Cäsar muss sterben

Cesare deve morire (2012), IT Laufzeit 77 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 27.12.2012

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7.0
Kritiker
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6.8
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von Paolo Taviani und Vittorio Taviani, mit Salvatore Striano und Cosimo Rega

In Paolo und Vittorio Tavianis Drama Cäsar muss sterben finden sich die Insassen eines Gefängnisses zusammen, um Shakespeares Julius Casar aufzuführen.

Zu Beginn sehen wir ein Theater in der römischen Strafanstakt Rebibbia, in dem gerade Shakespeares Stück Julius Cäsar aufgeführt wird. Als der Vorhang fällt, werden die Schauspieler auf der Bühne von Wachmännern abgeführt und in ihre Zellen gebracht. Cäsar muss sterben macht anschließend einen Zeitsprung sechs Monate zurück. Damals hatte der Gefängnisdirektor (Fabio Cavalli), der gleichzeitig Theaterregisseur ist, den Gefängnisinsassen vorgeschlagen, zusammen ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen. Schon bald finden sich die Rollen für Cäsar (Giovanni Arcuri), Brutus (Salvatore Striano) und Cassius (Cosima Rega). Während sie ihren Text in Angriff nehmen, fragen sie sich auch ständig, wer die anderen Insassen sind und was sie getan haben, um im Gefängnis zu sein. Dabei gibt es nicht immer Frieden unter den Gefangenen. Es kommt auch zu Auseinandersetzungen und Streitigkeiten, weshalb die Aufführung am Ende am seidenen Faden schwebt.

Hintergrund & Infos zu Cäsar muss sterben
Das Drama Cäsar muss sterben (OT: Cesare deve morire) von den Regisseuren Paolo Taviani und Vittorio Taviani ist bereits für den Oscar 2013 als italienischer Beitrag in der Kategorie Bester Ausländischer Film nominiert. Zuvor hatte der Film schon den Goldenen Bären abgeräumt. Die Regie-Brüder hatten die Idee zu dem Stoff von einer Freundin bekommen, die ihnen nach erzählt hat, dass się bei einer Theateraufführung weinen musste, obwohl ihr das vorher noch nie passiert war. Daher wollten die Regisseure zeigen, dass den Gefängnisinsassen durch das Schauspielprojekt am Ende ein ganz neuer Blick auf die Welt gegeben wurde.
Alle Schauspieler aus Cäsar muss sterben sind wirklich Gefängnisinsassen des Hochsicherheitstrakts. Nur Salvatore Striano hat seine Haftstrafe bereits abgesessen und der Schauspiellehrer des Gefängnisses, gespielt von Maurilio Giaffreda, ist ebenfalls kein verurteiler Straftäter. Auch Theaterregisseur Fabio Cavalli inszeniert wirklich Theaterstücke im Gefängnis von Rebibbia. (LM)

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Kritiken (8) — Film: Cäsar muss sterben

José Garcia: Textezumfilm

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8.5Ausgezeichnet

Weil sich das Shakespeare-Drama um Betrug, Machtkampf und nicht zuletzt Freiheitsstreben in den Lebensverhältnissen der Häftlinge spiegelt, erfährt „Cäsar muss sterben“ eine bemerkenswerte Brechung. Nicht vordergründig, eher unterschwellig zieht der Film stets eine Parallele zwischen Shakespeares Drama und der Welt der Gefängnisinsassen – deutlich wird es etwa in der Mimik der Laiendarsteller, die ihnen aus ihrer kriminellen Vergangenheit vertraut zu sein scheint. Entsprechend der Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm, die „Cäsar muss sterben“ auszeichnet, vermischt der Film auch die Realitäts- und die Kunstebene miteinander. Dennoch überrascht das schauspielerische Talent der Darsteller. Fabio Cavalli hat jahrelang mit ihnen gearbeitet – die Idee zu ihrem Film bekamen die Taviani-Brüder beim Besuch einer Vorstellung von Dantes „Göttliche Komödie“ im Rebibbia-Gefängnis: „Wir verspürten das Bedürfnis, im Rahmen eines Filmprojekts herauszufinden, wie aus diesen Gefängniszellen heraus…

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Heidi Reutter: Radio Köln Heidi Reutter: Radio Köln

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5.5Geht so

Allen guten Absichten zum Trotz: Der neueste Film der italienischen Altmeister Taviani, Cäsar muss sterben, bleibt sprödes Randgruppenkino.

