Women Without Men

Zanan-e bedun-e mardan (2009), AT/FR/DE
Laufzeit 100 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 01.07.2010

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6.4 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Shirin Neshat, mit Navíd Akhavan und Bijan Daneshmand

Ein verwunschener Garten vor den Toren Teherans. Hier treffen sich vier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte – die kunstliebende Fakhri, die junge Prostituierte Zarin, die politische Aktivistin Munis und deren Freundin Faezeh. Das Chaos, das nach einem Militärputsch in den Straßen Teherans herrscht, hat sie an diesem Ort zufällig zusammengeführt. Und die Flucht vor dem eigenen Schicksal. In einem verborgenen Landhaus inmitten des paradiesisch anmutenden Gartens erleben diese vier Frauen für einen kurzen Moment das, wonach sich jede von ihnen sehnt, und wofür jede von ihnen kämpft: Lebensfreude, Freiheit und das Gefühl von Glück.

HandlungEin verwunschener Garten vor den Toren Teherans. Hier treffen sich vier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte – die kunstliebende Fakhri (Arita Shahrzad), die junge Prostituierte Zarin (Orsolya Tóth), die politische Aktivistin Munis (Shabnam Toloui) und deren Freundin Faezeh (Pegah Ferydoni). Das Chaos, das nach einem Militärputsch in den Straßen Teherans herrscht, hat sie an diesem Ort zufällig zusammengeführt. Und die Flucht vor dem eigenen Schicksal. In einem verborgenen Landhaus inmitten des paradiesisch anmutenden Gartens erleben diese vier Frauen für einen kurzen Moment das, wonach sich jede von ihnen sehnt, und wofür jede von ihnen kämpft: Lebensfreude, Freiheit und das Gefühl von Glück.

Weiterführende Informationen
Women without Men auf moviepilot.de
Women without Men auf film-zeit.de
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Kritiken (6) — Film: Women Without Men

SiameseMax: SiameseMovies

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7.0Sehenswert

Keine Frage, wer „Women Without Men“ schauen möchte, dem bedarf es an Geduld. Alles andere als temporeich erzählt Regisseurin Shirin Neshat, von der auch das Drehbuch stammt, die Geschichte vierer Frauen, die unterdrückt und geradezu gefangen gehalten von ihren Männern oder den Männern um sie herum, während der Unruhen im Iran im Jahre 1953 in einer Villa fernab des Tumults in Teheran Zuflucht und die ersehnte Freiheit suchen.
Getragen wird der hypnotische Film von außerordentlich opulenten, farbenfrohen und kontrastreichen Bildern, symbolträchtig und manchmal geradezu selbstverliebt. Somit ergeben sich die temporären Längen nicht nur aus der subtilen, wortkargen Erzählweise des Films, die Regisseurin verliert auch zu Gunsten der Optik allzu häufig den Fortgang der Story aus den Augen. Dennoch transportiert ihre Darstellung ihres ganz eigenen Garten Eden auf faszinierende Art und Weise Emotionen, obgleich man diese aufgrund der geradezu unterkühlten Atmosphäre…

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Filmering: Filmering.at

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5.0Geht so

Women Without Men hätte ein wichtiger Film werden können. Die Themen rund um das politische Bewusstsein des Irans und der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts sind bedeutend und auch intensiv geschildert. Das Problem ist nur, dass Women Without Men ein Opfer der eigenen Inszenierung ist, denn Regisseurin Shirin Neshat verliert sich in mystischen Überhöhungen und surrealen Sequenzen, die leider reiner Selbstzweck sind und nicht zum Film selbst passen. So schlägt auch die traumwandlerische, langsame Schilderung bald aufs Gemüt und Women Without Men mutiert zu einem trägen, langweiligen und unnötig aufgeblasenem Trauerspiel.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

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7.0Sehenswert

Ein Kunstfilm. Der ästhetisch grandios und farblich sinnlich wie bilderstark im Kontrast zwischen Schwarz-Weiß und zarthell-bräunlich (vom österreichischen Kameramann Martin Gschlacht) zusammengefügt wird. An alte, gefühlvolle Melodram-Kompositionen etwa eines Douglas Sirk ("Was der Himmel erlaubt"/1955) erinnernd. Frauen in ihrer Seelen-Stärke und -Qual.

