Faszination des Grauens

Tesis (1996), ES Laufzeit 125 Minuten, FSK 18, Horrorfilm, Thriller

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6.9
Kritiker
10 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1
Community
301 Bewertungen
8 Kommentare
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von Alejandro Amenábar, mit Ana Torrent und Fele Martínez

Auf der Suche nach weiteren Informationen für ihre Examensarbeit, die sich mit Gewaltdarstellungen in Film- und TV-Produktionen auseinandersetzt, gerät die Filmstudentin Angela selbst in das Fadenkreuz eines Serienkillers. Der Psychopath dreht “snuff movies”. Filme, bei denen Menschen vor laufender Kamera zu Tode gefoltert werden. Über ein halbes Dutzend Tote gehen bereits auf sein Konto. Angela soll das nächste Opfer sein.

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Kommentare (8) — Film: Faszination des Grauens


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loveissuicide

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Bewertung5.5Geht so

Der Film bewegt sich stets an der Grenze zur Belanglosigkeit, kriegt aber immer wieder die Kurve, sodaß es trotzdem irgendwie nie langweilig wird, auch wenn das Gezeigte doch recht unspektakulär ist. Terror? Angst? Grauen? Nomen, die für die Beschreibung des Films eigentlich nicht herangezogen werden dürften. Einen kleinen Pluspunkt gibt's für das Ende, wo nicht nur die Zuseher der Nachrichten begierig auf die kommenden Bilder wraten, sondern auch der Zuseher des Films selbst. Nette Idee, wenn auch ein wenig plakativ. Tarantino ist das bei den Basterds besser gelungen, weil nicht so offensichtlich.

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lieber_tee

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Ein filmischer Diskurs über fiktionaler und realer Gewalt und über die Faszination von Gewalt. Das ist doch das offensichtliche Thema. Kann plakativ gesehen werden, ist letztlich aber auch "nur" ein Thriller.


loveissuicide

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Gut, das Thema ist diskussionswürdig, aber meiner Meinung nach sind Snuffs viel zu speziell, um dafür herangezogen zu werden, da diese nur ein - ich hoffe - äußerst kleines Publikum ansprechen. Das Gewaltthema find ich von Haneke viel besser verarbeitet. Haneke ist die Champions League, "Tesis" nur ein eher unbedeutendes Vorrundenmatch in der Europaleague. Wie gesagt, das Ende find ich wirklich gut, weil man sieht, wie alle diese Szenen sehen wollen und man selbst auch endlich der Gewalt ansichtig werden will (das geb ich gerne zu, da ich mir etwas mehr in Richtung Torture Porn erwartet hatte), aber das reicht für mich nicht für ein intelligentes Stück Thriller. Der Regisseur versuchte oft, falsche Fährten zu legen, ist damit aber nicht erfolgreich gewesen, dafür wurde es mir zwischendurch trotzdem ein wenig zu wirr.
Dass es schlußendlich "nur" ein Thriller geworden ist, der das Thema nur anschneidet, die Gewalt aber trotzdem ausspart, fand ich im Nachhinein betrachtet eh ganz gut, aber mir fehlte es eindeutig an Spannung.


zmpfl

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Bewertung2.5Ärgerlich

Agora - Die Säulen des Himmels und Vanilla Sky gehören zu meinen Lieblingsfilmen, daher musste ich mich auch mal dem Frühwerk des Regisseurs widmen und wurde leider sehr enttäuscht:
Hauptsächlich liegt das aber wohl am Thema:
Diese ganze "Snuff"-Film-Problematik habe ich nie richtig begriffen: Warum haben die Protagonisten die ganze Zeit Angst, sie könnten "süchtig" nach (Real-)Gewaltfilmen werden, wenn sie sich, aus Neugierde oder wissenschaftlichen oder Recherchegründen oder warum auch immer "zuviel" davon anschauen ??!
Diese latente Angst, durch das Anschauen von Gewalt und Leid unkontrollierbar abhängig davon zu werden und dadurch zwangsläufig selber, nicht etwa nur abzustumpfen, sondern ganz gar auf die "böse" Seite zu wechseln (inkl Steigerung der Dosis, oder gar selber tätig zu werden), konnte ich noch nie nachvollziehen.
Als ob wir alle einen nicht bezwingbaren Dämonen in uns hätten, der ja nicht geweckt werden darf sonst hat uns Satan in seinen Fängen...(Wu-har-har-har-harrr!) ;-).

