Stage Beauty
Stage Beauty (2004), DE/GB/US Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 29.09.2005
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8 Kommentare
Keine
von Richard Eyre, mit Billy Crudup und Claire Danes
Wir schreiben die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, als ausschließlich Männer auf englischen Bühnen erlaubt waren. Maria ist die Garderobiere des berühmtesten Schauspielers seiner Zeit – Edward “Ned” Kynaston, der vor allem durch seine Verkörperung der Desdemona in Shakespeares “Othello” zu Starruhm gelangte. In Maria hat Ned nicht nur eine glühende Verehrerin, sondern auch eine heimliche Nachahmerin gefunden. Da Frauen aber per königlichem Gesetz das Schauspielern verboten ist, borgt sie sich die verschwenderischen Kleider von Kynaston und tritt heimlich in einer zwielichtigen Schenke auf – mit großem Erfolg. King Charles II ist derweil der klassischen Theaterinszenierungen müde, zumal niemand auf seinen Vorschlag eingeht, “Othello” mit ein paar Späßen aufzulockern. Mit ein bisschen Nachhilfe von seiner kecken Mätresse Nelly Gwyn, die selbst gerne Schauspielerin wäre, entscheidet er, daß ab sofort nur noch “echte” Frauen auf der Bühne Frauen verkörpern dürfen. So muß Ned Kynaston buchstäblich über Nacht die Bretter, die für ihn die Welt bedeuten, verlassen und Maria wird der neue Star am Theaterhimmel. Vom Rampenlicht ausgeschlossen, scheint Ned den Boden unter seinen Füßen zu verlieren, bis Maria ihn sucht und auf die Bühne zurückbringt.
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Cast & Crew
- Genre
- Drama
- Zeit
- 17. Jahrhundert
- Ort
- England
- Handlung
- Besetzung, Brite, Bühne, Bühnenauftritt, Bühnenshow, Inszenierung, Mann, Männer, Othello, Schauspieler, Schauspielern, Theater, William Shakespeare
- Stimmung
- Berührend, Spannend
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- Stage Beauty: critic.de




















Kritiken (1) — Film: Stage Beauty
Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998
Kommentar löschenPerfekt inszeniert und gut gespielt. Wenn manches nicht zu chargenhaft gewesen wäre, wäre der Film sogar noch besser bei mir angekommen.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Sonse Tue, 01 Dec 2009 21:20:01 -0000
Antwort löschenWas genau fandest du denn "chargenhaft"? Everetts Charles II?
Ines Walk Wed, 02 Dec 2009 05:34:15 -0000
Antwort löschenGenau ... ihn, etwas seine Mätresse und den dicken Mäzenen. Auch die Sexszene mit dem Frau-Mann-Oben-Unten-Spiel war etwas plakativ, aber sonst ... wirklich ein guter Film, mit einem brillanten Bill Crudup.
Kommentare (7) — Film: Stage Beauty
angelmoonsoul Sat, 12 Nov 2011 14:38:05 -0000
Kommentar löschenClaire Danes spielt überzeugend, genauso wie Billy Crudup.
Die Story wird gut erzählt & die Kostüme sind auch sehr schön.
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Yvonne_Kol Sat, 25 Jun 2011 22:03:16 -0000
Kommentar löschenDr. Manhattan in barocken Frauenkleidern, das muss man gesehen haben :)
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moviereporter Tue, 30 Nov 2010 21:44:49 -0000
Kommentar löschenMit 'Shakespeare in Love' kann man den Film meiner Ansicht nach nicht wirklich vergleichen. Bis auf ein paar optische Gemeinsamkeiten und der Grundidee des 'Theaterspiels' legt 'Stage Beauty' seine Schwerpunkte recht anders. Steht bei 'SiL' das romantische Liebesdrama im Vordergrund, so befinden sich hier die Charaktere und ihre Entwicklung im Zentrum der Geschichte. Das hat natürlich den Vorteil, dass es zu keiner Szene von der Leinwand trieft.
Dazu gesellen sich herrlich bissige Dialoge, die von noch scharfzüngigeren Darstellern vorgetragen werden - großartig. Claire Danes macht ihre Sache - wie immer- absolut famos und sie strahlt von der ersten bis zur letzten Leinwandminute. Billy Crudup hingegen hat das Pech, dass seine Rolle nicht gerade die sympathischste ist und obwohl er wirklich gut agiert, wird man nicht recht warm mit ihm bzw. seiner Figur.
