Aus dem Fenster gelehnt

2012 wird das Jahr des Matthew McConaughey

Matthew McConaughey
© Universum Film
Matthew McConaughey

Die Sünden des Matthew McConaughey
Den meisten von uns ist klar, dass Matthew McConaughey auf schwerwiegende Weise gegen den Filmgott gesündigt hat. Sahara – Abenteuer in der Wüste, Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen, Ein Schatz zum Verlieben sind sicherlich nicht das Material, aus dem Karrieremontagen bei den Oscars gemacht sind. Auch ist der öhlige Charme des Texaners und sein Hang zur Barbusigkeit sicherlich nicht Jedermanns Sache.

Ein neuer McConaughey ist in der Stadt
Aber, ABER, in den letzten Jahren hat sich der Wind um Matthew McConaughey wenigstens ein wenig gewendet. Sein Rolle in Tropic Thunder war klein, aber inspiriert gespielt, mit Mut zur Blödheit. Der Mandant profiterte ebenfalls enorm von McConaughey und seiner etwas albernen Selbstverliebtheit.

2012 wird nun aus diesem kleinen Wind des Wandels einen ausgewachsenen Tornado des Kritikerlobes machen (um sich besonders weit aus dem Fenster zu lehnen). Der Autor dieser Zeilen behauptet, das gar eine Oscarnomierung möglich ist! Bevor die kommentierfreudigen Moviepiloten unter euch Fackel und Lynchstricke aus der Kammer holen, stellen wir euch die Filme vor, die den Texaner in ein neues Licht rücken werden.

Bernie, die schwarze Komödie mit Herz
Bernie – Leichen pflastern seinen Weg vereint Matthew McConaughey mit dem Regisseur, der ihn für Confusion – Sommer der Ausgeflippten entdeckte: Richard Linklater. Es geht um den Mord der von Jack Black gespielten Titelfigur an einer alten, unausstehlichen Gönnerin (Shirley MacLaine). Nur ist Bernie ein so nettes Kerlchen, dass ihn niemand so recht überführen will. McConaughey spielt die einzige Ausnahme, den Staatsanwaltes des Bezirkes und ist so etwas wie die Stimme der Vernunft im Film.

Killer Joe, die schwarze Komödie ohne Herz
Die Titelfigur dieser bitterbösen, brutalen und zumindest ein bisschen schweinischen (in den USA mit dem gefürchteten NC-17 Rating belegt) schwarzen Komödie Killer Joe ist ein korrupter Polizist (Matthew McConaughey) der vom hochverschuldeten Chris Smith (Emile Hirsch) für einen Auftragsmord angeheuert wird. Als letzterer sich als nicht zahlungsfähig erweist, fordert Joe, nun ja, andere Zahlungsmittel – die Schwester von Chris. Killer Joe wurde für Regisseur William Friedkin (French Connection – Brennpunkt Brooklyn) als Rückkehr zu Form gewertet.

Hoffentlich nicht zu reißerisch: The Paperboy
Matthew McConaugheys großer Durchbruch war die Hauptrolle in der reißerischen John Grisham Verfilmung Die Jury. Dort spielte er einen Strafverteidiger im Süden der USA, der seinen schwarzen Mandanten (Samuel L. Jackson) vor der Todesstrafe bewahren will. In dem auf dem Papier nicht unähnlichem The Paperboy, der kürzlich in Cannes in den Wettbewerb aufgenommen wurde, spielt er einen Reporter der Gerüchten auf die Spur geht, dass ein verurteilter Mörder (John Cusack) tatsächlich nicht schuldig ist. Nicole Kidman spielt eine Femme Fatal, wie sie im Buche steht und Zac Efron (!), den kleinen Bruder von McConaugheys Charakter. Lee Daniels, der für Precious – Das Leben ist kostbar für den Oscar nominiert wurde, führt bei diesem hoffentlich nicht allzu reißerischen Südstaatenthriller Regie.

Für die Ladies: Magic Mike
Steven Soderbergh ’s Stripperdrama Magic Mike Magic Mike (stellt euch Cocktail im Nackedeitänzermillieu vor) ist im wesentlichen auf die von Channing Tatum gespielte, leicht desillusionierte Titelfigur und seine Mentorenbeziehung zu einem jungen aufstrebenden Stripper (Alex Pettyfer) konzentriert. McConaughey spielt den Chef von Magic Mike, den ehemaligen Stripper Dallas. Die Rolle ist nicht gerade riesig, und auch nicht allzu sympathisch, aber sollte dem Texaner wie eine zweite Haut passen (von der ersten Haut werden wir schon recht viel zu sehen bekommen).

Das Südstaatenmärchen Mud
Der interessenteste Film im Bunde ist mit Abstand allerdings Mud – Kein Ausweg von Jeff Nichols. Wer Take Shelter – Ein Sturm zieht auf gesehen hat, sah, dass Jeff Nichols bildgewaltig zu inszenieren weis. Der Regisseur beschrieb Mud als „eine von Sam Peckinpah inszenierte Mark Twain Kurzgeschichte“, was nach einem Bund klingt, der im Himmel geschmiedet wurde. Vergleiche zu viel dem geliebten Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers wurden ebenfalls gezogen. Das Südstaatmärchen (ebenfalls Beschreibung des Regisseurs) erzählt de Geschichte von einem entflohenen Häftling, dem zwei Kinder helfen, auf eine Insel im Mississipi zu entkommen und die Liebe seines Lebens wiederzutreffen (gespielt von Reese Witherspoon).

Klingt fantastisch, oder? Was denkt ihr? Wird 2012 das Jahr des Matthew McConaughey?

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