Also, da ich das nicht verstehe und dazu den Film als DVD mit der schlechtmöglichsten Abtastung und dem miesesten Ton EVER angesehen habe und das ganze so "eighties" auf mich wirkt, kriegt er eben diese Bewertung.

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crab1973

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Da ich gestern beim stöbern in der MP-Datenbank mit Erschrecken festgestellt habe, dass ein bestimmter Film, den ich wirklich für grenzwertig dämlich halte, hier und auch anderswo immer ganz schön positiv abschneidet, stand ich vor einem kleinen Dilemma.

Sollte ich mit einem Kommentar kundtun, wie schlimm und dumm ich besagten Film finde?
Eine lange und höchstwahrscheinlich auch fruchtbare Diskussion mit meinen Freunden führen, die diesen Streifen mögen?

Durchaus verlockend. Da ich mit meinen Freunden hier wirklich extrem lange und auch sehr fruchtbare Diskussionen führen kann und das dürft ihr als Kompliment für euch alle auffassen.
Nun, ich habe mich dagegen entschieden. Nicht um einer Diskussion aus dem Wege zu gehen, sondern weil ich die Befürchtung habe, dass dieser Kommentar dann sehr zynisch und Holzhammermäßig werden würde und genau diese beiden Sachen möchte ich eigentlich immer vermeiden.
Aber es gibt ja immer eine Alternative (Eigentlich zwei. Ich hätte auch die Klappe halten können). Statt den Film runterzuputzen, kann ich natürlich auch allen Liebhaber dieses Machwerks zu verstehen geben, dass es einen, etwas unbekannteren Thriller gibt, der dasselbe Thema behandelt, dabei allerdings um Lichtjahre besser ist.

Die Studentin Angela schreibt ihre Examensarbeit über Gewalt in den Medien. Auf ihrer Suche nach den extremsten Gewaltdarstellungen im Film findet sie Unterstützung von einem Kommilitonen, der im Bereich Horror, Splatter, Gore sehr bewandert ist.
Dieser bringt sie auch, unabsichtlicherweise, auf den Trichter das Extremste überhaupt zu suchen: Snuff Movies. Angela wird fündig und ist schockiert und fasziniert zugleich. Sie versucht dahinter zu kommen wer solche Videos produziert und wer sich solche Filme ansieht. Dabei gerät sie dem Snuff Underground gefährlich nahe und soll irgendwann selber die nächste Hauptdarstellerin in einem solchen Clip werden.

Regisseur Alejandro Amenábar („Open your Eyes“, “The Others“, “Das Meer in Mir”) macht in seinem Debüt absolut alles richtig.
Obwohl der Film für den erfahrenen Thrillerfreund durchaus etwas vorhersehbar ist, gelingt ihm eine Spannungskurve die Ihresgleichen sucht. Genau wie die Protagonistin wird der Zuschauer langsam in einen Strudel aus Sex, Folter und Mord gezogen, welcher kein Entkommen mehr zulässt und in einem eiskalten Finale mündet.
Amenábar gelingt es dabei vorzüglich dem Zuschauer den Spiegel vorzuhalten und neben der Tätersuche auch die Frage in den Raum zu stellen, was an Gewalt in Filmen denn so anziehend ist. Die Idee, dass eine Medienstudentin, die sich mit dieser Frage beschäftigt in den Snuff Sumpf gerät ist ziemlich genial gewählt, denn so entsteht nicht nur ein spannender Thriller, sondern auch ein Film der erstaunlich selbstreflektierend ist.
Das sollte man jetzt zwar nicht so hoch hängen, denn der spanisch-chilenische Filmemacher vergisst dabei nie seine Hauptintention: Einen sauspannenden Streifen abzuliefern, welcher in bester Hitchcock Tradition steht und in dem nichts so ist, wie es am Anfang den Anschein hat.