Auch insgesamt wollte bei mir der Funke nicht komplett überspringen. Denn obwohl die Story kurzweilig erzählt ist und teilweise sehr frisch und spritzig rüberkommt, so hat der Regisseur über weite Strecken relativ 'angestaubt' inszeniert. Zu Beginn des Films verhält sich alles noch sehr innovativ, doch mit der Zeit versickern seine filmischen Möglichkeiten etwas und man hat das Gefühl das Richard Eyre ein wenig seine eigene Zielsetzung aus den Augen verloren hat. Zumal die Geschichte nach ca. der Hälfte der Laufzeit einfach zu konventionelle Bahnen einschlägt.
Aber sei's drum: der Film bietet knapp 2 Stunden sehr gute Unterhaltung - nicht zuletzt wegen einer großartigen Claire Danes. Hätte man der Story noch den ein oder anderen originelleren Kniff gegeben und bei der Inszenierung ein wenig mehr gewagt, wäre 'Stage Beauty' sicherlich eine kleine Genre-Perle geworden!
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TobiasSD Wed, 19 Aug 2009 08:23:22 -0000
Kommentar löschenZufällig reingezappt und drangeblieben, obwohl die Thematik des Films an sich mich kaum gereizt hat. Die Umsetzung ist jedoch gelungen, zumal vor allem die beiden Hauptdarsteller (Billy Crudup & Claire Danes) überzeugen.
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8martin Mon, 10 Aug 2009 18:05:49 -0000
Kommentar löschenDer Vergleich mit ’Shakespeare in Love’ geht in Ordnung. Zeitlich etwas später angesiedelt, üppig ausgestattet und mir tollen Schauspielern kann er dem Vorbild durchaus das Wasser reichen. Es geht anfangs um das Bühnenverbot von Männern in Frauenrollen und umgekehrt unter Charles II. Das bedeutet das Ende der Karriere eines Topstars der Zeit (Billy Crudup). Mit Witz und Tempo wird der Gegenpol dazu aufgebaut: Clare Danes anfangs Garderobiere spielt trotzdem dagegen an und wird seine Konkurrentin. Aber der geniale Höhepunkt ist das Finale auf der Bühne, wo nicht nur die Theaterbesucher damals den Atem anhalten, sondern auch die Zuschauer heute. In der Mordszene im Othello zeigt Richard Eyre wie weit eine glaubhafte Aufführung gehen kann. So nah am Leben dran und gleichzeitig so nah am Tod ist selten etwas so glaubhaft und packend inszeniert worden. Ein Film, der hinter die Kulissen schaut, menschliche Schwächen offen legt und mit viel Sympathie die Schauspieler agieren lässt.
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Sonse Sat, 11 Apr 2009 23:27:50 -0000
Kommentar löschenEindeutig die bessere Alternative zum thematisch (Shakespeare, Theater, 17. Jahrhundert in England, Männer in Frauenrollen auf der Bühne...) ähnlichen "Shakespeare in Love". Oder wie ein Leserbrief in EMPIRE zu letzterem sich einmal so las (Spoiler zu "Se7en"): "After 'Shakespeare in Love', Spacey taking 'her pretty head' makes a dark depressing ending, a happy, feel-good one..." Obwohl ich lieber Joseph Fiennes Kopf in der Box gesehen hätte... ;-) Kurz: Der Oscar-Liebling ist allgemein überschätzt und dieser bessere Film schmerzlich unbekannt und unterschätzt.
Für einen Film der nicht nur Theater zum Thema hat, sondern auch im Bühnenstück "Compleat Female Stage Beauty" seine Wurzeln, ist Richard Eyres "Stage Beauty" ein erstaunlich eigenständiger Film.
"A woman playing a woman? Where's the trick in that?"
Historisch einigermaßen akkurat kann man ihn in den 1660ern in London verorten. Nachdem die Puritaner fast 20 Jahre sämtlichen Spaß in England verboten hatten, eröffnete Charles II. die Theater wieder und wurde daher "The Merry Monarch" getauft. Er war sogar so "fröhlich", dass er die lange Tradition nur Männer - auch für die Frauenrollen - auf die Bühne zu lassen beendete.
"Why shouldn't we have women on stage? After all, the French have been doing it for years. - Whenever we're about to do something truly horrible, we always say that the French have been doing it for years."
