auch egal den Film zu verstehen.


Chris12zero

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Naked Lunch ist wieder einmal ein typischer Cronenberg !!
Ziemlich verwirrend, verstörend, bizarr !! Peter Wellers faszinierender Trip als Schriftsteller im Drogenrausch ist wahrlich exzellent inszeniert !! Es ist aber auch wieder einmal solche Art Film, den man erst nach 2-3 mal anschauen begreift ... oder auch nicht !! Was eben typisch für Cronenberg ist !!
Und dennoch gelingt es dem Regisseur den Zuschauer mit seinen bizarren Bildern und der interessanten Story in den Bann zu ziehen !! Klasse !!

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ellen_ripley

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Total abgedreht. Genial. Verrückt. Witzig und widerlich. William Defoe als Kleindarsteller in zwei Einstellungen... klappt also doch vom Kleindarsteller zum Star. (Ich kenne das Buch nicht)

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K_H_Mann

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Bewertung5.0Geht so

Das Buch ist super. Der Film leider nicht.

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Mr Lee

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Bewertung7.0Sehenswert

Einfach zu wierd. Ich muss ihn mir wohl einfach noch mal angucken... Aber was ich mit sicherheit sagen kann, das sich dieser Film desweiten von anderen Filmen absetzt. So wird der Zuschauer der Verwirrtheit ausgesetzt wie es dem Hauptdarsteller geschied. Man selber fühlt sich als hätte man ein Blackout gehabt und der Hauptdarsteller hätte einen Trip erlebt und diesen Vergessen zu erzählen... Einmalig auch Cronenbergs Rießen Kakalaken die mit ihrem Hinterteil reden und Magwa als sprechende Schreibmaschine. Wenn ich sage sollte man gesehen haben mein ich das auch so denn vergleiche zu ähnlichen Filmen wird man nur bei Lynch finden. Wobei das auch nur bei der inhaltslosen erzählweise und die ewige Suche nach dem Sinn.

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JimiHendrix

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Bewertung7.5Sehenswert

Eigenartiger Horrortrip eines Kammerjägers.

An vielen Stellen erinnerte mich dieser Film an die Abgedrehtheit von "Fear and Loathing in Las Vegas".

Was sehr originell gemacht wurde, waren die überdimensionierten Insekten, die der Hauptdarsteller im Drogenrausch zu Gesicht bekommt.

Obwohl der Film aus dem jahre 1991 ist, hat er einen schön altenh Charme und ist zeitauthentisch.

Peter Weller spielt einfach schön, seine Mimik ist fantastisch!

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Kubrick_obscura

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Geht weit über das hinaus, was man gerne als Drogenfilm bezeichnet. "Naked Luch" ist ein Film über das Schreiben, über das Erschaffen von Kunst und wie man Ende gänzlich in dieser Kunst verschwindet.

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