Netflix setzt Sense8 nach 2. Staffel ab, Boss fordert mehr kreatives Risiko

Sense8
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In der vergangenen Woche erst berichteten wir, dass Netflix Baz Luhrmanns Musical-Serie The Get Down nach nur einer Staffel eingestampft hat. Mit Sense8 hat es nun eine weitere Eigenproduktion des US-amerikanischen Streaminganbieters getroffen. Wie The Hollywood Reporter berichtet, wird die Science-Fiction-Serie nach zwei Staffeln nicht mehr fortgeführt. Die Vizepräsidentin für Originalinhalte, Cindy Holland, bestätigte das Ende der von Lana und Lilly Wachowski gemeinsam mit J. Michael Straczynski entwickelten Geschichte. Netflix-CEO Reed Hastings forderte im Interview mit CNBC indes noch viel mehr Risiko von seinen Kreativleuten im Serienbereich (via ScreenCrush):

Unser Hit-Anteil ist viel zu hoch im Moment. Also, wir haben sehr wenige Serien abgesetzt ... Ich treibe das Content-Team immer an: Wir müssen mehr Risiken eingehen; wir müssen mehr verrückte Dinge probieren. Denn wir sollten insgesamt eine höhere Absetzungs-Quote haben.

Im Weiteren ließ Reed Hastings durchblicken, dass diese kreativ freie Herangehensweise zu Überraschungen und Besonderheiten führen kann. Als Beispiel nannte der Netflix-Chef den Erfolg von Tote Mädchen lügen nicht, von dem er und sein Team überrascht worden seien. Die vieldiskutierte Drama-Serie zähle zu den "unglaublichen Gewinnern". Sie sei großartig, wenngleich sie nicht erkannten, wie sie sich durchsetzen würde. Im Filmsegment sehe Hastings den Streamgdienst indes breit aufgestellt, wie er Recode (via ScreenDaily) wissen ließ. Demnach gebe es sehr teure Produktionen ebenso, wie mittelteure und Low-Budget-Projekte.

Für Netflix wünscht sich Reed Hastings mit Blick auf das Filmangebot so viele Zuschauer wie möglich und spricht dabei von großen Momenten: "Wir wollen Filme, die sich jeder anschauen will, die zu kulturellen Momenten werden - das ist es, was man ein Tentpole nennt." Tentpole (dt.: Zeltstange) bezeichnet ursprünglich einen Film, der möglichst viele Menschen erreichen und damit Gewinn generieren soll. Für das Studio wirkt ein solcher Blockbuster als finanzielle Stütze, verbildlicht mit der Funktion einer tragenden Stange eines Zeltes.

Für dieses Vorhaben investiert Netflix kräftig. So kostete der vielgelobte Actionfilm Okja (Erscheinungstermin: 28.06.2017) vom südkoreanischen Regisseur Joon-ho Bong immerhin rund 50 Millionen Dollar. David Ayers kommender Fantasyfilm Bright mit Will Smith in der Hauptrolle schlägt mit 90 Millionen Dollar zu Buche. Laut eines Anfang Mai bei The Hollywood Reporter erschienen Berichtes soll Martin Scorseses Gangster-Drama The Irishman sogar zwischen 120 und 150 Millionen Dollar kosten.

Was sagt ihr zur Absetzung von Sense8 und den Serien- wie Filmkurs von Netflix?

moviepilot Team
NeonFox Alexander Börste
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