Rund 60 Jahre nachdem Shakespeare sich in seinen Stücken einen Spaß aus diesem Umstand machte und z.B. in "Twelfth Night" einen männlichen Darsteller als Viola auftreten lässt, die sich wiederum im Stück als Mann ausgibt. Die perfekte Verwirrung. Europäische Touristen im London jener Tage fanden diese Tradition immer äußerst amüsant, spielten in Spanien oder Italien doch ganz selbstverständlich Frauen Theater. Für Puritaner war die Theaterwelt dieser Zeit sowieso ein einziges Sodom and Gomorrah und wer sich mal mit den damaligen Gepflogenheiten beschäftigt, weiß dass da durchaus auch etwas dran war. ;-) Gerade das Cross-Dressing ermöglichte es doch den Zuschauern sich nicht nur zur Frau, sondern sich auch dem Mann darunter hingezogen zu fühlen. "Stage Beauty" zeigt das ganz ausgezeichnet.
Geschichtlich nicht ganz passt Ben Chaplins George Villiars (sic!). Dabei handelt es sich zweifellos um George Villiers dem legendären Duke of Buckingham (er taucht auch in Dumas' "Drei Musketieren" auf), dem vermeintlichen Lover James I. und dessen Sohnes Charles I. und sagenhaft unfähigen Staatsmanns, der außenpolitisch so ziemlich alles in den Sand setzte, was er anfasste und am späteren Bürgerkrieg kausal nicht ganz unschuldig war. Allerdings wurde er bereits 1628 von einem frustrierten Landsmann (zu Freude der Nation) umgebracht, kann also theoretisch hier nicht mehr auftauchen.
Die gelungene Verfilmung hat nicht nur die geschliffenen Dialoge der Vorlage, sondern bannt auch sämtliche mit dem Thema assoziierten Aspekte gekonnt auf die Leinwand: Ego, Gender-Fragen, Sexualität, Politik, die Schauspielerei und den Ehrgeiz der einzelnen Figuren.
Bis in die kleinen Rollen gut besetzt, entdeckt man neben Ben Chaplin auch Tom Wilkinson, Richard Griffiths, Hugh Bonneville und den immer willkommenen Rupert Everett als Charles II. Doch den beiden Hauptdarstellern gehört die Show.
"Your old tutor did you a great disservice, Mr. Kynaston. He taught you how to speak, and swoon, and toss your head but he never taught you how to suffer like a woman, or love like a woman. He trapped a man in a woman's form and left you there to die! I always hated you as Desdemona. You never fought! You just died, beautifully. No woman would die like that, no matter how much she loved him. A woman would fight!"
Ned Kynaston ist mit seiner Paraderolle "Desdemona" der Star auf den Londoner Bühnen, bis ihm dies verboten wird und er noch dazu von seiner Gardrobiere Maria ersetzt wird. Billy Crudup ist ganz hervorragend und geht in seiner Rolle auf - jede Bewegung und jeder Blick bewegt sich elegant an der Grenze zwischen maskulin und feminin, niemals ganz das eine, noch das andere. Er hat seinen Charakter physisch und emotional perfekt im Griff. Claire Danes habe ich auch nie besser gesehen. Wie sie ihre Maria glaubhaft von einer miesen zu einer sagenhaften Schauspielerin werden lässt überzeugt und ganz besonders gelungen ist ihre innere Zerrissenheit was Ned angeht, die sich immer ihren Augen ablesen lässt: Von Liebe und Bewunderung hin zu Ärger.
Eine Schlüsselszene zwischen beiden gehört für mich sicher zu einer der besten Sexszenen der Filmgeschichte und lohnt den Film allein. Es ist nicht nur erotisch, sondern auch thematisch relevant, wenn Maria und Ned verschiedene Positionen ausprobieren und sich Fragen wer nun welche Rolle einnimmt:
Maria: So, am I the man or the woman?
Ned: You're the man.
Maria: And you're the woman.
Ned: Yes.
Maria: Isn't much to do.
Ned: Not with what we're given.
...
Maria: So, who am I now?
Ned: You're the man. *lacht* Uh, you're the woman.
Maria: And you're?
Ned: I'm the man, or so I assume. Seldom get up here, quite a view.
Maria: But I'm the man-woman.
Ned: Yes, you're the man-woman.
Am Ende treten beide als Desdemona und Othello auf und reagieren ihren Ärger so echt aneinander ab, dass die Zuschauer in der Sterbeszene überzeugt sind, Ned habe Maria tatsächlich getötet. Welch ein Unterschied, welch triumphale Darstellung - da möchte man auch darüber hinwegsehen, dass solch naturalistisches Schauspiel zu dieser Zeit noch reine Zukunftsvision war.
"She was the first of her kind. He was the last of his."
Absolut zutreffend. :)
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caliban Sat, 08 Sep 2007 10:21:07 -0000
Kommentar löschenDer Film reitet sicherlich auf der "Shakespeare in Love"-Welle, aber hat durchaus was eigenes.
Manchmal ist er mir zu mutlos..
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