Obwohl Alejandro Amenábar mittlerweile ein international anerkannter Regisseur ist, fristet sein Debütfilm immer noch ein unverdientes Schattendasein. Das ist schade, denn ich habe bis jetzt kaum eine Genreproduktion gesehen, die sich so gekonnt mit dem Thema Snuff und der Faszination die von Gewalt in den Medien ausgeht auseinandersetzt.

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crab1973

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Denk mir mal was aus. Mit Holzhammer. :)
8MM bringt seine "piefige Spießbürgermoral (O-Ton lieber_tee) ja auch mit dem Holzhammer.


Anoirja

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Klingt gut, ich bin gespannt! :)


horro

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tesis: Amenabar versteht es hier ausgezeichnet verschiedene psychologische Abgründe und damit auch die Nerven der Zuschauer bis an die Grenzen auszutesten. Was eher leise beginnt, entwickelt sich mit der Zeit zu einem perfiden Psychostück, das einen recht tiefen Eindruck hinterlässt. Die Faszination von Gewaltdarstellungen und Tod in Filmen lässt, obwohl nur als Thema für die Diplomarbeit gedacht, eine Studentin nicht mehr los und führt sie in eine dunkle Ecke des menschlichen Verlangens. Gemeinsam mit einem Horrorfilm-Nerd findet sie mit Hilfe eines Snuff-Films Spuren für ein abartiges Verbrechen. Viele wunderbare Anspielungen auf die Kunst der Horrorfilme und die Faszination, die von diesen ausgeht - was mich natürlich angesprochen hat. Ziemlich am Anfang des Films sagt der Uni-Professor zu seinen Studenten "... und geht mehr ins Kino" ... recht hat er.

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lieber_tee

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Ja, sehr sympathische Film.


Filmkenner77

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Ausgezeichneter Film. Den muss ich mir bei Zeiten noch einmal zu Gemüte führen. Schöner Kommentar übrigens.


Mr. White

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Bewertung7.0Sehenswert

"Tesis" bietet eine interessante und durchdachte Story, die aber dennoch irgendwie unausgeglichen wirkt, da zu viele Wendungen gewollt wurden, wodurch sich der Film selbst etwas zuschnürrt. Denn irgendwann wiederholt sich der Verlauf mehr oder weniger, was die Sache zum abschweifen bringt. Charakterlich hat man anfangs etwas Probleme, denn diese wirken recht seltsam und unüblich, was die Sache aber wiedderum interessant macht. Später hat man sich aber auf eine charakterliche Seite geschlagen und sympathisiert mit dieser.

Thematisch handelt der Film von Gewalt und die Frage, warum Menschen Gewalt sehen möchten. Ironischer Weise ist der Film selbst als spannender Thriller mit Gewalt inszeniert. Dadurch möchte der Film genau diese Leute erreichen. Er besitzt diesen gesellschaftskritischen Aspekt ohne jedoch einem die Meinung aufzuzwingen. Der Film möchte nur zum Denken anregen. Und weder dieser Aspekt, noch die Atmosphäre oder die Gewalt wirken dadurch fehl am Platz. Gekonnte Kritik am eigenen Setting in spannender Atmosphäre.

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Filmkenner77

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Bewertung7.5Sehenswert

Zunächst von subtiler Spannung wird der Film allmählich zu einem echten Nervenzerrer. Sehr gut verpackte Gesellschaftskritik im Gewand eines Thrillers. Ein Geheimtipp.

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Pelle

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Bewertung9.0Herausragend

spannend, spannend und spannend

Amenabar gehört seid heute zu meinen Lieblingsregisseuren. man weiss zu keiner zeit des Film wer der Macher ist. Greift die Thematik der Snuff-Movies um einiges besser auf als 8MM.

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Himbeerlola

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Bewertung9.5Herausragend

Diese kleine Bazille von einem Film ist so fies spannend, wie ich es aus Richtung Hollywood schon ewig nicht mehr erlebt habe. Trotz meines sonst untrüglichen Näschens für Plottwists und der wer-wars-denn-nun Frage wurde ich hier bis zum bitteren Showdown im Unklaren gelassen. Dafür gibts von mir gleich nochmal ein Extrasternchen im Klassenbuch!

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