Outside the Law

Hors-la-loi (2010), DZ/BE/FR
Laufzeit 132 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama

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- Kritiker
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von Rachid Bouchareb, mit Jamel Debbouze und Roschdy Zem

Outside the Law (OT: Hors-la-loi) ist ein Drama über den Kampf der Algerier, sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Abhängigkeit von den Franzosen zu befreien. Nach dem Verlust ihres Hauses in Algerien leben drei Brüder und ihre Mutter auf der ganzen Welt verstreut: Messaoud schließt sich der französischen Armee in Indochina an, der unbeugsame Abdelkader wird Anführer der algerischen Unabhängigkeitsbewegung in Frankreich und Said zieht nach Paris, um sein Glück in düsteren Clubs und den Boxhallen von Pigalle zu versuchen. Schritt für Schritt fügen sich ihre Schicksale wieder in der französischen Hauptstadt zusammen, wo die Freiheit ein harter Kampf ist, der erst noch gewonnen werden muss.

Drei algerische Brüder, ein Schicksal: terroristischer Freiheitskampf! Outside the Law ist ein Epos über das blutige letzte Kapitel französischer Kolonialgeschichte vom preisgekrönten Regisseur Rachid Bouchareb (Tage des Ruhms). Der französische Kinoerfolg lief auch im offiziellen Wettbewerb des Cannes Filmfestivals 2010 und war für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

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Kommentare (8) — Film: Outside the Law

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Schmah

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Angesichts der Tatsache, dass jeder Film über Vergangenes ein Spannungsfeld von verschiedenen Wahrnehmungen ist, ist eine vom Betrachter wahrgenommene vermeintliche Tendenz nicht grad ein Alleinstellungsmerkmal. Meiner Fimbewertung zugrunde liegt daher zu allererst die gute Fotografie des Films und eine der Thematik sauber angepasste Dramaturgie. Zudem versteht es der Film Emotionen auszulösen - bei dem einen geht er ans Herz, beim anderen löst er Kontroversen aus. Vor dem Hintergrund, dass es in Frankreich eine unglaubliche Kultur des Verschweigens gibt (Stichwort Massaker von Paris 1961), ist damit ein für mich wichtiger Auftrag erfüllt. Daher ist auch eine vermeintliche Überspitzung oder Tendenz durchaus verkraftbar, wenn nicht sogar sehr notwendig. Letzter wichtiger Punkt für mich ist die Beschäftigung mit der Terrorismus - Thematik, die eben tiefer geht als nur die oberflächliche Abstempelung zum Monströsen und Andersartigen, was schnell verurteilt ist. Hier wird einem die Zweischneidigkeit der Tatbewertung Augen geführt und der Unterschied zwischen Tat und Täter verdeutlicht.

Alles in Allem ist der Film handwerklich gut gemacht, füllt thematisch eine Lücke, regt zum Nachdenken an und hat eine gute Motivation. Ich kann ihn also jedem empfehlen, aber von bloßer Unterhaltungserwartung nur abraten.

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crow11111

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wirklich kein Film für "zwischendurch". Habe selten so oft gedacht das ich lieber ausmachen würde, was aber nur daran liegt das der Film mit viel leibe zum Detail darstellt was damals geschah und wie leicht das Herz von Hass und Fanatismus geschwärzt werden kann.

Dazu kommt das eines der wirklich dunkeln Kapitel des letzen Jahrhunderts beleuchtet wird, die nicht schon x mal durchgekaut sind und man daher nicht so gewappnet ist gegen das was auf der leinwand passiert.

Insgesamt sicher sehr sehenswert, aber eben auch tragisch.