Allerdings "übertreibt" die Debüt-Spielfilmregisseurin ihre überbordende Visualität und kommt dadurch ihren Figuren selten charakternah. Man sympathisiert mit diesen Frauen, aber sie bleiben einem auch (viel zu) fremd. Shirin Neshat und ihre Co-Autorin Shoja Azari bemühen sich respektvoll von deren "vorsichtiger" Emanzipation zu berichten, verhaspeln sich aber letztens in zu statische, überfrachtete Polit-Metaphern-Bilder.

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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online

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6.5Ganz gut

Vor lauter Lust an der Ästhetik verliert die Regisseurin manchmal den Fokus aus den Augen. Der Look des Films ändert sich nach Handlungsort, Innen- und Außenwelt unterscheiden sich. So dominieren gesättigte Farben, um die harte Realität zu beschreiben. Farbenfroher und damit fröhlicher ist die Zeichnung des Naturrefugiums, in dem sich die vier Frauen begegnen. Farbtöne in Sepia verleihen den Straßenprotesten ein Aussehen wie aus einem Archiv. Der Wechsel zwischen realer und surrealer Ebene verleiht dem Film einen fantastischen Sog. Der Ausbruch aus der realen in die imaginäre Welt weiblicher Wünsche ändert aber nichts an der Wirklichkeit. So ist "Women Without Men" eine sehr verklausulierte Aufforderung zum aktiven Eingreifen in das gesellschaftspolitische Geschehen.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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5.0Geht so

Das sind eine ganze Menge Geschichten und Figuren, die Shirin Neshat verknüpfen möchte. Dementsprechend überladen wirkt dann auch der Film, der oft auf eine visuelle Kurzform zurückgreift: Vom verrauchten Intellektuellengespräch im Kaffeehaus, bis zum starren Blick einer Prostituierten an die Decke, während ein Freier sich auf ihr abarbeitet. So überzeugend Shirin Neshats Arbeiten für Museen auch sind, im Kino beschränkt sich ihr visueller Einfallsreichtum auf betont formalistische Einstellungen, die sich stets ein wenig zu sehr an ihrer eigenen Perfektion berauschen. In erster Linie sind es die vier Hauptdarstellerinnen, die dem Film eine Qualität geben.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

Preisverdächtig erweist sich auch „Women without Men“, der in Marokko auf Farsi gedreht wurde und doch als erster deutscher Wettbewerbsbeitrag ins Rennen geht. Vier Frauen erleben in diesen Tagen des Tumults eine kurze, aber fragile Zeit der Befreiung und Emanzipation.

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Kommentare (6) — Film: Women Without Men

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patcharisma

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Bewertung3.5Schwach

Der Titel "Women Without Men" ist ein glorioser Treffer, denn er verspricht (dem westlichen Arthouse-Zuschauer) radikales Feminismus-Kino aus dem Iran. Doch schnell merkt der dann, dass der (von Deutschland und Österreich aus gesponserte) Film eigentlich nur aus Fragmenten von einzelnen Bild-Impressionen und Möchtegern-philosophisch-geschwängerten Aphrodismen besteht und kaum durchgehenden Zusammenhang drin ist; dass die Kompositionen sogar wahrscheinlich mit voller Absicht so verzettelt hingepflaumt wurden, um grossen künstlerischen Anspruch zu unterstreichen und viel Verwirrung zu stiften. Sperriger, kantiger und karger ist eigentlich nur noch ein Ramadan auf Cold Turkey, den die Videokünstlerin Shirin Neshat - eine Art Yoko Ono aus dem Iran - hier auftischt. Über eine Stunde lang ist es nicht mal auszumalen, in welcher Epoche das Kunstdrama eigentlich spielen soll, bis mal der Lead "Teheran 1953" auf dem Screen auftaucht - aha, es ist demnach die 'Pre-Schah-Era'! Anhand von vier lose zusammengeführten Frauen, die allesamt von deren Männern - also ihren Ehegatten, Brüdern oder Freiern (ja, auch im Iran gibt es Bordelle!) geknechtet und unterdrückt werden, will der Film seinen roten Faden minimal etwas halten. "Der weibliche Körper ist wie eine Blüte - ist er mal erstrahlt geht es auch nicht lange, bis er wieder welkt" - mit solchen Sätzen direkt aus dem Mittelalter wird die Frau als reine Reduktion für sexuelle Verfügbarkeit teilweise dann und wann mal thematisiert, das aber ohne Konsequenz: Denn schnell verliert sich das Ganze wieder in die üblichen fragmentarischen Bilder, die teilweise gar mit Elementen des Horrorfilms (mit aufgekratztem Blut, düsteren Blair Witch-Wäldern und echohaften Off-Stimmen) gewürzt werden. Das gesponserte Budget reichte gar, um den berühmten japanischen New Wave-Synth-Künstler Ryuichi Sakamoto als Komponist zu verpflichten. Doch wem bringt das alles etwas, ausser einer Champagner-trinkenden Alternativ/Dekadenz-Audienz aus dem Abendland?

