Oscar 2015

Bester Nebendarsteller - Chancen & Voting

Die Nominierten für Bester Nebendarsteller
© Sony / Universal / Koch Media / Warner / Fox
Die Nominierten für Bester Nebendarsteller

Gestern haben wir bei den Chancen & Voting für Beste Nebendarstellerin bereits gucken lassen, dass eigentlich nur eine Darstellerin für den Oscar 2015 in Frage kommt: Patricia Arquette, die in dem 12-Jahre-Projekt Boyhood vielleicht die Rolle ihres Lebens spielt. Genauso verhält es sich auch beim Rennen um den Goldjungen in der Kategorie Bester Nebendarsteller. Hier steht J.K. Simmons für seine Rolle im gnadenlos spannenden Musikdrama Whiplash als Drill Instructor-artiger Musiklehrer mit fragwürdigen Lehrmethoden und undurchsichtigen Spielchen quasi als garantierter Sieger fest. Den Golden Globe hat er bereits in der Tasche, da ist das Oscar-Glück auch nicht mehr weit. Und wir müssen es ihm lassen: Seine Figur des angsteinflößenden Terrence Fletcher mag vielleicht bis ins Karikative überzeichnet sein, doch es gelingt ihm mit Bravour, dass der Zuschauer es einfach liebt, ihn zu hassen. Und das vermag nicht jeder Schauspieler.

Dabei ist die Konkurrenz alles andere als schwach. Vor allem die drei jüngeren Darsteller hätten ebenso sehr einen Goldjungen für ihre großartigen Leistungen verdient. Da wäre zum Beispiel Edward Norton, der sträflicherweise schon zwei Mal bei den Oscars für seine großartigen Rollen in Zwielicht und American History X übergangen wurde und für die Rolle seines Lebens in Fight Club wurde er nicht einmal nominiert. In Alejandro González Iñárritus Kammerspiel-Drama Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit steht er als eingebildeter und egoistischer Method-Actor dem köstlichen Rampensau-Niveau, welches Simmons in Whiplash an den Tag legt, in nichts nach. Und Norton beweist auch hier erneut, dass er ein echtes Händchen für Humor und Selbstironie hat.

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Im Gegensatz zu seiner Boyhood-Kollegin Patricia Arquette hat Ethan Hawke ungerechtfertigterweise für seine nicht weniger beeindruckende Leistung in dem Langzeit-Drama von Richard Linklater bisher keine Preise eingeheimst. Dementsprechend schlecht werden wohl auch seine Chancen auf den Preis für Bester Nebendarsteller aussehen. Auch Mark Ruffalo, der in dem mehrfach Oscar-nominierten Sportdrama und Biopic Foxcatcher den Bruder und Trainer des von Channing Tatum gespielten Wrestlers Mark Schultz gibt, wird bei der Preisverleihung wahrscheinlich eher leer ausgehen. Dabei beweist der unglaublich vielseitige Darsteller auch in diesem hinreißend düsteren Drama, dass eine Oscar-Auszeichnung für sein authentisches Spiel eigentlich längst überfällig wäre.

Wie praktisch jedes Jahr gibt es natürlich auch 2015 einen Nominierten, der mehr aus obligatorischen Gründen denn gerechtfertigterweise für einen Goldjungen nominiert ist. Dieses Jahr ist das Robert Duvall für seine Rolle in Der Richter: Recht oder Ehre. Duvall ist ohne Frage ein großartiger Veteran in Sachen Schauspiel und in den letzten Jahren wurden seine Leistungen von der Academy nicht selten anerkannt (Am Ende des Weges, Zivilprozeß und Apostel!). Doch nachdem Der Richter letztes Jahr an den Kinokassen floppte, verschwand das gefühlsduselige Drama mit Robert Downey Jr. zu Recht ganz schnell wieder aus dem kollektiven Gedächtnis. Daran konnte auch Duvalls solides, aber sicherlich nicht überragendes Spiel nichts ändern.

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