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Andreas Resch: fluter Andreas Resch: fluter

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8.0Ausgezeichnet

Durch die Doppelfokussierung – zum einen auf die Proben, zum anderen auf den Effekt, den die Proben auf die in ihnen Mitwirkenden ausüben – stellt sich in Cäsar muss sterben ein ganz eigener, lebendiger Blick auf die in Julius Cäsar verhandelten Themen ein.

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F. Kleiner: Film-Dienst.de F. Kleiner: Film-Dienst.de

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8.0Ausgezeichnet

Ist es ein radikal republikanisches Drama [...]? Oder ist es ein Stück, das die gewaltsame Revolution verurteilt? Der Text liefert beiden Lagern Munition und bildet für die Sträflingen eine Folie, um eigene Erfahrungen mit Macht und Gewalt, Freiheit und Unfreiheit, mit Loyalität und Verrat zu formulieren [...]. So eindringlich, so assoziationsreich hat man Shakespeare schon lange nicht mehr im Kino erlebt.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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5.0Geht so

Durch die eindrucksvollen Physiognomien der groben Kerle mit ihren regionalen Dialekten in Cäsar muss sterben ist diese altmodische scripted reality nett anzusehen, aber sie bleibt inszeniert.

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Gaby Sikorski: Programmkino Gaby Sikorski: Programmkino

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8.5Ausgezeichnet

Die Schauspieler sind bereit. Sie werden alles geben. Am Schluss sagt einer von ihnen: 'Seit ich der Kunst begegnet bin, ist diese Zelle für mich ein Gefängnis geworden.'
Muss man dem noch etwas hinzufügen? – Muss man nicht. Nur eines: toller Film!

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Jonas Ulrich: outnow.ch Jonas Ulrich: outnow.ch

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6.5Ganz gut

Das Potential als Dokumentarfilm, das die Ausgangslage gehabt hätte, wird leider nicht genutzt.

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Andreas Borcholte: Spiegel Online Andreas Borcholte: Spiegel Online

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6.0Ganz gut

Ganz nett.

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Kommentar — Film: Cäsar muss sterben


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Tomatensoßenkerl

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Bewertung9.5Herausragend

"Seit ich weiß was Kunst ist, kommt mir diese Zelle wie ein Gefängnis vor."
Einige Kritiker waren ja am Samstag geradewegs entsetzt das nicht der hoch gehandelte "L'enfant d'en haut" oder der Publikums- und Kritikerliebling "Barbara" gewonnen hat... Das wiederum hat mich ein wenig entsetzt weil es dem Film und der Jury gegenüber schon recht ungerecht gegenüber ist. Mike Leigh und konservativ... also wirklich!

Nun habe ich auf der Berlinale die meisten Wettbewerbsfilme gemieden und mich mehr im Panorama und im Berlinale Special Bereich rumgetrieben, also weder "L'enfant d'en haut" noch "Barbara", "Gnade" oder "Was bleibt" gesehen. Kann also auch hier keinen Kommentar über "Verdient" - "nicht verdient" abgeben... Aber wer kann/will das schon?

Nun vergebe ich aber keine Goldenen Statuen und habe dies in Zukunft auch nicht vor, sage aber dennoch, dass Ich von "Cesare deve morire" als einem filmischen-[doku(?)]-Essay über Chancen, Möglichkeiten und Wirkungen des Theaters und der Kunst tief beeindruckt war.
20 Schwerverbrecher stehen auf der Bühne und schreien: "FÜR DIE FREIHEIT!! FÜR DIE FREIHEIT!!"

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