Der Film widmet (und biedert) sich in den End-Titles sämtlichen iranischen Widerstandskämpfern von 1905 bis zur "grünen Bewegung" 2009 an, er täte es besser für sein geschmäcklerisches und finanzkräftiges West-Publikum (gedreht in Marokko, wird den Film im Iran auch nicht so schnell jemand zu sehen bekommen). Und mehr Durchhaltewillen wie mit "Women Without Men" braucht es eigentlich nur grad noch bei Pasolini's "Medea" mit Maria Callas von 1969 (das in etwa eine vergleichbar ähnlich karge Szenerie zu bieten hat).

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anami

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Fantastische Bilder schmiegen sich zusammen mit der mutigen Darstellung islamischer Frauen als Opfer wie auch als Kämpferinnen. Das Verschwinden der Persönlichkeit von islamischen Frauen, denen sowohl jedwede Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Eigenverantwortung entzogen ist, paart sich mit fotografischem Talent. Dass es dann hier und da Überzogenheiten und klischeehafte Verweise gibt, stört nicht weiter, da (fast) jede Form von Darstellung und darauf Aufmerksam machen Not tut, bei dem sonstigen Schweigen/ Verheimlichen, welches einem absoluten Informationsdefizit gleich kommt. Respekt vor dem Mut!

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xtheunknown

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vorgemerkt

ich hätte wohl nie von dem film erfahren hätte ich nicht den talk der regisseurin gesehen: http://www.youtube.com/watch?v=4YS3gGpnPe8 wen die videothek den nicht hat werde ich wohl einen blindkauf wagen.

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich bin überwältigt von der Kompromisslosigkeit und dem Mut, mit der die Regisseurin dieses Thema angeht. Derlei Filme findet man bislang nirgends im Iranischen.

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dae-su

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Bewertung6.0Ganz gut

Eine vielversprechende Ausgangssituation - iranische Videokünstlerin verfilmt in vielfacher Hinsicht kritisches Literaturwerk einer iranischen Autorin - scheitert an eben jenen beiden Faktoren: Die Filmemacherin überfrachtet Werk wie Aussage durch überhöhte Symbolik und zu große Aufmerksamkeit auf Bildkompositionen und der kritische Inhalt wendet sich gegen staatspolitische Prozesse, Geschlechterverhältnisse und den Islam und verliert dabei jegliche Orientierung.

Überladen, überfrachtet, überzogen - WOMEN WITHOUT MEN scheitert auf mehr Ebenen, als er überzeugt. Schade - und anstrengend.

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Beeindruckendes Werk der Videokünstlerin Shirin Neshat, die einen wichtigen Roman des Irans verfilmt hat: Women Without Men. Darin wird mit dem Stilmittel des magischen Realismus das Schicksal von 4 Frauen erzählt (im Buch sind es 5), die alle unter der iranischen Gesellschaft leiden. Als Hintergrund dient der Putsch im Jahr 1953, als die Briten den ersten demokratischen Führer im Iran aus (erdöl-)machtpolitischen Interessen absetzten und so quasi die folgende Entwicklung des Irans hin zur Diktatur einläuteten. Alleine das genügt schon, um den Film interessant zu machen. Darüber hinaus hat mich auch die Kamera sehr beeindruckt, das Licht ebenso...Women Without Men ist für mich der interessanteste Film über den Iran neben Persepolis.

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Schlegel

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Läuft der schon? Die Bilder sind von Martin Gschlacht, dem Haus- und Hofkameramann des Österreichischen Autorenfilms.


annaberlin

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Läuft im Juni an, habe ihn in der PV gesehen! Kamera ist hervorragend, wirklich lobenswert.


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