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patcharisma

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Bewertung0.0Hassfilm

Auch wenn das so toll berechnend auf Style aufgemotzte und herkaschierte (und in Blautönen gehaltene) Borsalino- und Knarren-mässige Mafia-Cover mit dem obercoolen Titel "Outside the Law" schicken Ganster-Clash verspricht, sollte der Zuschauer ein ominöses Wort darunter nicht ignorieren: Es steht nämlich "Arthaus" drauf! So wird einem hier also über 2 Stunden lang eine unglaublich schwerfällige, aufgeblasene, komplett spannungslose und politisch hochkorrekte Algerien-Patrioten-Geschichte zum Frass vorgeworfen, die der arme Kinogänger erst noch glauben soll. Mit Grausamkeiten und Brutalitäten geizt der historisch fragwürdige Film nicht (sie kommen beinahe im 3-Minutentakt), dafür werden dann kaum Hintergründe erklärt. Warum denn überflüssigerweise auch? Der Staat Algerien hat das merkwürdige Werk immerhin mit 25% des (hohen) Budgets mitfinanziert (und teuer schaut das Ganze auch aus), da erwartet man doch ein paar Gegenleistungen und erfüllte Bedingungen im Gegenzug. Erzählt wird der heroische Stuss voller Pathos und bescheuerter "Bruderliebe" anhand (ja genau!) dreier Brüder (und ihrer oberschrecklichen Mutter), die allesamt Immigranten im Paris der 50er sind und von dort aus den Unabhängigkeits-Kampf für Algerien's Untergrund-Partei FML organisieren. Doch bald wird klar, dass das keine Helden im immer wieder beschworenen "Namen Allahs" sind, sondern in Fakt brutale, verblendete und kaltblütige Terroristen und Mörder. "Wir brauchen die Kolonalisierung dieser Länder, um das Gleichgewicht zu den Supermächten zu halten", sagte mal Charles DeGaulles und nach dieser hier unversöhnlichen und einseitig abreagiert erzählten Story ist man fast gewillt, ihm zu glauben. Dass die Unabhängigkeit 1962 von einem der brutalsten Länder der Welt nicht wirklich ein Happy End (sondern eine weitreichende Tragödie) mit sich brachte, wie es dieser Film komfortabel als "The End" weismachen will, lehrte uns die Geschichte immer wieder. Und Parallelen zur französischen Résistance zu Nazi-Deutschland herstellen zu wollen (wie ebenso impliziert wird - um den ewigen Minderwertigkeitskomplex gegenüber dem Westen etwas zu kompensieren), davon kann man einfach nur noch den Kopf schütteln.

Vielleicht müssen die Länder aus dem islamischen Raum und "Kultur"-Kreis (ebenso wie dem Balkan, der Türkei, Russland u.ä.), endlich mal lernen, nicht irgendwelche Vergangenheiten schön zu basteln, sondern diese mal selbstkritisch zu analysieren, zu hinterfragen und zu reflektieren - eine klare Geschichtsaufarbeitung würde ihnen jedenfalls weitaus mehr helfen als solche (aus dem westlichen Exil heraus) kommenden überheroisierten Historien-Film-Verdrehungen und -Verklärungen.

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Sozionaut

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Und woher presst Du Deine Seifenblasen raus...?


JanoX

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haha Sozionaut hat definitiv Recht: "eines der brutalsten Länder der Welt"...Welche Birne is denn bei dir kaputtgegangen ? Es gibt doch keine von Natur aus "brutalen" Länder (!!!!!), vielleicht brutale Diktatoren, aber ich bezeichne unser Deutschland ja auch nicht als von Natur aus brutal, nur weil wir jemanden namens A. Hitler einst als Staatschef hatten, der aus ideologischem Wahnsinn 7 mio. Juden töten musste.


U-Turn

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Bewertung6.0Ganz gut

Für meinen Geschmack etwas zu brutal, insgesamt auch so mittelmäßig spannend. Kann man sich aber mal ansehen

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lieber_tee

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Bewertung5.0Geht so

Brüderdrama in Form eines Gangsterfilms über den Algerienkonflikt in Frankreich. Obwohl viel geschossen und auf große Gefühle gemacht wird, wirkt das aufwendige, bildschöne Historienepos seltsam trocken und steif.

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alviesinger

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In der Tat: ziemlich enttäuschend.


Fu-Jay

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vorgemerkt

So sei es einfach erstmal vorgemerkt.

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spanky

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Bewertung5.0Geht so

Etwas überfrachtetes und historisch fragwürdiges Drama, das sich nicht entscheiden mag, ob es der Unterkategorie Polit oder Gangster angehören will. Ein über zweistündiger Parforce-Ritt durch die franco-algerische Geschichte des letzten Jahrhunderts als Rahmenhandlung ist zu anstrengend, um als Mafiaepos noch glaubwürdig oder unterhaltend sein zu können. Von antifranzösischen Tendenzen mal ganz abgesehen...

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Sozionaut

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Bewertung9.0Herausragend

Noch heute wirken postkolonial die erlittenen Ungerechtigkeiten eines eurozentristischen Imperialismus nach. Opfer jeder nationalen Machtgeilheit finden sich überall, tief sind ihre Narben und wirkungsmächtig nachhaltig ihre schmerzenden Erinnerungen...

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patcharisma

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Na toll! ;-(


Sozionaut

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Nun, mein lieber patcharisma, irgendwo wurden wohl Befindlichkeiten berührt. Es drückt der Schuch sozusagen. Sprich... Nur zu...


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