Küssen verboten, selbst für Marvel-Helden. Das gilt jedenfalls für die Story des MCU-Krachers Eternals: Als er 2021 ins Kino kam, verweigerten ihm die Regierungen von Saudi-Arabien, Kuwait, Qatar, Bahrain und Oman die Veröffentlichung.
Darum durfte das Marvel-Epos Eternals in 5 Ländern nicht erscheinen
Der Hintergrund für das Kino-Verbot war eine gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte: Unter den Eternals, die Jahrtausende unerkannt unter den Menschen leben, befindet sich auch das homosexuelle Liebespaar Phastos (Brian Tyree Henry) und dem Menschen Ben (Haaz Sleiman). Ihre Zuneigung füreinander drücken sie in mehreren romantischen Szenen aus.
Das war offenbar zu viel für die Regierungen der arabischen Länder, deren Brauchtum Homosexualität oft in der einen oder anderen Form ablehnt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Libanon und Ägypten kam der Film in einer geschnittenen Fassung ins Kino, die keine homosexuellen Liebesszenen enthielt.
"[Das Publikum] dieser Länder tut mir leid", zitierte News.au 2021 Eternals-Star Angelina Jolie, die damit auf die Verbote reagierte. "Und ich bin stolz darauf, dass sich Marvel geweigert hat, die Szenen zu entfernen."
Dementgegen legt ein Bericht des indonesischen Rundfunks VOI nahe, dass Marvel für die dortige Veröffentlichung eine eigens geschnittene Version zusammenstellte. Sie enthält angeblich überhaupt keine Liebesszenen.
Das Marvel-Epos Eternals ist im Kino untergegangen
Womöglich wäre die ganze Problematik eine andere gewesen, hätte Eternals an den Kinokassen eine bessere Figur gemacht. Laut The Numbers spielte der 200 Millionen Dollar teure Blockbuster aber nur 400 Millionen wieder im Kino ein, was nicht zuletzt an den Einschränkungen der weltweiten Corona-Pandemie lag.
Ein anderer Grund werden für viele Fans die eher lauwarmen Kritiken gewesen sein: Auf Rotten Tomatoes kommt der Film gerade einmal auf eine Kritiken-Wertung von 47% und belegt damit unter den MCU-Filmen einen der hintersten Plätze.
Für nicht wenige kam das Ergebnis überraschend, immerhin tummeln sich vor wie hinter der Kamera zahlreiche Stars. Neben Jolie, Henry und Sleiman sind unter anderem Kit Harington, Richard Madden, Barry Keoghan oder Salma Hayek zu sehen. Auf dem Regiestuhl saß Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao (Nomadland).
Eternals geriet während der letzten drei Jahre in der Community mehr und mehr in Vergessenheit. Ob jemals ein zweiter Eternals-Film erscheint, ist noch immer fraglich. Ihr könnt eure Erinnerung an den Marvel-Film auf Disney+ auffrischen.
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